Die Mörder lauern im Dunkeln: Drei Krimis

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 3. März 2018
  • |
  • 900 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-0416-1 (ISBN)
 
Die Mörder lauern im Dunkeln: Drei Krimis von Horst Bieber Der Umfang dieses Buchs entspricht 795 Taschenbuchseiten. Ein Mord ist ein Mord und bleibt ein Mord - kein Vertun! Doch was den ermittelnden Beamten wie ein einfacher Fall erscheint, entpuppt sich als der Stich in ein Wespennest. Ein toter "Verfahrenstechniker", ein revolutionärer neuer Kunststoff und der "Bolzen", ein sicherer Akku mit ungeahnten Speicherleistungen, die uns endlich die Unabhängigkeit von den weltweiten Erdöllieferanten ermöglichen würden - das sind die Zutaten zu Biebers neuem Roman. Irgendwann hängt alles an einem seidenen Faden. Politik, internationale Konkurrenz, die Polizei. Gewalt überall, wo sich die Konfliktparteien in die Quere kommen - und nur ein vorbestrafter Taschendieb bleibt als Zünglein an der Waage übrig. Nicht alle Beteiligten werden überleben, aber vielleicht glückt es ja Gero Ackermann, der immer wieder auf der falschen Seite zu stehen scheint. Dieses Buch enthält folgende drei Krimis: Bolzenschüsse Am Grab meiner Liebe ...acht, neun, aus?
  • Deutsch
  • 0,63 MB
978-3-7389-0416-1 (9783738904161)
3738904166 (3738904166)

Teil 2


34. Möller bekam von dem katastrophalen Sturzregen nichts mit, er saß zu der Zeit trocken in einer Stuttgarter Mietwohnung und trank mit Anselm Willich Lemberger. Willich und Stempel hatten drei Semester in Clausthal-Zellerfeld Chemietechnik studiert und sich angefreundet. Willich war einer dieser Typen mit unverwüstlichem Humor und nicht abzustellender guter Laune, ein Typus, der Möller ziemlich auf die Nerven ging. Viel Erhellendes konnte Willich nicht berichten, Stempel sei eine Art Genie gewesen, aber auch ein Mensch, der sich und seiner Begabung immer selbst im Wege gestanden habe.

Er gehörte zu den Menschen, die noch Mitte zwanzig vor Verlegenheit rot wurden und zu stottern begannen. "Er hat sich selbst nie etwas zugetraut und ist darüber menschenscheu geworden."

"Menschenscheu?"

"Ja, wenn er es vermeiden konnte, ging er Menschen, die er nicht schon seit Ewigkeiten kannte, gern aus dem Weg. Viele hielten ihn deshalb für hochnäsig oder hochmütig, während er doch so gern Kontakt bekommen hätte." Willich leerte sein Glas: "Was meinen Sie, Herr Möller, schaffen wir noch eine Flasche?"

"An mir soll's nicht scheitern."

Willich war, weil er immer gut und gern mit Kindern umgehen konnte, Lehrer geworden und unterrichtete heute Chemie und Physik an einem Stuttgarter Gymnasium. Stempel hatte er aus den Augen verloren und durch Zufall in der Ankunftshalle des Stuttgarter Flughafens wiedergetroffen, als beide Passagiere abholen wollten. Sie hatten noch Adressen und Telefonnummern getauscht, aber aus dem geplanten Treffen war dann nichts mehr geworden.

"Her Willich, haben Sie eine Ahnung, warum Stempel so - wie Sie es formulieren - menschenscheu geworden war?"

"Nein, tut mir leid, so gut haben wir uns nie gekannt, dass er etwas so Privates erzählt hätte."

"Hat er Ihnen was von seiner Arbeit erzählt?"

"Ja und nein. Seine Firma habe einen Kunststoff entwickelt, der überwiegend aus Recycling-Material hergestellt werde und denke nun an die Massenfertigung." Willich schnitt eine Grimasse. "Ich vermute, er hat mich nicht beschwindelt, aber ich wette ein ganzes Regal von diesem Lemberger, dass er nur die halbe Wahrheit erzählt hat."

"Die Wette hätten Sie gewonnen",versetzte Möller trocken. "Lieber Herr Willich, ich bedanke mich für das Gespräch und den ausgezeichneten Wein. Wenn da nicht die blöde Heimfahrt wäre..."

Lisa Otten kam verspätet ins Präsidium, der gestrige Rekordguss hatte in ihrem alten Häuschen den Keller unter Wasser gesetzt, und sie musste erst einmal das Auspumpen, Trocknen und die anschließende Reinigung organisieren. Allmählich wurde das alte Familienhäuschen mit seinem sanierungsbedürftigen Dach und schlecht schließenden Fenstern zu einer echten Belastung.

Während Lisa gegen Wasser kämpfte, musste Ewald Korte einen massiven Kater besiegen. Damit war er gerade zu Rande gekommen, als Lisa bei ihm erschien und von ihrer "Unterhaltung" mit Christine Manderscheid berichtete. Korte revanchierte sich mit einer Darstellung des Bolzens, auf höherer Firmenebene Kerado genannt. "Mein Freund Markus Schreiber wird mit Ihnen reden, wenn Sie das wünschen, aber ich warne Sie: Ich bin nicht verantwortlich für Ihre Kopfschmerzen am Tag danach."

"Schon verstanden. Nein, ich glaube nicht, dass uns die blonde Katalysator-Schönheit bisher schon alles gesagt hat, was sie weiß. Und ich möchte zum Teufel endlich herausbekommen, wer Stempels Freundin und Betthase gewesen ist."

"Betthäsin", verbesserte Korte. "Sie nehmen also diesen anonymen Brief ernst?"

"Ja. Das tue ich, sehr sogar."

"Also keine Werksspionage oder ein Angriff der NSA?"

"Das ist noch nicht gesagt, Herr Staatsanwalt."

"Ich wünsche Ihnen viel Glück. Und wenn ich Ihnen noch einen Tipp geben darf: Kaufen Sie Kupfer-Aktien."

Sie lachte bitter: "Wovon, Herr Korte? Nach dem Sturzregen gestern muss ich erst einmal mein Haus abdichten. Dach und Fundament."

"Sie Ärmste."

Heiko Möller hatte in Lisas Auftrag alles gesammelt, was über Christine Manderscheid in den Redaktionen, bei der Justiz und der Polizei bekannt war. Obenauf lag sein Bericht von einem mit Lemberger beflügelten Abend mit Anselm Willich. Im Landeskriminalamt hatte Möller sogar einen Chemiker aufgescheucht, der sich um Christines hervorragenden wissenschaftlichen Ruf gekümmert hatte. Juristisch und polizeilich war sie ein unbeschriebenes Blatt, nur einmal mit der Justiz in Berührung geraten, als sie vor Gericht als Zeugin in einem Fall von Fahrerflucht aussagen musste. Sie hatte sich das Kennzeichen des Autos richtig gemerkt. Die Kriminaltechnik fand an dem Wagen eindeutig Spuren der Frau, die das Auto angefahren und schwer verletzt hatte. Die Zeugin Manderscheid hatte noch Notarzt und Polizei alarmiert, aber die Frau starb unmittelbar nach Einlieferung in das Unfall-Krankenhaus. Bei einer Gegenüberstellung konnte Christine Manderscheid den Fahrer nicht zweifelsfrei identifizieren, Christoph Hüllsens Einlassung, der Wagen sei ihm vom Parkplatz des Restaurants Silbermann, wo er mit mehreren Geschäftsfreunden aß, gestohlen worden, konnte nicht widerlegt werden.

"Aber die Manderscheid war damals ein ziemlich bunter Vogel", seufzte Möller. "Auf jedem größeren Fest, auf jedem Ball dabei, immer vorneweg, und immer beneidenswert luftig und elegant angezogen, Chefin. Dabei hatte sie gerade erst bei der OLDECO angefangen. Mit meinem Anfangsgehalt hätte ich mir das nicht leisten können."

"Du meinst, ein schwarzer Spitzenbody hätte dir gut gestanden, war aber nicht drin?"

Er tippte sich an die Stirn, Lisa sah sich stumm die Bilder und Berichte in den Zeitungen an und bezweifelte, dass sie sich, auch ohne Dach- und Kellerprobleme, diesen Lebensstil von ihrem Gehalt leisten könnte. Was vielleicht nur hieß, dass die schlanke Schöne sich früh einen betuchten Verehrer zugelegt hatte - was nicht strafbar und auch nicht verdächtig war.

"Ich erzähle dir morgen, was ich von Markus Schreiber erfahren habe: Korte weiß schon Bescheid. Und ich kümmere mich jetzt um Fifi."

"Seit wann hast du einen Hund?"

35. Lisa Otten und Babette Günther trafen sich vor der Haustür Öttlingergasse sieben.

"Na, war es trotz der Hitze und des Gewitters ein schönes Fest?", erkundigte sich Lisa freundlich.

"Wie kommen Sie darauf?"

Lisa deutet auf das lange dünne Kleid, das Babette über dem Arm trug, weil sie in der kleinen Tasche nicht zerknüllen und zerdrücken wollte.

"Ach so. Ja, es war ganz nett, aber entsetzlich heiß. Wollen Sie zu mir?"

"Nein, eigentlich wollte ich zu Gudrun Prosch."

Babette schnitt eine Grimasse: "Alle wollen mit Fifi sprechen, wer will denn mal zu mir?"

Es sollte scherzhaft klingen, aber das gelang ihr nicht so recht. Lisa horchte auf: "Alle wollen was von Fifi? Wer will was von Gudrun Prosch, Frau Günther?"

Babette hatte nicht gut und nicht lange geschlafen und war nicht so ganz auf dem Damm. Sonst hätte sie Lisa nicht in ihre Wohnung gebeten und freiwillig erzählt, was sie gestern alles von Max Panse und Ole Svenson erfahren hatte. Lisa hatte bald angefangen mitzustenografieren und sich alle Telefonnummern und Namen sorgfältig zu notiert. Da gab es einen bislang nicht identifizierten Toten, gefunden am Bahnhof Lohmühlen, verstorben an einem Stich in den Bauch. Lars Svenson? Wenn Bruder Ole ihn nicht identifizieren konnte, gab es zum Glück heute die DNA-Vergleichstechnik. Lisa bekam große Augen, als sie Oles Karte ansah. DuPont. Das war doch ein großes chemisches Unternehmen in den USA? Ob das zu lesen Markus Schreiber wirklich erfreuen würde? Sie bestellte Babette für morgen Vormittag ins Präsidium, um ein formelles Protokoll aufzunehmen.

Babette hatte sie ängstlich angesehen, als sie den Namen Schlosshotel Bardenstein erwähnte. Lisa hatte von dem übel beleumdeten Bumsschuppen schon gehört und auch, wie eine nicht prüde junge Frau dort ein paar Scheine einstreichen konnte, aber für einen erwachsenen Menschen war es nicht strafbar, mit wechselnden Partnern zu schlafen und dafür "Geschenke" anzunehmen. Solange keine Drogen ins Spiel kamen, war Lisa dafür nicht zuständig. Und für das Finanzamt war Lisa nicht tätig."Fifi hat also ihren Freund im Bardensteinkennen gelernt?"

"Ja und nein. Sie war zuerst mit einem Gero Ackermann befreundet, recht lange sogar. Dann brauchte sie Geld und ich habe sie überredet, einmal mit insBardenstein auf einer Singleboy-Party zu gehen. Dort hat sie Holger Stempel getroffen, die beiden kannten sich aus der OLDECO, weil sie beide dort arbeiteten. Holger wollte vielleicht nicht, dass man in der Firma erfuhr, wo er sich vergnügte, hat deshalb eine Flucht nach vorn angetreten, und Fifi wollte, als sie auf Holgers Angebote einging verheimlichen, wie sie sich Geld nebenbei verdiente. Ich denke mir, da haben sich zwei zum gegenseitigen Schweigen erpresst. Na, kurz und gut, Fifi schickte ihren Acko bald in die Wüste und hoffte, aus der Begegnung mit Holger Stempel würde was Festes werden, weiß der Henker, vielleicht sogar was für das Standesamt. Aber auf den Haken wollte Holger nicht anbeißen. Fifi hatte bald den Verdacht, dass er für eine andere Frau schwärmte, die ihn aber am ausgestreckten Arm verhungern ließ. Und als Fifi eine Entscheidung zu ihren Gunsten erzwingen...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: ohne DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "glatten" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Ein Kopierschutz bzw. Digital Rights Management wird bei diesem E-Book nicht eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

4,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB ohne DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen