Qualitätsmanagement in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft

Vorbereitung auf die DIN ISO 9001
 
 
Haufe-Lexware (Verlag)
  • erschienen am 6. Mai 2020
  • |
  • 389 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-648-13018-6 (ISBN)
 

Durch die zunehmende Bedeutung der Globalisierung und Digitalisierung werden Qualitätsdenken und -orientierung zu festen Bestandteilen des unternehmerischen Handelns. Doch wie wird ein Qualitätsmanagementsystem aufgebaut und weiterentwickelt?

Dieses Buch bietet einen verständlichen Einstieg in die Themen und Rahmenbedingungen des Qualitätsmanagements (QM) in der Immobilienwirtschaft. Dabei legt es den Fokus auf die Mieter- und Kundenorientierung und geht auch auf die Norm DIN EN ISO 9001:2015 ein. Ausgewählte Praxisbeispiele zeigen, wie QM erfolgreich umgesetzt werden kann.

E-Book
1. Auflage 2020
  • Deutsch
  • Freiburg im Breisgau
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 3,74 MB
978-3-648-13018-6 (9783648130186)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Muhittin Bayrakli, Diplomhandelslehrer, kennt das Thema Wohnungswirtschaft und Qualitätsmanagement sowohl aus eigener beruflicher Erfahrung als auch aus der Lehre. Er arbeitet als Test- und Qualitätsmanager, Projektleiter und IT-Programmierer in der Immobilienwirtschaft; seit 2011 unterrichtet er das Fach Qualitäts- und Informationsmanagement an der Fachakademie für die Immobilienwirtschaft an der SFA Wiesbaden. Er ist Diplom-Immobilienwirt (DIA), Immobilien-Ökonom (GdW) und nach ISTQB® Certified Testmanager.

Inhalt:

  • Qualitätsmanagementsysteme: Aufgaben, Begriffe, Vorteile, Ziele
  • Die ISO-9000-Familie, Total-Quality-Management (TQM), Business-Excellence-Modelle (EFQM)
  • Phasen des Qualitätsmanagements: Ziele, Maßnahmen, Instrumente
  • Beschwerdemanagement: Aufgaben, Ziele, Erfolgsfaktoren und Werkzeuge
  • Förderung des Qualitätsbewusstseins der Mitarbeiter und Effizienzkontrolle sowie Recht in QM

1 Rahmenbedingungen, Bedeutung und Überblick

In der heutigen Zeit kommt es angesichts der Globalisierung, Digitalisierung und weiterer Megatrends und des damit verbundenen höheren Konkurrenzdrucks verstärkt darauf an, dass Unternehmen dem verschärften nationalen und internationalen Wettbewerb standhalten und sich am Markt behaupten. Die Bedeutung der Produkt- und Dienstleistungsqualität nimmt global stetig zu, eine hohe Service- und Produktqualität muss damit als echter Wettbewerbsvorteil gelten. Die dynamische Situation in den Märkten stellt hohe Anforderungen an das Qualitätsmanagement für Produkte und Dienstleistungen.

1.1 Qualitätsmanagement: Rahmenbedingungen und Erfordernisse

Im Folgenden werden die aktuellen Rahmenbedingungen am Markt sowie die Wirkungszusammenhänge zwischen der Qualität eines Produkts oder einer Dienstleistung und dem damit verbundenen Unternehmenserfolg aufgezeigt.

1.1.1 Rahmenbedingungen in der Gesamtwirtschaft und in der Gesellschaft

Eine hohe Produkt- und Dienstleistungsqualität hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Wettbewerbs- und Differenzierungsfaktor entwickelt. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Dienstleistungssektors in der Immobilienwirtschaft (tertiärer Bereich) hat ein Wandel im Marketingdenken eingesetzt, gemäß dem sich das Dienstleistungsangebot stärker auf die Kundenwünsche und -bedürfnisse (Kundenorientierung) sowie die Qualitätsorientierung ausrichtet (Bruhn 2016a, S. 3). Die Immobilienwirtschaft profitiert von dem wirtschaftlichen und insbesondere dem Strukturwandel hin zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft, denn mit ihm und dem wachsenden Immobilienbestand geht eine höhere Nachfrage nach Immobiliendienstleistungen einher. Auch die Ansprüche an Immobilien werden voraussichtlich deutlich steigen (Vornholz 2017, 160 ff.). Concierge-Dienste, etwa durch Empfangsmitarbeiter, die sich um viele Angelegenheiten der Bewohner eines Objekts kümmern, sind ein Beispiel für neue Geschäftsfelder. Auch im Bau und im produzierenden Handwerk (sekundärer Sektor) sowie in der Informationstechnologie werden die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden, zum Beispiel beim Bau von ökologischen Niedrigenergie- und Passivhäusern oder intelligent vernetzten »smarten« Häusern, als Wettbewerbsfaktor immer wichtiger (vgl. auch Völkel/Lorbach 2015).

Hinzu kommt, dass sich die regionalen Aktivitäten global agierender Unternehmen verstärken. Die Glokalisierung - dieses Wort beschreibt eine Mischung aus Weltläufigkeit, Globalisierung und Lokalisierung - führt dazu, dass sich global handelnde Unternehmen an Besonderheiten, Kultur, Sprache und Gepflogenheiten sowie Gesetze »vor Ort« orientieren. Denn eine globale Strategie, um das gleiche Produkt überall in der Welt auf die gleiche Weise zu vermarkten, funktioniert nicht immer. Dieser Weg hat zu teilweise spektakulären Fehlschlägen geführt. International tätige Unternehmen können Glaubwürdigkeit nur durch nationale und lokale Bezüge und Marketingaktivitäten herstellen. Zukünftig wird Globalisierung so aussehen, dass die regionalisierte und renationalisierte Kultur, verbunden mit einem neuen Zugehörigkeitsgefühl, stärker eingebunden wird. Hierbei denken die Unternehmen global, agieren aber lokal (Opaschowski 2013, S. 22).

Durch die Glokalisierung gewinnen der Raum, die Region oder die Geografie sowie die jeweilige Kultur wieder an Bedeutung. Das heißt, lokale Entwicklungen werden nicht mehr als Gegenreaktion zu globalisierenden Prozessen interpretiert, sie stehen also nicht mehr im Widerspruch zur Globalisierung. Dadurch entstehen Netzwerke, über die sich zum einen transnationale Produktions- und Vermarktungsstrukturen bilden und die zum anderen die jeweiligen Kulturen verändern. Glokalisierung hat unter anderem eine kulturelle, eine ökonomische, eine politische und eine soziologische Dimension. Beispielsweise lassen sich für die »Lokalisierung« global vertriebener Immobilien Architekturen und Bauzeichnungen an nationale Vorlieben und Gepflogenheiten (Design, Material, Baumaterialien) anpassen oder immobilienwirtschaftliche Dienste an die jeweilige Sprache und Kultur - natürlich unter Beachtung der nationalen Gesetzgebung. Um im Wettbewerb bestehen zu können, sind international agierende (Immobilien-)Unternehmen gezwungen, »lokale« Besonderheiten in ihre Überlegungen einzubeziehen.

In vielen europäischen Städten, aber auch weltweit findet einerseits eine Urbanisierung in den Großstädten statt. Andererseits gibt es lokale Bewegungen, zum Beispiel Antiurbanisierungstrends, die mittlerweile zur weltweiten Modeerscheinung herangewachsen sind, die sich also selbst globalisiert haben. Einerseits bedeutet Urbanisierung die Ausbreitung städtischer Lebensformen, indem Städte durch Bautätigkeit oder Gewerbe- und Industrieflächen wachsen (physische Urbanisierung oder »Verstädterung« im engeren Sinne). Andererseits versteht man darunter eine mit städtischen Standards vergleichbare infrastrukturelle Erschließung ländlicher Regionen (funktionale Urbanisierung) bzw. bestimmter Gebiete innerhalb einer Stadt (Suburbanisierung) und das dadurch veränderte Sozialverhalten der Bewohner solcher (Teil-) Gebiete (soziale Urbanisierung). Bei der Urbanisierung werden die Prozesse des sozialen Wandels mit in die Betrachtung einbezogen (vgl. auch Meier/Zimmermann 2016, S. 3 f.).

Eine weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung, mit der sich ein Immobilienunternehmen befassen sollte, betrifft die Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft, insbesondere den Bereich des Green Buildings und damit zusammenhängend nachhaltige Zertifizierungen. Erst seit ein paar Jahren wird diesem Thema mehr Beachtung geschenkt. Ein Immobilien- bzw. (kommunales) Wohnungsunternehmen muss diese Trends genauer analysieren und entsprechende Maßnahmen einleiten. Es geht darum, geeignete Alt- und Neubauten anzubieten, zeit- und marktgerechte Modernisierungen an bestehenden Bestandsobjekten durchzuführen sowie sich entsprechend zertifizieren zu lassen, um den Leerstand möglichst gering zu halten oder ganz zu vermeiden.

Die demografischen Veränderungen und die größere Werte- und Normenvielfalt in der Gesellschaft bewirken, dass die Individualisierung von Produkten und Dienstleistungen immer wichtiger wird. Das »Comeback« der individualisierten Produkte und Dienste, das heißt einer individuell an Kunden- und Mieterbedürfnissen angepassten Wohnung oder Dienstleistung, gewinnt mit steigendem Einkommen der Nachfrager an Bedeutung. Der demografische Wandel stellt unser altes Lebensphasenmodell mit Beruf, Familie und dann Rente infrage. Wenn das Leben länger, vielfältiger und auch unberechenbarer wird, entstehen neue Herausforderungen für Wohnungsunternehmen, neue Raum- und Wohnideen für ältere Menschen sind gefragt. Vor allem Barrierefreiheit und altersgerechtes Wohnen spielen hier eine zentrale Rolle.

Auch durch neue Arbeitszeitmodelle und die Auflösung räumlich-zeitlicher Grenzen durch Digitalisierung entstehen Wünsche nach neuen Raumkonzepten für das Wohnen und Arbeiten. Die Digitalisierung hat längst alle Lebensbereiche erfasst. Und so wie wir das Smartphone nicht mehr missen wollen, werden wir auch in der Arbeitswelt Veränderungen erleben, die uns das Leben erleichtern können. Die tiefgreifenden Veränderungen, die die Digitalisierung in Ausbildung und Beruf sowie in allen Bereichen unseres Lebens bewirkt, zeigt sehr deutlich: Wir müssen bereit sein, uns auf Neues einzustellen, uns damit zu beschäftigen und kontinuierlich dazuzulernen. Lebenslanges Lernen mit Eigeninitiative heißt die Devise. Es ist eine neue Art von »Bildung« entstanden, die das lebenslange Lernen mit Befähigung zur permanenten Weiterentwicklung fördert und fordert. Wir müssen uns von der Idee einer »Aus-Bildung« und eines »Ab-Schlusses« verabschieden, denn Bildung wird nie zu Ende sein.

Dazu müssen sich die Menschen bzw. Mitarbeiter, aber auch die Unternehmen selbst als lernende, »neugierige« Wesen bzw. Organisation verstehen. Die Unternehmen sollten die Chancen neuer Technologien erkennen und auch die verborgenen Potenziale insbesondere der jungen Mitarbeiter, die vielleicht als Digital Natives (»digitale Eingeborene«) viele Ideen in das Unternehmen einbringen können. Als »digitale Eingeborene« werden diejenigen Personen oder die junge Generation bezeichnet, die bereits in der digitalen Welt aufgewachsen sind. Zudem sollten Unternehmen die neuesten Forschungsergebnisse nutzen und sie ihren Mitarbeitern vermitteln, um den Trend »Lebenslanges Lernen« und den internationalen technischen Wandel gekonnt zu verbinden.

1.1.2 Rahmenbedingungen in der Immobilienwirtschaft

Zwar rückt die Markt- und...

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