Gayfühle 2.0

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 3. Juni 2020
  • |
  • 145 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-5178-4 (ISBN)
 
Vielleicht brauchen wir manchmal eine zweite Chance, weil die erste zu früh kam ... "Gayfühle 2.0" - der neue, schwule Liebesroman von Cayson Bendix, der eine Achterbahn der Gayfühle garantiert! ***** Achtzehn Jahre, nachdem er seine ehemalige Heimat aufgrund eines Umzugs in die Großstadt verlassen musste, kehrt Robert zurück, um in der ländlichen Idylle auszuspannen. Dabei trifft er nicht nur auf seine Tante sowie seine Schulfreundin Alexandra, sondern auch auf seinen ehemals besten Freund Daniel, von dem er sich damals alles andere als korrekt verabschiedet hat. Als ihn dieser auf ihren letzten, gemeinsamen Abend anspricht, fühlt sich Robert in die Ecke gedrängt und tut etwas, das er bereits als Teenager getan hat. Etwas, das mehr Probleme mit sich bringt, als diese zu lösen. Wie wird Daniel auf Roberts Aktion wohl reagieren? Wird er ihm die Fehler von früher und heute letzten Endes verzeihen können? Hol dir den Gay Romance-Roman"Gayfühle 2.0" jetzt und finde heraus, ob die zwei Freunde ihre gemeinsame Vergangenheit hinter sich lassen können!

Cayson Bendix ist das Pseudonym eines österreichischen Autors, der jede freie Sekunde damit verbringt, emotional packende LGBT-Romane zu schreiben, die seine LeserInnen mit berührenden, zarten Momenten und authentischen, sympathischen Charakteren begeistern sollen. Seine Gay Bücher veröffentlicht er unter dem Label www.regenbogenromantik.com .
  • Deutsch
  • 0,18 MB
978-3-7519-5178-4 (9783751951784)

Kapitel 2


 

 

"Guten Morgen, Berta!"

Kaum ausgesprochen gab die Milchkuh ein lautes "Muuuuhhhh!" von sich, in Vorfreude darauf, dass ihr Besitzer vorbeikam und sie wieder auf die Weide ließ. Die anderen Tiere im Stall stimmten sogleich in ihre Freudenbezeugung ein, sodass binnen weniger Augenblicke von allen Ecken und Enden ein Muhen, Blöken und Grunzen zu vernehmen war. Zimtstern, der braune Hengst, den er vor dem Schlachthof bewahrt hatte, hielt sich wie immer vornehm zurück, doch als Daniel an seiner Box vorbeiging, konnte er sich auch nicht mehr zurückhalten und wieherte, was das Zeug hielt, um ihn und den neuen Tag zu begrüßen.

"Hallo, mein Hübscher!", flüsterte der Bauer seinem tierischen Freund liebevoll zu und streichelte ihm einige Male über die Stirn. "Freust du dich auch schon auf unseren Vormittagsausritt?"

Als ob Zimtstern ihn verstanden hätte, stupste er ihn einige Male mit den Nüstern an, ehe er einmal kräftig aus der Nase pustete und ihm mit einem freudigen Blubbern antwortete.

"Sehr schön!", schmunzelte Daniel, trat näher und legte seine Stirn auf die des Hengstes, während er seine Ohren und den Hals zärtlich kraulte. "Dann warten wir nur noch, bis meine Ablöse da ist und den Stalldienst übernimmt. Anschließend haben wir zwei Männer mal etwas Zeit für uns."

Ein weiteres Mal pustete Zimtstern aus der Nase, was dem Bauern ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Auch wenn er es vor den anderen Tieren nie laut aussprechen würde, um ihre Gefühle nicht zu verletzen - denn sie hatten Gefühle, dessen war er sich sicher: Er liebte diesen Hengst über alles. Nicht nur, dass er sensibel und gehorsam war, zählten auch Gelassenheit und Freundlichkeit zu seinen Charaktereigenschaften. Vier gute Gründe, die Daniel vor etwas mehr als drei Jahren dazu bewogen hatten, den Turnierhengst bei sich aufzunehmen, nachdem er eine Verletzung davongetragen hatte, die ihn davon abhielt, weitere Erfolge zu erzielen. Eine Tatsache, die seinem vorhergehenden Besitzer sauer aufgestoßen war. Zimtstern hatte seine Kraft verloren, dessen Reiter seine Einnahmequelle. Deswegen hatte er das Tier so rasch wie möglich loswerden wollen, doch gerade noch rechtzeitig hatte ihn Daniel davon überzeugen können, es ihm zu überlassen. Die ersten paar Monate hatte der Hengst nur kleine Schritte auf ihn zugemacht; zu groß war die Angst vor seinem neuen Besitzer und der fremden Umgebung gewesen. Doch Daniel hatte ihn nicht unter Druck gesetzt, hatte ihn von sich aus auf ihn zukommen lassen und ihm Zeit gegeben, sich an die neuen Lebensumstände zu gewöhnen, wodurch er nach und nach Vertrauen gefasst hatte und zutraulicher geworden war. So waren die beiden im Laufe der Zeit zusammengewachsen und hatten eine Einheit gebildet.

"Manchmal habe ich das Gefühl, dass dieses Pferd mehr Aufmerksamkeit von dir geschenkt bekommt als ich", war plötzlich eine kühl klingende Männerstimme zu vernehmen. Daniel schreckte hoch, löste sich rasch von Zimtstern und drehte sich zu seinem Freund Leon, der gerade den Stall betrat.

"Ach bitte, du weißt doch ganz genau .", setzte er an, doch mit einem Mal hielt er inne. Warum trug er dieses Outfit? Ein lässig geschnittenes Hemd, das seinen wohlgeformten Brustkorb ziemlich betonte, in Kombination mit eng anliegenden, dunklen Jeans waren wohl kein Outfit, um die Tiere zu füttern und den Stall auszumisten. Ganz zu schweigen von den sportlich-eleganten Schuhen, die er trug, und die auf den Pflastersteinen klackerten, während er näherkam.

"Was weiß ich?", hielt Leon mit hochgezogenen Augenbrauen fest, als er sich vor ihn stellte und sich zu ihm beugte, um ihm einen Kuss auf die Wange zu geben.

"Nicht so wichtig", murmelte Daniel und musterte ihn fragend von oben bis unten. "Hast du dich für mich oder unsere Mitbewohner so hübsch gemacht?"

Sein Freund lachte auf und boxte ihm leicht auf die Schulter, doch als er mitbekam, dass die Frage nicht charmant zu verstehen war, fror sein Lächeln abrupt ein. "Weder noch", erwiderte er mit einem Unterton in der Stimme, der nichts Gutes verhieß und seinem Gegenüber signalisierte, dass er lieber still bleiben sollte. "Ich habe mich mit meinen Jungs verabredet. Wir machen heute einen Gay Day", erklärte er kurz angebunden und zupfte sein Hemd zurecht, nur um im nächsten Moment damit fortzufahren, nicht vorhandene Fussel von seiner Hose zu putzen. Was er immer tat, wenn er unschlüssig war, ob er weiter ausholen sollte oder nicht. Dieses Mal schien er sich dagegen zu entscheiden, denn er hängte nur noch ein "Wahrscheinlich mit fließendem Übergang zur Gay Night" an, beugte sich nochmals zu ihm und gab ihm einen weiteren, flüchtigen Kuss. "Warte also nicht auf mich!", flüsterte er ihm dabei ins Ohr, ehe er ihm kokett zuzwinkerte, sich umdrehte und zum Scheunentor zurückspazierte.

Obwohl ihm seine innere Stimme der Vernunft sagte, dass es keinen Sinn hatte, eine Diskussion anzufangen, siegte in diesem Moment Daniels Sturheit. Oder Naivität. "Wir hatten doch vereinbart, dass du heute Stalldienst machst, damit ich wieder einmal mit Zimtstern ausreiten kann."

Abrupt blieb Leon stehen und wie in Zeitlupe wandte er sich dem Bauern wieder zu. Einen Atemzug lang starrte er ihn unverständlich an, doch dann setzte er ein Lächeln auf, klimperte mehrmals hintereinander mit den Augen und trat nochmals auf ihn zu. "Ach Schatz", seufzte er und ergriff seine Hand. "Wir haben doch schon vor Wochen geklärt, dass ich diesen einen Tag frei brauche."

"Haben wir das?"

"Natürlich! Kannst du dich denn nicht daran erinnern, dass ich dir erzählt habe, dass heute und morgen Bernhards einzige, freie Tage sind. Eine der wenigen Gelegenheiten, an denen ich Zeit mit all meinen Jungs verbringen kann."

"Da klingelt es leider gar nicht bei mir."

"Wirklich nicht?!", fixierte er ihn plötzlich mit seinen grün leuchtenden Augen und verschränkte die Arme vor der Brust. "Das ist interessant - ich weiß noch jedes Wort von unserer Unterhaltung", gab er sogleich mit spitzer Zunge von sich, legte seinen Kopf leicht schief und presste die Lippen aufeinander.

"Hmmm", brummte sein Freund und schwieg. Obwohl sie erst seit zirka einem Jahr zusammen waren, kannte er diesen Ausdruck auf Leons Gesicht. Und die dazu passende Körpersprache. In solch einer Situation war es am besten, nichts zu entgegnen und ihm seinen Willen zu lassen. In dieser Hinsicht waren sie sich nämlich durchaus ähnlich. Sturheit zählte zu ihrer beider Schwächen - auch wenn die seines Partners größer und ausdauernder war als seine eigene.

"Auch egal", rief dieser nach ein paar Sekunden frostiger Stille fröhlich aus und sein Mund verzog sich schlagartig zu einem breiten Lächeln. "Wenn ich wieder da bin, gehen wir einfach noch einmal den Plan durch und ändern meine Dienste so ab, dass du bald deinen Ausritt mit Zimtstern machen kannst."

Ohne eine Antwort abzuwarten zwinkerte er seinem Gegenüber zu, machte eine schwungvolle Drehung und entfernte sich raschen Schrittes. Dabei pfiff er sein Lieblingslied, das erst verklang, als er den Stall verlassen hatte und ins Auto gestiegen war. Daniel konnte noch hören, wie der Kiesweg, der die Zufahrt zu seinem Bauernhof darstellte, unter den Reifen knirschte, bis auch dieses Geräusch immer leiser wurde und schließlich ganz erstarb.

"Tut mir leid, Zimtstern!", seufzte er und drehte sich wieder zu dem Hengst, der die ganze Zeit über dagestanden und die Szenerie beobachtet hatte. "Unseren gemeinsamen Vormittag müssen wir wohl verschieben."

Das Pferd hob einen Moment lang seinen Kopf an, ehe es die Nüstern blähte und erneut lautstark aus der Nase pustete. Obwohl ihm die Situation mit Leon gerade eben ein Grummeln im Bauch verursacht hatte, musste Daniel angesichts dieser Reaktion auflachen. "Schon gut, mein Freund! Ich weiß, es läuft leider wieder einmal anders als geplant, aber wie sagt man so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!"

Als ob er ihn verstanden hätte, scharrte Zimtstern einige Male mit den Hufen, bis sein Besitzer ihm zunickte. "Schon verstanden, alter Bursche. Wenn ich dich schon nicht auf ein Date ausführe, dann soll ich mich zumindest um deine Box kümmern."

Rasch öffnete er den Verschlag, um den Hengst ins Freie zu bringen, ehe er sich Mistgabel und Schaufel schnappte. Während er sich darum kümmerte, die Pferdeäpfel zu entfernen und den Stellplatz mit frischem Stroh zu befüllen, ging er in Gedanken mehrere Male das Gespräch mit Leon durch. Er konnte sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, dass er ihm von Bernhard und dessen freien Tagen erzählt hatte. Wenn dem so gewesen wäre, hätten sie das sicher bei der Planung des Stalldienstes berücksichtigt, die sie gemeinsam jeden Samstagabend für die darauffolgende Woche machten.

"Was soll's", murmelte er nach einiger Zeit vor sich hin, während er spürte, wie ihm der Schweiß den Rücken hinunterlief. Er streckte sich kurz und wischte sich mit dem Unterarm über die Stirn, während er einen Moment lang den heißen, trockenen Sommer verfluchte, der die Gegend seit knapp zwei Wochen fest im Griff hatte. "Sich jetzt darüber den Kopf zu zerbrechen, ist reinste Zeitverschwendung. Außerdem .", schoss ihm plötzlich ein Gedanke ein, ". könnte ich die Gelegenheit nutzen und Martin auf ein kühles Bier einladen."

Erfreut über seine Idee klatschte er in die Hände. Der Moment konnte günstiger nicht sein, als mit seinem besten Freund im Garten zu sitzen, den Tag ausklingen zu lassen und mit einem erfrischenden Weizen anzustoßen. Schließlich hatten sie sich seit Leons Einzug nicht mehr...

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