Sturzflug mit Krokodil

Abenteuer zwischen Himmel, Hölle und sonstwo - Nachmachen erlaubt!
 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. März 2011
  • |
  • 368 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05440-3 (ISBN)
 
Augen auf und durch!

Für seine Reportagen stürzt sich Marc Bielefeld immer wieder in haarsträubende Abenteuer. Er fällt aus Flugzeugen, reitet durchs Outback und landet auf einsamen Dschungelinseln. Mit einem Olympiasieger rast er eine Bobbahn hinunter und er pilgert zu einem Supergott ins hinterste Indien.

Hier beschreibt Marc Bielefeld seine kuriosesten Erlebnisse und verrät jede Menge Wissen für die eigene Abenteuerreise. Wie flüchtet man vor Krokodilen? Wie funktioniert Meditation unter Wasser? Und was ist ein Irukandji? Das Marschgepäck sind herrliche Storys und Anekdoten - Geschichten, die in den Zeitungen und bunten Katalogen meist verschwiegen werden.



Marc Bielefeld, geb. 1966, lebt in Hamburg und schreibt u. a. für DIE ZEIT, Süddeutsche Zeitung, mare, Merian. Bisher sind von ihm erschienen »Wilde Dichter« (2005), »Die Herausforderer« (2006) und zuletzt »We spe@k Deutsch« bei Heyne (2008).
  • Deutsch
  • 0,53 MB
978-3-641-05440-3 (9783641054403)
3641054400 (3641054400)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Bis zum letzten Wipfel (S. 213-214)

Mit Biologen beim Baumklettern TAUNUS, HESSEN In unseren Mischwäldern, berüchtigt durch Hexen und die Grimms, geschieht noch immer Seltsames. Wanderer, die an diesem stahlblauen Oktobertag durch den Hochspessart marschieren und an dem kleinen Forstweg im Naturwaldreservat Eichhall vorbeikommen, dürften zumindest kurz stutzen. Im märchenstillen Wald stehen die beiden Biologen Martin Goßner und Ulrich Simon vor einer kapitalen Buche und hantieren mit einem für den deutschen Forstbetrieb eher seltenen Gerät. Martin Goßner hält eine mächtige Armbrust in der Hand.

Eine vier Kilo schwere, mit Zieloptik ausgestattete Präzisionswaffe, mit der in den USA Hirsche und Bären erlegt werden. Ulrich Simon befestigt eine Hochseeangelschnur an einem pfeillangen Stahlbolzen. Die Angelschnur läuft über eine Hochseeangelrolle, die unten an der Armbrust montiert ist. Die Schnur ist zweihundert Meter lang und so dick und reißfest, dass sich damit bequem Schwertfische fangen ließen. Der Gesang eines Buntspechts hallt durchs Unterholz, aus den Kronen der Bäume fällt zarter Sonnenschein wie lichtgewordene Poesie.

»Ich bin soweit«, sagt Simon und reicht Goßner den Stahlbolzen, der mit einer schweren konischen Spitze bestückt ist. Goßner, roséfarbene Vorfreude auf den Wangen, legt den Bolzen auf, bringt die Armbrust auf Spannung, zielt steil nach oben, hält den Atem an. Ein Zischen geht durch den Wald, dann blickt Goßner prüfend nach oben. Schon der erste Schuss sitzt. Der Bolzen ist einmal quer durch den Wipfel der Buche gerauscht, hat sich nahe dem Himmelreich über einen dicken Ast gelegt und zieht die abgewickelte Angelschnur anschließend mit seinem Eigengewicht nach unten. Wir schauen nach oben.

Die Buche, die wir uns ausgesucht haben, ist ein großer Baum. Goßner und Simon lieben den Wald. Sie bringen nun mehrere Kletterseile zum Vorschein. Seile der Stärke zehn, die sich kaum dehnen und sonst von Speläologen zum Erforschen von Höhlen eingesetzt werden. Goßner und Simon ziehen das erste Seil mit der Angelschnur nach oben über den Ast. Es folgen schnelle Handgriffe, Sackstich- und Achterknoten und ein paar zackige Kommandos: »Hier noch ein bisschen ziehen! Halt, da oben ist noch ein Ast im Weg!« Im Handumdrehen sind mehrere Seile gesichert und ziehen sich wie schmale weiße Spuren an der Buche entlang nach oben. Immer höher, bis man den Kopf nicht mehr weiter in den Nacken legen kann.

Goßner sagt, dass wir jetzt soweit wären. Es sind weit und breit keine Wanderer zu sehen, aber wenn welche hier wären, würden sie garantiert folgende Frage stellen: »Was in Gottes Namen haben Sie vor?« Goßner und Simon würden unisono antworten: »Auf den Baum klettern!« Die Wanderer würden kurz hinaufblicken, schweigen und die Köpfe schütteln. Baumklettern nennt sich die verschärfte Variante, heimische Wälder zu erkunden. Natürlich kommt Baumklettern aus den USA, heißt dort Recreational Treeclimbing und entwickelt sich in Zeiten globaler Klimakatastrophen gerade zu so einer Art ökologisch hochkorrektem Funsport. Immerhin besteigt man ohne Benzin Bäume. »Sicher, es geht hier auch um Sport«, sagt Goßner.

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