Therapieren mit CBASP

bei Zwang, PTBS, Sucht und chronischer Depression
 
 
Urban & Fischer (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 3. Oktober 2013
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  • 280 Seiten
 
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978-3-437-16836-9 (ISBN)
 

CBASP - Wissen aus erster Hand Wenn alle Therapieansätze ausgeschöpft sind: Das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) zeigt auch dann noch einen Weg auf - dieses einzigartige Buch zeigt Ihnen, was die neue Methode leisten kann, u.a. bei

  • chronischen Depressionen
  • Sucht
  • posttraumatischem Belastungssyndrom
  • Deutsch
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  • 4,03 MB
978-3-437-16836-9 (9783437168369)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Front Cover [Seite 1]
2 - Therapieren mit CBASP: Chronische Depression, Komorbiditäten und störungsübergreifender Einsatz [Seite 4]
3 - Copyright [Seite 5]
4 - Vorwort [Seite 6]
5 - Autorinnen und Autoren [Seite 8]
6 - Abkürzungen [Seite 10]
7 - Abbildungsnachweis [Seite 11]
8 - Inhaltsverzeichnis [Seite 12]
9 - I - Grundlagen [Seite 18]
9.1 - KAPITEL 1 - Einführung und State-of-the-Art von CBASP [Seite 20]
9.1.1 - 1.1 Annahme I: Wahrneh mungsentkopplung als aufrechterhaltender Faktor [Seite 21]
9.1.2 - 1.2 Annahme II: Verhalten und Konsequenzen als Modifikationsfokus [Seite 27]
9.1.3 - 1.3 Annahme III: Selbst zur interpersonellen Konsequenz werden als Taktik zur Verhaltensänderung [Seite 28]
9.1.4 - 1.4 Annahme IV: Interpersonelle kausale Determinanten als Rahmen für die CBASP-Strategien [Seite 31]
9.1.5 - 1.5 Annahme V: Lernerwerb von CBASP-Strategien führt zu verbesserter Kontrolle der Depressivität [Seite 33]
9.1.6 - 1.6 Annahme VI: Lebenslange Erkrankung [Seite 35]
9.1.7 - 1.7 Wie soll es mit CBASP weitergehen? [Seite 38]
9.2 - KAPITEL 2 - Entwicklungspsychologische Grundlagen von CBASP [Seite 42]
9.2.1 - 2.1 Einleitung [Seite 42]
9.2.2 - 2.2 Empirische Untersuchung und Bezug zur entwicklungs psychologischen Literatur [Seite 44]
9.2.3 - 2.3 Fazit [Seite 49]
9.3 - KAPITEL 3 - Zur systemischen Neurowissenschaft der chronischen Depression [Seite 52]
9.3.1 - 3.1 Einführung [Seite 52]
9.3.2 - 3.2 Das Konzept der (chronischen) Depression überdenken [Seite 53]
9.3.3 - 3.3 Pathophysiologie der depressiven Störung [Seite 55]
9.3.4 - 3.4 Neurofunktionelle Defizite bei depressiven Störungen [Seite 56]
9.3.5 - 3.5 Neuropsychotherapie depressiver Störungen [Seite 58]
9.3.6 - 3.6 Multiples Systemmapping bei der Psychotherapie mit CBASP [Seite 60]
9.3.7 - 3.7 Fazit [Seite 64]
9.4 - KAPITEL 4 - Diagnostik der chronischen Depression aus Sicht des CBASP-Ansatzes [Seite 68]
9.4.1 - 4.1 Einführung [Seite 68]
9.4.2 - 4.2 Chronische Depression: Allgemeine Messverfahren und ihre Relevanz im Rahmen des CBASP-Ansatzes [Seite 69]
9.4.3 - 4.3 Spezifische Messverfahren und ihre Relevanz im Rahmen des CBASP-Ansatzes [Seite 71]
9.4.4 - 4.4 Fallbeispiel Herr F [Seite 73]
9.4.5 - 4.5 CBASP-spezifische Messverfahren zur Bewertung von Lernprozessen [Seite 76]
9.4.6 - 4.6 Fazit [Seite 77]
9.5 - KAPITEL 5 - Depression im interpersonellen Zusammenhang [Seite 80]
9.5.1 - 5.1 Interpersonell relevante Verhaltensmerkmale chronisch depressiver Menschen [Seite 81]
9.5.2 - 5.2 Interpersonelle Risikofaktoren für Depression [Seite 82]
9.6 - KAPITEL 6 - Die Rolle früher Traumatisierungen beim CBASP [Seite 96]
9.6.1 - 6.1 Empirische und klinische Evidenz: Frühe Traumata, frühe Lebensereignisse und chronische Depression [Seite 96]
9.6.2 - 6.2 Rationale: CBASP-Theorie und frühe Traumata [Seite 98]
9.6.3 - 6.3 Falldarstellung [Seite 99]
9.6.4 - 6.4 Falldiskussion [Seite 103]
9.6.5 - 6.5 Zusammenfassung [Seite 103]
10 - II - CBASP zur Behandlung weiterer Störungsbilder [Seite 106]
10.1 - KAPITEL 7 - Behandlung chronischer Depression und komorbider posttraumatischer Belas tungsstörung mit dem CBASP [Seite 108]
10.1.1 - 7.1 Klinische und empirische Evidenz [Seite 108]
10.1.2 - 7.2 Rationale [Seite 112]
10.1.3 - 7.3 Fallbeispiel: komorbide chronische Depression und PTBS [Seite 113]
10.1.4 - 7.4 Falldiskussion: Nutzen und Grenzen von CBASP [Seite 123]
10.1.5 - 7.5 Herausforderungen und Lösungsansätze [Seite 123]
10.2 - KAPITEL 8 - CBASP bei komorbidem Auftreten von chronischer Depression und Alkohol abhängigkeit [Seite 126]
10.2.1 - 8.1 Empirische und klinische Evidenz [Seite 126]
10.2.2 - 8.2 Rationale [Seite 129]
10.2.3 - 8.3 Falldarstellung [Seite 133]
10.2.4 - 8.4 Falldiskussion: Nutzen und Grenzen von CBASP [Seite 141]
10.2.5 - 8.5 Herausforderungen und Lösungsansätze [Seite 142]
10.2.6 - 8.6 Zusammenfassung [Seite 144]
10.3 - KAPITEL 9 - Einschätzung von und Umgang mit suizidalem Verhalten in CBASP auf Basis der interpersonellen Theorie [Seite 148]
10.3.1 - 9.2 Rationale [Seite 150]
10.3.2 - 9.4 Falldiskussion: Nutzen und Grenzen von CBASP [Seite 158]
10.3.3 - 9.5 Zusammenfassung [Seite 159]
10.4 - KAPITEL 10 - CBASP bei Zwangsstörung und komorbider chronischer Depression [Seite 160]
10.4.1 - 10.1 Empirische und klinische Evidenz [Seite 160]
10.4.2 - 10.2 Rationale [Seite 161]
10.4.3 - 10.3 Falldarstellung [Seite 163]
10.4.4 - 10.4 Falldiskussion: Nutzen und Grenzen von CBASP [Seite 172]
10.4.5 - 10.5 Herausforderungen und Lösungsansätze [Seite 174]
10.5 - KAPITEL 11 - Störungsübergreifender Einsatz von CBASP [Seite 178]
10.5.1 - 11.1 Evidenz [Seite 178]
10.5.2 - 11.2 Rationale [Seite 178]
10.5.3 - 11.3 Die Elemente mit besonderem Potenzial für eine störungsübergreifende Nutzung [Seite 179]
10.5.4 - 11.4 Fazit [Seite 183]
11 - III - Einsatz von CBASP in unterschiedlichen Settings [Seite 186]
11.1 - KAPITEL 12 - CBASP im stationären Kontext [Seite 188]
11.1.1 - 12.1 Empirische und klinische Evidenz [Seite 188]
11.1.2 - 12.2 Rationale [Seite 192]
11.1.3 - 12.3 Falldarstellung [Seite 200]
11.1.4 - 12.4 Falldiskussion: Nutzen und Grenzen des stationären CBASP-Konzepts [Seite 212]
11.1.5 - 12.5 Herausforderungen und Lösungsansätze [Seite 212]
11.1.6 - 12.6 Zusammenfassung [Seite 213]
11.2 - KAPITEL 13 - CBASP in der Gruppe [Seite 216]
11.2.1 - 13.1 Entwicklung des CBASP-Gruppenkonzepts [Seite 217]
11.2.2 - 13.2 Empirische und klinische Evidenz [Seite 218]
11.2.3 - 13.3 Die wichtigsten Merkmale des Gruppenprogramms [Seite 219]
11.2.4 - 13.4 Therapeutische Elemente [Seite 220]
11.2.5 - 13.5 Kontraindikationen [Seite 220]
11.2.6 - 13.6 Falldarstellung [Seite 221]
11.2.7 - 13.7 Falldiskussion [Seite 233]
11.2.8 - 13.8 Herausforderungen und Lösungsansätze [Seite 233]
11.2.9 - 13.9 Zusammenfassung [Seite 236]
11.3 - KAPITEL 14 - Weiterbildung zum CBASP-Therapeuten: Spezifische Weiterbildungsanforde run gen und Expertiseent wicklung [Seite 238]
11.3.1 - 14.1 Training in CBASP [Seite 239]
11.3.2 - 14.2 Mit den spezifischen Charakteristika chronisch depressiver Menschen umgehen lernen [Seite 241]
11.3.3 - 14.3 Anforderungsprofil für CBASP-Therapeuten [Seite 242]
11.3.4 - 14.4 Entwicklung zum CBASP-Therapeuten [Seite 246]
11.4 - KAPITEL 15 - Beziehungsgestaltung [Seite 250]
11.4.1 - 15.1 Empirische Basis [Seite 251]
11.4.2 - 15.2 Das Beziehungskonzept des CBASP-Ansatzes [Seite 256]
11.4.3 - 15.3 Motivorientierte Beziehungsgestaltung [Seite 260]
11.4.4 - 15.4 Falldarstellung: Beziehungsgestaltung mit einem chronisch depressiven Patienten auf der Basis von CBASP-Konzepten [Seite 263]
11.4.5 - 15.5 Zusammenfassung [Seite 265]
12 - IV - Resümee [Seite 268]
12.1 - KAPITEL 16 - Einordnung, Entwicklungs möglichkeiten und Heraus forderungen: ein Resümee [Seite 270]
12.1.1 - 16.1 Ausgangspunkt für dieses Buch [Seite 270]
12.1.2 - 16.2 Ausdifferenzierung für spezielle diagnostische Gruppen und andere Störungsbilder [Seite 271]
12.1.3 - 16.3 CBASP als Therapiephasenmodell [Seite 272]
12.1.4 - 16.4 Therapeutische Wirkmechanismen [Seite 272]
12.1.5 - 16.5 Einbettung in die Landschaft der Entwicklung von Psychotherapien [Seite 272]
12.1.6 - 16.6 Ausbildung in CBASP und "Marketing" [Seite 273]
12.1.7 - 16.7 Nutzen über chronische Depression hinaus [Seite 274]
12.1.8 - 16.8 Empirie [Seite 275]
12.1.9 - 16.9 Praxis [Seite 275]
13 - Register [Seite 278]
Kapitel 2

Entwicklungspsychologische Grundlagen von CBASP


Franz Caspar, Henrik Walter and Knut Schnell1

2.1 Einleitung 

2.2 Empirische Untersuchung und Bezug zur entwicklungspsychologischen Literatur 

2.3 Fazit 

2.1 Einleitung


Was steckt hinter der Entwicklung chronischer Depressionen, und warum ist diese Frage überhaupt relevant? Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass psychotherapeutisches Vorgehen dann besonders wirksam ist und vor allem auch besonders gut an den Einzelfall angepasst werden kann, wenn der Therapeut ein zutreffendes Verständnis davon hat, wie die behandelte Störung allgemein und im individuellen Fall zustande kam. Dann kann er gezielt dort ansetzen, wo ätiologisch die Ursache vermutet wird, oder etwas präziser ausgedrückt: Er kann gezielt an den verschiedenen Faktoren ansetzen, die nach gängigen multifaktoriellen Modellen zusammen die Störung hervorbringen und aufrechterhalten. Zudem wird sich ein Patient tendenziell besser aufgehoben fühlen, wenn er den Eindruck hat, dass der Therapeut ein als zutreffend empfundenes Verständnis auch der Prozesse hat, die zum gegenwärtigen misslichen Zustand geführt haben.

Die Entwicklungspsychopathologie (Cicchetti 2006) ist insbesondere dann relevant, wenn plausibel ist, dass wichtige Faktoren weiter zurück in der Vergangenheit liegen und mit einer suboptimalen Entwicklung des Individuums verbunden sind. Die Feststellung eines Defizits in der Entwicklung von Fähigkeiten, die für ein gesundes psychisches Funktionieren wichtig sind, wäre ein guter Ausgangspunkt für Überlegungen, ob und wie in der Therapie zur Überwindung eines solchen Defizits beigetragen werden könnte. Ein therapeutischer Ansatz, der solche Entwicklungsaspekte berücksichtigt, ist Ansätzen, die das nicht tun, potenziell überlegen. In diesem Beitrag geht es vor allem um McCulloughs Bezug auf Piaget; es wird aber auch auf die Frage eingegangen, welche anderen entwicklungspsychologischen Konzepte beim CBASP-Ansatz explizit und implizit eine Rolle spielen.

McCullough hat bei erwachsenen chronisch depressiven Patienten einen Ist-Zustand beobachtet, der ihn an die Beschreibung der präoperationalen Phase bei Piaget erinnerte: „Mir sind bemerkenswerte Ähnlichkeiten zwischen Piagets Beschreibung des präoperatorischen Funktionsniveaus von Kindern zwischen 2 und 7 Jahren und den Sprachmustern und Verhaltensweisen chronisch-depressiver Patienten aufgefallen“ (McCullough 2006: 37).

Diese Ähnlichkeiten beziehen sich laut McCullough auf sechs Aspekte (McCullough 2006: 38):

1. Beide Gruppen bedienen sich globalen und prälogischen Denkens.

2. Ihre Denkprozesse lassen sich nicht durch die Argumentation und logische Denkweise anderer beeinflussen.

3. Beide Gruppen sind in ihrer Selbst- und Fremdwahrnehmung durchweg ichzentriert.

4. Verbale Kommunikation erfolgt zum großen Teil in Form von Monologen.

5. Beide Gruppen sind nicht zu authentischer interpersoneller Empathie fähig.

6. Beide Gruppen zeigen in Stress-Situationen eine geringe affektive Kontrolle.

Die Unfähigkeit, im interpersonalen Bereich operativ zu denken, d. h., instrumentelle (= Mittel-Zweck-)Relationen herzustellen, sowie eine egozentrische Sicht steht in engem Bezug zu Piaget. Die geringe affektive Kontrolle ist selbstverständlich ebenfalls therapierelevant, steht aber in weniger engem Bezug zur Präoperationalität. Insgesamt ist die Verwandtschaft zum „Theory of Mind“-Konzept, auf das weiter unten noch eingegangen wird (van Randenborg et al. 2012), ebenso deutlich wie zum Alexithymie-Konzept (Sifneos 1973; Rufer 2012; van Randenborgh et al. 2012).

Sulz (2007: 60) schreibt:

„In der einfachen Feststellung, dass das Denken chronisch Depressiver in entscheidenden Aspekten auf der Stufe eines Kindergartenkindes steht, steckt zugleich eine einfache Therapiestrategie: das Denken auf die nächst höheren Entwicklungsstufen bringen und dadurch bislang unlösbare Probleme lösbar machen. Wer (wieder) kausal und funktional denken kann, erkennt die Lösungsmöglichkeiten seiner zwischenmenschlichen Probleme, erkennt, in welchem Ausmaß sein bisheriges Verhalten zu den unbefriedigenden Ergebnissen führte, die ihn depressiv machten, und erkennt, wie groß seine Einflussmöglichkeiten sind, um mit anderen Menschen zu befriedigenden Interaktionen zu finden. Wer (wieder) abstrakt und logisch denken kann und zugleich Empathie für den anderen hat, kann auch auf Dauer seine Beziehungen befriedigend gestalten. McCulloughs CBASP ist nichts anderes als ein konsequentes und sehr herausforderndes Angebot, diese Entwicklungsschritte zu gehen. Will man die innovative Bedeutung dieses Therapieansatzes verstehen, so muss man zunächst auf Piaget zurückgehen und das Ergebnis seiner Entwicklungsforschung reflektieren. Die Lektüre von Jean Piaget (1995) im Original lohnt sich unbedingt.“

Eine sehr deutliche Zustimmung zum Bezug McCulloughs auf Piaget also, und zudem (auf das Zitat folgend) ein Dienst am Leser in Form einer Zusammenstellung der wichtigsten Elemente der Piaget-Konzepte. Diese Zusammenstellung geht weit über die Aspekte hinaus, auf die McCullough tatsächlich Bezug nimmt, und illustriert anschaulich auch durch deren Einbettung den Ansatz von Piaget insgesamt. In der durchaus nicht trivialen Annahme, dass Menschen in nichtinterpersonalen Bereichen operational funktionieren können, im interpersonalen Bereich dagegen nicht, wird McCulloughs Nutzung der Piaget-Konzepte von Sulz nicht infrage gestellt.

Sulz stellt auch Bezüge her zu anderen Entwicklungstheorien (Cicchetti und Barnett 1991), nach denen bestimmte Entwicklungsbedingungen bis ins Erwachsenenalter anhaltende Defizite zur Folge haben können. Genannt werden:

1. Emotionale Misshandlung (aktiver emotionaler Missbrauch und passiver Neglect)

2. Körperlicher Missbrauch

3. Körperlicher Neglect

4. Sexueller Missbrauch

Die Entsprechung zu den von McCullough genannten ungünstigen Entwicklungsbedingungen ist augenfällig.

Gerade in dem genannten kritischen Punkt, dass das Fehlen von Weiterentwicklung nur bestimmte Bereiche betrifft, nimmt Sulz auch Bezug zu anderen moderneren Entwicklungsansätzen und zitiert das Prinzip der „Einkapselung“ nach Noam et al. (1988).

McCulloughs Bezug auf Piaget ist an sich schon deshalb bemerkenswert, weil die nordamerikanische Psychologie im Allgemeinen ein eher kritisches Verhältnis zu Piaget hat. McCullough hat nicht selbst untersucht, wie weit die beobachtete Ähnlichkeit tatsächlich operationalisiert und empirisch belegt werden kann. Er nutzt jedoch die Idee, dass chronisch depressiven Erwachsenen dieselben Fähigkeiten fehlen wie Kindern im präoperationalen Alter, um Verständnis für die Unfähigkeit von Patienten zur Arbeit mit Therapiemethoden zu schaffen, die operationales Denken voraussetzen. Ebenso schafft er ein Verständnis für die Unfähigkeit dieser Patienten, interpersonale Zustände und Verhalten anderer als Konsequenzen des eigenen interpersonalen Verhaltens zu sehen. McCullough nimmt aufgrund dieser Voraussetzungen an, dass kognitive Verhaltenstherapie deshalb nicht optimal wirken kann, weil sie Fähigkeiten voraussetzt, die chronisch depressive Patienten nicht haben.

Die entwicklungspsychologische Perspektive ist dabei eine inhärent entwicklungsorientierte und optimistische Perspektive: Das Feststellen von Defiziten geht einher mit der Überzeugung, dass die entsprechenden Fähigkeiten im Prinzip nachgelernt werden können. Wie Schramm, Caspar und Berger (2006) feststellen, haben diese Bewertungen ein Potenzial, Therapeuten gegenüber gegenwärtigen Defiziten nachsichtig zu machen, ebenso wie man ja auch einem Kind (normalerweise) nicht vorwirft, dass es gewisse Fähigkeiten erst noch entwickeln muss. Dazu kommt die optimistische Entwicklungsperspektive. Beides wird als günstig bezeichnet, und es wird darauf hingewiesen, dass dies nicht davon abhängt, ob die Analogie zu Piaget empirisch nach dem Wahrheitskriterium validiert werden kann. Der Einwand, dass es despektierlich sei, wenn man erwachsene Patienten wie in der Entwicklung stehen gebliebene Kinder sieht, erscheint uns nachvollziehbar, jedoch gleichzeitig zu oberflächlich wertend und unrichtig, wenn die Sicht von einer grundsätzlich wertschätzenden Haltung des Therapeuten getragen ist.

Die von McCullough unter Bezug auf Piaget genannten Merkmale sind allerdings nicht leicht zu operationalisieren....

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