Was macht Jesus in dem Brot?

Wissen rund um Kirche, Glaube, Christentum - Kinder fragen - Forscherinnen und Forscher antworten
 
 
Kösel-Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 23. April 2013
  • |
  • 176 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-10370-5 (ISBN)
 
Wird Jesus in Brot und Wein verzaubert? Warum machen manche Fußballspieler ein Kreuzzeichen, bevor das Spiel beginnt? Welche Salbe nimmt man bei der Krankensalbung? Wo sind die Toten? Was ist der Heilige Geist? Auf diese und viele andere Fragen antworten 21 bekannte Theologinnen und Theologen: pfiffig illustriert, unterhaltsam geschrieben und mit vielen schlauen Erklärungen für neugierige Kinder und ihre Eltern.

Pressestimmen zu den Vorgängerbänden:

"Die Autoren sind kein bisschen belehrend oder besserwisserisch, sondern laden in einer einfachen und gut verständlichen Sprache zum Nach- und Weiterdenken ein."

Südwest Presse

"Ein gutes Buch, das vor Plattheiten schützt."

Markus Leitschuh, Anzeiger für die Seelsorge



  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Kösel
  • 2,48 MB
978-3-641-10370-5 (9783641103705)
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Matthias Morgenroth

Warum feiern wir Weihnachten?


 

 

 

Was ist Weihnachten? Ganz klar: die allerschönste Zeit im Jahr! Das weiß doch jeder! Stell dir einmal deine ganz spezielle, persönliche Weihnachtskiste vor, die im Keller oder auf dem Schrank auf den nächsten Advent wartet. Deine Weihnachtsschatzkiste, mit deinen geheimen Weihnachtsschätzen. Was ist da wohl drin?

Meine Weihnachtsschatzkiste


Ich will mal verraten, was in meiner eigenen Weihnachtsschatzkiste ist: Strohsterne und Goldengel, Kerzenschein, ein Adventskalender mit Täschchen für kleine Überraschungen, fünf hochgeheime Plätzchenrezepte, der Duft nach Zimt und Lebkuchen, ein Topf voll Glühwein und Kinderpunsch, Nikolausstiefel, Schokokugeln mit Spezialgeschmack, Tannenduft. Und diese ganz spezielle Stimmung am Nachmittag, wenn der Himmel sich blau über der geschmückten Stadt wölbt und alle mit Wunschzetteln auf die blinkenden Schaufenster zueilen. Dann noch Ohrwürmer wie »O du fröhliche« und »Stille Nacht« und »Ihr Kinderlein kommet«. Glockenklang im Dunkeln. Die aufgeregte Frage: »Wann ist es endlich so weit?« Die Freude am Geschenkebasteln. Es kaum noch erwartet können, die eigenen

Geschenke zu bekommen. Diese spezielle Stimmung in der Kirche, die vollgestopft ist bis zum letzten Platz, während vorn im Altarraum einige Kinder ein Krippenspiel aufführen. Dazu noch Adventskranz, Barbarazweige, eine Verkleidung für den Nikolaus, der Weihnachtsmann oder das Christkind, die Sehnsucht nach dem Schnee und nach früher. Das alles ist bei mir drin. In meiner Weihnachtskiste. Und bei dir?

Überall ist Weihnachten


All das gehört zu Weihnachten, zur Advents- und Weihnachtszeit. Weihnachten findet nämlich nicht nur in der Kirche statt. Weihnachten feiern irgendwie alle. Ich kenne sogar Muslime, die bei sich zu Hause einen Weihnachtsbaum aufstellen, damit auch sie mit dabei sind, in dieser ganz besonderen Zeit. Weihnachten ist eine magische Zeit. Und wenn die Erwachsenen davon manchmal genervt sind, dann liegt es daran, dass sie den Weg in die Zauberwelt dieser Zeit nicht finden, vor lauter Arbeit oder Stress oder weil sie zu viel nachdenken.

In dieser Zeit soll alles anders sein. Alles geschmückt. Alles ein wenig süßer. Alles zum Staunen. Alles besonders. Und deswegen ist doch Weihnachten die allerschönste Zeit im Jahr, oder? Weil wir uns in dieser Zeit Zeit nehmen! Für uns. Für unsere Häuser, die wir schmücken. Für unsere Städte, auf deren Straßen und Plätzen wir mitten im kalten Winter bei Kerzenschein am Christkindlmarkt herumstehen. Für unsere Familie und unsere Freunde, wenn wir uns Geschenke füreinander ausdenken, uns abends zusammensetzen und Geschichten lesen, Grußkarten schreiben. Für die ganze Welt, wenn wir den vielen Spendenaufrufen folgen. Für Gott, weil wir an solchen Tagen, wenn alles gut geht, merken, was es für ein wunderbares und wunderliches Leben ist, das uns geschenkt ist. Wie verzaubert und wundervoll alles ist, wenn man sich mal die Zeit nimmt, darüber nachzudenken!

Alles Kitsch?


All diese Weihnachtszaubereien sind total wichtig. Ich kenne allerdings eine ganze Reihe von Pfarrerinnen und Pfarrern, die denken nicht so. Aber ich sage es dir trotzdem. Das genau ist das Geheimnis an der Weihnachtszeit! Vielleicht hast du das auch schon gehört, wie jemand sagt, diese Weihnachtsschätze seien alles Kitsch, Schnickschnack, überflüssig. Der Weihnachtsmann sei nur eine Erfindung aus Amerika, damit wir noch mehr kaufen. Und wir würden uns viel zu viel von der Schokoladenindustrie einreden lassen und nur der Werbung auf den Leim gehen. Denn eigentlich könne man nur in der Kirche, im Gottesdienst, richtig und anständig Weihnachten feiern. Denn da geht es ja eindeutig um die Geburt Jesu, und nur daran solle man denken. Der Rest sei alles unwichtig.

Aber mal ehrlich - wie könnte denn ohne all das Süße und Glitzernde die Weihnachtszeit die schönste Zeit des Jahres werden? Wenn wir feiern, dass es einen Gott gibt, der nicht nur im Himmel für sich bleibt, sondern der zu uns, zur Welt kommt, dann muss doch alles gehörig geschmückt werden! Er kommt ja schließlich nicht nur in die Kirchen, sondern ZUR WELT!

Wie Weihnachten erfunden wurde


Als das Weihnachtsfest erfunden wurde, war Jesus schon 300 Jahre gestorben. Damals, als im Römischen Reich das Christentum offiziell als Staatsreligion eingeführt wurde, sagten die Leute: »Wir brauchen ein Fest, das zeigt, dass Gott zur Welt kommt. Dass er sogar als Mensch geboren wird, um zu zeigen, wie göttlich, wie heilig und besonders wir Menschen sein können!« Denn das war damals ein neuer, ein unerhörter Gedanke, und eigentlich finde ich ihn heute noch ziemlich gewagt: dass die Götter nicht nur für sich bleiben und im Himmel ihre Spiele spielen (so wie das Zeus oder Jupiter und all die Götter in den Sagen der Griechen und Römer taten), sondern dass es einen einzigen, allmächtigen Gott gibt, der zu uns Menschen kommt, um uns nahe zu sein. Gott kommt zur Welt!

Damals hat man sich viele Gedanken gemacht, welcher Tag im Jahr für ein solches Fest, für Weihnachten eben, geeignet wäre. Schließlich hat man es mitten in den Winter gelegt, in die Zeit, in der die Wintersonnenwende ist und die Tage wieder länger werden. In dieser Zeit kann man am besten spüren, wie neues Leben beginnt, wenn Gott zur Welt kommt. So dachten die Menschen damals - und ich finde, das kann man heute noch nachvollziehen. Mitten im kalten Winter, mitten in der dunkelsten Zeit bleiben wir nicht allein - sondern sagen: Das Leben ist stärker, Gott ist stärker. Schau nur, im kleinen Kind wirst du ihn finden. Die grünen Zweige, die wir ins Haus holen, wenn alles draußen kahl und grau ist, die Kerzen, die wir anzünden, um der Dunkelheit etwas entgegenzusetzen, die Glocken, Lieder und Geschichten, die wir der Kargheit und Kälte des Winters entgegenhalten - das alles sind trotzige Zeichen! Zeichen, dass das Leben stärker ist.

Die Weihnachtsgeschichte


Die alte Weihnachtsgeschichte habe ich natürlich auch in meiner Weihnachtsschatzkiste. Du auch? Ich liebe diesen Klang. Diese Worte. Maria und Josef auf dem Weg nach Betlehem: »Und sie hatten keinen Raum in der Herberge.« Maria bekommt ihr Kind im Stall. Draußen, im Dunkeln, die Hirten auf dem Feld. Ein Engel erschreckt sie ganz fürchterlich - und spricht: »Fürchtet euch nicht, euch ist heute der Heiland geboren!« Allein dieses alte Wort, Heiland! Ich habe schon als ganz kleines Kind gefunden, es klingt irgendwie besonders, obwohl ich nicht genau wusste, was damit gemeint ist. Heute bin ich erwachsen und weiß es immer noch nicht ganz genau, aber ich liebe das Wort immer noch.

Ob die Geschichte wirklich so passiert ist? Jesus geboren im Stall, ein Stern, der die Weisen aus dem Morgenland nach Betlehem führt, die Engel auf dem Felde? Manche Menschen versuchen zu errechnen, ob so ein Wunderstern tatsächlich damals zu sehen gewesen sein könnte. Wie es genau war, das können wir nicht wissen und wir erden es nie erfahren. Aber jedes Jahr freue ich mich wieder auf diese alte Geschichte und jedes Jahr möchte ich selbst mit an der Krippe stehen. Ich stelle mir dabei gern vor, ich wäre auf dem Feld bei den Hirten gewesen oder hätte bei den Weisen auf dem Kamel gesessen. Denn das gehört auch zu dem zauberisch Besonderen an der Weihnachtszeit, dass wir alle zu Mitspielern werden in der alten Geschichte von Betlehem.

Vielleicht ist es das, was die Alten, was die Evangelisten Lukas und Matthäus, die die Geschichte zuerst erzählt haben, uns mit auf den Weg geben wollten: Vielleicht wollten sie, dass wir beim Zuhören merken, dass der Himmel offen ist, dass UNS Engel entgegenkommen und sagen: »Gott kommt zur Welt! Eile hin! Schau!«

Wie Weihnachten früher war


Früher, im Mittelalter und noch bis vor zweihundert Jahren, haben die Leute bei uns in Mitteleuropa Weihnachten ganz anders gefeiert als wir heute. Als Straßenfest. Draußen. Dann sind die Kinder von Haus zu Haus gezogen, so wie heute bei uns am Dreikönigstag. Adventskränze, Adventskalender und Weihnachtsbäume hat es da noch gar nicht gegeben. Im Mittelalter bekamen die Kinder ihre Geschenke - natürlich nur wenige - zum Nikolaustag, am 6. Dezember. Apfel, Nuss und Mandelkern eben. In der Reformationszeit hat Martin Luther gesagt: Der Nikolaus war nur ein Heiliger und Jesus ist der Sohn Gottes - das größte Geschenk, das wir uns vorstellen können. Deswegen sollen die Kinder doch lieber am Weihnachtstag die Geschenke bekommen. Das hat mit der Zeit auch die Katholiken überzeugt.

Wenn Weihnachten ist


Und dann ist es endlich so weit! 24 Türchen sind geöffnet, alle Kerzen am Adventskranz brennen, wir haben die Weihnachtsgeschichte in der Kirche gehört - und dann geht die Tür auf, zu Hause, im Wohnzimmer, das für diesen speziellen Heiligen Abend gar nicht mehr das richtige Wohnzimmer ist, sondern das besonders verzauberte Weihnachtszimmer. Mit Weihnachtsbaum. Mit Kerzen und Glitzerlichtern. Mit einem Haufen von Geschenken. Unmengen von Essen. Musik. Manchmal sind wir ganz aufgeregt, weil wir wollen, dass alles gelingt, dass sich alle freuen und alle Geschenke passen. Dann kann es passieren, dass wir vor lauter Aufgeregtheit streiten und schimpfen und nicht in diese Freude hineinfinden. Manchmal aber klappt es von Anfang an mit dem Weihnachtsfrieden. Das ist dann auch so etwas wie ein Geschenk, finde ich. Und die Erinnerung daran kommt dann auch in meine geheime Weihnachtsschatzkiste. Bis zum nächsten Jahr. Denn Weihnachten ist zum Glück alle...

»so plausibel, so humorvoll, so einsichtig«

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