Super Western Sammelband 6022 - 5 Romane um harte Cowboys

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. August 2020
  • |
  • 700 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-4323-8 (ISBN)
 
Super Western Sammelband 6022 - 5 Romane um harte Cowboys Von Alfred Bekker, Thomas West, Glenn Stirling, Heinz Squarra, Jasper P. Morgan Dieses Buch enthält folgende Western: Glenn Stirling: Union Pcific Express 46 Alfred Bekker & Thomas West: Grainger und die Squaw Heinz Squarra: Die Digger-Bande Jasper P. Morgan: Ashby geht über Leichen Heinz Squarra: Fährte der Verlorenen Der Eisenbahnboss Gordon Ashby ist ein mächtiger, skrupelloser Mann, und er will einen Platz im Vorstand der Midwest Railway. Deshalb muss er seinen Konkurrenten, die Grand Western & Central Railway, ausbooten, indem er die Bahnstrecke mitten durch das Eagle Rock Valley plant, anstatt am Rande des Tales entlang. Dafür braucht er das Land der Rancher im Valley, auch wenn er dafür über Leichen gehen muss ...
  • Deutsch
  • 0,73 MB
978-3-7389-4323-8 (9783738943238)

Express 46 steht abfahrbereit. Die funkelnagelneue Baldwin-Lok 115 mit drei Triebachsen und zwei Laufachsen vorn steht unter Dampf. Heizer Jack Zander geht mit der Schmierkanne noch einmal um seine Maschine, ölt dort einen Pleuel, da ein Schublager. Weißer Dampf weht ihm um das von grimmiger Kälte blaugefrorene Gesicht. In seinem Schnurrbart perlt Eis.

Oben auf dem Fahrstand beugt sich der schmalgesichtige Lokführer Paul Middlebrook aus dem Fenster, blickt zurück über die Seitenfront der vier Pullmanwaggons und des Packwagens.

Der Bahnsteig ist nur mit leichtem Schnee bedeckt. Ein paar Kisten stehen in Höhe des Packwagens, und nur der Stationsbeamte ist noch draußen zu sehen. Alle anderen, die jemanden zum Zug brachten oder von da abholten, haben sich längst in das Stationsgebäude verzogen.

Das Zischen und Prusten der Lok klingt bei dieser Kälte unwirklich lärmend. Grelles Licht fällt aus dem Headlight, der großen Stirnlampe vorn auf der Lok. Dagegen wirken die wenigen Laternen vor dem Stationshaus matt und funzelig.

"Was ist, Jim, warum fahren wir nicht?", ruft Jack Zander dem Stationsbeamten zu, der langsam näher kommt.

"Wir haben keine Verbindung mit Wyman."

"Keine Verbindung mit Wyman? Vorige Woche hattet ihr auch keine."

Der Stationsbeamte bleibt unterhalb des Fahrstandes stehen und grinst zu Middlebrook hinauf. "Sie wollen ja schon lange einen Jüngeren nach Custer's Repose schicken, aber der Streckenboss meint, Wyman wäre schon dabeigewesen, als die Linie hier zu laufen begann, nun soll man ihn nicht abschieben wie einen alten Gaul."

"Recht hat er. Wyman ist zuverlässig. Was kann er dafür, wenn ihm die Gesellschaft einen miserablen Telegrafen gibt", meint Middlebrook, und seine Bassstimme dröhnt wie aus einem Tunnel über den Bahnsteig.

"Wollt ihr warten, bis Wyman zu Fuß Bescheid gesagt hat?", fragt Zander spöttisch.

Der Stationsbeamte schüttelt den Kopf. "Nein, ihr könnt bald fahren, aber wir trauen uns nicht, den Güterzug eine Stunde später nachzuschicken. Deshalb telegrafiert Powers gerade mit dem Boss in Cheyenne, ob wir den Güterzug nicht direkt hinter eurem fahren lassen können."

"Ankoppeln?", knurrt Zander.

Middlebrook bleckt die Zähne. "Wir fahren mit einer Expresslok, und ihr hängt uns eine lahme Pittsburgh mit einem Güterzug dahinter. Da sind wir ja die doppelte Zeit unterwegs."

"Jim, das kann doch nicht euer Ernst sein", ruft Zander empört.

Der Stationsbeamte zuckt die Schultern. "Wenn ich auf ein Zeichen aus Custer's Repose warte, könnt ihr stehen, bis ihr schwarz werdet. Dann schon lieber mit dem Frachtzug zusammen fahren."

Zander lacht schallend. "Mann, wenn wir noch eine American Standard vor dem Zug hätten, wären wir direkt froh, von einer Pittsburgh bei der Talfahrt mitgebremst zu werden. Aber hier ... sieh dir diesen Prachtschinken doch einmal genau an! Dieses Pferdchen hier flitzt doppelt so schnell wie eine Standard. Wenn ich dieser Elly ordentlich Kohle unter den Hintern streue, macht sie die Strecke bis Julesburg in der halben Zeit. Und diesem Tierchen willst du einen Güterzug an den Schwanz binden. Dazu noch mit 'ner halbverrotteten Pittsburgh. Mann, Jim, auf einer Pittsburgh bin ich schon gefahren, als diese Strecke noch gar nicht existierte."

"Hört doch damit auf! Wenn ich euch fahren lasse, und unterwegs ist etwas passiert, ein Achsenbruch oder sonst etwas. Dann erfahre ich das doch nicht. Wenn der Telegraf ginge, wüsste ich genau, wann ihr in Julesburg oder schon vorher in Custer's Repose angekommen seid. So aber würde der Güterzug womöglich hinten auf euren Express knallen."

"Das stimmt. Dazu ist sogar eine Pittsburgh gut genug." Middlebrook nickt gelassen. "Also warten wir auf den Güterzug... Da kommt ja auch Powers."

Der Telegrafist läuft über den Bahnsteig und ruft schon von weitem: "Der Boss stimmt zu. Wir sollen ankoppeln." Er blickt zu Middlebrook hinauf. "Er lässt euch sagen, ihr sollt auf Sicht fahren. Lieber zwei Stunden später in Julesburg als gar nicht."

"So ein blitzgescheiter Junge!", höhnt Zander.

"Ja, er war schon immer ein kluges Kind." Middlebrook wendet sich Jim zu. "Nun los, hängt die Pittsburgh mit dem verdammten Güterzug dahinter."

"Und sag dem Boss, Powers, dass er sich mal etwas einfallen lassen soll, was den Telegrafen in Custer's Repose angeht", fügt Zander hinzu.

Es dauert eine halbe Stunde, bis die Pittsburgh 460 mit der Nummer 21 angehängt ist. Dahinter ein Frachtzug mit sechzehn Wagen. Für die enormen Steigungen und Gefälle der Strecke ziemlich viel.

Middlebrook sieht es und meint zu Jim: "Ihr seid heute so sparsam, Jim. Am besten, wir warten noch ein Dutzend Güterzüge ab und hängen sie dahinter. Ich bin direkt gespannt, wie sich das an der Toger-Creek-Brücke macht, wo wir mit acht Prozent Gefälle ankommen."

"Du wirst es schon packen, Paul", erwidert Jim gleichgültig. "Bis jetzt hast du noch jedesmal Vorstellungen geben wollen, wenn wir mal einen Sonderwunsch hatten. Und nachher ist alles wie von selbst gelaufen."

"Also mit dieser Last im Kreuz fühl' ich mich auch nicht gerade wohl", erklärt Zander.

Der Lokführer und der Heizer der Pittsburgh kommen nach vorn. Zwei alte Haudegen der U.P.R.R. "Hallo, Paul, hallo Jack!", ruft der Lokführer. "Wir machen nur dreißig Sachen, wenn alles drauf ist. Ich denke, dafür werdet ihr Verständnis haben müssen."

Zander nickt. "Paul hat sich schon damit abgefunden, dass wir Schildkröten im Schlepp haben."

"Vielleicht sollte ich dir dafür eine Schaufel Kohle um die Ohren schmeißen, du eingebildeter Affe!", brüllt der Heizer der Pittsburgh.

Jim winkt ab. "Schluss jetzt! Steigt auf euren Dampfer! Jetzt wird gefahren."

"Ab und zu hat Jim doch noch Talent zum Eisenbahner", frotzelt Zander.

Kurz darauf beginnt das Läutewerk der Baldwin-Lok zu laufen. Die Dampfpfeife kreischt schrill auf, und hinten antwortet die Pittsburgh mit urigem Pfiff, der sich wie das Schnauben eines Wales anhört.

Die Baldwin pufft, Dampf quillt dick auf den Bahnsteig und hüllt Jim ein. Die Räder drehen durch. Zander zieht die Sandschütte, und nun packen die Räder und ziehen an. Hinten schnaubt die dicke Pittsburgh wie ein Ackergaul.

Der Konvoi fährt. Schneller, immer schneller, und endlich ist das Läuten der Baldwin fern. Nur die rote Lampe am Schluss des Frachtzuges ist eine Weile zu sehen, dann sieht Jim auch sie nicht mehr.

Als Jim zum Stationsgebäude geht, steht in der Tür eine Frau, ganz mit einer Decke eingehüllt, die sie über den dicken Mantel geschlagen hat. Im trüben Licht kann Jim ihr Gesicht nur als hellen Fleck ausmachen.

"Mister, sind Sie der Telegrafist?", fragt sie mit einer Stimme, die Jim verrät, dass es keine alte Frau sein kann.

"Nein, Madam, aber warum warten Sie hier in der Kälte? Drinnen brennen drei gute Sägespäneöfen. Die Wärme würde Ihnen besser tun, als hier in der Kälte zu stehen ..."

"Ich war eben drin, aber man hat mir gesagt, der Telegrafist wäre draußen."

"Nicht mehr. Kommen Sie, ich führe Sie zu ihm. Wollen Sie telegrafieren?"

"Ja, nach Julesburg."

"O Madam, da haben Sie aber seltenes Pech. Die Leitung funktioniert nicht."

"Mein Gott", sagt sie verstört, "da hätte ich doch besser im Zug bleiben sollen."

Sie gehen in Jims Büro, wo es anheimelnd warm ist, und im Lampenschein der Kerosinbeleuchtung sieht Jim, wie hübsch die junge Dame ist. Er wird gleich noch freundlicher als eben und bietet ihr eine Tasse heißen Kaffee an. Sie nimmt das Angebot an und fragt dann: "Gibt es wirklich keine Möglichkeit, mit Julesburg Verbindung ...?" Jim schüttelt den Kopf. Der Anblick der schwarzhaarigen Schönen verwirrt ihn. Den Ehering an ihrer linken Hand hat er noch nicht bemerkt, obgleich sie die Handschuhe ausgezogen hat.

"Es gibt keine Möglichkeit. Unser Telegraf hat seine Mucken, Madam. Aber warum sind Sie denn ausgestiegen, wenn Sie doch nach Julesburg wollten?"

"Da war jemand im Zug, der meinen Mann kennt. Er sagte mir, er hätte ein Pferd und einen Schlitten bereithalten müssen, und..."

Powers ist eingetreten und hat die letzten Worte gehört. "Ah, sind Sie etwa Mrs. Scott?" Als sie nickt, fährt er fort: "Das Telegramm Ihres Mannes war so ungefähr einer der letzten Sprüche. Ich wette, er wird bald hier sein. Er wollte ja mit einem Pferd kommen, weil Makers nur ein Pferd verleihen kann. Es war sicher Makers, der Ihnen Bescheid gegeben hat, Madam?"

"Ja, ich glaube, so ähnlich heißt er. Ich habe seinen Namen nicht so genau verstanden."

"Na ja, dann...

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