Das Vermächtnis der Nugrou: 4 Science Fiction Abenteuer

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. April 2020
  • |
  • 500 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-3951-4 (ISBN)
 
Das Vermächtnis der Nugrou: 4 Science Fiction Abenteuer von Alfred Bekker und Curt Carstens Über diesen Band: Dieser Band enthält die SF-Abenteuer: Alfred Bekker: Ein Roboter namens Joseph Alfred Bekker: Die goldenen Götter von Andaban: Curt Carstens: Rebell der Alienwandler Alfred Bekker: Über Galaxien hinweg Commander Martin Takener erreicht mit dem Großraumschiff NOVA GALACTICA und weiteren Einheiten der irdischen Raumflotte die weit entfernt gelegene Galaxis Nyroo, die legendäre Ur-Heimat der Nugrou-Spezies, deren Hinterlassenschaften die Menschheit ihren technischen Fortschritt verdankt. Doch die ferne Galaxie wird inzwischen von insektoiden Eroberern, den Qalaak, beherrscht. Überraschenderweise treffen Takener und seine Gefährten auf menschliche Siedler, die es vor langer Zeit von der Erde hier her verschlug - ÜBER GALAXIEN HINWEG.
  • Deutsch
  • 0,64 MB
978-3-7389-3951-4 (9783738939514)

Ein Roboter namens Joseph

AM ANFANG WAR DER URKNALL.

Die erste Planck-Zeit, die kleinstmögliche Zeiteinheit, verging.

In den 0,0000000000000000000000000000000000000000001 Sekunden danach geschah mehr, als in den ganzen 13,5 Milliarden Jahren danach.

In diesem ersten Sekundenbruchteil ereignete sich die sogenannte Kosmische Inflation.

Das Universum expandierte mit einer Geschwindigkeit, die weit über die Lichtgeschwindigkeit lag.

Lange glaubte man, dass die Inflation danach zum Stillstand gekommen sei und von nun an die bekannten Naturgesetze das Universum dominierten.

Aber in Wahrheit hielt die Kosmische Inflation ewig an.

Sie tut es bis heute.

Lediglich in einigen Bereichen kam die Inflation zum Stillstand.

Bereiche, die wie Taschen im Gesamtuniversum erscheinen.

Nur dort konnten sich Sterne entwickeln, nur dort konnte Leben entstehen.

Alles, was wir vom Universum beobachten können, ist in Wahrheit eine dieser Taschen mit einem Durchmesser von 13 bis 14 Milliarden Lichtjahren.

Diese Raumzeit-Taschen im Universum werden von weiten Bereichen umgeben, in denen die Inflation noch immer anhält. Niemand könnte diese Bereiche überbrücken. Kein Leben, nichtmal Materie auch kein Signal auf Quantenebene. Die Inflation würde alles zerreißen, was in ihren Einflussbereich gerät.

Die einzige Möglichkeit, von einer Raumzeit-Tasche des Universums in eine andere zu reisen, wäre ein ganz spezielles Wurmloch.

IN DEN TAGEN, DA DIE Spezies der Nugrou (auch Alienwandler genannt) ihre Galaxien überspannende Hochzivilisation erblühen ließ, erkannten ihre Wissenschaftler die wahre Natur des Universums.

Vor allem aber erkannten sie, dass keineswegs die Garantie bestand, dass die Kosmische Inflation in der Raumzeit-Tasche des bekannten Universums nicht wieder einsetzte.

Vielmehr sprach vieles dafür, dass dies jederzeit geschehen konnte - mit unabsehbaren Konsequenzen.

In einer Art Phasenverschiebung würde sich eine Zone neu einsetzender Inflation sogar schneller als das Licht ausbreiten.

Wenn man Glück hatte, vergingen dann Jahrtausende, Jahrmillionen oder Jahrmilliarden bis zum Ende allen Lebens und aller Materie im bekannten Kosmos.

Es konnte allerdings genauso gut sein, dass das alles innerhalb des kaum noch messbaren Sekundenbruchteils einer Planck-Zeit ereignete.

Je weiter sich das Sternenreich der Nugrou ausbreitete und je weiter ihre Technologie fortschritt, desto ängstlicher wurden sie.

Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis sie fanden, dass man sich nicht nur gegen äußere Feinde, sondern auch gegen das Ende des bekannten Universums absichern müsste.

Die einzige Möglichkeit, in eine andere Raumzeit-Tasche des Universums zu flüchten, bestand darin, Wurmlöcher mit ganz bestimmten Eigenschaften und Parametern zu finden. Wurmlöchern, die inmitten von Schwarzen Löchern existierten, denn nur die mörderische Gravitationskraft einer auf die Größe eines Asteroiden komprimierten Sonnenmasse konnte eine derartige Abkürzung durch die Raumzeit aufrechterhalten.

Eine Aufgabe, die Zeitalter dauern konnte.

So schufen die Nugrou die Sucher.

Roboter mit ganz besonderen Eigenschaften.

Ihre Aufgabe sollte es sein, Fluchtwege in andere bewohnbare Raumzeit-Taschen des Universums zu finden.

Roboter, die die Zeit überdauern konnten.

Selbst, als die Zeit der Nugrou-Zivilisation längst vergangen war, existierten diese Roboter noch. Manche von ihnen warteten in den uralten Anlagen und Artefakten der Nugrou darauf, das Bewusstsein eines geeigneten biologischen Wesens in sich aufzunehmen. Denn nur dann, so hatten die Nugrou es bestimmt, konnten diese Roboter wirklich zu Sachwaltern und Rettern des Lebens werden.

Die Sucher-Roboter warteten.

"WAS IST DAS FÜR EINE Anlage?", fragte Captain Wheelan.

"Nugrou-Technik. Eindeutig", sagte Joseph. Damals trug er noch einen Nachnamen. Später sollte das alles keine Bedeutung mehr für ihn haben. So, wie alles Menschliche für ihn bedeutungslos werden sollte.

Die Expedition bestand aus insgesamt 25 Mitgliedern. Wissenschaftler, Astronomen, Spezialisten für Alien-Technik waren darunter.

Joseph war letzteres.

Das irdische Raumschiff war in einer Entfernung von gut hundert Metern gelandet. Vor ihnen ragte ein golden schimmerndes Artefakt der Alienwandler auf.

Joseph setzte ein Modul an die metallische Außenwand der Anlage.

Eine Tür öffnete sich.

"Wer sagt es denn!", meinte Joseph. "Immer hereinspaziert."

"Sie haben den Vortritt", sagte Captain Wheelan. "Schließlich verdanken wir Ihnen, dass sich das Ding endlich öffnen lässt!"

Joseph ließ sich nicht zweimal bitten.

Der erste Mensch, der diese uralte Anlage der Nugrou auf dem Planeten Passion betrat...

Was Joseph in diesem Moment nicht ahnte, war der Umstand, dass er von nun an alles Mögliche war.

Nur kein Mensch mehr.

Und dann war da noch die SEELENINSTANZ.

So nannte sich die KI in der Nugrou-Anlage auf dem Planeten Passion.

Die SEELENINSTANZ gab ihm einen Auftrag.

Einen Auftrag und ein Versprechen.

Und beides hing miteinander zusammen.

SPÄTER.

Viel später.

Jahrhunderte später....

Aber Zeit hatte für ihn nicht mehr dieselbe Bedeutung wie früher.

Ein Sucher bist du!

Ein Sucher der Alienwandler.

Aber auch ein menschliches Bewusstsein, das in einem metallischen Körper gefangen ist.

Du bist die organische Komponente eines polymetallischen Roboters aus Fotirit und Fotirit-Legierungen, dessen äußere Gestalt du nach Belieben verändern kannst. Einzige Einschränkung ist der dabei benötigte Energieaufwand. Auf deiner Heimatwelt Erde würde man dich als Monstrum ansehen.

Joseph war in seinen Gedanken und Erinnerungen versunken. Was war noch menschlich an ihm, so fragte er sich. Ein Sucher-Roboter war dafür konstruiert, ein kontrollierendes Bewusstsein organischer Herkunft in sich aufzunehmen. Der Ursprungskörper starb dann normalerweise ab, konnte aber konserviert werden. Das in den robotischen Sucher-Körper integrierte Bewusstsein war allerdings nicht unumschränkter Herrscher über den Roboter. Vielmehr unterlag dieses Bewusstsein der grundlegenden Hauptprogrammierung des Suchers.

Manchmal empfand Joseph die Bezeichnung ,,Sucher" für seine Person als regelrechten Hohn.

Gefangener!

Dieser Begriff kam seinen Empfindungen mitunter viel näher.

Seine entfernt humanoide, rötlich schimmernde Gestalt wirkte schon eine ganze Weile nahezu regungslos. Josephs Körper konnte im Notfall sämtliche Waffensysteme ausbilden, die die Alienwandler (beziehungsweise Nugrou, wie sie sich selbst nannten) verfügt hatten. Selbst eine Hyperraum-Transition aus dem Stand war für den Sucher-Körper möglich, sofern genügend Energie vorhanden war. Wahrscheinlich hatte es nie zuvor einen Menschen gegeben, dessen Körper einen derart hohen Grad an Unverwundbarkeit aufwies. Eigentlich die Erfüllung eines alten Menschheitstraumes. Und doch sehnte sich Joseph nach nichts so sehr, als in seinen vergleichsweise empfindlichen und anfälligen Homo-Sapiens-Körper zurückzukehren. Ich könnte mein Menschenleben jederzeit wieder aufnehmen, dachte er. Mein Menschenkörper ist an Bord. Sicher konserviert. Warum tue ich das dann nicht? Vielleicht, weil mir klar ist, dass dieses Menschenleben dann nichts weiter als ein Wimpernschlag wäre - verglichen mit der schier unsterblichen Existenz eines Suchers?

Oder ist es die Großartigkeit der Aufgabe, die dich davon abhält?

Einer Aufgabe, die über die Dauer der Existenz des Universums hinausgehen könnte.

Eine Funkbotschaft erreichte Joseph.

"Wir müssen hier schleunigst weg, Joseph!"

Joseph achtete zunächst nicht weiter darauf, hing immer noch seinen Gedanken und Erinnerungen nach.

Erinnerungen, die ihn zurück in das Jahr führten, als er Captain Wheelan auf den Planeten Passion begleitet hatte um ein uraltes Artefakt der Alienwandler zu erforschen.

Damals war es geschehen ...

Beim Betreten einer Alienwandler-Anlage war sein Bewusstsein in den Fotirit-Körper des Suchers übergegangen.

Einfach so.

Als ob die KI der Anlage oder das Basis-Programm des Fotirit-Roboters sich ihn ausgesucht hätten.

Aber das war schon so lange her...

Joseph war durch seinen Fotirit-Körper in gewisser Weise zeitlos.

Nicht nur langlebig, wie die Alienwandler, sondern tatsächlich in der Lage, unvorstellbar große Zeitspannen zu überdauern. Das hing mit seinem Auftrag zusammen. Mit seiner Suche. Denn die konnte sich zeitlich und räumlich gesehen extrem in die Länge ziehen - und das nicht nur in einem relativistischen Sinn.

Alles hatte mit den Objekten zu tun, die er suchte.

Das waren nämlich Schwarze Löcher.

Schwarze Löcher mit ganz bestimmten Eigenschaften, um genau zu sein.

Aber...

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