Nobiskrug

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. Februar 2020
  • |
  • 412 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7504-5855-0 (ISBN)
 
Eden wird immer mehr in die Tiefen der Hölle gezogen und damit schwindet ihre Glaubhaf-tigkeit. Ihre Liebe zu Ty bedeutet weitaus mehr, als ein netter Flirt mit dem Herrscher der Hölle. Vor die Wahl zwischen Baum und Borke gestellt, müssen die beiden nicht nur ihre Liebe, sondern auch das Paradies retten. Und dafür muss Ty Eden erst einmal verraten.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,48 MB
978-3-7504-5855-0 (9783750458550)
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Genial oder wahnsinnig?
Das fragt man sich vermutlich bei vielen Künstlern. KAT BEL denkt sich schon seit ihrer Kindheit Fantasy-Geschichten aus. Rosenpfad ist der Auftakt ihrer ersten Trilogie. Nebenbei studiert sie die dämonischen Abgründe des Menschen nach moderner Auffassung - Psychologie.

Amen


»Herrgott«, entfuhr es mir leise zwischen den geheiligten Worten. Zwischen elf anderen Mädchen und Jungen stand ich vor dem blank geputzten Altar der einzigen gotischen Kirche in New Orleans und sang eines der üblichen Chorlieder, die Gott huldigten.

Da war er schon wieder. Der rothaarige Prinz. Der Prinz der Hölle, der zu gerne mit mir spielte. Mein Prinz. Denn offensichtlich hatte ich ihn an der Backe. Säuerlich lächelnd erwiderte ich seinen Blick, der unverwandt auf mich gerichtet war. Wie konnte er es wagen, hier zu erscheinen? Im Hause Gottes? Am liebsten hätte ich tief eingeatmet und statt der Worte über Vergebung etwas anderes ausgestoßen. Halleluja! Seit der Prinz in mein Leben getreten war, hatte sich vieles verändert. Nach unserem letzten Aufenthalt in der Hölle hatte ich jedes Wort, dass aus seinem lügenden Mund kam, ignoriert. Er hatte mir einen fürchterlichen Scherz gespielt und mich glauben lassen, er würde, wie das vom Teufel zu vermuten war, in der Hölle festhalten. Eine meiner größten Ängste. Denn das würde bedeuten, dass ich niemals in den Himmel kommen würde. Und das war letztendlich mein Ziel. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.

Mein Name ist Eden Everett und ich bin ein ganz normaler Mensch. Abgesehen von der Tatsache, dass ich den Teufel höchstpersönlich kenne und mit ihm durch die Hölle gegangen bin. So einiges war in den letzten Wochen geschehen. Ich hatte erfahren, dass es den Teufel wirklich gab. Und nicht nur einen davon, sondern gleich sieben Prinzen der Hölle. Und diese versuchten in einem erbitterten Kampf zurück ins Paradies zu kommen. Beelzebul, der Herr der Dämonen, hatte uns besonders Schwierigkeiten gemacht. Denn durch sein Dämonenheer hatte er Angst und Schrecken über die Menschen gebracht, die daraufhin ihren Glauben an Gott verloren. Dadurch wurde Gott geschwächt. Ich jedoch, so Ty, war das Schild Gottes, da mein starker Glaube ihm helfen konnte. Und so erwies ich mich als wichtiger Teil der Geschichte. Wieso ausgerechnet ich, dass hatte mir bisher niemand erklären können. Jedoch stand außer Frage, dass ich helfen musste. So würde ich sicher in den Himmel kommen. Und in den Kampf gegen den Teufel geht man am besten nicht allein. Und so schloss ich mich widerwillig Tyrus an, der ebenfalls verhindern wollte, dass Beelzebul aufstieg. Nicht ganz uneigennützig. Zuerst dachte ich, er würde mich ausnutzen, um selbst in den Garten Eden zu kommen. Doch irgendwie stellte sich heraus, dass Ty nicht ganz der Gefühlskrüppel war, für den ich ihn gehalten hatte und unsere Vorstellungen von Gerechtigkeit - naja einigermaßen - zusammen passten. Vielleicht war auch mehr im Spiel, als nur das Bedürfnis die Welt zu retten, aber nach diesem Scherz würde ich das Tyrus ganz bestimmt nicht mehr wissen lassen. Natürlich hatte Ty das nicht auf sich sitzen lassen und führte sein Leben an meiner Seite unentwegt fort, er war immer schon in Eves Haus, wenn ich aus der Schule kam und manchmal überraschten mich seine flammenden Haare sogar irgendwo auf den Straßen der Stadt, wenn ich versuchte, mich vor ihm zu verstecken. Es war sinnlos. Er würde mich überall finden.

»Was tust du hier?«, fragte ich, nachdem die Stimmen abgeebbt waren und die Besucher die Kirche langsam wieder verließen. Zwischen den Bänken stehend, stemmte ich die Hände in die Hüften.

»Deine liebliche Stimme hat mich hergelockt und das Haus Gottes bietet jedem Schutz, oder?« Ty warf mir ein genügsames Lächeln zu und lehnte sich lässig auf der Bank zurück.

»Wovor brauchst du denn Schutz?«, antwortete ich spitz. »Und außerdem, hast du nicht was zu tun? Mit Toten feiern?«

Ty lachte und ehe ich mich versah, hatte er meinen Arm gepackt und mich zu sich auf die Bank gezogen.

»Na vor deinen Ohrfeigen.«

Aufbrausend hob ich die Hand, doch er hielt mich zwinkernd zurück. »Du weißt, dass wir hier beobachtet werden«, andeutend blickte er zur Decke und ich ließ schnaubend die Hand sinken.

»Ohne dich ist das da unten einfach die Hölle«, seine Worte trieben mir die Röte ins Gesicht. Für einen Moment hielt ich inne. Was konnte es schon für eine Sünde sein, dem Teufel eine zu verpassen? Dann setzte es eine.

»Glaub mir, mit wird es noch schlimmer, als das«, antwortete ich und stellte fest, wie er sich amüsiert hinter mir erhob.

»Ach Eden, hast du geglaubt, das alles aus deinem Leben verbannen zu können? Zu vergessen?«

»Zumindest kann ich es versuchen«, entgegnete ich naserümpfend. Aus den Augenwinkeln nahm ich wahr, wie mir eine der grotesken Steinfiguren an der Kirchenwand zuzwinkerte.

»Mehr oder weniger«, fügte ich hinzu und beschleunigte meine Schritte in Richtung Weihwasser.

»Nun, dann willst du meine Hilfe mit den Typen draußen vor der Tür wohl nicht«, achselzuckend folgte Ty mir bis zum Eingangstor der Kirche. Stirnrunzelnd zog ich die Tür auf. Eine eisige Kälte schlug uns entgegen. Es war kalt geworden. Der Winter brach an. Doch in dieser Kälte lauerte auch noch etwas anderes. Zwei wunderschöne Frauen mit langem schwarzen Haar, die eine trug einen so schwarzen Overall wie ihre Augen, die andere einen weißen - sie hatte weiße Augen - traten uns aus dem Nichts entgegen.

»Was wird das?«, fragte ich misstrauisch und verunsichert zugleich. Eine Woche. Eine ganze Woche hatte ich es geschafft, den Wesen der Hölle und Ty aus dem Weg zu gehen. Alles um mich herum auszublenden und versucht mit meinem Glauben die düsteren letzten Tage zu überschreiben. Offenbar erfolglos.

»Das sind Phobos und Deimos, die Geister von Furcht und Schrecken. Was tut ihr hier, Beelzebul ist nicht länger Anführer der Dämonen, also wer hat euch freigelassen?«, fragte Ty missmutig und stellte sich den wunderschönen Frauen entgegen, offenbar nur halb so fasziniert von ihrer Schönheit, wie ich.

»Wir haben einen neuen Meister«, flüsterte die in schwarz gekleidete Frau lächelnd. Ihre Gestalt zuckte kurz wie bei einem schlechten Film und das Bild einer schwarzen Spinne erschien kurz in meinem Blickfeld. Zuckend wich ich zurück und die beiden Schreckensschwestern lachten.

Das musste Phobos sein. Ob sie sich in all jenes verwandelte, vor dem man sich fürchtete?

Mir blieb keine Gelegenheit es herauszufinden, denn um Himmelswillen, ich wollte nur mein friedliches Leben zurück haben und diese beiden Gestalten kamen mir gänzlich ungelegen.

Bevor einer der drei meine Bewegung vorausahnen konnte, drehte ich mich auf leisen Sohlen um und ergriff die Flucht. Beinahe erwartete ich, dass über meinem Kopf ein Käfig erschien, doch ich konnte die Szene ohne Verfolger hinter mir lassen. Durch den Business District hin zu den Alleen des Garden Districts begleitete mich ein kalter Wind, der mir die Tränen in die Augen trieb. Die Wetterberichte hatten eine düstere kalte Winterzeit vorhergesagt, beinahe ungewöhnlich für die Südstaaten.

Nach den Geschehnissen der letzten Wochen war es still geworden in New Orleans. Man war beschäftigt mit Aufräumarbeiten, oder trauerte um die Verstorbenen. Immer wieder hatte ich mit dem Gedanken gespielt nach Algier Points zu fahren, um nach den Jägern zu sehen. Dauphin. Der Anführer der Dämonenjäger, den sie bei ihrem letzten Kampf verloren hatten. Noch ein Grab, vor dem ich niederknien und meine Gebete zum Himmel schicken konnte. Zur gleichen Zeit war mir der Gedanke gekommen, einen Weg nach dort oben zu finden. Die Türme der Kirche stellten den Weg zum Himmel dar, so meinte der Teufel. Deshalb war es für ihn auch fast unmöglich dort hoch zu steigen. Für mich nicht ganz so unmöglich. Und doch hatte ich jedes Mal nicht mehr vorgefunden, als ein halbwegs renoviertes Turmzimmer, das mich mit bösen Erinnerungen strafte. Die Male auf meinen Händen waren nicht mehr als eine verblasste Erinnerung. So sollte es sein. Das redete ich mir ein und versuchte in mein altes Leben einzutauchen. Die Schule, die Kirche, meine Verpflichtungen, alles, was ich in dieser Zeit vermisst hatte. Doch die Hölle hatte ihre Spuren hinterlassen und noch hatte sie mich nicht aus ihren Fängen gelassen. Der Teufel würde mich finden, es gab kein Entkommen.

Was ich dabei fühlte, was ich für Ty fühlte, darüber wollte ich im Moment nicht nachdenken. Es war zu kompliziert, es war nicht gut, denn keine Zeile der Bibel konnte mir verraten, wie ich mich in dieser Lage verhalten sollte.

Zuhause angekommen, schloss ich die Tür hinter mir ab. Ziz kreischte mir von seiner Stange entgegen.

»Eden mein Schnuckelchen aaarr. Wer ist ein heißer Typ. Ty ist ein heißer Typ.«

Missmutig bedachte ich den Vogel mit einem kurzen Blick. Sein Federkleid war nachgewachsen und prächtig wie zuvor. Nur diese Worte...Ty war oft hier gewesen, meist unangekündigt und ohne meine Erlaubnis. Er hatte dem Kakadu einige Komplimente und Bemerkungen beigebracht, über die ich mich aufregen...

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