Sechs Pecos Western Januar 2018

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. Januar 2018
  • |
  • 700 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-1697-3 (ISBN)
 
Januar 2018 - Sechs Pecos Western Männer im Kampf um Recht und Rache. Diese Buch enthält folgende Romane: Horst Weymar Hübner: Ritt ohne Hoffnung Alfred Bekker: Die Todesreiter vom Rio Pecos Frank Callahan: Bill Warbow, der Glücksritter Leslie West: Schamane der Zeiten Pat Urban: Nur ein Sergeant Joachim Honnef: Waco der Texaner Als die Männer der O'Malley-Ranch ihre Tiere zum jährlichen Round up zusammengetrieben haben, fällt die Bande von Barry Walton über sie her. Waltons Männer reiten mit Uniformen, die sie von einem Army-Transport erbeutet haben und behaupten einfach, dass die O'Malley-Herde beschlagnahmt sei. Es kommt zum Kampf. Gordon O'Malley und zwei seiner drei Cowboys kommen ums Leben. Nur sein Sohn Jed O'Malley kommt davon - und schwört blutige Rache.
  • Deutsch
  • 0,86 MB
978-3-7389-1697-3 (9783738916973)
3738916970 (3738916970)

Der Fahrweg ist ausgeleiert und knochentrocken, und Jim Haskell befürchtet, dass sich der Ziegenbock, den er unter dem geflickten Sattel hat, gleich noch ein Bein brechen wird. Er treibt ihn vom Weg herunter, weil er nicht noch einmal vierzig Dollar für einen Gaul ausgeben kann, der sich hinterher als Satansbraten reinsten Blutes entpuppt. Zudem wäre Jim Haskell aufgeschmissen, wenn er das Pferd hier erschießen müsste, weil es sich verletzt. Hier gibt es weit und breit keine Ansiedlung. Und wenn er doch zufällig auf eine Handelsstation stoßen sollte, wäre es fraglich, ob ihm die Leute bei seinem abgerissenen Aussehen einen Gaul eintauschen würden, denn Jim Haskell hat keine vierzig Dollar mehr. Er besitzt noch genau sechs Dollar und fünfzig Cents. Und dafür bekommt er nicht einmal einen Pferdeurgroßvater.

Jim Haskell reibt über sein Kinn. Sein sechs Tage alter Bart knistert, Sand rieselt heraus.

"Ziemlich trockene Gegend", findet Jim und reitet neben dem Weg her auf eine Felsgruppe zu.

In der flimmernden Luft kann Jim Haskell nach einiger Zeit Bäume zwischen den aufragenden Felsen erkennen. Die Steinbrocken sind haushoch und wirken wie von Gigantenfaust zusammengefegt. Das übrige Land ist eben wie ein Brett. Nicht einmal Büsche gibt es. Das Gras ist unter der gnadenlosen Sonne längst verdorrt.

Jim Haskell leckt sich über die aufgesprungenen Lippen und horcht dabei auf das hohle Keuchen, das der Gaul von sich gibt. Seit einer Stunde schon ist der Gang des Tieres ungenau, und immer öfter stolpert es und rüttelt Jims Knochen durcheinander.

Aber plötzlich wirft der Gaul den Kopf hoch und wittert zu den Felsen hin. Und dann strafft er sich und trottet zügig los. Jim Haskell stützt sich auf das Sattelhorn. Die überraschende Eile des Gaules kann nur bedeuten, dass es dort vorn Wasser gibt. Eigentlich hatte Jim nur auf etwas kühlenden Schatten und ein paar grüne Zweige für das Pferd gehofft.

Der Fahrweg führt genau zwischen die Felsen. Jim blickt noch einmal rundum, ehe er zwischen zwei gezackte Brocken reitet. Hinter ihm ist außer dem dünnen Staubschleier, den die Hufe aufwirbelten, nichts zu erkennen. Rechts flirrt die Luft über dem Boden, und links bietet sich derselbe trostlose Anblick: eines ausgedörrten, verbrannten Landes. Jenseits der Felsen wird es vermutlich genau so aussehen.

Jim Haskell lässt den Gaul zwischen die Felsen trotten und legt dabei die Hand leicht auf den Kolben seines Revolvers. Doch hier hält sich nichts versteckt - kein Raubzeug und keine Menschen. Dieser Platz ist genauso verlassen wie das Land draußen. Gelegentlich kommen Wagen vorbei, vielleicht die Postkutsche. Mehr verraten die Spuren nicht.

Jim Haskell zählt neun gewaltige Felsbrocken und fünf Bäume. Der Platz inmitten der Felsen ist von spärlichem Gras bedeckt, das zudem ziemlich abgerupft wirkt. Da und dort liegen Pferdeäpfel.

Der Weg verlässt das Felsenrondell ziemlich genau gegenüber jener Stelle, an der er hereinführt.

Jim Haskell steigt ab und lässt das Pferd weitertrotten. Der Gaul strebt einer Nische zu, die von zwei fast rechtwinklig zueinander stehenden Felsen gebildet wird. Das dumpfe Hufgeklapper erstirbt, der Gaul reckt den Kopf vor und bläst schnarchend durch die Nüstern. Dann wendet er den Kopf und wiehert zornig und herausfordernd zugleich.

"Ja, ich komme ja schon", sagt Jim Haskell, und geht mit schleppenden Schritten hinüber.

Der Gaul hat die Wasserstelle entdeckt. Sie liegt so tief, dass das Tier nicht herankommt. Jim Haskell steigt in eine Art Grube. In das Erdreich sind Stufen geschlagen, und ihr Erhaltungsgrad sagt aus, dass diese Wasserstelle öfter benutzt wird. Am Boden der Grube existiert eine Steinwanne. Das Wasser darin ist glasklar. Jim kann die Steine erkennen, die am Grunde liegen.

Er nimmt den verbeulten und verstaubten Hut ab, schlägt ihn aus und schöpft mit hohlen Händen Wasser, das er sich ins Gesicht klatscht. Zu seinem Erstaunen ist das Wasser eiskalt, obgleich die Sonne voll in die Grube hereinscheint. Jim wäscht sich den Dreck und die Salzkruste aus dem Gesicht und trinkt dann, während oben der Gaul ungeduldig mit den Hufen scharrt und böse schnaubt.

Nachdem Jim Haskell für seine augenblicklichen Bedürfnisse gesorgt hat, füllt er seinen Hut mit Wasser und steigt hinauf, um den Gaul zu tränken. Der Hut ist äußerst schadhaft und der Gaul sehr durstig. Jim muss den Weg über die abgebröckelten Stufen im Erdreich sechsmal machen, bis der Gaul endlich seinen Durst gelöscht hat. Dann nimmt Jim Haskell dem Tier den Sattel und die Deckenrolle ab und lässt es laufen. Den Schatten der Bäume und den Bereich der Felsen wird der Gaul freiwillig nicht verlassen.

Jim schleppt Sattel und Gepäck unter einen Baum, prüft den Stand der Sonne, und streckt sich dann aus, um ein Auge voll Schlaf zu nehmen. Wer schläft, spürt keinen Hunger. Jim Haskells Vorräte sind aufgebraucht. Er hat noch etwas Tabak, ein paar Blatt Zigarettenpapier und etliche Streichhölzer. Ein paar Minuten schaut Jim Haskell noch dem Gaul zu, der sich über das vorhandene Gras hermacht, dann bettet er den Kopf auf den Sattel, deckt sich den tropfnassen Hut aufs Gesicht, und schläft auch schon ein.

Lange währt seine Ruhe indes nicht, denn plötzlich wiehert Jim Haskells Gaul so schrill, als solle er bei lebendigem Leibe gebraten werden. Von einem zum anderen Augenblick ist Jim wach, bleibt einen Herzschlag lang liegen, und greift dann nach seinem Gewehr, als er von irgendwo her jagenden Hufschlag hört.

Jim Haskells geübtes Gehör macht ein Pferd aus. Das Ziel dieses eiligen Reiters scheint geradewegs dieser Felsenplatz mit der Wasserstelle zu sein.

Das Gewehr steckt noch im Scabbard, und dieser ist am Sattel festgebunden. Mit einem heftigen Ruck zieht Jim Haskell die Waffe heraus, schwingt sie hoch und kniet im selben Moment schon. Dann schnellt er hoch und überquert geduckt den freien Platz innerhalb der Felsen. Aus den Augenwinkeln sieht er seinen Gaul in der Nähe des Wasserloches stehen und zu jener Stelle hinäugen, wo der Weg den Felsenplatz verlässt.

Etwas außer Atem erreicht der Mann Jim Haskell den linken Felsen, der etwas überhängt. Aus voller Fahrt geht er auf die Knie, prallt mit der Schulter gegen den Stein und schiebt Gewehrlauf und Kopf gleichzeitig um die Kante. Der trommelnde Hufschlag knallt jetzt überlaut, und da erkennt Jim Haskell auch bereits, dass da eine Sache auf ihn zukommt, die ihm nicht im Mindesten behagt.

Vielleicht noch hundert Galoppsprünge von den Felsen entfernt fegt ein Reiter heran, der sich tief auf den Hals seines verrückt gefleckten Pferdes beugt. Der Bursche hat seinen Hut verloren. Brandrotes Haar leuchtet grell in der Sonne. Der Kerl reitet wie der Teufel und fordert seinem hochbeinigen Schecken allerhand ab. Dieser eine Mann würde Jim Haskell nicht außerordentlich beunruhigen. Was ihn jedoch gedämpft fluchen lässt, sind jene emsigen Reiter, die nicht minder zäh und verbissen hinter dem rothaarigen Mister hergesaust kommen.

Sieben oder acht Mann müssen es sein. Jim Haskell kann sie nicht genau zählen, denn der rothaarige Mann reitet nicht auf dem Weg, sondern etliche Yards daneben, dort, wo das Land ausgetrocknet ist und der Sand schon zu wehen beginnt, wenn man nur niest. In der langen Staubfahne, die die wirbelnden Beine des Schecken hochreißen, sind die Gäule der Verfolger nur als dunkle Klumpen auszumachen. Da und dort taucht ein Hut hoch, wenn sich einer der Reiter aufrichtet.

Jetzt kommt der rothaarige Mann zwischen die Felsen gejagt. Er blickt über die Schulter auf seine Verfolger, reißt den Kopf nach vorn und springt in voller Fahrt aus dem Sattel. Das Pferd jagt unter die Bäume, Jim Haskells Gaul rennt wiehernd hinterher, und etliche Schritte hinter Haskell überschlägt sich der rothaarige Mister zweimal, bleibt auf dem Gesicht liegen, und beginnt zu fluchen. Seine Stimme klingt etwas gequetscht und quäkend.

Jim Haskell denkt, dass dies durch die Lage des Mannes bedingt ist, aber da rollt sich der Kerl schon herum, schnellt auf die Füße und fischt mit der rechten Hand den Revolver aus dem Holster, während er bereits zurückläuft und drohend die Waffe gegen die Verfolger richtet.

Mitten im Lauf stockt der Bursche, als er Jim Haskell am Fuß des einen Felsens entdeckt. Der rothaarige Mann ist klein und dürr. Er besitzt die krummsten Beine, die Jim Haskell je gesehen hat. Sein Gesicht weist zwar einige Schrammen und blutige Risse auf, die nicht allein durch die ungewöhnliche Art des Absteigers zustande gekommen sein können, aber eine gewisse Ähnlichkeit dieses Mannes mit einem Eichhörnchen ist unverkennbar.

"He, bei meiner Seele und beim Leben meines Großvaters, Mister, was ist denn das für ein lausiger Trick?", knurrt der kleine Kerl und schwenkt den Revolver auf Jim Haskell.

Der lässt sein Gewehr auf die Verfolger gerichtet, die jetzt ihre Pferde zügeln und noch mehr Staub draußen aufwirbeln.

"Von welchem Trick redest du, Mister?", fragt Jim Haskell. "Ich gehöre nicht zu diesem Verein da draußen, falls es dich interessiert. Aber du hast mich in meiner...

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