Bjørnstjerne Bjørnson - Gesammelte Werke

Band 1
 
 
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  • 1. Auflage
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  • erschienen am 20. November 2019
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  • 725 Seiten
 
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978-3-7504-2211-7 (ISBN)
 
Die Gesammelten Werke von Bjørnstjerne Bjørnson, seine Gedichte und Theaterstücke.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,79 MB
978-3-7504-2211-7 (9783750422117)
Bjørnstjerne Martinius Bjørnson (* 8. Dezember 1832 in Kvikne (fylke Hedmark); Gestorben 26. April 1910 in Paris) war ein norwegischer Dichter, Literaturnobelpreisträger und Politiker. Bjørnson verfasste unter anderem die norwegische Nationalhymne Ja, vi elsker dette landet und war der Begründer des Riksmålsforbundet. Der Dichter

Bjørnson wurde auf dem Hof Bjørgan nahe Kvikne geboren, einem abgelegenen Dorf in der Landschaft Østerdalen, wo sein Vater Peder Bjørnson als Pfarrer tätig war. 1837 wurde der Vater in die Pfarrei Nesset versetzt, unweit von Molde in der Provinz Møre og Romsdal.

Bjørnson besuchte die Schule in Molde und 1850 bis 1852 ein privates Gymnasium in Christiania (heute Oslo). Nachdem er sein Studium abgebrochen hatte, arbeitete er einige Zeit als Journalist. In dieser Zeit lernte er auch Henrik Ibsen kennen.
Haupthaus in Aulestad

Zwischen 1857 und 1859 wirkte er als Leiter des Theaters in Bergen. 1859 trat er in die Redaktion von Aftenbladet ein. Aber wegen des Widerstandes in der öffentlichen Meinung musste er die Redaktion wieder verlassen. Ein Jahr später bereiste er für drei Jahre Deutschland und Italien. Nach seiner Rückkehr 1865 bekam er eine Anstellung am königlichen Theater in Christiania. Dieses Amt bekleidete er bis 1867 und später nochmals zwei Jahre, zwischen 1870 und 1872. Danach lebte er bis 1875 wieder in Deutschland und Italien. Vor seiner Abreise erwarb er 1874 das Anwesen Aulestad. Dieser Landsitz entwickelte sich mit der Zeit zu einem geistigen Zentrum Norwegens.

Von 1880 bis 1881 bereiste Bjørnson die USA. Nach seiner Rückkehr 1882 lebte er bis 1887 in Paris. Auch als er sich auf sein Gut zurückzog, blieb er das geistige Zentrum Norwegens. Beeinflusst durch die französischen Realisten, aber auch durch Georg Brandes, fand Bjørnson seinen Realismus und wurde zum Erneuerer der norwegischen Literatur.
1903 erhielt Bjørnson als erster Skandinavier den Nobelpreis für Literatur "als ein Beweis der Anerkennung für seine edle, großartige und vielseitige Wirksamkeit als Dichter, die immer durch einmalige Frische der Eingebung und durch eine seltene Seelenreinheit ausgezeichnet war"

Gedichte


NILS FINN (Aus dem Drama "Hinke-Hulda") Und der kleine Nils Finn wollte flugs über Land; Doch sein Schneeschuh, der hielt nicht, so oft er ihn band. - "Das ist schlimm!" sagt' es drunten. Nils stieß mit dem Fuße: "Wo bist du denn - du? Verdammter Kobold! nun laß mich in Ruh'! - "Hi - ho - ha!" sagt' es drunten. "Da siehst du ein Hexenstück!" schrie Nils und hob Seinen Stab und schlug in den Schnee, daß es stob. - "Hit - li - hu!" sagt' es drunten. Ein Fuß stak im Schnee; mit kräftigem Zug Riß Nils daran, bis er hintüber schlug. - "Zieh doch fest!" sagt' es drunten. Nils weinte und stampfte und stach und hieb - Und sank immer tiefer, je toller er's trieb. - "Das ging gut!" sagt' es drunten. Und die Birken, die tanzten, es bogen sich krumm Vor Lachen wohl hundert Tannen ringsum. - "So bekannt?!" sagt' es drunten. Und es lachte der Berg, daß der Schnee nur so flog; Nils ballte die Faust und schwor, daß er log. - "Nun gib acht!" sagt' es drunten. Und der Schneehang gähnte, der Himmel fiel ein; Nils dachte: nun schluckt er mich auch mit hinein. - "Ist er weg?" sagt' es drunten. Zwei Schneeschuhe ragten und sahen umher. Aber sahen nicht viel; denn da war nichts mehr. . - "Wo ist Nils?" sagt' es drunten. LIED DER JUNGFRAUEN (Aus dem Drama "Hinke-Hulda") Guten Morgen, Sonne in grünem Laub! Jugend strahlst du dem Schluchtengrunde, Lächeln seinem finstern Munde, Himmelsgold dem Allweltenstaubi Guten Morgen, Sonne auf ragendem Schloß! Lockst seine Jungfraun aus den Hallen; Leuchtsternlein zünde den Herzen allen, - Kläre das Leid, das der Nacht entsproß. Guten Morgen, Sonne am Felsengrat! Licht gib den Fluren, soweit sie sich strecken. Laß deine Wärme sie baden, sich recken Dem Tage entgegen, der dort naht! DIE TAUBE (Aus dem Drama "Hinke-Hulda") Eine Taube sah ich zittern In eines Sturmwirbels Toben; Sie ward von Ungewittern Jäh über die Hochflut gehoben. Ich hörte sie nicht klagen. Nicht stöhnen und nicht flehen, - Die Schwingen fühlt' sie versagen, Da mußte sie untergehen. VATERLANDSWEISE (1859) Es reckt sich ein Land in den ewigen Schnee, Von Sagen umrauscht wie vom Donner der See. Wohl trägt es dem Landmann nur kärglichen Lohn, Doch ist es geliebt, wie die Mutter vom Sohn. Sie nahm auf den Schoß uns, dieweil wir noch klein, Und weihte uns fromm in ihr Sagabuch ein. Wir lasen - . Das Auge ward feucht und groß. Die Alte saß lächelnd und nickte bloß. Wir sprangen zum Fjorde, wir schauten gebannt Den Bautastein, der da seit Urzeiten stand; Sie stand da, noch älter, und träumte stumm. Und Steingräber lagen im Kreis ringsum. Sie nahm bei der Hand uns und führt' uns gemach Zum Steinkirchlein schlicht unters niedrige Dach, Wo demütig beugten die Väter ihr Knie, Und mütterlich sprach sie: tut ihr wie sie! Sie deckte die bergschroffen Hänge mit Schnee, Sie krauste mit Sturmfaust den Spiegel der See, Sie gab ihren Söhnen des Schneeschuhes Hast Und rief ihre Söhne zu Ruder und Mast. Sie rief ihre Töchter in Reih* und in Glied Und hieß sie uns spornen mit Lächeln und Lied. Sie selber hielt auf dem Sagathron Wacht In ihrem Mantel aus Nordlichtpracht. Da scholl ein Vorwärts durch Norwegen hin In Väterzunge, mit Vätersinn! Für Freiheit und nordische Art hurra! Und rings von den Bergen kam's wieder: hurra! Da ging der Begeistrung Lawine zu Tal, Da straffte sich jegliche Sehne zu Stahl, Da stand über Gipfeln ein flammendes Haupt, Des Blick uns nun ewig die Ruhe raubt. EIN LIED FÜR NORWEGEN (1859) Ja, wir lieben diese Feste, Wie sie, flutbedräut, Ihrer Berge Stamm und Äste Wind und Wolken beut. Lieben ihre tausend Hütten, Ihres Meeres Zorn, Und, den kein Meer kann verschütten, Ihrer Saga Born. Harald hat ihr Volk verflochten, Daß kein Feind sie zwang, Håkon hat für sie gefochten. Während Öjvind sang. Olav malt' auf ihre harte Stirn ein Kreuz von Blut, Sverre brach von ihrer Warte Romas Übermut. Bauern ihre Äxte schHffen, Wo ein Feind sich wies; Tordenskjold mit seinen Schiffen Ihn wie Spreu zerblies. Weiber sah man kühn sich einen Mit der Männer Häuf; Andre konnten nichts als weinen; Doch die Saat ging auf! Waren unser auch nicht viele, Waren doch genug, Als das Land stand auf dem Spiele, Da die Stunde schlug. Lieber mocht's in Flammen stehen, Eh' es kam zu Fall; Denkt nur dessen, was geschehen Einst in Fredrikshall ! Tragen galt es Not und Plage, Gott verstieß uns ganz; Doch in schlimmster Drangsal Tage Glomm der Freiheit Glanz. Das gab Kraft für alles Schwere, Hunger, Krieg und Pest, Gab dem Tod selbst seine Ehre - Und dem Zwist den Rest. Unser Feind zerbrach den Degen, Auf fuhr das Visier: Brüder flogen sich entgegen; Denn das waren wir! Schamrot eilten wir hernieder Übern Öresund: Und da schlössen wir, drei Brüder, Einen ewigen Bund. Volk Norwegens, deinem Gotte Dank' in Hütt' und Haus! Ließ dich werden nicht zum Spotte, Sah's auch düster aus. Müttersorgen, Väterstreiten, Durch Geschlechter hin. Wüßt' Er still zum Ziel zu leiten; Unsres Rechts Gewinn. Ja, wir lieben diese Feste, Wie sie, flutbedräut, Ihrer Berge Stamm und Äste Wind und Wolken beut. Und wie Väterkampf beschieden, Freiheit ihr und Macht, Ziehn auch wir für ihren Frieden, Wenn es gilt, auf Wacht. NORWEGENS ANTWORT (auf die Reden im schwedischen Ritterhaus 1860) Hörst, jung Norge, du mit Schweigen, Was der Schwede sagt? Siehst du's aus der Tiefe steigen, Wo der Grenzfels ragt? Schatten sind's gefallner Ahnen, Die da winken, die da mahnen, Wenn der Hohn den Streit entfacht, Die da fordern treue Wacht. Hör' den Schweden, hör' ihn grollen: Norges Flaggenrot, Das aus Wunden reich gequollen Einst bei Magnus' Tod; Das ob Haldens Zinnen schwebte, Adlers Kraft zum Sieg belebte, - Durch dies Rot im Flaggenfeld Sei sein Blau und Gelb entstellt. Hör' den Schweden: nichtig seien Norges Ruhm und Glanz; Ehre sollten wir entleihen Seinem Strahlenkranz. Ruhmlos, eignen Herd zu schützen! Ziehn wir denn hinab nach Lutzen, Schleppen auch im Wanderschritt Urahns alten Armstuhl mit. Laßt ihn stehn. Der "dürftige Krempel* Wird von uns verehrt; Seines Alters würdiger Stempel Macht ihn doppelt wert. Drinnen saß durch lange Zeiten Mancher, groß in Rat und Streiten, ^^ Sverre und sein Heldenschlag, - Der wohl hier noch spuken mag. Hört den Schweden: nur sein Ringen Hätte uns befreit, Beißen könnten Schwedenklingen Noch in heutiger Zeit! Dünkt uns das wohl sehr gefährlich? Vorsicht raten wir ihm ehrlich; Will er sprengen unser Tor, Fallen einige zuvor. Hört doch nur: wir wären Knaben, Ihm gehorsam-still Mit der Schleppe nachzutraben Stets, wohin er will. Hei, was sagten wohl dem Kecken Christie und die alten Recken, Stünden die, das Schwert gewetzt. Noch beim Werk auf Ejdsvold jetzt? Groß war Schweden oft im Prahlen, Wir, wir waren klein; Galt's mit Eisen zu bezahlen - Nun, wir hieben drein. Wessel und Norwegens Knaben, In dem Kutter nur, die haben Schwedens Flaggschiff unverzagt Übers Kattegatt gejagt. Laßt den Schwedenadel schwingen Karls des Zwölften Hut! Mit ihm raten, mit ihm ringen Wir, ihm gleich an Mut. Will er Streit vom Zaune brechen, Wird ein Torgny für uns sprechen - Einst dann überm Norden loht Unsrer Flagge Freiheitsrot, t JOHAN LUDVIG HEIBERG (1860) Nun geleiten sie zum Grabe Ihn, den alten, muntren Gärtner; Nun gehn Kinder mit der Gabe, Die sein eigen Beet ihm zog. Nun steht jener Garten offen. Drin er unterm Baum gesessen; Nun sucht unser Blick betroffen. Ob er dort nicht fürder sitzt. Leer der Platz. Im schwarzen Kleide Wandelt eine Frau jetzt einsam Dort umher in stillem Leide, Wo sein helles Lachen klang. Die als Kind erstaunt, voll Sehnen Durch das Gitter draußen Hickte, Dankt mit großen, schweren Tränen Nun, daß ihr der Einlaß ward: Märchen-, Saga-, Geistesflammen Rauschten um ihn her im Laube; Leise schwebt sie, sucht zusammen Jeden Funken für ihr Weh. Einstmals drang er fern zur Weite, Dieser alte Herr, der muntre; Wer gelauscht an seiner Seite, Hat so manches wohl gelernt. Denn ihn führten Leben, Schriften Auf zu dem, was wenige schauen; Kaum ein Platz in Geistestriften, Der nicht seine Spuren weist. 10 Schutz war er in Mannes jähren Allem Großen, allem Schönen, Und den stillen Sternenscharen Folgt' er dann im Gang zu Gott. Denkt ihr noch, die alt nun worden, Wie die "Neujahrs"-Glocken dröhnten? Wie sie Kämpfer rings im Norden Sammelten der großen Zeit? Denkt ihr noch an ihn, der sprengte Frisch voraus mit hellem Hornruf Und das Niedre abseits drängte. Daß dem Großen frei die Bahn? Kinder, Faunen als Begleiter, - Lachen, Geistesspiel und Tränen, - Hinter ihm der Freiheit Scheiter, Langsam aus sich selbst entflammt. Worten kam der Ruhe Segen, Tönen kam der Herzensfrieden; Mächtig fuhr es allerwegen Durch das Land wie Ahnungschor. Schutz war er in Mannes jähren Allem Großen, allem Schönen, Und den stillen Sternenscharen Folgt' er dann im Gang zu Gott, Oder ging in Nordens Garten, Wie ein alter, muntrer Gärtner, Saat der Ewigkeit zu warten. Die des Volkes Lenz ihm gab. Bald voll Ernst und bald voll Laune, Pflanzte er und rückte höher, - Saß dann abends, wo die braune Buche gab der Seele Licht. II Nun steht jener Garten offen, Drin er unterm Baum gesessen, Nun sucht unser BHck betroffen, Ob er dort nicht fürder sitzt. DAS MEER (Aus "Arnljot Gelline") Meerwärts verlangt es mich, ja zum Meere, Das fern dort ruhsam rollet in Hoheit. Nebelgebirge, lastende,...

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