Verwaltungswissen für die Soziale Arbeit

 
 
Kohlhammer (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Dezember 2015
  • |
  • 264 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-17-026038-2 (ISBN)
 
Verwaltung ist in der Sozialen Arbeit allgegenwärtig, vor allem die kommunale Sozialverwaltung. Sie stellt nicht nur selbst eine Vielzahl von sozialen Leistungen bereit, sondern gewährleistet auch, dass sich freie bzw. private Träger als Leistungserbringer, Angebotsträger und sozialpolitische Akteure an der Verwirklichung des lokalen Sozialstaates beteiligen können. Eine zentrale Rolle spielt die Verwaltung auch, wenn es um die Abwendung von Gefahren geht, z.B. für das Kindeswohl. Der Band beschreibt den Aufbau der öffentlichen Verwaltung und ihre zentralen Handlungsfelder auf dem Gebiet der kommunalen Sozialpolitik. Er führt in den institutionellen Mikrokosmos von Politik und Verwaltung auf lokaler Ebene ein und schließt dabei auch Themen wie "Woher kommt das Geld für die Soziale Arbeit?" und "Was ist ein kommunaler Haushalt?" nicht aus. Darüber hinaus werden die rechtlichen Anforderungen behandelt, denen Soziale Arbeit als Verwaltungshandeln entsprechen muss (Verwaltungsverfahren, Datenschutz).
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 3,34 MB
978-3-17-026038-2 (9783170260382)
3170260383 (3170260383)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Professor Dr. Rudolf Bieker ist Hochschullehrer am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Lehrgebiet: Sozialer Dienst/Sozialverwaltung.
  • Deckblatt
  • Titelseite
  • Impressum
  • Vorwort zur Reihe
  • Zu diesem Buch
  • Inhalt
  • Kapitel A - Aufbaustruktur der öffentlichen Verwaltung in Deutschland
  • 1 Verwaltung
  • 2 Verwaltungsträger, -organe, -behörden
  • 3 Staatliche Verwaltungsträger
  • 3.1 Trennung der Verwaltungsebenen
  • 3.2 Länderverwaltung
  • 3.2.1 Länder als Hauptverwaltungsträger
  • 3.2.2 Aufbau der Länderverwaltung
  • 3.3 Bundesverwaltung
  • 4 Kommunale Verwaltung
  • 4.1 Kommunen
  • 4.2 Typen kommunaler Verwaltungsträger
  • 4.2.1 Gemeinden
  • 4.2.2 Kreisangehörige Gemeinden
  • 4.2.3 Kreisfreie Städte/Stadtkreise
  • 4.2.4 (Land-)Kreise
  • 4.2.5 Sonstige kommunale Verbände
  • 5 Private Beauftragte
  • Kapitel B - Kommunen als Verwaltungsträger
  • 1 Das Selbstverwaltungsrecht der Städte und Gemeinden
  • 1.1 Garantie der Selbstverwaltung
  • 1.2 Funktionen kommunaler Selbstverwaltung
  • 1.3 Kernkompetenzen der Selbstverwaltung
  • 1.4 Staatliche Einflussnahme auf die kommunale Selbstverwaltung
  • 1.5 Bedeutung der Selbstverwaltungsgarantie für die Soziale Arbeit
  • 2 Aufgaben der Gemeinden zwischen Selbst- und Fremdverwaltung
  • 3 Organe der Gemeinden
  • 3.1 Rat
  • 3.1.1 Aufgaben und Zuständigkeiten
  • 3.1.2 Zusammensetzung
  • 3.1.3 Arbeitsweise
  • 3.1.4 Fraktionen
  • 3.2 Bürgermeister
  • 3.3 Ausschüsse
  • 3.4 Ausschüsse mit sozialpolitischer Aufgabenstellung
  • 3.4.1 Sozial- und Gesundheitsausschuss
  • 3.4.2 Jugendhilfeausschuss
  • 3.5 Organe mit bezirklicher Zuständigkeit
  • 4 Verwaltungsorganisation
  • 4.1 Führungsorganisation
  • 4.1.1 Monokratisches oder kollegiales Führungsmodell
  • 4.1.2 Aufgaben und Kompetenzen der Verwaltungsspitze
  • 4.1.3 Führungskräfte unterhalb der Verwaltungsspitze
  • 4.2 Verwaltungseinheiten
  • 4.2.1 Ämter
  • 4.2.2 Dezernate
  • 4.2.3 Fachbereiche
  • 4.3 Eigenbetriebe und privatrechtliche Organisationseinheiten
  • 4.3.1 Eigenbetriebe
  • 4.3.2 Privatrechtliche Organisationseinheiten
  • 4.4 Bezirkliche Verwaltungsstellen
  • 4.5 Stellen für Beauftragte
  • 5 Entscheidungen in einer Gemeinde
  • 5.1 Einvernehmliche und konflikthafte Entscheidungen
  • 5.2 Einfluss der Verwaltung auf politische Entscheidungen
  • 5.3 Abstimmungsprozesse im Vorfeld einer förmlichen Beschlussfassung
  • 5.4 Förmliches Beschlussverfahren
  • 6 Politische Mitwirkung durch Beiräte, externe Beauftragte und Fachgremien
  • 6.1 Beiräte
  • 6.2 Beauftragte
  • 6.3 Fachgremien
  • 7 Sonstige externe Einflussnehmer
  • Kapitel C - Kommunale Sozialverwaltung
  • 1 Begriff Sozialverwaltung
  • 2 Sozialstaatliche Einbindung der Kommunen
  • 3 Bürgerbezogene Aufgaben
  • 3.1 Bereitstellung sozialer Leistungen
  • 3.1.1 Sozialhilfe
  • 3.1.2 Kinder- und Jugendhilfe
  • 3.1.3 Gesundheitshilfe und Gesundheitsförderung
  • 3.1.4 Grundsicherung und Arbeitsmarktintegration
  • 3.1.5 Wohnen
  • 3.2 Gefahrenabwehr
  • 3.2.1 Interventionen bei Kindeswohlgefährdung
  • 3.2.2 Jugendgerichtshilfe
  • 3.2.3 Maßnahmen nach den Gesetzen über psychisch kranke Menschen
  • 4 Trägerbezogene Aufgaben
  • 4.1 Finanzierung und Förderung
  • 4.2 Gefahrenabwehr und -prävention
  • 4.2.1 Schutz von Kindern und Jugendlichen in Familienpflege und Einrichtungen
  • 4.2.2 Schutz der Nutzer/innen von Wohn- und Betreuungsleistungen
  • Kapitel D - Verwaltungshandeln
  • 1 Rechtsstaatliche Grundsätze des Verwaltungshandelns
  • 2 Verfahrensrechtliche Anforderungen
  • 2.1 Verwaltungsverfahren
  • 2.2 Aufklärungs-, Informations- und Beratungspflichten
  • 2.3 Prüfung der Zuständigkeit
  • 2.4 Einleitung des Verfahrens
  • 2.5 Sachverhaltsermittlung
  • 2.6 Prüfung des Anspruchs und der Handlungsmöglichkeiten
  • 2.6.1 Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen
  • 2.6.2 Klärung der rechtlichen Handlungsmöglichkeiten
  • 2.7 Beteiligung der Leistungsadressaten
  • 2.7.1 Wunsch- und Wahlrecht
  • 2.7.2 Bedarfsermittlung und Hilfeplanung
  • 2.8 Leistungsentscheidung/Verfahrensabschluss
  • 2.8.1 Erlass des Verwaltungsaktes
  • 2.8.2 Bekanntgabe des Verwaltungsaktes
  • 2.8.3 Form der Bekanntgabe
  • 3 Verfahrensrechte der Beteiligten
  • 3.1 Benennung eines Bevollmächtigten oder Beistandes
  • 3.2 Recht auf Akteneinsicht und Aktenauskunft
  • 3.3 Anhörungsrecht
  • 4 Umgang mit Daten
  • 4.1 Rechtsgrundlagen
  • 4.2 Schutz des Sozialgeheimnisses
  • 4.3 Erhebung von Sozialdaten
  • 4.4 Nutzung von Sozialdaten
  • 4.4.1 Zweckbestimmte Nutzung
  • 4.4.2 Interne Weitergabe von Daten
  • 4.5 Übermittlung von Sozialdaten an externe Stellen
  • 4.5.1 Grundsätze
  • 4.5.2 Übermittlung für die Erfüllung von Aufgaben nach dem Sozialgesetzbuch (§ 69 SGB X)
  • 4.5.3 Übermittlung an Polizei-, Justiz- und Ordnungsbehörden (§ 68 SGB X)
  • 4.5.4 Ausgewählte sonstige Übermittlungserlaubnisse (§§ 71, 73 SGB X)
  • 4.6 Strafrechtliche Schweigepflicht (§ 203 StGB)
  • 4.6.1 Gesetzliche Voraussetzungen
  • 4.6.2 Befugte Offenbarungen
  • 4.7 Besondere Schweigepflicht in der Jugendhilfe (§ 65 SGB VIII)
  • 5 Aufhebung von Verwaltungsentscheidungen
  • 5.1 Aufhebung einer rechtswidrigen Entscheidung ("Rücknahme")
  • 5.1.1 Rücknahme einer rechtswidrigen belastenden Entscheidung
  • 5.1.2 Rücknahme einer rechtswidrigen begünstigenden Entscheidung
  • 5.2 Aufhebung einer rechtmäßigen Entscheidung ("Widerruf")
  • 5.2.1 Widerruf einer rechtmäßigen belastenden Entscheidung
  • 5.2.2 Widerruf einer rechtmäßigen begünstigenden Entscheidung
  • 5.3 Aufhebung eines Verwaltungsaktes mit Dauerwirkung bei Änderung der Verhältnisse
  • 6 Schadensausgleich
  • 6.1 Amtshaftung
  • 6.2 Sozialrechtlicher Herstellungsanspruch
  • Kapitel E - Haushalt und Finanzen
  • 1 Einnahmequellen der Gemeinden
  • 1.1 Steuereinnahmen
  • 1.1.1 Lohn- und Einkommenssteuer
  • 1.1.2 Umsatzsteuer
  • 1.1.3 Gewerbesteuer
  • 1.1.4 Grundsteuer
  • 1.1.5 Örtliche Aufwand- und Verbrauchsteuern
  • 1.2 Entgelte (Gebühren und Beiträge)
  • 1.2.1 Gebühren
  • 1.2.2 Beiträge
  • 1.3 Finanzzuweisungen
  • 1.4 Sonstige Einnahmen
  • 1.5 Ergebnis und Schlussfolgerungen
  • 2 Kommunaler Haushalt
  • 2.1 Haushaltsplan und Haushaltssatzung
  • 2.2 Struktur des kommunalen Haushaltsplans
  • 2.3 Entwurf des Haushaltsplans durch die Verwaltung
  • 2.4 Nachträgliche Anpassungen
  • 2.4.1 Haushaltsänderungen ohne Nachtragssatzung
  • 2.4.2 Haushaltsänderungen durch Nachtragssatzung
  • 2.4.3 Haushaltssperre als Sofortmaßnahme
  • 2.5 Jahresabschluss mit Bilanz
  • 2.6 Folgen eines unausgeglichenen Haushaltes
  • 2.7 Beteiligung der Öffentlichkeit
  • Kapitel F - Kreise und andere Kommunalverbände
  • 1 Kreise
  • 1.1 Begriff des Kreises
  • 1.2 Grundlegende Funktion des Kreises
  • 1.3 Abgrenzung zu den Gemeindeaufgaben
  • 1.4 Kreisaufgaben
  • 1.4.1 Freiwillige Selbstverwaltungsaufgaben
  • 1.4.2 Pflichtaufgaben der Kreise
  • 1.4.3 Staatliche Auftragsangelegenheiten der Kreisebene
  • 1.5 Organe des Kreises
  • 1.5.1 Kreistag
  • 1.5.2 Ausschüsse
  • 1.5.3 Landrat
  • 1.6 Finanzierung der Kreisaufgaben
  • 1.7 Sonderformen eines Kreises
  • 2 Kommunalverbände unterhalb der Kreisebene
  • 2.1 Verwaltungsgemeinschaften
  • 2.2 Verbandsgemeinden/Samtgemeinden
  • 2.3 Ämter
  • 3 Kommunalverbände oberhalb der Kreisebene
  • 3.1 Funktionen der Höheren Kommunalverbände
  • 3.2 Aufgaben
  • 3.2.1 Jugendhilfe
  • 3.2.2 Sozialhilfe
  • 3.3 Organe der höheren Kommunalverbände
  • 3.4 Finanzierung
  • 4 Zweckverbände
  • Literaturverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Glossar
  • Register

3          STAATLICHE VERWALTUNGSTRÄGER


3.1        Trennung der Verwaltungsebenen


Grundsätzlich dürfen Verwaltungsaufgaben nur einer einzigen staatlichen Verwaltungsebene (Bund oder Länder) zur eigenverantwortlichen Erledigung zugewiesen werden. Verwaltungskompetenzen von Bund und Ländern sollen weitgehend getrennt bleiben, um vor allem die Länder "vor einem Eindringen des Bundes in den ihnen vorbehaltenen Bereich der Verwaltung zu schützen" (BVerfG, Urteil vom 20.12.2007 -2 BvR 2433/04, 2434/04). Zugewiesene Aufgaben sind mit eigenem Personal, eigenen Sachmitteln und eigener Organisation wahrzunehmen ("Verbot der Mischverwaltung"). Eine Ausnahme bilden die Jobcenter nach § 44b SGB II, bei denen Bundesverwaltung (Bundesagentur für Arbeit) und Landesverwaltung (Kommunen als Teil der Landesverwaltung) eine gemeinsame Verwaltungsbehörde bilden.

Demzufolge kann auf der staatlichen Verwaltungsebene mit wenigen Ausnahmen (siehe Art. 91a ff. GG) zwischen Bundes- und Landesverwaltung unterschieden werden. Der Stellung der Länder als Verwaltungsträger entsprechend beginnt die nachfolgende Darstellung mit den Ländern.

3.2        Länderverwaltung


3.2.1      Länder als Hauptverwaltungsträger


Die Ausführung von Gesetzen obliegt in der Hauptsache den Ländern (Art. 30 GG). Diese sog. "Verwaltungskompetenz" haben die Länder auch dann, wenn es sich um Bundesgesetze handelt. Erst recht gilt die Landeszuständigkeit im Bereich der Landesgesetzgebung. Die Länder wiederum übertragen einen Großteil der Aufgaben auf die Kommunen. Nur in wenigen im Grundgesetz bestimmten Gesetzgebungsbereichen (Art. 86 ff. GG) ist der Bund eigener Verwaltungsträger mit eigenen Behörden (z. B. Bundespolizei, Bundeswehr, Flugsicherung). Die

Abb. A-3: Verwaltungskompetenzen

starke Dezentralisierung von Verwaltungszuständigkeiten ist Ausdruck des Föderalismusprinzips der Verfassung und der Verteilung der Staatsgewalt auf eine Mehrzahl von "Schultern" (Gewaltenteilung).

Zumeist führen die Länder die Bundesgesetze als eigene Angelegenheit aus. Das bedeutet: Sie unterstehen zwar der Rechtsaufsicht, nicht aber der fachlichen Weisungsbefugnis des Bundes (Fachaufsicht). Dementsprechend können die Länder - von Ausnahmen abgesehen - auch die Organisation ihrer Verwaltungsbehörden sowie das Verwaltungsverfahren selbständig regeln (Art. 84 I GG). Unzulässig ist es seit der Föderalismusreform 2006, dass der Bund von sich aus Aufgaben auf die Gemeinden und Gemeindeverbände überträgt, denn diese gehören staatsrechtlich zu den Ländern. Dass der Bund ehedem bestimmt hatte, die Kinder- und Jugendhilfe sei Aufgabe der Kreise und kreisfreien Städte, ist seit 2006 nicht mehr zulässig (zur Reform ausf. Semmler 2012).

Einschränkungen der Verwaltungskompetenz der Länder ergeben sich, wenn die Länder Gesetze "im Auftrag des Bundes" ausführen (Art. 85 GG). Hier sind die Länder weitgehend den Weisungen des Bundes unterworfen (Einrichtung der Behörden, Verwaltungsverfahren, Verwaltungsvorschriften, fachliche Aufgabenerfüllung). Geldleistungsgesetze, bei denen der Bund mindestens die Hälfte der Kosten trägt (z. B. Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungs- und Wohngeldgesetz), werden immer als Auftragsverwaltung durchgeführt (Art. 104a III GG).

3.2.2      Aufbau der Länderverwaltung


Flächenländer


In den meisten der größeren Flächenländer ist die Verwaltung dreistufig aufgebaut, im Übrigen zweistufig (zweistufig in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Saarland; Niedersachsen; vgl. Schmidt 2002, 6, Maurer 2011, 568). Neben den Verwaltungsbehörden, die dem Land als Behördenträger und Dienstherr des Verwaltungspersonals unmittelbar zuzurechnen sind (unmittelbare Landesverwaltung), gibt es zahlreiche juristische Personen des öffentlichen Rechts, die zwar der Rechtsaufsicht des Landes unterliegen, ihre Aufgaben im Übrigen aber selbstverantwortlich erledigen (mittelbare Landesverwaltung).

a) unmittelbare Landesverwaltung


Im Bereich der unmittelbaren Landesverwaltung bestehen

  oberste Landesbehörden (z. B. Ministerien, Landesrechnungshof) bzw. obere Landesbehörden (Behörden, die den obersten Landesbehörden unmittelbar unterstehen und eine landesweite Zuständigkeit in einem abgegrenzten Aufgabenbereich haben, z. B. Landesumweltamt, Landeskriminalamt; vgl. z. B. § 6 II LOG NRW);

  mittlere Landesbehörden, insbes. Bezirksregierungen bzw. Regierungspräsidien mit breit gefasstem Zuständigkeitsbereich für eine Region des Landes (allgemeine Verwaltungsbehörde, Textfeld); außerdem bestehen auf der Mittelebene davon unabhängige Sonderbehörden mit ebenfalls regionaler Zuständigkeit, wie z. B. Justizvollzugsämter, Oberfinanzdirektionen, Oberschulämter. Einige Bundesländer haben die Bezirksregierungen abgeschafft oder durch andere Verwaltungsbehörden ersetzt;

  untere Landesbehörden, die einer Landesoberbehörde oder einer Landesmittelbehörde unterstehen. Außerdem gelten als untere Landesbehörden die Landrät/innen der Landkreise (nicht die Landkreise an sich) und (in NRW) die Direktorinnen oder Direktoren der Landschaftsverbände als untere staatliche Maßregelvollzugsbehörde, ferner die Finanzämter, die Kreispolizeibehörden und die Schulämter. Viele Aufgaben der unteren Landesverwaltung werden auch von den kreisfreien Städten erledigt.

Bezirksregierung - Beispiel: NRW


Das Landesorganisationsgesetz NRW bezeichnet die Bezirksregierung als "allgemeine Vertretung der Landesregierung" in den fünf Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln und Münster (§ 8 I LOG NRW). Sie hat einerseits die regionalen Belange und Anliegen gegenüber der Landesregierung zu vertreten, andererseits muss sie deren politische Ziele im Regierungsbezirk umsetzen. Bezirksregierungen fassen im regionalen Bereich eine Vielzahl staatlicher Aufgaben zusammen, soweit diese nicht ausdrücklich anderen Behörden übertragen sind (§ 8 III LOG NRW). Dazu gehören: Genehmigung von Industrie- und Müllverbrennungsanlagen, Genehmigung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen der Gemeinden, Rechtsaufsicht über kreisfreien Städte und Kreise, Erteilung der Approbation für Ärzte, Entscheidung über Personalangelegenheiten der Lehrer und Polizeibeamten u. v. m. Aufgaben mit sozialem Bezug können sein: Kostenerstattung an Jugendämter für geflüchtete Kinder und Jugendliche; Kostenerstattung an Kommunen für die Unterbringung von Aussiedlern, Spätaussiedlern und Zuwanderern in Übergangsheimen nach dem Landesaufnahmegesetz; Zuwendungen an die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (Globaldotationen).

Zwar haben Verwaltungsstrukturen in der Regel ein langes 'Verfallsdatum', dennoch ist es in vielen Bundesländern in der Vergangenheit zu Strukturreformen gekommen (Auflösung von staatlichen Sonderbehörden und Kommunalisierung von Aufgaben, Neuorganisation der Mittelebene, Konzentration von Aufgaben).

b) mittelbare Landesverwaltung


Zur mittelbaren Landesverwaltung gehören hauptsächlich die Gemeinden, Kreise und die Kommunalverbände, aber auch die Hochschulen des Landes, die Kammern, Rundfunkanstalten, öffentlich-rechtliche Stiftungen (z. B. bayerische Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind, Stiftung Wohlfahrtspflege NRW). Die Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sind nicht nur rechtlich selbständige Verwaltungsträger, sondern genießen im Unterschied zu den staatseigenen Behörden in begrenztem Umfang das Recht auf Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten. Sie unterliegen im Unterschied zu den Behörden der unmittelbaren Landesverwaltung lediglich der Rechtsaufsicht, nicht aber fachlichen Weisungen. Das gilt allerdings nur soweit sie nicht stellvertretend Verwaltungsaufgaben des Landes ausführen, die das Land ansonsten unmittelbar mit eigenen Behörden ausführen müsste (Tätigkeit als Fremdverwaltung).

Abb. A-4: Unmittelbare und mittelbare Landesverwaltung

Stadtstaaten


Die...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Dateiformat: PDF
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie zum Lesen die kostenlose Software Adobe Reader, Adobe Digital Editions oder einen anderen PDF-Viewer Ihrer Wahl (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie die kostenlose App Adobe Digital Editions oder eine andere Lese-App für E-Books (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nur bedingt: Kindle)

Das Dateiformat PDF zeigt auf jeder Hardware eine Buchseite stets identisch an. Daher ist eine PDF auch für ein komplexes Layout geeignet, wie es bei Lehr- und Fachbüchern verwendet wird (Bilder, Tabellen, Spalten, Fußnoten). Bei kleinen Displays von E-Readern oder Smartphones sind PDF leider eher nervig, weil zu viel Scrollen notwendig ist. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

34,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
PDF mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
Hinweis: Die Auswahl des von Ihnen gewünschten Dateiformats und des Kopierschutzes erfolgt erst im System des E-Book Anbieters
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok