Reformverlierer 1000-1800.

Zum Umgang mit Niederlagen in der europäischen Vormoderne.
 
 
Duncker & Humblot (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. August 2016
  • |
  • 502 Seiten
 
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978-3-428-54936-8 (ISBN)
 
Die europäische Vormoderne kennt zahlreiche Reformen im politischen, religiösen, gesellschaftlichen, militärischen oder wirtschaftlichen Bereich. Bisher hat sich die Forschung meist nur auf die Träger dieser Reformen konzentriert und zudem oftmals kritiklos deren Deutung der Veränderungen als Verbesserungen übernommen. Vorliegender Band lenkt demgegenüber gezielt den Blick auf die Reformverlierer und -verliererinnen und versucht - aus historischer, psychologischer und theologischer Fachperspektive -, deren Situation unvoreingenommen wahrzunehmen.

Wie gingen Reformverlierer mit der Erfahrung der Marginalisierung um? Wie veränderten sich ihre Selbst-, Welt- und Geschichtsbilder? Ein Verhalten vom passiven Erleiden bis zum aktiven Widerstand war möglich: Reformverlierer konnten sich in die innere Emigration zurückziehen, sich der Wirklichkeit verweigern, die Ungerechtigkeit beklagen und mit ihrem Schicksal hadern oder in die Offensive gehen. Immer aber fanden sie sich in einem grundlegend veränderten Sprach- und Handlungssystem wieder, dessen Normen, Praktiken und Semantiken nicht mehr die ihren waren.
 
European pre-modernity knows many reforms. So far, research has mostly been focused on the role of a reform's supporters and in doing so, researchers have often adopted the proponents' interpretation of change as an improvement. In contrast, the present volume focuses specifically on the losers of reforms and aims at analysing the situation of these actors marginalised by new norms, practices and semantics impartially from a historical, psychological and theological perspective.
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • 22,54 MB
978-3-428-54936-8 (9783428549368)
10.3790/978-3-428-54936-8
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Andreas Bihrer ist Professor für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er wurde mit einer Arbeit über den Konstanzer Bischofshof im Spätmittelalter promoviert und habilitierte sich über die Beziehungen zwischen England und dem ostfränkisch-deutschen Reich im Frühmittelalter. Nach Vertretungsprofessuren in Greifswald und Heidelberg leitet er an der Universität Kiel das Promotionskolleg 'Intersektionalität interdisziplinär' und ein DFG-Projekt zur früh- und hochmittelalterlichen Hagiographik. Seine Forschungsinteressen sind die Kulturtransferforschung, die Kommunikationsgeschichte der Vormoderne und die Erforschung der religiösen und höfischen Kultur des Mittelalters.

Dietmar Schiersner ist Professor für Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit und deren Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Thema seiner Augsburger Dissertation ist die katholische Konfessionalisierung in Vorderösterreich, seine Habilitationsschrift ist der Kulturgeschichte adliger Damenstifte und Stiftsdamen in der Frühen Neuzeit gewidmet. Er veröffentlichte unter anderem zu den Themenkreisen Geschichtstheorie und -methodik, habsburgische Vorlande, Reichsstadt und Reformation, Barock und (katholische) Aufklärung, Adel im deutschen Südwesten und konfessionelle Kulturen. Gegenwärtige Forschungsschwerpunkte sind Zeitkonzepte im Wandel sowie konfessionelle Geschichtsbilder.
Methodische und begriffliche Grundlagen

Andreas Bihrer und Dietmar Schiersner
Reformen - Verlierer. Forschungsfragen zu einem besonderen Verhältnis

Olaf Morgenroth
Losses loom larger than gains. Wie nützlich sind psychologische Theorien für historische Analysen zum Umgang mit Niederlagen?

Herrschaft und Verfassung

Klara Hübner
Mord und Rufmord. Politische Propaganda und die Anfänge der Schwarzen Legende König Wenzels IV.

Jörg Schwarz
Zwei Reformverlierer am kaiserlichen Hof um 1500. Andreas Jamometi? (┼ 1484) und Johann Waldner (┼ 1502)

Oliver Auge
>Kleine< Fürsten als Verlierer der spätmittelalterlichen Reichsreform?

Olivier Richard
Die verlorene Ehre der Patrizier. Reformen in oberrheinischen Städten im 15. Jahrhundert

Edith Seidl
Der Augsburger Arzt Joseph von Ahorner (1764-1839). Strategien eines Traditionalisten in der Umbruchzeit um 1800

Militär

Martin Rink
Das Ende vom Partisanen als Militärunternehmer. Taktik, Ökonomie und Semantik am Beispiel des Kleinen Krieges

Bildung

Rainer Christoph Schwinges
Reformverlierer an der Basler Universität des 15. Jahrhunderts. Oder: Die verhinderte Definitionsmacht der Juristen

Dominik Burkard
Von Reformsiegern zu Reformverlierern? Jesuiten als Universitätstheologen

Glaube

Dietmar Schiersner
>Siegreich im Unterliegen<. Die Erfolgsgeschichten der Reformationsverliererin Caritas Pirckheimer (1467-1532)

Daniela Blum
Sieger schreiben Geschichte, Verlierer deuten die Katastrophe. Die Trostschriften des Konstanzer Stadtschreibers Jörg Vögeli (1549 / 1551)

Peer Frieß
Der Letzte seiner Art. Der gescheiterte Kampf des Memminger Predigers Eusebius Kleber gegen die vordringende lutherische Orthodoxie

Kirche

Jochen Johrendt
Reformverlierer im Umfeld der Reformpäpste

Sigrid Hirbodian
Reformschwestern und Reformverliererinnen. Strategien und Handlungsmöglichkeiten geistlicher Frauen in den Reformen des 15. Jahrhunderts

Wolfgang Scheffknecht
Franz Anton Hollenstein und Franz Josef Rosenlächer. Geistliche als Verlierer der Josephinischen Reformen in Vorarlberg?

Autorenverzeichnis
»Der Wert des Bandes liegt [...] in den einzelnen Fallstudien, denn diese sind wegen ihrer Detailliertheit und Quellennähe ganz überwiegend von großem Wert und bescheren uns eine Fülle neuer Erkenntnisse auf einem wenig beackerten Feld.« Prof. Dr. Wolfgang Reinhard, in: Zeitschrift für Historische Forschung, Band 44, Heft 3/2017

»Das Buch, basierend auf einer Fachtagung aus dem Jahr 2014, verdient Interesse, weil sein Thema über den Fachdiskurs hinausreicht. [.] Das Besondere an diesem Band? Seine Aktualität.« Konstantin Sakkas, in: Der Tagesspiegel, Politische Literatur, S. 21 vom 18. Januar 2017
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