Super Krimis für die Ferien: Vier Thriller

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Juli 2018
  • |
  • 500 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
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978-3-7389-0374-4 (ISBN)
 
Super-Krimis für die Ferien von Alfred Bekker & A. F. Morland Der Umfang dieses Buchs entspricht 554 Taschenbuchseiten. Dieses Buch enthält folgende vier Krimis: A. F. Morland: Das letzte Verhör Alfred Bekker: Killer ohne Reue Alfred Bekker: Chinatown-Juwelen A. F. Morland: Ein Grab in Wien Der Juwelendieb Ray Reynolds stirbt im Gefängnis an einem Herzinfarkt, ohne der Polizei verraten zu haben, wo er die Beute versteckt hat, obwohl die Herausgabe des Diebesgutes eine geringere Haftstrafe bedeutet hätte. Ihm war nur wichtig, seine Frau und Tochter im Falle seines Ablebens versorgt zu wissen. Doch nun sind nicht nur seine Ehefrau und sein gieriger Anwalt auf der Suche nach dem wertvollen Schmuck, sondern auch skrupellose Ganoven, die sogar vor Mord nicht zurückschrecken. Die beiden Detectives Rod Ferguson und Bill McKay vom Sonderdezernat IV bei New Scotland Yard haben alle Hände voll zu tun, die Juwelen vor den anderen zu finden und gleichzeitig Jossie und Sally Reynolds vor den kaltblütigen Gangstern zu beschützen.
  • Deutsch
  • 0,61 MB
978-3-7389-0374-4 (9783738903744)
3738903747 (3738903747)

2


Detective Inspector Rod Ferguson hätte die Angelegenheit einfach den Vernehmungsspezialisten Dennis Kirkpatrick und Chris Rutland übergehen können. Die beiden waren wahre Größen in ihrer Disziplin. Sie hatten sogar schon Granitblöcke zuerst zum Weinen und dann zum Reden gebracht. Doch diesmal wollte Rod lieber selbst Hand anlegen.

Deshalb war er allein im Gefängnis erschienen, um mit dem gerissenen Juwelenräuber Ray Reynolds ein paar schwüle Takte zu plaudern.

An seiner Seite ging ein fülliger Wächter mit Plattfüßen. Bei jedem Schritt erzitterte der Boden des langen Korridors. Der Mann hatte die Schultern von Mister Universum. Das Gesicht aber hatte er sich von Frankensteins Monster geliehen. Trotz seines furchteinflößenden Äußeren war der Wächter eine Seele von Mensch, doch dahinter kamen nur wenige. Die meisten erlitten schon bei seinem Anblick einen Schock fürs Leben.

Rod hatte schon mehrmals mit dem bulligen Typ zu tun gehabt. Er wusste, dass von dem gutmütigen Burschen nichts zu befürchten war. Deshalb unterhielt er sich mit ihm auch, ohne die Hände insgeheim zu ballen.

»Wie hat er sich in letzter Zeit benommen?«, erkundigte sich der Inspector. Er meinte Reynolds.

Der Wächter liftete die Schultern.

»Ein Musterbeispiel von einem Häftling, Inspector Ferguson. Klagt niemals. Tut alles, was man von ihm verlangt. Begehrt niemals auf. Redet kein einziges Mal zurück. Bei dem macht einem dieser Job richtig Spaß. Die andern sind aufsässig, heimtückisch, man hat das Gefühl, sich vor ihnen ständig in Acht nehmen zu müssen. Viele von ihnen würden lieber heute als morgen eine Gefängnisrevolte anzetteln.«

»Wie geht es ihm gesundheitlich?«, fragte Ferguson.

»Ich bin kein Arzt.«

»Er hat doch vor ein paar Tagen Schwierigkeiten mit dem Herz.«

»Scheint alles wieder in Ordnung zu sein. Jedenfalls habe ich seither keine Klage mehr von ihm zu hören bekommen.«

Sie erreichten die Zelle, in der Ray Reynolds mit Carl Milland saß. Der bullige Wächter öffnete. Milland erhob sich und schaute sich mit zusammengekniffenen Augen um. Ein Ausdruck von Feindseligkeit lag in seinem Blick. Er wollte ihn mit einem Lächeln kaschieren, doch dieses Lächeln blieb an seinen bleichen Wangen hängen. Es erreichte nicht seine Augen.

Milland war schlank, mit festen Schenkeln und Oberarmen. Er hatte braunes Haar, tiefliegende grüne Augen und einen weibischen Mund, den er nun erschreckend hart zusammenpresste, als fürchtete er, ihm würde eine abfällige, beleidigende Bemerkung entschlüpfen.

Ray Reynolds kümmerte sich vorerst nicht um die Eintretenden. Er betrachtete lediglich ihre Schuhe. Damit begnügte er sich.

Ferguson musterte den Häftling kurz. Dann sagte er zum Wächter: »Ich möchte allein mit ihm sprechen.«

»Klar, Inspector!«, schnarrte der kraftstrotzende Mann und nickte mit seinem hässlichen Kopf. Er wies auf Carl Milland und sagte: »Komm, wir beide vertreten uns draußen ein wenig die Beine.«

Milland grinste herausfordernd.

»Und wenn ich keine Lust dazu habe?«

»Verdammt, du wirst tun, was ich sage!«, zischte der Wärter gereizt. Er konnte es nicht vertragen, wenn einer der Häftlinge ausgerechnet in Fergusons Gegenwart trotzte.

Milland hob schmunzelnd die Hände.

»Ist schon gut, Bester. War ja nur eine Frage. Ich komme selbstverständlich gern mit. Bin froh, wenn ich mal für ein paar Minuten aus diesem stinkenden Loch rauskomme.«

»Das Loch stinkt nur, weil du es bewohnst!«, bellte der Wärter.

Darauf hob Carl Milland warnend den Finger.

»Vorsicht, Bester. Sie wollen doch keine Ehrenbeleidigungsklage an den Hals kriegen. Immerhin haben auch Strafgefangene eine Ehre, die man beleidigen kann!«

»Willst du weiter große Reden schwingen oder kommst du endlich mit?«, fragte der Wächter ärgerlich.

Milland nickte bedächtig.

»Immer mit der Ruhe. Ich komm' ja schon. Aber ich will mich nicht hetzen. Ist doch ungesund. Täglich sterben Tausende von Leuten am Stress ...«

»Erzähl mir das draußen, ja?«

»Okay, Bester.«

Die beiden ungleichen Männer verließen die Zelle. Rod Ferguson öffnete die Jackettknöpfe seines dunkelblauen Anzugs. Ray Reynolds trug einen hellen Pulli. Er schaute nun langsam zu Rods Gesicht hoch.

Ferguson hatte das Gefühl, einem Fuchs gegenüberzustehen. Reynolds sah aus wie ein Fuchs und war auch so schlau wie ein Fuchs. Dass er nun trotzdem hinter schwedischem Fensterschmuck gelandet war, war wohl in erster Linie darauf zurückzuführen, dass Rod Ferguson noch schlauer war als er. In zweiter Linie fiel zu Reynolds Ungunsten der Umstand in die breite Waagschale, dass man nicht immer nur Glück haben kann. Irgendwann mal gerät man in ein Wellental, und wenn in diesem Moment dann gerade ein Mann wie Rod Ferguson zur Stelle ist, ist das Maß des Unglücks auch schon voll, ehe man sich's recht versieht.

Es war Reynolds möglich gewesen, Juwelen im Wert von dreihunderttausend Pfund zu klauen. Rod hatte ihm nicht die Zeit gelassen, sie an den Mann zu bringen. Aber Reynolds hatte immerhin genug Zeit gefunden, um die Klunker zu verstecken, ehe sich die Faust des Gesetzes seiner bemächtigte.

Ray Reynolds machte auf Rod einen ungesunden Eindruck. Seine Wangen waren fahl, seine Lippen bebten, seine Finger zitterten. Er war sehr aufgeregt. Schweiß glänzte auf seiner schräg nach hinten ansteigenden Stirn. In seinem dunklen Blick lagen Desinteresse und Ablehnung.

Inspector Ferguson wies mit dem Daumen auf die Zellentür, vor der er stand.

»Vertragen Sie sich mit Carl Milland?«

»Wer fragt denn schon danach?«, gab Reynolds zurück. Er schürzte die Lippen. »Er ist nicht besser und nicht schlechter als jeder andere.«

»Er mag keine Wächter.«

»Sie würden sie auch nicht mögen, wenn Sie eingesperrt wären, Inspector Ferguson.«

»Möglich. Milland soll das Ende seiner Haftstrafe schon fast erreicht haben, nicht wahr?«

»Ja.«

»Wann wird er entlassen?«

»Übermorgen.«

»Beneiden Sie ihn?«

»Was soll die Frage?«

»Wie viele Tage haben Sie noch vor sich, Reynolds?«

»Zweitausendfünfhundert.«

»Der Richter war hart«, meinte Rod.

»Er hat mir die für Juwelenraub vorgesehene Strafe aufgebrummt.«

»Sie bekamen die Höchststrafe.«

»Ist mir egal.«

»Es hätte mildernde Umstände gegeben, wenn Sie gesagt hätten, wo Sie die geraubten Juwelen versteckt haben.«

»Weiß ich.«

»Zigarette?«

»Nein ... danke.«

»Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich rauche?«

»Meinetwegen.«

Rod steckte sich ein Stäbchen an. Ray Reynolds gab sich betont gelassen, obwohl es in seinem Inneren mächtig gärte. Rod sah das aufgeregte Pochen der Halsschlagadern. Die Schweißperlen wurden langsam größer.

»Ich soll Ihnen von Ihrer Frau und von Ihrer kleinen Tochter Grüße bestellen«, meinte Rod nach dem zweiten Zug.

Reynolds zuckte heftig zusammen. Er starrte Ferguson wütend an. Seine Nasenflügel blähten sich.

»Lassen Sie die beiden aus dem Spiel, Inspector!«, zischte er wütend. »Sie haben mit der Sache nichts zu tun. Das ist eine Angelegenheit zwischen Ihnen und mir - wenn Sie wollen. Meine Frau und meine Tochter wissen nichts. Warum versuchen Sie es auf diese gemeine, hinterhältige Weise?«

Rod lächelte.

»Ich habe mit den beiden nicht sehr viel geredet. Ich sagte Ihrer Frau bloß, dass ich die Absicht hätte, Sie heute hier aufzusuchen, und sie bat mich, Ihnen in ihrem und in Ihrer Tochter Namen Grüße zu bestellen.«

Reynolds schüttelte wild den Kopf.

»Das können Sie mir nicht erzählen, Ferguson. Ich weiß, dass Sie gerissen sind. Und ich weiß, dass Sie niemals etwas tun, das nichts einbringt. Also versuchen Sie mir nicht mit der humanen Welle zu kommen.«

Rod zog an der Zigarette. Es gab auf einem kleinen Holzbord einen verbeulten blechernen Aschenbecher. Da streifte der Inspector die Asche ab.

»Sie denken gewiss sehr oft an die Juwelen, Reynolds.«

»Nicht öfter als Sie«, erwiderte Ray Reynolds grinsend.

Rod nickte.

»Sie haben recht. Ich denke nahezu pausenlos an die prachtvollen Stücke, die Sie geraubt haben. Der Juwelier meint, Sie verfügten diesbezüglich über hervorragende Kenntnisse. Sie haben nur die wertvollsten Sachen genommen.«

»Ich bin gelernter Goldschmied«, schmunzelte Reynolds.

»Ich habe zwar keine Ahnung, wo Sie die Klunker versteckt haben ...«

»Sie wären nicht hier, wenn Sie es wüssten«, sagte Reynolds spöttisch.

»Da haben Sie recht, Reynolds«, gab Rod zu. »Ich weiß es nicht. Aber ich könnte mir doch vorstellen, dass Ihr Versteck nicht...

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