Commander Reilly #16: Die Flotte der Qriid: Chronik der Sternenkrieger

 
 
Commander Reilly (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. Juni 2019
  • |
  • 140 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-1178-7 (ISBN)
 
Commander Reilly #16: Die Flotte der Qriid Chronik der Sternenkrieger Science Fiction Roman von Alfred Bekker Der Umfang dieses Buchs entspricht 140 Taschenbuchseiten. Im Jahr 2234 übernimmt Commander Willard J. Reilly das Kommando über die STERNENKRIEGER, ein Kampfschiff des Space Army Corps der Humanen Welten. Die Menschheit befindet sich im wenig später ausbrechenden ersten Krieg gegen die außerirdischen Qriid in einer Position hoffnungsloser Unterlegenheit. Dem ungehemmten Expansionsdrang des aggressiven Alien-Imperiums haben die Verteidiger der Menschheit wenig mehr entgegenzusetzen, als ihren Mut und ihre Entschlossenheit. Alfred Bekker ist ein bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jonas Herlin, Jack Raymond, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.
  • Deutsch
Uksak E-Books
  • 0,58 MB
978-3-7389-1178-7 (9783738911787)

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2080 kamen die ersten Siedler in das nur acht Lichtjahre von der Erde entfernte Sirius-System. Zwanzig Jahre brauchten sie für diese Reise und für lange Zeit waren sie faktisch auf sich allein gestellt.

Vor der Erfindung des Sandström-Funks brauchte jeder Funkspruch zur Erde brauchte acht Jahre - und dann musste man noch mal acht Jahre auf die Antwort warten.

Faktisch bedeutete dies, dass der Kontakt zwischen Erde und den Sirianern ebenso abriss, wie es zuvor schon mit den Wega-Kolonisten geschehen war, die die 26 Lichtjahre bis zum Wega-System im Kälteschlaf zurückgelegt hatten und dort eine Kolonie errichteten.

Unter den ersten Kolonisten war ein gewisser Saint Arran.

Seine tief-religiösen Eltern hatten es offenbar besonders gut mit ihm gemeint und ihm den Vornamen "Saint" - "Heiliger" gegeben. Für die sehr engen Vorstellungen der reformiert evangelikal-islamischen Bewegung, der seine Eltern angehört hatten, hatte der junge Saint allerdings wenig übrig gehabt. Das Interesse an spirituellen Fragen jedoch hatte ihn von Anfang an umgetrieben.

Als Saint Arran mit den Kolonistenschiffen auf Sirius III landete, war er bereits 50 Jahre und hatte ein Leben als gescheiterter Wunderheiler und Wahrsager hinter sich.

Die erste Stadt auf dem dritten Planeten des Doppelsterns wurde gegründet. Man nannte Sie einfach Sirius Town, was nicht viel Fantasie verriet. Aber die Siedler hatten wichtigeres zu tun, als sich darum zu bemühen, fantasievolle Namen für eine kleine Siedlung zu erfinden, die von allen sowieso nur erst das Dorf und später die Stadt genannt wurde.

Solange es sich um das einzige Dorf beziehungsweise die einzige Stadt handelte, war es vollkommen gleichgültig, wie sie hieß.

Erst die zweite Stadt auf Sirius bekam einen richtigen Namen. Sie hieß Aschere, nach dem babylonischen Namen des Sirius... Später folgte Dog Star, was darauf anspielte, dass man den Sirius früher auch als Hundsstern bezeichnet hatte.

Saint Arran blieb unter den Siedlern ein Einzelgänger.

Die Oberfläche des Planeten wies gewaltige Krater auf, von denen die meisten mit Wasser gefüllt waren und kleine Binnenmeere bildeten.

Einen richtigen Ozean gab es auf Sirius III hingegen nicht.

Das Sirius-Jahr dauerte insgesamt fast vierzig Erdjahre und da die Bahn stark elliptisch verlief gab es starke klimatische Schwankungen, deren Spannbreite die Siedler noch gar nicht zu überschauen vermochten, als sie sich ihr neues Domizil erwählten. Arktische Vereisung bis zum nördlichen und südlichen Wendekreis bildete ein Extrem - jahrelanges Wüstenklima vor allem während der Hellphasen, in denen sich Sirius III zwischen Sirius A und B befand, waren das andere Extrem.

Aber die Vegetation hatte sich an diese Schwankungen hervorragend angepasst. Darüber hinaus bildete der Fischreichtum der Kraterseen eine wichtige Nahrungsreserve. Die Arten, die darin vorkamen, hatten sich vollkommen unabhängig voneinander entwickelt. Allenfalls unterirdische Wasserreservoire bildeten eine Verbindung. Immerhin war der Schaden, den die Menschen durch das Aussetzen irdischer Nutzfische und den Betrieb ihrer hydroponischen Anlagen verursachten, immer nur auf ein bestimmtes Areal begrenzt.

Über sein Erweckungserlebnis sprach Saint Arran später nie.

Angeblich bewahrte der Olvanorer-Orden eine Schrift auf, in der er sie ausführlich schilderte, aber die Echtheit dieses Dokuments war selbst unter Olvanorern umstritten. Ja, es war tatsächlich ein Dokument, denn Saint Arran hing damals noch der Auffassung an, dass der Gebrauch von Computern den menschlichen Geist zu faul und behäbig werden lasse. Später sollte er seine Meinung dazu ändern, sodass er dann sogar die Auffassung vertrat, der Computer sei das von Gott geschenkte Instrument zum erkennen des Universums in seiner geheimen Gestalt...

Letzteres glaubte Saint Arran während seiner Offenbarung in der Wildnis, wo er sich vorwiegend vom Verzehr von schuppigen Flügelschlangen ernährte, zum ersten Mal für einen flüchtigen Moment erkannt zu haben.

Die geheime Gestalt des Universums.

Das, wonach letztlich jeder Olvanorer später suchen sollte. Dabei war die geheime Gestalt nichts anderes als die immanente, göttliche Ordnung der Dinge. Ein Muster, das alles ordnete und in seinen übergeordneten, sinnvollen Zusammenhang einfügte. Abt Mato Arewo, der Gründer des Olvanorer-Ordens sollte sie später mit einem Kraftfeld vergleichen, dass in der Lage war, die tote Materie zu bewegen. Ein Kraftfeld, das aus sich selbst heraus existierte, alles durchdrang und von menschlicher Erkenntnis nur teilweise erfassbar war.

Die Leute von Sirius Town und Aschere sagten über den Sonderling, dass vermutlich der zu häufige Genuss von Flügelschlangenfleisch dazu geführt hatte, dass er dermaßen wirres Zeug redete, anstatt sich am Aufbau der Kolonie zu beteiligen. Schließlich wusste man, dass das Blut der sirianischen Flügelschlange halluzinogene wirksame Stoffe enthielt, unter deren Einfluss man leicht geraten konnte, wenn man das Tier nicht vor der Zubereitung gut ausbluten ließ und das Fleisch sorgfältig reinigte.

Man sah in Saint Arran bestenfalls einen harmlosen Spinner und schlimmstenfalls einen Wirrkopf, der jeden der ihm zuhörte mit seinen Ideen von der Arbeit abhielt. 

Jahrelang zog Saint Arran auf dem Rücken eines gezähmten Sirius-Yaks durch die Wildnis und suchte nach Erleuchtung und innerem Frieden. Insbesondere aber suchte er nach einer Möglichkeit, erneut Gottes Geheimer Gestalt des Universums ansichtig zu werden.

Und wenn es nur für einen Moment war...

Nach jahrelanger Wanderschaft gelangte er in jenen Krater, der später seinen Namen tragen sollte. Dreißigtausend Meter hoch war dessen Rand - größer noch als der Olympus Mons auf dem Mars. Die Atmosphäre auf Sirius III war dichter und sauerstoffreicher als auf der Erde. So tat man gut daran, sich in den Ebenen nicht ohne Atemmasken aufzuhalten, um die als Taucherkrankheit bekannten Symptome zu vermeiden, die erhöhter Sauerstoffanteil unter erhöhtem Druck nach sich ziehen kannte. Vor allem galt das, wenn man sich länger in den Ebenen aufhalten wollte. Sämtliche Siedlungen der Menschen lagen daher an den Gebirgshängen der Krater, die ein Zeugnis von der bewegten Vergangenheit dieses Planeten ablegten. Sie stammten nämlich sehr wahrscheinlich nur zu einem geringen Anteil von Vulkanausbrüchen, sondern waren mehrheitlich durch kosmische Kollisionen verursacht.

Zehn- bis fünfzehntausend Meter stellte sich für die Siedler als eine angenehme Wohnhöhe heraus. Auf der Erde hätte ein Mensch dort nicht mehr atmen können, aber auf Sirius III war das etwas anders. Dort begann die ohne Hilfsmittel besiedelbare Zone erst bei 2000 Metern über normal Null.

Aber selbst auf dieser Welt war eine Höhe von dreißigtausend Metern zu überwinden auch mit technischen Hilfsmitteln eine Leistung, die einen Menschen bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit führte.

Die Benutzung eines Antigravgeräts lehnte Saint Arran ab.

Später sagte man, dass dies aus theologisch-philosophischen Überzeugungen heraus geschah und er die Erkenntnis der Geheimen Gestalt in der direkten auch körperlichen Konfrontation mit den Mächten der Natur gesucht habe. Böswillige Zeitgenossen meinten jedoch, dass er sich ein Antigravaggregat schlicht und ergreifend nicht habe leisten können, denn gerade in Anfangsjahren der Sirius-Kolonie verlangte man dafür horrende Preise. Schließlich gab es keine Fabriken, die jederzeit Nachschub an technischen Geräten dieser Qualität herstellen konnten. Die entstanden erst Jahre später. Und Siedlerschiffe, die Nachschub an technischem Gerät brachten, kamen nur sehr selten. Sie brauchten schließlich Jahrzehnte, bis sie den Sirius erreichten und viele Schiffe gingen auf dem Weg dahin verloren. Niemand hörte je wieder etwas von ihnen.

Saint Arran überstieg den Kraterrand mit einem Atemgerät als einzigem Hilfsmittel. Es saugte Atemluft aus der Umgebung an und verdichtete sie, sodass man sie mit Hilfe einer Maske einatmen konnte. In einer Höhe in der auf Sirius III die Troposphäre in die Stratosphäre überging, war es unmöglich, ohne dieses Hilfsmittel zu überleben. 

Saint Arran machte sich auf der Innenseite des Kraters an den Abstieg. Es gab so gut wie keinen Luftaustausch zwischen dem Innenbereich des Kraters und den außerhalb davon gelegenen Gebieten. Die Atmosphäre hatte im Innenbereich eine im Vergleich zum Rest des Planeten deutlich unterschiedliche Zusammensetzung. Irgendwann stieß er auf das burgähnliche Gemäuer, das die Alt-Sirianer hinterlassen hatten.

Es erschien ihm wie ein Sinnbild der Harmonie.

Eine Ausdrucksform der Geheimen Gestalt.

Jahrzehnte später spürte ihn ein Wissenschaftler in dem Gemäuer auf, das Saint Arran zu seinem Wohnsitz gemacht hatte. Der Name des Wissenschaftlers war Professor Dr. Mato Arewo. Er war mit einem der späteren Kolonisten-Konvois zum Sirius gekommen und hatte sich den Hinterlassenschaften der Alt-Sirianer gewidmet. Inzwischen wusste man mehr über die Geschichte dieses Volkes. Die Alt-Sirianer hatten niemals eine Raumfahrt entwickelt, die über den Einsatz von Satelliten in der Umlaufbahn ihrer eigenen...

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