Sammelband 8 Krimis N.Y.D. New York Detectives - Das Todesquartett und andere Bount Reiniger Krimis

Cassiopeiapress Spannung
 
 
BookRix (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. Mai 2019
  • |
  • 1095 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7438-6575-4 (ISBN)
 
Kriminalromane der Sonderklasse - hart, actionreich und überraschend in der Auflösung. Ermittler auf den Spuren skrupelloser Verbrecher. Zahlreiche spannende Romane in einem Buch - Ideal als Urlaubslektüre. Dieses Buch enthält die Krimis: Alfred Bekker: Verschwörung der Killer Klaus Tiberius Schmidt: Ein Toter nimmt Rache Klaus Tiberius Schmidt: Bount Reiniger und der Verschwundene Klaus Tiberius Schmidt: Todesfalle Marrakesch Klaus Tiberius Schmidt: Bount Reiniger und der Mann im Dunkel Klaus Tiberius Schmidt: Das Todesquartett Klaus Tiberius Schmidt: Kokainkrieg in Manhattan A.F.Morland: Spezialist für krumme Touren In New York läuft offenbar ein Verrückter herum, der sich als Terry Jacksons Rächer fühlt. Jackson starb in der Gaskammer, und obwohl es bereits fünf Jahre her ist, scheint sich jetzt sein Schwur zu erfüllen: Rache zu üben an denjenigen, die ihn damals verrieten und hinter Gitter brachten. Zuerst wird Buddy Walthors, der Tipp-Geber, ermordet, dann auf den Ex-Police-Officer Harold Whitman ein Anschlag verübt. Dieser wendet sich an Bount Reiniger, den besten Privatdetektiv New Yorks, und bittet ihn, den Killer zu finden. Doch auch Reiniger steht auf der Liste, an denen Terry Jackson sich rächen wollte ...
  • Deutsch
  • 1,53 MB
978-3-7438-6575-4 (9783743865754)

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Bount Reiniger, der bekannte New Yorker Privatdetektiv, stand am Fenster und blickte hinaus in den strahlend blauen Himmel über dem Central Park. Seine Hände steckten in den Hosentaschen. Er hob die breiten, muskulösen Schultern und atmete tief durch, bevor er sich dann wieder zu dem Mann herumdrehte, der in seinem Büro Platz genommen hatte.

Der Mann hatte deutliches Übergewicht und sein dreiteiliger Anzug war sicher eine teure Sonderanfertigung. Sein Haar war blond, hatte aber einen kräftigen Rotstich. Und wenn man sich dazu seinen Namen ansah, dann war klar, dass er irische Vorfahren haben musste.

Er hieß Rory Keogh und hatte in der Immobilienbranche mehr Geld gemacht, als er je in seinem Leben noch würde ausgeben können. Viele Probleme ließen sich mit Geld glatt bügeln, aber die Sache, die Rory Keogh im Augenblick auf der Seele lag, gehörte nicht dazu. Geld allein würde da nichts bewegen.

"Es wäre gut, wenn Sie mir langsam klipp und klar sagen würden, was ich für Sie tun soll, Mister Keogh", meinte Bount Reiniger, während er sich eine Zigarette nahm und in den Mund streckte. Er bot Keogh auch einer an, aber der wollte nicht. Bount nahm den ersten Zug, blies den Rauch aus und setzte dann hinzu: "Sie stellen mir eine Frage nach der anderen, aber mit Ihrer Sache kommen Sie nicht heraus! Ich frage mich, was das soll!"

Keogh machte eine hilflos wirkende Geste. Ein verkrampftes Lächeln ging über sein aufgeschwemmtes Gesicht.

"Entschuldigen Sie, Mister Reiniger. Es war keineswegs meine Absicht, Ihre Zeit zu verschwenden. Aber lassen Sie es sich ein Trost sein: Zeit ist für uns beide Geld, aber meine Zeit ist mindestens doppelt so teuer wie Ihre! Selbst, wenn Ihre Agentur so gut läuft, wie man hört!" Bount grinste.

"Man hört richtig. Trotzdem! Am besten, Sie sagen mir einfach, was Ihr Anliegen ist, und ich sage Ihnen dann, ob ich etwas für Sie tun kann!"

Er zuckte mit den Schultern. "Na gut", murmelte er. "Warum eigentlich nicht? Vielleicht können Sie das Schlimmste verhindern!" Er blickte Bount offen an. "Ich bin der Sohn eines armen, irischen Einwanderers, Mister Reiniger."

"Ihr Name lässt etwas in der Art vermuten."

"Als mein Vater hier kam, war er arm wie eine Kirchenmaus. Zwei Jahre später war er tot. Er arbeitete auf dem Bau. Ein Stahlträger hat ihn erschlagen. Ich war damals 15. Es war eine harte Zeit für meine Mutter, die jüngeren Geschwister - und für mich. Ich möchte, dass Sie das wissen, um besser verstehen zu können was geschehen ist. Ich sehe aus wie ein Amerikaner und so steht es auch in meinem Pass. Ich habe nicht einmal mehr einen Akzent, der mich verraten könnte - höchstens noch mein Name. Aber im Herzen bin ich immer Ire geblieben. Die Verbindungen sind nie abgebrochen."

Bount runzelte die Stirn.

"Ich verstehe", murmelte er, aber in Wahrheit begriff er noch immer nicht, worauf Keogh hinaus wollte.

"Wissen Sie, was die IRA ist?", fragte er.

"Die 'Irisch-republikanische Armee'? Eine Untergrundorganisation, die mit ihren Terroranschlägen zu erreichen versucht, dass die Briten sich aus Nordirland zurückziehen und die sechs Grafschaften an die Republik Irland im Süden angeschlossen werden."

"Sie drücken das sehr unfreundlich aus, Mister Reiniger. Aber egal! Es geht um meinen Sohn Jack. Er ist untergetaucht und ich habe den Verdacht, dass er nach Ulster gegangen ist, um sich dort der IRA anzuschließen." Rory Keogh schluckte und eine leichte Röte überzog jetzt sein Gesicht. "Sie können sich ja denken, was das bedeuten kann."

Bount hob die Augenbrauen.

"Was befürchten Sie denn?"

"Er könnte für lange Jahre hinter Gitter kommen. Er könnte womöglich sogar zum Mörder werden und sein Leben ruinieren! Außerdem ist er noch völlig grün hinter den Ohren."

"Wie alt ist er?"

"19. Er hat das College geschmissen." Er atmete gut hörbar aus. "Er hat eigentlich alles geschmissen. Ein richtiger Versager, obwohl ihm alles vorgekaut wurde. Er ist nicht so aufgewachsen wie ich! Ihm hat es an nichts gefehlt! Nur das Beste war mir gut genug für ihn, er hätte nur zugreifen müssen. Ich möchte, dass er einmal übernimmt, was ich aufgebaut habe, aber wenn ich daran denke, was geschieht, wenn ich eines Tages die Augen schließe, dann sehe ich schwarz."

"Und wie kommen Sie darauf, dass er nach Nordirland gegangen sein könnte?"

Keogh fixierte Bount mit seinem Blick, so als wollte er einen Moment lang abwägen, ob er es dem Privatdetektiv sagen sollte oder nicht.

"Wir haben uns darüber unterhalten", sagte er dann ziemlich kleinlaut. "Wir haben uns oft über das unterhalten, was heute in Belfast oder Derry geschieht. Über die Ungerechtigkeit, über den Bürgerkrieg. Und jetzt..." Er sprach nicht weiter und so vollendete Bount für ihn.

"Jetzt ist der Junge nach Belfast geflogen, um zu beweisen, dass er auch ein ganzer Kerl ist!" Keogh nickte.

"Ja, so ähnlich. Jedenfalls nehme ich das an."

"Ich hege keine großen Sympathien für die IRA", erklärte Bount Reiniger offen. "Unschuldige mit Autobomben in der Luft zu zerfetzen, das ist in meinen Augen alles andere als eine Heldentat!"

"Es geht um die Freiheit von den Briten!"

"Mir ist es gleichgültig, worum es dabei geht, Mister Keogh. Es bleibt in jedem Fall abscheulich."

"Jetzt geht es mir nur um Jack! Um sein Leben, Mister Reiniger! Um das Leben meines Sohnes!"

Bount nickte und kam etwas näher an Keogh heran. Der Privatdetektiv setzte sich halb auf den Schreibtisch.

"Es ist bekannt, dass die IRA einen beträchtlichen Teil ihres Kapitals von US-Bürgern irischer Abstammung bekommt. Aus gewissen romantischen Gefühlen heraus, die Sie mir auch zu teilen scheinen!"

"Ich werde dazu nichts sagen, Mister Reiniger."

"Könnte es sein, dass die eine oder andere Bombe, die drüben auf der anderen Seite des großen Teichs hochgeht, vielleicht von Ihrem Geld bezahlt wurde?" Bount erwartete von seinem Gegenübers gar nicht, dass er darauf antwortete, sondern fuhr statt dessen fort: "Aber jetzt, wo es um ihren eigenen Sohn geht, da bekommen Sie auf einmal kalte Füße!"

"Wenn Sie in meiner Lage wären, würde es Ihnen nicht anders ergehen!"

"Schon möglich."

"Reiniger, Sie sind meine letzte Hoffnung! Holen Sie Jack zurück! Ich gebe Ihnen einen Blankoscheck, wenn Sie das für mich tun!"

"Und wenn er gar nicht zurück will? Was soll ich tun? Ihn entführen?"

Keogh zuckte mit den Schultern. "Tun Sie, was in Ihrer Macht steht, Reiniger. Und wenn er trotzdem nicht von seinen Ideen abzubringen ist, dann habe ich wenigstens alles versucht. Sie könnten damit Jacks Leben retten!" Ja, dachte Bount. Und vielleicht nicht nur das Leben dieses verwöhnten, von einem Minderwertigkeitskomplex getriebenen Millionärssprösslings!

"Und wenn er gar nicht nach Belfast geflogen ist?", fragte Bount.

"Warum sollte er sonst untertauchen? Nein, ich glaube, dass er in Belfast ist oder versucht, dorthin zu kommen. Er hat Geld von dem Konto abgehoben, dass ich ihm eingerichtet habe. Und einmal hat er auch ganz konkret davon gesprochen, dass man etwas tun müsste. Verstehen Sie, Reiniger?"

"Ich weiß nicht..."

"Mit der Waffe in der Hand kämpfen, um Ulster zu befreien!"

"Ich hoffe, dass Sie sich irren, und wir ihn hier irgendwo aufgabeln."

"Das hoffe ich auch." Er atmete tief durch. Dann meinte er: "Ach, ja, da ist noch etwas, Mister Reiniger. Ich habe es unter seinen Sachen gefunden." Er griff in die Innentasche seiner Anzugjacke und legte eine dicke, ziemlich ramponierte Broschüre auf den Tisch. "Das ist ein Verzeichnis aller Privatpensionen in Nordirland." Bount nahm das Heft an sich und blätterte darin herum. Es war noch kein Beweis dafür, dass sich Jack wirklich auf die Reise über den großen Teich gemacht hatte. Eigentlich sprach es sogar eher dagegen, denn warum sollte er dieses Heft in dem Fall zurücklassen?

Dann stutzte Bount.

"Einige Seiten sind herausgerissen", stellte er fest.

"Vielleicht waren dort die Adressen drauf, die er ansteuern wollte!", meinte Keogh und Bount nickte.

"Ja, das könnte sein..." Er würde sich im nächsten Reisebüro ein vollständiges Original besorgen. Vielleicht war es ja eine Spur.

Bount bedachte Keogh mit einem ernsten Blick und fragte dann nach kurzem Zögern: "Jack hat keine Nachricht hinterlassen?"

"Nein."

"Vielleicht Ihnen nicht, Mister Keogh. Das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Sohn war ja auch nicht das beste, wie Sie mir berichtet haben."

"Wem sonst?"

"Hat er keine Bekannten? Freunde? Ein Mädchen vielleicht? Hat Ihr Sohn eine Freundin?"

Keogh machte ein nachdenkliches Gesicht und nickte schließlich. "Jack hatte nie viele Freunde. Aber da war ein Mädchen. Ich habe sie ein paar Mal gesehen. Ich glaube, ihr Name war Suzanne. Er hat sogar eine Weile bei ihr gelebt."

"Hat? Wann war die Sache zu Ende?"

"Vor zwei Monaten ist er wieder bei mir eingezogen." Keogh zuckte die Achseln. "Er war sehr verschlossen. Wir haben nicht weiter über die Sache gesprochen. Vielleicht hat er den Verstand verloren, weil diese Suzanne mit ihm Schluss gemacht hat."

"Seit...

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