
Ruhig sichtbar werden
Beschreibung
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Neu ist der Fokus auf Chancen und Herausforderungen der modernen Arbeitswelt, die etwa hybrides Arbeiten mit sich bringen. Das Buch inspiriert zu einem Perspektivwechsel und stärkt Introvertierte, statt sich auf vermeintliche Defizite zu konzentrieren, ihre innere Kraft zu entdecken. So fördert es Diversität und bereichert die Arbeitskultur.
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Inhalt
2
Auf leise Weise beruflich wirken
Sicherlich hast Du bereits versucht, im Job lauter zu werden. Mal mag es besser, mal schlechter gelungen sein. Die natürliche Reaktion der meisten Introvertierten ist es, sich ans vorherrschende Ideal der Extroversion anzupassen. Das ist auch der Grund dafür, dass wir oft das Gefühl haben, die einzigen Introvertierten im Team zu sein. Alle versuchen, sich möglichst extrovertiert zu geben, und nicht als introvertiert entlarvt zu werden.
Doch statt des Versuchs, das Gummiband zu dehnen, gibt es aus meiner Sicht eine weitere Möglichkeit: Wir können unsere beruflichen Ziele auf leise Weise erreichen, ohne uns zu verbiegen.
Ausschlaggebend ist, dass wir uns je nach Herausforderung bewusst entscheiden, welchen Weg wir einschlagen wollen. Denke dafür stets an die Metapher des Gummibandes und frage Dich: Macht es in diesem Fall Sinn, die Anstrengung in Kauf zu nehmen, das Gummiband zu strecken - sei es temporär oder durch Training über einen längeren Zeitraum -, oder bedarf es eines alternativen Wegs, den Du auf Deine leise Weise beschreiten kannst, der Dich aber ebenso effektiv an Dein Ziel bringt? Wie das genau aussehen kann, darauf gehe ich in den folgenden Abschnitten ein.
2.1 Nehme die Situation und Deine leise Weise an
Wenn Du mich fragst, sollten nicht wir Introvertierten uns im Jobkontext anpassen. Vielmehr braucht es Prozesse, Austauschformate und Arbeitsräume, die beiden Persönlichkeitstypen gerecht werden - den leisen ebenso wie den lauteren Charakteren. Ich bin überzeugt, dass dies nicht nur dem Wohlbefinden ruhiger Menschen zugutekäme, sondern auch Innovation, Effizienz und Kreativität in Teams fördern würde.
Natürlich können weder Du noch ich die Arbeitswelt von heute auf morgen verändern. Was wir aber jederzeit können, ist, bei uns selbst anzusetzen. Vielleicht denkst Du jetzt: »Moment mal, ich dachte, es geht in diesem Ratgeber darum, mich nicht ständig verstellen zu müssen.« Keine Sorge, genau dabei bleibe ich.
Was wir als introvertierte Menschen in der Hand haben, ohne unser Verhalten anpassen zu müssen, ist unser Blick auf die eigene Zurückhaltung. Der Druck, lauter sein zu müssen, begleitet viele von uns schon seit der Kindheit. Oft setzen wir uns zusätzlich selbst unter Druck. Darum lade ich Dich ein, diesen Ballast loszulassen und Dir zu erlauben, auch im Beruf introvertiert zu sein. Mehr noch: Deine ruhige Art schätzen zu lernen.
Besonders freut es mich, dass in den letzten Monaten immer mehr Menschen offen über ihre Introversion sprechen - sei es auf LinkedIn oder in meinen 1:1-Coachings. Anfang des Jahres trat eine Klientin von mir eine neue Stelle an. Schon vor ihrem ersten Arbeitstag stellte sie sich ihrem neuen Team mit ein paar Sätzen vor und erwähnte dabei auch, dass sie introvertiert ist. Als sie mir das später erzählte, habe ich mich sehr mit ihr gefreut.
Doch was anderen schon leichtfällt, kann für einen selbst noch eine Herausforderung sein. Wie kann es also gelingen, die eigene, ruhige Art zu akzeptieren und anzunehmen?
- Nimm Dir bewusst vor, leise zu sein.
Ich lade Dich zu einem kleinen Experiment ein: Wähle Dir in der kommenden Woche ein Meeting aus, in dem Du Dir vornimmst, nichts zu sagen. Deine Aufgabe ist es, das Geschehen aufmerksam zu beobachten, genau zuzuhören und Dir gegebenenfalls Notizen zu machen. Das Experiment ist völlig ergebnisoffen: Vielleicht genießt Du es, einfach still dabei zu sein. Vielleicht fällt es Dir leichter, dem Gespräch zu folgen, wenn der Druck wegfällt, unbedingt etwas beitragen zu müssen. Vielleicht hörst Du Dich auch plötzlich sprechen, obwohl Du es Dir gar nicht vorgenommen hast. Schließlich weiß ich aus eigener Erfahrung: Innerer Druck blockiert eher, als dass er hilft.
- Sprich offen mit Menschen, die auch introvertiert sind.
Seit 2024 biete ich Gruppen-Coachings für Introvertierte mit bis zu acht Teilnehmer*innen an. Anfangs war ich unsicher, ob dieses Format passt. Doch schnell wurde mir klar, wie wertvoll der Austausch unter Menschen mit ähnlicher Persönlichkeit ist. Allein die Erkenntnis »Ich bin nicht allein. Viele andere erleben Ähnliches« kann entlasten. In meinem letzten Kurs erzählte eine Teilnehmerin, dass sie nun auch gezielt introvertierte Kolleginnen und Kollegen in ihrem Team anspricht, um sich auszutauschen. Diese Offenheit untereinander hilft, Introversion im Arbeitsumfeld zu normalisieren. Und vergiss nicht: Du kannst davon ausgehen, dass mindestens jede*r Dritte in Deinem Team eher introvertiert ist.
- Reduziere innere Vergleiche.
Ich gebe zu: Selbst ich ertappe mich bis heute manchmal dabei, mich mit lauteren Persönlichkeiten zu vergleichen. Vergleichen ist menschlich. Was mir hilft, ist, den Blick bewusst weg von diesen Vergleichen hin zu meinen eigenen Stärken zu lenken. Inzwischen passiert das fast automatisch. Für den Anfang empfehle ich Dir eine kleine Übung: Frage Dich vier bis sechs Wochen lang jeden Abend: Was ist mir heute dank meiner leisen Art gelungen? So veränderst Du Schritt für Schritt Deinen Fokus und beginnst, Deine eigene Persönlichkeit als Ressource zu sehen.
- Gib Dir innerlich die Erlaubnis, nicht immer »mitspielen« zu müssen.
Fünfmal pro Woche mit Kolleginnen und Kollegen Mittagspause machen? Das muss nicht sein. Wenn Dir danach ist, allein zu essen oder einen Spaziergang zu machen, dann tue es. Wäge auch bei beruflichen Veranstaltungen ab: Ist es wirklich zielführend oder notwendig, dass Du anwesend bist? Wähle Termine bewusst und strategisch aus, um Deine sozialen Akkus zu schonen und Deine Energie dort einzusetzen, wo es für Dich und Deine Arbeit am meisten Sinn macht.
- Kommuniziere Deine Bedürfnisse.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie mich frühere Kolleginnen und Kollegen manchmal regelrecht überfallen haben. Plötzlich standen sie an meinem Schreibtisch und erwarteten spontan eine Entscheidung, wie ich ihr Projekt PR-technisch unterstützen könnte. Damals war ich überzeugt, diesem Anspruch gerecht werden zu müssen. Heute gehe ich damit anders um: Ruft mich jemand zu einem Thema an, das ich zum ersten Mal höre, bitte ich freundlich um Bedenkzeit und verspreche gleichzeitig einen schnellen Rückruf. Ähnlich erging es einem Klienten von mir. Seine Chefin bat ihn regelmäßig spontan ins Büro, um Ideen zu brainstormen. Als er offen kommunizierte, dass er sich vorab eine kurze Info wünsche, wozu sie Ideen sammeln wolle, zeigte sie Verständnis und ihre Gespräche lieferten mehr Output.
- Entwickle eine Vision, wie Du als introvertierte Person wirken möchtest.
Wenn Menschen zu mir ins Coaching kommen, erzählen sie oft zuerst, wie sie nicht mehr sein wollen, zum Beispiel nicht mehr so leise. Diese Gedanken sind völlig normal, doch sie bringen uns nicht weiter. Sie führen dazu, dass wir uns im Kreis drehen. Stell Dir stattdessen vor, Du würdest Deine leise Persönlichkeit vollständig annehmen und akzeptieren: Was für ein Mensch wärst Du dann im beruflichen Kontext? Wie würdest Du Dich in bestimmten Situationen verhalten? Und wie würdest Du über Dich selbst denken? Nimm Dir Papier und Stift und lass Deine Gedanken zu diesen Fragen einfach fließen. Diese positive Selbstbeschreibung schenkt Dir Motivation und gibt Dir eine klare Richtung, um auf Deine eigene, leise Weise erfolgreich zu sein.
- Erkenne Deine leisen Stärken.
Viele Introvertierte wünschen sich mehr Selbstbewusstsein. Aber was bedeutet das eigentlich? Das Wort selbst verrät es uns: Es geht darum, sich des eigenen Selbsts bewusst zu sein. Und ein wesentlicher Teil dieses Selbsts sind Deine Stärken. Könntest Du aus dem Stegreif Deine drei größten Stärken aufzählen? Keine Sorge, den meisten fällt das schwer. Bei den eigenen Schwächen ist es oft anders - sie sind uns viel präsenter. Wer also selbstbewusster werden möchte, sollte sich die eigenen Stärken bewusst machen. Und vielleicht überrascht es Dich genauso wie mich damals, dass ein Großteil davon direkt mit Deiner leisen Persönlichkeit zusammenhängt.
Deine ruhige Persönlichkeit zu akzeptieren, bedeutet nicht, Dich hinter ihr zu verstecken. Vielmehr geht es darum, Deine leisen Stärken zu entdecken und gezielt einzubringen.
2.2 Schärfe Deinen Blick für Deine Stärken
Ich finde es bitter, wie sehr uns Introvertierten der permanente Abgleich mit extrovertierten Idealen den Blick auf unsere eigenen Ressourcen verschleiert. Über die Jahre verstetigt sich unser Defizitdenken über uns selbst und zieht die immer gleichen Kreise: Ich bin zu leise. Ich bin zu wenig durchsetzungsstark. Ich muss präsenter sein! Lass uns gemeinsam einen Schritt von diesem Teufelskreis zurücktreten und uns einen Moment bewusst von diesem Ideal lösen. Sobald uns dies gelingt, wird die Sicht auf unsere eigenen Stärken frei und Du wirst Dich wundern, wie viel wir unserer ruhigen Persönlichkeit zu verdanken haben. Hier kommen zehn Stärken, die typischerweise introvertierten Menschen zugeschrieben werden:
- Introvertierte arbeiten strukturiert und...
Systemvoraussetzungen
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