Der Zufallsfund im Medizin- und Gendiagnostikrecht

Ein rechtliches, medizinisches und moralisches Problem
 
 
Duncker & Humblot (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. März 2015
  • |
  • 260 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-428-54521-6 (ISBN)
 
'Incidental Findings in Medical and Genetic Diagnostic Law. A Legal, Medical and Moral Problem'

The rise of new technologies for genome sequencing currently leads to an increasing amount of genetic analyses. As a consequence, the likelihood of incidental findings regarding a single patient rises. At the same time, due to the information contained within genetic data, the likelihood of incidental findings regarding the patient's relatives rises as well. Judith Begemann deals with the questionable regulation of this fundamental right conflict in § 10 Abs. 3 S. 4 GenDG.
 
Anhand der Regelung des § 10 Abs. 3 Satz 4 GenDG wird das Problem des genetischen Zufallsfundes aufgegriffen und vor dem Hintergrund der zunehmenden Rezeption der Gendiagnostik kritisch beleuchtet. Hierbei wird dargelegt, dass Zufallsfunde in der bilateralen Beziehung von § 10 Abs. 3 GenDG nicht erfasst werden. Zur Berücksichtigung des sog. Rechts auf geninformationelle Selbstbestimmung wird vorgeschlagen, dass keine generelle Aufklärungspflicht des Arztes über Zufallsfunde gelten, sondern der informed consent erweitert werden sollte. Im Gegensatz dazu enthält § 10 Abs. 3 GenDG für das mehrpolige Verhältnis ein Modell der 'Empfehlung der Empfehlung' des Arztes gegenüber seinem Klienten. Es wird dargelegt, dass die Regelung den Konflikt im Verhältnis zwischen Klient und Verwandtem privatisiert. Im Rahmen einer Bewertung des Rechts auf geninformationelle Selbstbestimmung wird herausgearbeitet, dass die Rechte des Verwandten in Teilen unberücksichtigt bleiben, und das Recht des Klienten auf Selbstbestimmung durch den Arzt in paternalistischer Weise beeinflusst wird. Dem Konflikt sollte u.a. durch eine Erweiterung des informed consent begegnet werden.
  • Dissertationsschrift
  • |
  • 2014
  • |
  • Universität München
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • 1,37 MB
978-3-428-54521-6 (9783428545216)
10.3790/978-3-428-54521-6
weitere Ausgaben werden ermittelt
Judith Begemann, geboren 1983, studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls Universität in Heidelberg und der Université Paul Cézanne in Aix-en-Provence. Nach Abschluss des Referendariats in Rheinland-Pfalz Ende 2011, arbeitete sie zeitweise als Anwältin bei Oppenländer Rechtsanwälte in München. Von 2012 bis 2014 promovierte sie sich, unterstützt durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes, bei Herrn Prof. Dr. Jens Kersten an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit August 2014 ist sie als Richterin am Verwaltungsgericht in Trier tätig.
Einleitung

Das Zeitalter der Gendiagnostik - Neue Möglichkeiten. Neue Probleme - Zentrale Fragen und Gang der Untersuchung

1. Grundlagen der Gendiagnostik

Zufallsfunde. Eine Einführung - Methoden und Möglichkeiten der Gendiagnostik - Arzt-Patienten-Beziehung unter dem Einfluss der modernen Medizin - Zusammenfassung

2. Zufallsfunde in der Arzt-Patienten-Beziehung

Pflichten des Arztes, Rechte des Patienten - 'Eindimensionale' Zufallsfunde in der 'Normalmedizin' und Gendiagnostik - 'Mehrdimensionale' Zufallsfunde in der 'Normalmedizin' - Zusammenfassung

3. Arzt-Klienten-Verwandten-Beziehung in der Gendiagnostik

Verfassungsrechtlicher Rahmen - Gendiagnostikgesetz: Einfachgesetzliche Regelung des Zufallsfundes - Bewertung der 'Empfehlung zur Empfehlung' Lösung - Schutz des Rechts auf Nichtwissen in der Rechtsprechung - Zusammenfassung

4. Ethische Herausforderungen und gesellschaftliche Entwicklungen

Vom Ausnahme- zum Regelfall: Normalisierung der Gendiagnostik - Gesundheit und 'genetische Verantwortung' - Zusammenfassung

5. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung

Zusammenfassung - Bewertung und Empfehlungen - Fazit

Literatur- und Sachwortverzeichnis
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