Elben und Elfen: Drei Fantasy Romane

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. Juli 2020
  • |
  • 800 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-4219-4 (ISBN)
 
Elben und Elfen: Drei Fantasy Romane von Alfred Bekker Dieser Band enthält folgende Fantasy-Romane von Alfred Bekker: Der Magier der Elben Ein Elbenkrieger auf der Drachenerde Elfen gegen Orks Sein Name ist Branagorn von den Elben, Krieger und Magier aus dem Zwischenland der Elben. Er suchte die Seele seiner verlorenen Liebe Cherenwen und führte magische Experimente durch, die ihn in andere Welten verschlugen. In einer dieser Welten trifft er auf den Wikinger Gunnar und dessen wilde Horde nordländischer Barbaren. Die Suchen nach einem mächtigen Artefakt führt sie beide durch ein magisches Tor und in ein Land jenseits der Zeit... Ravic ist der Sohn eines Orks und einer Elfin. Im Orkland verspottet man ihn deshalb als Elfensohn, bei den Elfen hingegen verachtet man ihn als Orkling. Ein tiefer Zorn erfüllt Ravic deshalb - ein Zorn, der ihn als Krieger zu einem Berserker macht. Ein blutiger Raubzug führt ihn ausgerechnet ins Herz des Elfenreichs... Alfred Bekker ist Autor zahlreicher Romane und Erzählungen mit einer Gesamtauflage von über 4,5 Millionen Exemplaren. Seine Fantasy-Zyklen um Elben, Orks, Zwerge, Drachen und den Magier Gorian machten ihn einem großen Publikum bekannt. Alfred Bekker schrieb auch unter den Pseudonymen Jonas Herlin, Henry Rohmer, John Devlin, Neal Chadwick.
  • Deutsch
  • 1,00 MB
978-3-7389-4219-4 (9783738942194)

Er war fremd in jener Welt.

Ein Magier aus dem Volk der Elben.

Ein Elbenkrieger, der durch magische Experimente die Seele seiner verlorenen Geliebten Cherenwen gesucht und dadurch in andere Welten gelangt war.

Sein Name war Branagorn.

Branagorn der Sucher, so hatte man ihn einst genannt.

Inzwischen hatte er nicht nur nichts von dem gefunden, was er gesucht hatte. Er hatte sich selbst verloren.

Verloren in der Vielfalt des Polyversums und seiner sich teilweise widersprechenden Möglichkeiten und Alternativen.

Sein Name war nun Branagorn der Verlorene.

Ein hochgewachsener Mann in dunkler Kutte, deren Kapuze tief ins Gesicht gezogen war, ging durch die verfallenden Straßen des nächtlichen Thalassa.

Die Stadt stellte heute nur einen Abklatsch früherer Größe dar. War sie einst die zweite Hauptstadt des Reiches der Seemeister gewesen, so wurde sie jetzt von dem sagenumwobenen Bettlerkönig beherrscht, der seine Anhänger in alle Welt aussandte. Einst, zur Zeit des Reiches der talianischen Seemeister, war Thalassa eine Weltstadt gewesen. Jetzt rochen ihre zerbröckelnden Mauern nach Moder und eine Aura des Verfalls hatte sich dieses Ortes bemächtigt. Thalassa bot dem Gesindel der gesamten Hemisphäre Unterschlupf. Piraten und Ausgestoßene trafen sich hier, Sonderlinge, Propheten verschrobener Kulte und Gelehrte, deren Lehren andernorts als Ketzerei galten.

Wie ein Schatten wirkte der Kuttenmann.

Das Licht des fahlen Mondes drang nicht in das Dunkel, das seine Kapuze erfüllte.

Von seinem Gesicht war nichts zu sehen.

Eiligen Schrittes und fast lautlos ging er durch die engen, finsteren Gassen.

Lärm, Musik und zänkisches Stimmengewirr drang aus den vereinzelten Schänken.

Hier und da wurde eine Tür oder ein Fenster geöffnet und für kurze Augenblicke drang etwas Licht in die Finsternis der Straßen Thalassas.

Die Schritte des Kuttenträgers waren schnell und zielstrebig. Er schien sehr genau zu wissen, wo sein Ziel lag.

Die sich nähernden kehligen Stimmen einiger Männer ließen ihn aufhorchen, als er in eine weitere Gasse bog.

Drei lärmende Männer kamen ihm entgegen, die offenbar schon einiges getrunken hatten. Seeleute irgendeines Piratenschiffs.

Der Kapuzenmann verbarg sich im Schatten einer Türnische und ließ die drei vorbeiziehen. Sie waren zu betrunken, um ihn zu bemerken.

Dann setzte er seinen Weg fort.

Vor der hölzernen Tür eines zweigeschossigen Hauses blieb er stehen. Er benutzte den Schlagring, um anzuklopfen.

Zunächst erfolgte keinerlei Reaktion. Erst nach dem zweiten Versuch öffnete ein alter, gebeugter Mann mit wirren weißen Haaren und einem dünnen Bart.

"Wer seid Ihr?", fragte der Alte.

"Einer, der mit dem Gelehrten Tabrimedes zu sprechen wünscht!", war die Antwort des Kuttenträgers. Er sprach leise und mit tiefer, etwas rauer Stimme. Es klang beinahe wie ein düsteres Flüstern. Er sprach zwar Bryseisch, aber mit einem eigentümlichen Akzent, der keinen Zweifel daran ließ, dass er aus einem anderen Teil Erdgards stammen musste.

Der Alte runzelte die Stirn.

"Ich bin Tabrimedes", erklärte er.

"So lass mich eintreten. Ich habe mit Euch über eine Schriftrolle zu reden, die sich gegenwärtig in Eurem Besitz befindet, Tabrimedes."

"Ich weiß nicht, wovon Ihr redet!", erwiderte der Gelehrte.

Eigentlich widerstrebte es ihm ganz offensichtlich, diesen Fremden hereinzulassen.

Aber der Kuttenmann setzte einfach einen Fuß nach vorn. Zwei Schritte und er stand in dem spärlich beleuchteten Haus. Kerzenlicht flackerte in der Zugluft. Mit dem Absatz gab der Kuttenträger der Tür einen Stoß, sodass sie zurück ins Schloss fiel.

Tabrimedes wich zurück.

Der Kuttenträger schob den Riegel vor die Tür.

"Es ist viel Gesindel in der Stadt", erklärte er dazu.

"Jetzt sag mir, was Ihr wollt, Fremder!", forderte Tabrimedes jetzt unmissverständlich.

Aber ein angstvolles Zittern schwang in seiner Stimme mit. Sie hatte einen leicht vibrierenden Klang, drohte sich zu überschlagen. Der Gelehrte schluckte.

Der Kuttenträger legte seine Kapuze zurück. Das hagere Gesicht eines grauhaarigen, bärtigen Mannes wurde sichtbar. Der Teint war dunkel. Und der Blick der dunklen, beinahe schwarzen Augen hatte eine geradezu hypnotische Intensität, die Tabrimedes unwillkürlich erschauern ließ.

Nie zuvor war ihm ein vergleichbarer Blick begegnet.

"Verzeiht meine Unhöflichkeit", sagte der Kuttenträger schließlich nach einer längeren Pause des Schweigens. "Mein Name ist Branagorn. Und genau wie Ihr habe ich Jahre meines Lebens dem Studium der Magie und der alten Schriften gewidmet."

"Ich habe Euren Namen noch nie zuvor gehört", meinte Tabrimedes stirnrunzelnd.

Ein dünnes Lächeln spielte um Branagorns Lippen.

"Das ist gut möglich", sagte er und hob dabei die Schultern. "Ich bin hier, um mit Euch über eine Schrift zu sprechen, die über verschlungene Pfade in Euren Besitz gelangt ist ..."

"Oh, das gilt gewiss für viele Schriften, die ich in meiner Privatbibliothek im Laufe vieler Jahrzehnte gesammelt habe!", erwiderte Tabrimedes.

"Ich spreche von der Rolle der geheimen Worte ..."

Tabrimedes schluckte. Er öffnete halb den Mund, so als wollte er etwas erwidern. Aber kein einziges Wort kam über seine Lippen.

"Ich bin nicht im Besitz dieser Rolle!", behauptete er schließlich und wich noch ein paar Schritte weiter vor dem Fremden, der sich Branagorn genannt hatte, zurück.

Dessen Stimme bekam jetzt einen bedrohlichen Unterton.

"Jahre schon jage ich dieser Schrift hinterher, habe jede Station ihres Aufenthalts verfolgt, bin ihr über Meere und Kontinente nachgereist. Ich verfolgte ihren Weg über Meknesch und Lyonesse, über das Meer der fünf Winde nach Bryseia. So traf ich einen Händler von zweifelhaftem Ruf, der sich mitunter wohl auch als Pirat versucht, wenn die Geschäfte schlecht gehen. Ein schmalgesichtiger Khaaradin namens Salid al-Dosi. Ich bin überzeugt davon, dass Ihr Euch an seinen Namen erinnern werdet!"

"Nein! Ich habe diesen Mann nie getroffen!"

Branagorn lächelte zynisch. "Ich glaube kaum, dass dieser Salid al-Dosi mich angelogen hat. Mir stehen nämlich sehr wirkungsvolle Methoden zur Verfügung, um die Wahrheit aus jemandem herauszuholen. Wenn Ihr versteht, was ich meine ..."

Tabrimedes versuchte, sich vor dem Kuttenträger in Sicherheit zu bringen. Aber sein Körper war von einem Augenblick zum nächsten wie gelähmt. Er vermochte sich nicht mehr zu bewegen. Alles, was er noch vermochte, war seine Augäpfel zu drehen und zu sprechen.

Branagorn trat nahe an den Gelehrten heran.

Tabrimedes starrte den Fremden entsetzt an. Für einige Augenblicke waren Branagorns Augen vollkommen schwarz. Nicht ein bisschen Weiß war noch zu sehen. Diese Erscheinung verschwand allerdings schon nach einigen Momenten. "Ich verfüge über Kräfte, von denen selbst ein Mann wie Ihr keinen Begriff haben dürfte. Und jetzt zeigt mir die Schriftrolle, die ich suche ..."

"Nein ...", krächzte der Gelehrte.

Dann begann er plötzlich zu röcheln, so als ob er keine Luft mehr bekam. Sein Gesicht verfärbte sich, wurde dunkelrot.

"Nicht ...nein ...", keuchte er.

Noch einmal wurden die Augen des Kuttenträgers für einen kurzen Moment vollkommen schwarz. Branagorns Gesicht verwandelte sich dabei in eine hasserfüllte, verzerrte Maske.

Tabrimedes schrie auf.

Dann entließ Branagorn den Gelehrten aus dem Griff seiner magischen Kräfte.

Tabrimedes rang nach Luft, keuchte. Er hielt sich an der Wand fest.

"Ihr müsst ein Hexer sein, der sich der schwarzen Magie bedient!", brachte er dann hervor. "Anders kann ich mir das nicht erklären ..."

"Es ist mir gleichgültig, was Ihr darüber denkt, Tabrimedes. Mich interessiert nur die Schriftrolle. Und Ihr werdet sie mir geben."

Tabrimedes nickte. Er sah wohl ein, dass er keine Möglichkeit hatte, sich gegen das Ansinnen dieses Mannes zu wehren.

"Folgt mir, Branagorn."

Während Tabrimedes das sagte, rieb er sich den Hals.

Er führte den Kuttenträger in einen anderen, von Kerzenlicht erfüllten Raum. Der flackernde Schein ließ Schatten an den Wänden tanzen. Überall lagen alte Folianten und Schriftrollen herum.

"Wie ich sehe, habe ich Euch bei Euren Studien gestört, Meister Tabrimedes ..."

Der Gelehrte holte einen zylindrischen Behälter hervor und reichte ihn Branagorn. "Die Rolle, die Sie suchen, befindet sich darin!", behauptete er.

Branagorn öffnete den Behälter, holte vorsichtig die enthaltene Rolle hervor. Den Behälter ließ er zu Boden fallen. Dann entrollte er vorsichtig das Schriftstück.

Jahrelang bin ich diesem Schatz hinterhergejagt!, ging es ihm durch den Kopf. Ein Magier aus der Spätzeit des untergegangenen Reiches Kal-Makat hatte die 'Rolle der geheimen Worte' verfasst. Eine schier unvorstellbare Irrfahrt hatte dieses Dokument anschließend hinter sich gebracht. Aber jetzt gehört es mir!, dachte Branagorn. Das...

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