Henry Rohmer Thriller - Wir fanden Knochen

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. Januar 2018
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-1695-9 (ISBN)
 
Wir fanden Knochen Thriller von Alfred Bekker (Henry Rohmer) Der Umfang dieses Ebook entspricht 111 Taschenbuchseiten. Menschliche Knochen werden in Säurefässern gefunden. Hat ein irrer Massenmörder versucht, sich auf diese Weise der sterblichen Überreste seiner Opfer zu entledigen? Und was hat das alles mit einer Gang zu tun, deren Mitglieder sich selbst als 'Kannibalen' bezeichnen? Die Ermittler finden schließlich heraus, dass der Fall ganz anders liegt, als es ursprünglich den Anschein hatte... Ein Thriller von Henry Rohmer. HENRY ROHMER ist das Pseudonym des Schriftstellers ALFRED BEKKER, der vor allem durch seine Fantasy-Romane und Jugendbücher einem großen Publikum bekannt wurde. Daneben schrieb er Krimis und historische Romane und war Mitautor zahlreicher Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X.
  • Deutsch
  • 0,36 MB
978-3-7389-1695-9 (9783738916959)
3738916954 (3738916954)

"Jesse! Was ist da los bei euch?"

"Ich habe keine Ahnung, Clive!"

Es war die Stimme von Agent Clive Caravaggio, die in meinem Ohrhörer schrillte. Der stellvertretende Special Agent in in Charge war der zweite Mann im FBI Field Office New York.

Er leitete diesen großräumig angelegten Einsatz in der Bronx. Die YOUNG CANNIBALS und ihre Aktivitäten im Crack-Handel beobachteten wir schon seit längerem. Diese Gang beherrschte zwar den Crack-Handel in einem Teil der South Bronx, aber die großen Nummern waren ihre Lieferanten.

Und an die wollten wir heran.

Der Tipp eines Informanten hatte uns an diesem Sonntagnachmittag hier her gebracht. Zusammen mit mehr als dreißig G-men und noch einmal so vielen Angehörigen eines Spezialkommandos der State Police hatten wir uns auf die Lauer gelegt.

Jetzt waren wir dabei, die Ernte einzufahren.

Die Kolumbianer hatten sich gleich ergeben. Echte Profis eben. Sie hatten sofort erkannt, dass sie keine Chance hatten, wenn sie wild mit der Uzi herumknallten. Bei den YOUNG CANNIBALS war das anders. Einige von ihnen hatten das Feuer eröffnet und waren jetzt tot oder schwer verletzt.

Zwei von ihnen waren uns schlicht durch die Lappen gegangen. Ihretwegen trieben wir uns jetzt hier auf diesem brachliegenden Firmengelände herum.

Und jetzt die Schüsse...

Mein Freund und Kollege Milo Tucker fasste seine Dienstwaffe mit beiden Händen, tastete sich vorsichtig zu einem der vor sich hin rostenden Container hervor. Wir hatten gerade eine Lagerhalle umrundet. Einige unserer Kollegen sahen sich im Inneren um, während wir dem ehemaligen Büro- und Labortrakt von HOUSEMAN CHEMISTRY LTD. entgegenstrebten.

Schreie waren zu hören.

"Mit wem schießen sich die Brüder denn, zum Teufel?", knurrte unser Kollege Jay Kronburg. Wie wir alle trug er bei diesem Einsatz eine Kevlar-Weste. Aber statt der üblichen SIG verwendete Jay einen 4.57er Magnum-Colt. Ein Überbleibsel aus seiner Zeit bei der City Police.

Wir stürmten vorwärts.

Sicherten uns gegenseitig ab.

Die Schießerei verebbte schon nach wenigen Augenblicken.

Dann fanden wir die beiden flüchtigen YOUNG CANNIBALS.

Beide durch Kugeln getroffen.

Der Größere der beiden war ganz gewiss tot. In eigenartig verrenkter Haltung lag er da. Der andere befand sich in der Nähe eines ausgeschlachteten Trucks. Eine Lache aus frischem Blut färbte den Asphalt um ihn herum dunkelrot.

Er bewegte sich noch.

"Sieht so aus, als hätte da oben aus dem Büro-Trakt jemand die beiden eiskalt abgeschossen!", stieß ich hervor.

Das Motiv dafür lag auf der Hand.

Einer der beiden Flüchtigen hatte nämlich eine Plastiktüte bei sich gehabt, die vermutlich ein paar Kilo Kokain enthielt.

"Da hat wohl irgendein Geier versucht abzusahnen!", knurrte Jay Kronburg. "Aber der wird nicht viel Freude an seiner Beute haben!"

Milo rief über das Mikro an seinem Hemdkragen den Emergency Service.

Außerdem informierte er Clive über die Lage. Kollegen von uns wurden angewiesen, das Büro- und Laborgebäude abzuriegeln.

Geduckt rannte ich vorwärts.

Meine Kollegen sicherten mich.

Ich erreichte den Verletzten.

Zuerst nahm ich ihm die Waffe ab, um die sich seine Faust immer noch schloss.

Er sah mich an, wollte etwas sagen. Aber aus seinem Mund kam nichts weiter als ein heiseres Röcheln.

Milo und Jay folgten mir.

Der Verletzte hatte viel Blut aus der Wunde an der Schulter verloren. Auch ein Treffer an der Schulter konnte lebensgefährlich sein, wenn von oben geschossen worden war und der Schusskanal dann auf seinem Weg durch den Körper wichtige Organe zerriss. Am Kopf hatte er hingegen nur einen Streifschuss abbekommen.

Jay betrachtete inzwischen die Leiche des Komplizen, drehte ihn herum.

"Der hier hat den Stoff nicht", stellte er fest.

"Den haben die hier irgendwo verschwinden lassen", murmelte Milo.

Ich machte inzwischen dem Emergency Service über Funk etwas Druck. Ein Rettungsteam war vorsorglich in die Nähe des Einsatzortes beordert worden. Schließlich musste bei einer derartigen Operation immer auch mit Verletzten gerechnet werden.

Wenig später trafen die Rettungssanitäter ein, um sich um den Verletzten zu kümmern.

Wir hatten anhand seines Führerscheins inzwischen herausgefunden, wie er hieß.

Toby Jackson.

Ein bislang unbeschriebenes Blatt. Es musste sich um einen der unteren Ränge bei den YOUNG CANNIBALS handeln.

Dasselbe galt für den Toten. Er trug Führerschein und Kreditkarten bei sich, die auf den Namen Rick Donegal ausgestellt waren. Ein Name, der in unseren Dossiers über die YOUNG CANNIBALS nur unter ferner liefen genannt wurde.

Rick hatte ein Handy bei sich getragen. Mit Prepaid-Sim-Card, so dass man bei Anrufen nicht die Identität des Telefonkunden zurückverfolgen konnte. Aber immerhin gab es einen Speicher, der die letzten zehn selbstgewählten und angenommenen Gespräche verzeichnete, außerdem deren Uhrzeit und Dauer.

Besonders interessant waren die Nummern, die kurz vor dem Zeitpunkt geführt worden waren, als der Deal über die Bühne laufen sollte.

"Wird 'ne Weile dauern, bis der wieder reden kann", meinte Milo, als Toby Jackson von den Emergency Service-Leuten abtransportiert worden war.

Jay Kronburg verzog das Gesicht. "Selbst, wenn er könnte, würde er keinen Ton von sich geben", war er überzeugt. "Ist doch immer wieder dasselbe bei diesen Gang-Mitgliedern. Die sterben eher, als ihre Bande zu verraten, sonst sind sie dort auf ewig unten durch."

Augenblicke später erreichte uns über Funk die Nachricht, dass die Kollegen der City Police bei der Durchsuchung jemanden festgenommen hatten.

"Na also", kommentierte Milo.

"Ich bin mal gespannt, was das für ein Typ ist", meinte Jay.

Wenig später bekamen wir ihn in der Eingangshalle des Büro-Gebäudes zu Gesicht. Zwei Officers der City Police hatten ihn in ihre Mitte genommen. Ein kleiner, hagerer Mann mit tiefliegenden Augen und hervorspringendem Kinn. Er trug einen fleckigen Mantel, dessen linke Tasche eingerissen war. Die Baseballkappe trug den Aufdruck einer bekannten Hamburger-Kette. Der Mann roch nach einer Mischung aus Bier und Erbrochenem.

Ein Obdachloser, dachte ich.

"Außer diesem Mann war niemand im Gebäude", berichtete Captain Roy Brady von der City Police.

"Hatte er den Stoff bei sich?", fragte ich.

"Nein. Nur ein paar Plastiktüten mit irgendwelchem Plunder. Wir haben ihn durchsucht. Er hatte keine Waffe und keine Papiere bei sich."

"Sie haben kein Recht, mich festzunehmen!", beschwerte sich der Mann. Seine Sprechweise war schleppend, so als ob er einiges getrunken hatte.

Ich wandte mich ihm zu.

"Wie heißen Sie?"

"John Smith."

"Ein ziemlich häufiger Name."

"Ich heiße wirklich so, fragen Sie Schwester Agatha vom Asyl der Barmherzigen Schwestern! Da bin ich auch unter diesem Namen bekannt!"

"Lassen Sie ihn los!", wandte ich mich an die beiden Beamten, die ihn abgeführt hatten. Auf Handschellen hatten sie verzichtet. Offenbar glaubte niemand, dass dieses schmächtige Männchen irgendwelche Schwierigkeiten machen würde.

"Ich bin Special Agent Jesse Trevellian", stellte ich mich vor. "Haben Sie einen festen Wohnsitz?"

"Meistens bin ich hier. Hier wird man in Ruhe gelassen."

"Verstehe."

"Ich habe nichts getan, Mister!"

"Bist jetzt behauptet das auch niemand!"

"Und warum bin ich dann festgenommen worden?" Smith' Gesicht lief rot an. "Verdammte Cops! Vertreiben einen aus den Subway-Stations und jetzt kommt ihr wahrscheinlich damit, dass selbst der Aufenthalt in diesen rostigen Trümmern ungesetzlich ist!"

"Strenggenommen ist er das. Aber deswegen ist keiner von uns hier. Uns interessiert die Schießerei, die gerade auf dem Houseman-Gelände stattgefunden hat."

"Ich weiß nichts darüber. Wart ihr das nicht?"

"Draußen gab es einen Toten und einen Schwerverletzten."

"Ich habe mich einfach nur still verhalten, als die Ballerei losging. Ich will mit so etwas nichts zu tun haben... Ab und zu waren ein paar Jugendliche hier und haben Zielschießen mit Revolvern gemacht. Als die mich gefunden haben, haben sie die Bierdosen auf meinen Kopf gestellt, diese Schweine..."

"Nehmen wir Fingerabdrücke von dem Mann und lassen ihn dann laufen", raunte Milo mir zu.

Ich war ganz seiner Meinung.

"Der Killer muss es geschafft haben, das Bürogebäude schon vor unserer Ankunft zu verlassen", meinte Lieutenant Brady.

"Oder wir haben ihn übersehen...", murmelte ich.

"Halte ich für ausgeschlossen, Agent Trevellian. Wir haben hier jeden Winkel durchsucht. Vom Keller bis zum Dach. Ausgeschlossen, dass sich da jemand versteckt hat."

"Gibt es einen Zugang zum Kanalsystem?", hakte ich nach.

Brady zuckte die Achseln. "Sicher."

"Möglicherweise ist er darüber entkommen."

Einer der Officers meldete sich in diesem Augenblick über Funk. Er hatte eine Waffe gefunden. Ein Spezialgewehr vom Typ KX-23 der südafrikanischen Firma Jespers CombatCo.

Diese Waffe verschoss Patronen vom Kaliber .38, ließ sich zu einem handlichen Paket zusammenklappen und...

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