Dana und der Heiratsschwindler

Dana und Jan
 
 
BoD E-Short (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. April 2020
  • |
  • 208 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7392-1070-4 (ISBN)
 
Dana Arnold, eine stille, kontaktarme Dreizehnjährige, die sich ausschließlich für ihre Schulbücher interessiert, gerät unerwartet in einen aufregenden Kriminalfall. Ihre hilfsbereite, großzügige, doch auch exzentrische Tante Maria wurde von einem Heiratsschwindler um eine beachtliche Summe betrogen.
Dana, die ihrer Verwandten helfen will, bringt sich während ihrer Detektivarbeit mehrmals in gefährliche Situationen.
Aufgrund ihrer schlagartig entfachten Lebenslust findet sie endlich eine gleichaltrige Freundin und lernt im Laufe ihrer Ermittlungen ihren ersten Freund kennen.
Alles wäre bestens, wenn Maria den Beistand ihrer Nichte annähme. Sie hat sich total verändert und ist für Dana nur noch ein einziges Rätsel.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,26 MB
978-3-7392-1070-4 (9783739210704)
Die Autorin ist seit ihrer Kindheit begeisterter Krimi-Fan. Bereits als Zehnjährige durchstöberte sie heimlich die Bücherschränke der Erwachsenen, um die damals für sie verbotene Lektüre unbeobachtet in ihrem Zimmer lesen zu können.

1. Dana und Maria


  "Wie findest du meine Kurzgeschichte?", fragte die 13-jährige Dana Arnold mit gespanntem Unterton, während sie mit einer nervösen Geste durch ihre langen, schwarzen Haare fuhr.

"Nicht schlecht, obwohl einige Kleinigkeiten geändert werden müssen", antwortete Maria Daniels, eine Verwandte der Familie Arnold, nach kurzem Nachdenken.

Die beiden saßen vor dem verglasten Kamin in Marias Arbeitszimmer, um Danas Hausaufgaben den letzten Schliff zu verleihen.

Maria, stets mit erlesener Eleganz gekleidet, trug einen Hosenanzug aus dunkelblauem Satin und eine weiße Bluse. Die Kleidungsstücke wiesen einen raffinierten Schnitt auf, dazu angetan, ihre imposante Größe 46 wesentlich zierlicher erscheinen zu lassen. Sie duftete dezent nach einem teuren Parfum. Ihre perfekte Frisur, diesmal in Brünett, und das professionelle Make-up ließen vermuten, dass sie kurz zuvor einen Schönheitssalon aufgesucht hatte.

Ihre Haushälterin schien nicht anwesend zu sein. Merkwürdig! Was mochte das bedeuten? Dana war neugierig, traute sich aber nicht zu fragen.

Sie fröstelte einen Moment. Marias spärlich möblierte Villa, die fast ausschließlich aus Glas, Chrom und Marmor in den Farben Schwarz und Weiß sowie Skulpturen und Gemälden von den jeweils angesagten Künstlern bestand, jagte ihr trotz des lodernden Feuers einen Schauer über den Rücken. Sie meinte, einen kühlen Luftzug zu spüren, da das Büro lediglich durch Marmorsäulen von dem riesigen Wohnbereich getrennt war. Die gleichen Säulen begrenzten die ausgedehnte Essecke. Dieses extravagante Haus, das nach Tante Marias ureigenen Vorstellungen errichtet worden war, erinnerte an eine Mischung aus antikem Tempel und Kunstgalerie.

Dana zog die Strickjacke enger über ihre mageren Schultern, was von ihrer Tante indessen falsch interpretiert wurde.

"Wer so dünn ist wie du, muss sich etwas wärmer anziehen. Solch ein Problem habe ich nicht, wie man sieht."

Dana war zu höflich, um auf die ungemütliche Umgebung hinzuweisen und konzentrierte sich wieder auf ihre Arbeit.

"Was meinst du mit den Änderungen?"

"Sieh mal, eure Lehrerin hat euch freie Hand gelassen, nur das Stichwort 'Frühlingsanfang' vorgegeben, so dass du schreiben kannst, was du willst, sofern die Handlung zu genau dieser Zeit spielt."

Dana riss erstaunt die Augen auf und protestierte: "Die Handlung spielt zu Frühlingsanfang!"

Maria lachte. "Du hast keine Ahnung von der Gärtnerei. Hier steht, dass das Ehepaar, das den Mord beobachtet, in seinem Garten, versteckt hinter einer Ligusterhecke, Hyazinthenzwiebeln setzt."

"Was ist denn falsch daran?"

Maria lachte noch einmal. "Leider eine ganze Menge! Hyazinthen blühen im Frühjahr, deshalb werden sie im Herbst gesetzt. Und eine Ligusterhecke verliert im Winter die Blätter, die erst im Laufe des Frühjahrs nachwachsen. Also kann man sich im März noch nicht dahinter verstecken. Dann gibt es eine weitere Ungereimtheit. Niemand, der halbwegs klar denken kann, wird mitten in einem Wohngebiet draußen im Garten einen Mord begehen. Das wäre wie auf einer Bühne."

"Ach so", murmelte Dana enttäuscht. "Jetzt muss ich das ändern."

"Wie wäre es damit? Das Ehepaar war dabei, ein Gemüsebeet anzulegen, um Möhren zu säen. Und aus der Ligusterhecke machst du eine Lebensbaumhecke, die im Sommer wie im Winter undurchsichtig ist."

Mit krausgezogener Stirn dachte Dana nach. "Hört sich gut an. Also ändere ich Hyazinthen in Möhren. Aber mit der Hecke geht das nicht. Wenn sie undurchsichtig ist, kann man nicht beobachten, was sich dahinter abspielt."

"Das stimmt. Jetzt müssen wir uns etwas Neues einfallen lassen." Maria überlegte. "Es ist gar nicht so einfach, eine Kurzgeschichte logisch aufzubauen. Bist du ganz sicher, dass du später einmal Schriftstellerin werden möchtest?"

"Natürlich! Für mich gibt es keinen schöneren Beruf. Es ist mein größter Wunsch, Krimis zu schreiben."

"Was sagen eigentlich deine Eltern dazu?"

Dana verzog ihr Gesicht. Das war ein eher heikles Thema. "Sie hoffen, dass ich die Schriftstellerei nebenher betreibe und hauptberuflich Veterinärmedizin studiere, um die Praxis zu übernehmen."

"Würde dir das denn keinen Spaß machen?"

"Doch - irgendwie schon." Die Antwort kam sehr zögerlich. "Es ist nur so, dass ich dann ganz bestimmt keine Zeit mehr für ein Hobby habe. Mama und Papa kommen an kaum einem Abend vor acht Uhr nach Hause. Sogar samstags arbeiten sie bis nachmittags und oft auch sonntags, wenn es einen Notfall gibt."

Maria lächelte. "Deine Eltern brauchen keine Freizeitbeschäftigung. Die Tiermedizin ist ihr gemeinsames Hobby, so wie für mich die Börse. Ohne Aktienkurse wäre mein Leben unerträglich langweilig. Aber deine Berufswahl hat ja noch einige Jahre Zeit." Mit diesen Worten wandte sie sich wieder Danas Hausaufgaben zu.

"Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja - wir wollten die gesamte Handlung verwerfen. Das Ehepaar beobachtet einen Mord, ohne dabei entdeckt zu werden. Durch die Ligusterhecke kann es durchgucken, wird aber bemerkt. Durch die Lebensbaumhecke wird es zwar nicht gesehen, kann aber auch nichts auf dem anliegenden Grundstück erkennen. Diesen Widerspruch können wir nicht stehen lassen. Machen wir alles komplett neu?"

"Nein, ganz sicher nicht!", antwortete Dana entschieden. "Meine Geschichte ist gut. Ich habe folgende Idee: Die beiden Zeugen sehen nichts, sondern hören während der Gartenarbeit, dass ganz in der Nähe etwas nicht stimmt. Deshalb schleichen sie in gebückter Haltung zu ihrem Haus, schließen leise die Tür, steigen die Treppe hinauf ins Dachgeschoss und verfolgen die Geschehnisse durch die Gardine. Dort sehen sie auf dem Rasen direkt am Rande der Terrasse eine leblose Frau in einer Blutlache. Neben ihr steht ein Mann, der eine Jacke über ihrem Körper ausschüttelt. Und aus dem Wohngebiet mache ich eine Wochenendsiedlung, in der sich von Montag bis Freitag kaum ein Mensch sehen lässt. Den Mörder darf ich nicht sehr intelligent darstellen. Er hat nämlich übersehen, dass ab und zu auch wochentags jemand kommt. Und genau das wird ihm zum Verhängnis. - Was sagst du nun?"

Maria war sprachlos, was bei ihrer Schlagfertigkeit selten vorkam. "Deine Phantasie ist bewundernswert! Darf ich noch einmal wiederholen? Also, das Ehepaar weiß nicht, was geschehen ist, bevor es oben durch das Fenster schaut. Von dort sieht es den regungslosen Körper einer Frau, neben der ein Mann steht. Soweit sind mir die Ereignisse klar. Was ich nicht verstehe, ist die Sache mit der Jacke. Warum schüttelt er eine Jacke über seinem Opfer aus?"

Dana wirkte belustigt. "Hast du echt keine Ahnung? Mit der Jacke, die nicht ihm gehört, legt der Mörder eine falsche DNA-Spur. Das weiß doch jeder!"

"Du bist ganz schön gerissen. Auf solch eine Idee wäre ich nicht gekommen."

Maria dachte einen Moment nach und meinte dann: "Du hast jedes Detail sehr anschaulich ausgeschmückt, vielleicht sogar zu anschaulich. An einer Stelle beschreibst du in allen Einzelheiten die panische Angst des Opfers und die sadistische Mordlust des Täters. Und danach kommt etwas ganz Scheußliches: Du schilderst, wie die Blutlache dünne Rinnsale bildet, die sich um die Grashalme schlängeln, bevor sie im Erdreich versickern .. Ich frage mich, ob das wirklich nötig ist."

Dana widersprach entrüstet: "Natürlich ist das nötig! Zu einem richtigen Thriller gehört eine richtige Gänsehaut!"

"Na, meinetwegen. Dann verbessere, was notwendig ist, damit wir mit der Übersetzung beginnen können."

Dana begann flink zu tippen, während Maria über ihre Schulter auf den Bildschirm schaute. "Leider muss ich schon wieder meckern", sagte sie nach einer Weile.

"Bitte nicht, Tante Maria!"

"Doch!", antwortete Maria energisch. "Du hast den gesamten Text für den Englischunterricht in deutscher Sprache verfasst. Ein solcher Aufsatz hat aber den Sinn, dass du lernst, dich direkt in der Fremdsprache auszudrücken, ohne vorher zu überlegen und nach den richtigen Redewendungen zu suchen. Das heißt, du musst lernen im Englischen zu denken."

"Das weiß ich doch! Dann wäre die Geschichte aber nicht so gut geworden. Ich habe die englische Fassung schon vorbereitet, muss nur noch die Änderungen einbauen. Vielleicht liest du sie und sagst mir, ob du zufrieden bist."

Maria las und konnte ihre Hochachtung nicht verbergen. Dana besuchte ein Gymnasium und galt als ehrgeizige und fleißige Schülerin, wenn auch ausgesprochen eigenbrötlerisch.

"Ich meine, es sind keine Fehler darin enthalten. Jedenfalls habe ich keine gefunden. Obwohl .", sie zögerte einen Moment und fuhr dann fort: ". ich der Ansicht bin, dass man hier und da flüssiger und eleganter formulieren könnte."

"Lieber nicht, dann merkt meine Lehrerin sofort, dass ich Hilfe hatte. Ich kann nur das schreiben, was ich bisher gelernt habe. So, jetzt muss ich nachsehen, was 'Lebensbaum' heißt."

"Arbor vitae", antwortete Maria, die seit Jahren regelmäßig Sprachferien in den verschiedensten Ländern machte. Auf ihre Englischkenntnisse war Verlass.

"Hier steht tree of life", widersprach Dana, die bereits ein Online-Lexikon geöffnet hatte.

"Das kann auch der sinnbildliche Lebensbaum sein. Wenn du das Grünzeug in der freien Natur meinst, nimmst du lieber arbor vitae, um Irrtümer zu vermeiden."

Dana schmunzelte. Maria hielt es stets außerordentlich genau. "Ich setze arbor vitae in Klammern dahinter. Dann gibt es garantiert keine Missverständnisse."

Minuten später war die Kurzgeschichte fertig. Erleichtert atmete Dana auf, klappte Ihr Notebook zu und strahlte ihre Tante glücklich an.

"Vielen Dank, Tante...

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