Olof Palme - Vor uns liegen wunderbare Tage

Die Biographie
 
Henrik Berggren (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 17. Mai 2011 | 720 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-04500-5 (ISBN)
 
Visionär, Vollblutpolitiker, Mann der Widersprüche
Olof Palme war ein Mann der Widersprüche: Der Aristokrat, der Sozialist wurde. Der ehemalige Offizier, der zum Abrüster wurde. Der Klassenverräter, der stolz auf seine bürgerliche Familie war. Der Amerikafreund, der die Regierung der USA angriff. Der Antikommunist, der Fidel Castro umarmte. Er war damit auch ein Sinnbild für die Widersprüche seiner Zeit. Wer war Palme wirklich? Der brutale Mord auf dem Sveavägen in Stockholm in einer Februarnacht vor fast fünfundzwanzig Jahren überschattet sein Leben bis heute. Geblieben ist eine Mischung aus nostalgischen Träumen und finsteren Zerrbildern. Der Mordfall blieb unaufgeklärt, das Verhältnis der Nachwelt zu Palme ungeklärt.
In seinem Leben und Wirken begegnet man den großen Fragen dieser Zeit. Wie Willy Brandt war er Visionär und Vollblutpolitiker, ein Mann, der Bewunderung hervorrief und polarisierte. Ein Mann, der die internationale Geschichte weit über Schweden hinaus prägte und Reformen durchsetzte, die seine Heimat grundlegend veränderten. 'Vor uns liegen wunderbare Tage' ist die ungewöhnliche Geschichte eines faszinierenden Menschen und Politikers, dessen schillerndes Leben sich im Spannungsfeld zwischen Macht und Moral abspielte und der auf die Anforderungen seiner Zeit ganz eigene Antworten fand.
Die erste große internationale Biographie über Olof Palme.


Henrik Berggren, Jahrgang 1957, ist Historiker und Journalist. Er arbeitet als Leitender Redakteur bei der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter.
weitere Ausgaben werden ermittelt
"11. Bis bald in Song My (S. 307-308)

»Olof Palme hat mir einiges über Einsamkeit, Stil und Selbstkontrolle beigebracht.« Harry Schein »Als mich ein Student fragte, was ich unter dem Prozess der Radikalisierung verstünde, gab ich folgende Definition: ›Die Radikalisierung tritt dann ein, wenn man mehr oder weniger in der Mitte steht und zu der Überzeugung gelangt, dass die auf der Linken die besseren Argumente besitzen!‹« Stephen Spender DIE SCHWEDEN SIND ein materialistisches und langweiliges Volk.

Das behauptete jedenfalls, wenig originell, der amerikanische Journalist David Jenkins in seinem Buch Sweden and the Price of Progress (»Schweden und der Preis des Fortschritts«), das 1968 in den USA erschien. Allerdings relativierte er seine Aussage: »Schweden verändert sich schnell, so schnell, dass mich die Sorge umtrieb, keinen Grund zum Klagen mehr zu finden, sollte ich das Buch nicht rasch genug vollenden.«

Er fand vor allem, dass sich die jüngere Generation, die 1966 und 1967 hervorgetreten war, anders verhielt. In ihren Augen sei der Wert eines Menschen nicht mehr von Autos, Fernsehapparaten und Sommerhäusern abhängig; eine unschwedische Lebhaftigkeit sei aufgetaucht, durch die Stockholm beinahe swinging genannt werden könne. Den Hass der Vietnamdemonstranten auf die USA fand er zwar einseitig, aber gleichzeitig beeindruckte es ihn, dass gehemmte schwedische Jugendliche so viel Leidenschaft zeigen konnten.

Schwedens Gesellschaft befand sich Mitte der 1960er-Jahre in einem mentalen Umwandlungsprozess. Die Liberalisierung entwickelte eine ungewöhnliche Durchschlagskraft. Alte Verbote, moralische Regeln und gesellschaftliche Konventionen wurden in einem rasend schnellen Tempo ausgemustert. Das mittelstarke Bier mit einem Alkoholgehalt von 3,6 Prozent wurde im Herbst 1965 zum Verkauf in Lebensmittelgeschäften freigegeben. Der Missbrauch von Narkotika war nicht länger ausschließlich Krankenhauspersonal und Bohémiens vorbehalten, sondern verbreitete sich in größeren Teilen der jugendlichen Öffentlichkeit.

Die meistkonsumierten Drogen waren Haschisch und Amphetamine in Form von Phenmetrazin oder den Schlankheitspräparaten Preludin und Ritalin, die in Südeuropa frei erhältlich waren. Die Pille, die in den USA 1960 auf den Markt kam und in Schweden noch »Präventivtablette« hieß, wurde 1964 zugelassen. Das Mittel beseitige die »Unlustgefühle im sexuellen Zusammenleben« bei den Frauen, die in der Furcht lebten, schwanger zu werden, wie eine Ratgeberseite es ausdrückte. Abtreibungen waren zwar noch nicht erlaubt, aber die restriktiven Gesetze wurden dadurch herausgefordert, dass schwedische Frauen nach Polen reisten, wo ein Schwangerschaftsabbruch ohne medizinische Gründe legal war."

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