Henry Rohmer Thriller - Maulwurfjagd

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 31. Oktober 2018
  • |
  • 166 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-1515-0 (ISBN)
 
Maulwurfjagd Thriller von Henry Rohmer (Alfred Bekker) Der Umfang dieses Ebook entspricht 140 Taschenbuchseiten. Eine Serie von bestialischen Morden an Obdachlosen stellt die Ermittler vor ein Rätsel. Den Toten wurden fachgerecht Organe entnommen. Maulwurfmenschen - "Mole People" - so nennt man jene Wohnungslosen, die das mehr als zehn Stockwerke tiefe Labyrinth aus Subway-Tunneln und Abwasserkanälen unter der Oberfläche Manhattans bevölkern. Erst eine verdeckte Ermittlung unter diesen Verzweifelten bringt endlich Licht ins Dunkel. Die Ermittler kommen den perversen, skrupellosen Tätern auf die Spur, für die die Mole People anscheinend nur rechtloser Abschaum sind. Menschen, die ausgeweidet werden wie Schlachtvieh... Rasanter Action-Krimi von Henry Rohmer (Alfred Bekker)! Henry Rohmer ist das Pseudonym des bekannten Fantasy- und Jugendbuch-Autors Alfred Bekker. Daneben schrieb Bekker an zahlreichen Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton Reloaded, John Sinclair und Kommissar X mit.
  • Deutsch
  • 0,34 MB
978-3-7389-1515-0 (9783738915150)
373891515X (373891515X)

Durch den Halleffekt klang Milos Stimme sehr verfremdet. Ich erkannte sie dennoch sofort wieder.

Milo klang so gewaltig, als hätte er durch ein Megafon gesprochen.

Die Lichtkegel der Maskierten wanderten suchend an den Betonwänden entlang. Einen Augenblick lang herrschte komplette Verwirrung. Und zweifellos war das Milos Absicht gewesen.

Zwei Kerle hielten mich an den Armen.

Ich befreite den linken Arm mit einem Ruck und ließ die Faust zur Seite schnellen. Sie landete einen Sekundenbruchteil später mitten in einem Gesicht. Ich hörte den schmerzerfüllten Aufschrei, während ich gleichzeitig mit dem zweiten Bewacher niederstürzte. Ich versetzte ihm dabei einen schnellen Hieb.

Wir fielen zusammen in die schlammige, stinkende Brühe.

Über uns hinweg pfiffen die Kugeln durch die Dunkelheit.

Immer wieder blitzte es auf. Die Maskierten waren von Panik erfüllt. Sie schossen wild umher. Irgendwo in der Ferne, von der anderen Seite des Kanals her, blitzte eine einzelne Waffe mehrfach auf. Eine schwache Antwort auf die gebündelte Feuerkraft der Maskierten. Aber immerhin reichte es, um sie durcheinanderzubringen. Und außerdem wurden sie so dazu gezwungen, sich in Deckung zu begeben.

Mein Gegner und ich stürzten in die schlammige Brühe und wälzten uns darin. Ich versuchte, ihm die Waffe zu entreißen, eine kurzläufige Maschinenpistole. Er trug sie an einem Riemen um die Schulter. Seine Rechte hielt den Griff umklammert.

Er war stark. Er packte mich am Hals, hielt mich unter Wasser, bis ich glaubte, nicht mehr Atmen zu können. Dann gelang es mir, mich aus seiner Umklammerung zu befreien.

Ich drückte ihn zur Seite, schnellte empor und vollführte einen Hechtsprung, der mich wieder im Wasser landen ließ.

Mein Bewacher riss die Waffe hoch, richtete sie dorthin, wo ich im dunklen Wasser untergetaucht war.

Er drückte ab.

Eigentlich hätte im nächsten Moment eine ganze Bleisalve in das Wasser über mir einschlagen müssen... Aber das geschah nicht. Die MPi blockierte. Vielleicht, weil zuviel Wasser eingedrungen war. Dann erwischte es den Kerl an der Schulter. Er schrie auf, taumelte zurück.

Ich blieb unter Wasser, bewegte mich kriechend vorwärts.

Das Wasser wurde jetzt tiefer. Für mich bedeutete das zusätzlichen Schutz. Kurz tauchte ich an die Oberfläche. Die Schüsse blitzten noch immer durch den Kanaltunnel. Die Situation war verworren. An mehreren Stellen zuckten die Mündungsfeuer blutrot aus den Läufen heraus. Ich tauchte erneut und als ich dann wieder an die Oberfläche kam, war es stockdunkel. Selbst die Hand vor Augen war nicht zu sehen.

Kein Lichtkegel irgendeiner Lampe mehr. Nicht einmal die Kontrollleuchte einer Digitaluhr.

Ich lauschte.

Das Wasser plätscherte.

Aber ansonsten war sekundenlang nichts zu hören. Kein Schritt, kein Laut, kein Atmen.

Ich bewegte mich vorsichtig weiter. Wenn die Maskierten sich noch hier im Tunnel befanden, dann waren sie genau so blind wie ich. Denn ihre Nachtsichtgeräte funktionierten wie die Augen einer Katze. Das Restlicht wird gebündelt. Aber hier gab es kein Restlicht.

Wie blind ging ich weiter. Irgendwann würde ich die Betonwand erreichen und an der konnte ich mich dann orientieren. Das Wasser reichte mir nur noch bis zu den Knien. Das bedeutete, dass es bald soweit war. Die Vertiefung in der Mitte des Kanals hatte ich hinter mir.

Ich erreichte die Wand. Meine Hände glitten über den kalten, glitschigen Beton.

Ein Geräusch ließ mich erstarren.

Ratsch!

Ein Laut, so als ob jemand ein Magazin in eine Waffe hineinschob.

Ich hielt den Atem an.

In absoluter Dunkelheit kann man selbst auf eine Distanz von wenigen Metern seine Orientierung verlieren, wenn man nicht als Blinder daran gewöhnt ist, nichts zu sehen. Ich hatte geglaubt, mich von den Maskierten wegbewegt zu haben.

Dorthin, wo ich Milo vermutete.

Aber es war auch möglich, dass ich mich irrte...

Ich hielt inne, rührte mich nicht.

Meine Taschenlampe funktionierte vermutlich nicht mehr, weil sie zu feucht geworden war. Und selbst wenn doch, dann hätten mich vermutlich eine Sekunde, nach dem Aufleuchten ihres Lichtkegels ein Dutzend Projektile zersiebt.

Ich wusste nicht, ob Milo überhaupt noch lebte.

Und es gab auch keine Möglichkeit, das zu erfahren.

Keine Möglichkeit, ohne ihn dabei in Gefahr zu bringen.

Denn wenn ich einfach seinen Namen rief, konnte das bedeuten, dass die Jagd auf ihn eröffnet wurde. Und nebenbei hatten die Maskierten dann auch einen akustischen Anhaltspunkt, wo ich mich befand.

Toter Mann spielen, durchfuhr es mich. Das war im Moment alles, was ich tun konnte.

Milo schien das genauso zu sehen.

Und unsere Gegner ebenso.

Wer sich als erster bewegte, einen Laut von sich gab oder für Licht sorgte, war geliefert.

Jemand bewegte sich auf mich zu... Ich hörte ganz leise die Bewegungen. Der andere orientierte sich genau wie ich an der Betonwand. Sehr vorsichtig schritt er durch das knietiefe Wasser. Ich spürte die kleinen Wellen, die das verursachte.

Der andere hatte sich bis auf wenige Meter genähert...

In meinem Hirn arbeitete es fieberhaft.

Die meisten Menschen sind Rechtshänder. Also nahm ich das auch von meinem Gegenüber an. Wenn der Kerl mich erreicht, musste ich seinen Waffenarm zu fassen kriegen - und zwar sehr schnell. Sonst war es vorbei. Ich verhielt mich absolut ruhig. Die Wellen, die gegen meine Knie schlugen wurden heftiger.

Ich hörte ein Atmen.

Und dann schnellte ich vor.

Ich spürte eine menschliche Gestalt, etwa ebenso groß wie ich selbst. Ich drückte mein Gegenüber gegen die Wand und bekam tatsächlich den rechten Arm zu fassen. Ich bog ihn zur Seite. Grell blitzte es auf, als sich ein Schuss löste.

Eine Sekunde später brach die Hölle los.

Aus mindestens einem Dutzend Rohren wurde geschossen.

Mündungsfeuer zuckten gelbrot aus den Mündungen heraus. Der Mann, mit dem ich gerungen hatte, duckte sich genau wie ich selbst. Und mir war plötzlich klar, wen ich vor mir hatte.

"Runter, Jesse!", brüllte Milo.

Er feuerte nicht.

Stattdessen schob er mich vor sich her, die glitschige Wand entlang.

Unsere Gegner ballerten einfach drauflos, in der Hoffnung, dass irgendeine ihrer zahlreichen Kugeln uns schon erwischen würde. Sie waren zwar in der Überzahl und hatten eine überlegene Ausrüstung. Trotzdem hatten sie Angst. Sie wussten nicht, mit wie vielen Gegnern sie es zu tun hatten. Und diese Ungewissheit war unser Verbündeter.

Milo hatte die Maskierten erfolgreich geblufft.

Blieb nur die Frage, wann ihnen das auffiel...

Wir pressten uns in eine Nische hinein. Auf der anderen Seite wurde das Feuer eingestellt. Hier und da waren Stimmen zu hören. Ärgerliche Stimmen. Taschenlampen wurden eingeschaltet. Die Lichtkegel suchten die Kanalwände systematisch ab. Wir verhielten uns ruhig, atmeten kaum.

"Noch ein paar Meter, Jesse", flüsterte Milo. "Da muss ein Aufgang sein..."

Die Stimmen der Maskierten wurden lauter.

Ihre Angst war gewichen.

Wir bewegten uns vorsichtig weiter.

Ein Lichtkegel erfasste uns. Für den Bruchteil einer Sekunde waren wir deutlich zu sehen. Eine Maschinenpistole knatterte los, eine zweite folgte kurz darauf. Die Kugeln schlugen rechts und links von uns in den Beton, rissen kleine Löcher hinein und brachen hier und da ein ganzes Stück aus dem Mauerwerk.

Geduckt und halb im Schlammwasser kriechend schnellten wir voran. Milo schoss ein paar Mal in Richtung der Lichter. Dann erreichte ich eine rostige Metallsprosse und umfasste sie.

Darüber waren weitere Sprossen, an denen Mann hinaufsteigen konnte.

"Hier ist es!", rief ich heiser.

"Los, rauf, Jesse!", erwiderte Milo und feuerte.

Ich zählte in Gedanken immer mit...

Sein Magazin musste bald leer sein...

Ich kletterte hinauf, Milo folgte mir und schoss dabei. Um Haaresbreite verfehlten uns die Kugeln. Immer höher ging es hinauf, bis wir in einen röhrenartigen Aufgang gelangt, der von dem großen Kanal, den wir gerade verlassen hatten, senkrecht nach oben abzweigte. Das rostige Metall schnitt in die Hände. Die Luft war stickig.

Ich blickte hinauf und sah...

...Licht!

Nur ein paar kleine Punkte. Ich zögerte.

"Weiter!", drängte Milo.

"Hast du eine Ahnung, wo wir da rauskommen?"

"Ich weiß, wo wir herkommen", erwiderte Milo.

Augenblicke später hob ich einen schweren Gullideckel aus Beton zur Seite, in dem sich kleine Abflusslöcher befanden.

Wir kletterten an die Oberfläche und befanden uns an einem unterirdischen Subway-Bahnhof an der 23. Straße, wie die Anzeigen verrieten. Hunderte von Passanten drängte sich auf dem Bahnsteig, zwängten sich in die Triebwagen oder strebten aus den Zügen heraus.

Nachdem Milo auch herausgestiegen war, schloss ich den Gulli wieder.

"Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich über diesen Anblick freue", meinte Milo.

"Das da unten war ganz schön knapp", sagte ich. "Die wollten mich umbringen. Du hast mir in letzter Sekunde das Leben gerettet. Sid und Brett hatten leider nicht...

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