Wie geht denn nun glücklich

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. August 2020
  • |
  • 360 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-9292-3 (ISBN)
 
Linda steckt mitten in ihrer Masterarbeit, als sie erfährt, dass sie schwanger ist. Zusammen mit ihrem liebevollen Freund Holger müsste sie doch glücklich sein, wären da nur nicht all die Zweifel: Wird sie - chaotisch wie sie ist - eine gute Mutter sein? Linda will es ohnehin ständig allen recht machen, doch nun lasten die Erwartungen ihrer karriereorientierten Eltern und ihrer frommen Schwiegermutter besonders schwer auf ihr.

Als ihre Tochter zur Welt kommt, steht Lindas Leben völlig auf dem Kopf. Holger meistert seine neue Rolle als Vater perfekt, während Linda sich plötzlich unfähig fühlt und zunehmend ihre eigenen Bedürfnisse aus dem Blick verliert. Um endlich wieder zu sich selbst zu finden, muss sie sich der Frage stellen: Worin liegt ihr Lebensglück und gehört Holger noch dazu?

Ein Roman über die Unwägbarkeiten des Lebens und den Mut, sein Glück selbst in die Hand zu nehmen.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,64 MB
978-3-7519-9292-3 (9783751992923)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Lina Baum ist das Pseudonym der Berliner Autorin Carolina Baum. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern genießt sie das Leben trotz seiner Unberechenbarkeiten in vollen Zügen und nimmt bewusst die schönen Momente im hektischen Alltagstrubel wahr. Lina Baum sucht immer wieder die Nähe der Natur und das Abenteuer, sei es beim Wandern, Segeln oder Mermaiding. Dennoch fühlt sie sich ihrer Heimat stark verbunden und hat in ihrer Familie das Glück gefunden.
Lina Baum bewundert Menschen, die sich selbstlos für andere einsetzen und solche, die bereit sind, sich weiterzuentwickeln und gegen alle Widrigkeiten ihren eigenen Weg zu gehen.
Sie sind die Inspiration zum Schreiben.

Wer mehr über Lina Baum und ihre Bücher erfahren möchte, findet sie bei
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Instagram. @linabaum_autorin

Kapitel 1


In der Nacht wachte Linda plötzlich auf, weil sie von heftigen Bauchkrämpfen geplagt wurde. Schlaftrunken quälte sie sich aus ihrem Bett und schleppte sich zur Toilette. Für einen Moment dachte sie daran, ihren Freund Holger anzurufen, um etwas Mitleid für die Bauchschmerzen einzufordern, doch sie verwarf den Gedanken schnell wieder. Holger musste in wenigen Stunden bereits aufstehen, um ins Büro zu gehen, und da wollte sie ihn nicht unnötig aus dem Schlaf reißen. Obwohl er vermutlich schuld war an ihrem Leiden, schließlich hatte er am Vorabend vorgeschlagen, beim Thailänder das Gericht mit rotem Curry zu bestellen.

Der Toilettengang brachte keine Erleichterung und so rollte sich Linda zurück in ihrem Bett zu einer Kugel zusammen und atmete gegen den Druck in ihrem Bauch an. Zum Glück konnte sie am Morgen ausschlafen, ihre Masterarbeit musste dann eben wie gewohnt warten. Langsam glitt sie wieder in den Schlaf hinüber und träumte sich als großer Ballon mit Stummelbeinchen vom Wind getrieben an Wolken entlang, bis sie als kleiner Punkt am Horizont verschwand.

Als Linda durch den einsetzenden Baulärm in ihrer Straße viel zu früh erwachte, war ihr speiübel. Schwarze Pünktchen tanzten vor ihren Augen, als sie sich schwerfällig erhob und ächzend ein paar Schritte in Richtung Badezimmer machte.

Plötzlich durchfuhr Linda ein Gedanke und sie blieb ruckartig stehen. Könnte es möglich sein, dass .?

Mit einem eigenartigen Kribbeln im Bauch stürmte sie nun in das kleine Badezimmer und wühlte hektisch im Unterschrank des Waschbeckens herum. Als sie sich mit hochrotem Kopf aufrichtete, musste sie zunächst wieder einen leichten Schwindel bekämpfen, doch sie hatte trotz des heillosen Durcheinanders an Kosmetika gefunden, was sie brauchte. Zufrieden betrachtete sie die drei Schwangerschaftstests in ihrer Hand. Vor ein paar Wochen hatte sie sich im Laden nicht entscheiden können, ob sie einen Frühschwangerschaftstest, einen normalen oder einen digitalen nehmen sollte, deshalb hatte sie einfach alle drei gekauft. Nun machte Linda es sich auf dem Klo gemütlich und störte sich für dieses Mal nicht daran, zwischen Handtuchregal und Badewanne eingekeilt zu sein. Die Enge gab ihr heute einen beruhigenden Halt. Unkonzentriert überflog sie die Gebrauchsanweisung des Frühschwangerschaftstests und konnte nicht verhindern, dass ihre Gedanken immer wieder abschweiften.

Erst vor ein paar Wochen hatten Linda und Holger entschieden, eine Familie zu gründen. Immerhin waren sie schon seit vier Jahren ein Paar und fühlten sich sehr wohl miteinander. Nur zu einer gemeinsamen Wohnung hatten sie sich noch nicht durchgerungen, was allerdings an Linda lag. Holger war der bodenständige Planer und sie das kreative Chaos. Wenige Monate, nachdem sie sich beim Lauftreff im Park kennengelernt hatten, hatte Holger schon mit ihr zusammenziehen wollen. Aus romantischen und pragmatischen Gründen. Doch Linda liebte ihren Freiraum, das heillose Durcheinander in ihrer winzigen Berliner Ein-Zimmer-Wohnung. Deshalb schob sie das Zusammenziehen erfolgreich vor sich her. Holger wartete geduldig und übte keinerlei Druck aus. Er war eine Seele von Mensch. Der gemeinsame Kinderwunsch bedeutete, dass Linda nun endlich bereit war, Nägel mit Köpfen zu machen, weshalb sie sich bereits ein paar Wohnungen angesehen hatten. Die Vorfreude auf ein gemeinsames Nest war allerdings schnell einer Ernüchterung gewichen, denn der Andrang an Mitbewerbern bei den Besichtigungen war enorm gewesen und eine Berliner Altbauwohnung nach ihren Vorstellungen mit drei hellen Räumen, einer großzügigen Küche und einem gemütlichen Bad, stuckbehangenen Decken und dekorativem Kachelofen gab es nur jenseits von Holgers Gehaltsgrenze. Deshalb hatte Linda vorgeschlagen, die Wohnungssuche zunächst auf Eis zu legen, gemäß ihrem Lebensmotto: Nur nichts überstürzen.

Für Linda hatte sich das alles bisher angefühlt wie ein Spiel, in dem man versucht, das nächste Level zu erreichen. Zwar hatte sie euphorisch mit dem Einsetzen ihrer nächsten Regel die Pille abgesetzt und die drei Schwangerschaftstests gekauft, doch die waren ja als Jahresvorrat gedacht gewesen. Für den Fall der Fälle, dass in ein paar Monaten vielleicht plötzlich ihre Tage nicht kommen sollten.

Wann müsste eigentlich ihre nächste Regel einsetzen? Linda rieb sich angestrengt die Stirn und entschied kurzerhand, statt zu rechnen, einfach den Test zu benutzen.

Erstaunt und etwas ungläubig betrachtete sie kurz darauf den weißen Stab in ihrer Hand. Tatsächlich erkannte sie auf diesem unscheinbaren Plastikding zwei Striche. Sehr deutliche zwei Striche. Linda war sich nicht mehr sicher, ob sie den Schwangerschaftstest auch richtig angewendet hatte. Konnte man da überhaupt etwas falsch machen? Strich war schließlich Strich, oder nicht? Dieser Strich veränderte nur mal eben ein ganzes Leben und aus dem Spiel gab es plötzlich kein Zurück mehr. Umständlich zog Linda mit zitternden Händen ihre Schlafanzughose hoch und legte den Test auf den Badewannenrand. Eigenartig, was für Gefühle sie plötzlich durchströmten. Klar, irgendwie freute sie sich. Doch da war noch eine nicht greifbare Furcht - die Angst vor dem Unbekannten. Freudiges Entsetzen war wohl eine passende Beschreibung für die widersprüchlichen Empfindungen, die in ihr tobten.

Zum Glück stand Holger als Betriebswirt schon seit drei Jahren in Lohn und Brot, denn so ein kleines Würmchen würde ihr Leben ganz schön auf den Kopf stellen, auch finanziell. Das war ihnen natürlich vollkommen bewusst gewesen, als sie vor ein paar Wochen die Entscheidung, Eltern zu werden, wohlüberlegt getroffen hatten.

Doch irgendwie hatte die Zukunft aus der Ferne viel leichter ausgesehen als jetzt. Damals war Linda der Überzeugung gewesen, dass Holger und sie all die Hindernisse, die es noch zu bewältigen gab, überwinden und dann das Kind schon schaukeln würden - wie so viele andere auch. Man wuchs ja an seinen Aufgaben. Sie würden sich bald in aller Ruhe in einer gemeinsamen Wohnung einrichten und dann könnte langsam das Baby kommen. So weit die Theorie. Doch verdammt! Jetzt hatte es gleich beim ersten Versuch geklappt, dabei wusste Linda nicht einmal, wie lang ihr Zyklus eigentlich war. Ein Schuss, ein Treffer? Das war doch fast unmöglich! Sie hatte wirklich geglaubt, dass sie es monatelang versuchen würden und somit massig Zeit für die Lebensumstellung blieb. Linda kroch es kalt den Rücken hoch. Sie mussten sofort eine Wohnung finden, aber viel schlimmer noch: Sie musste gleichzeitig ihre Masterarbeit in Publizistik fertig schreiben! Neun Monate, war das machbar? Eigentlich eine lange Zeit, aber nicht, wenn man mit Professorin und Thema auf Kriegsfuß stand und erst wenige Seiten geschrieben hatte.

Tief durchatmen, dachte Linda, nur nicht durchdrehen! Bisher hatte sie doch jede Katastrophe gemeistert. Und außerdem selbst schuld!, rügte Linda sich. Im Freudentaumel für ihren gefassten Entschluss hätte sie Holger nicht lauthals ankündigen sollen, dass sie ihre Masterarbeit bestimmt schon in drei Monaten abgeben könne. Die Motivation, sich von nun an hinter den Schreibtisch zu klemmen und strukturiert dem Ziel entgegenzuarbeiten, war nämlich nur von kurzer Dauer gewesen. Linda raufte sich die ungekämmten Haare. Bei so vielen Unsicherheiten hätten sie vielleicht doch noch ein bisschen länger verhüten sollen.

Ob man ihr die Schwangerschaft wohl schon ansehen konnte? Die Übelkeit und der Schwindel waren wie weggeblasen, als Linda neugierig zu ihrem Kleiderschrank ging und sich vor der Spiegeltür vollständig auszog. Sie prüfte ihren Bauchumfang von allen Seiten, aber natürlich konnte man noch nichts erkennen, was auf eine Schwangerschaft schließen ließ. Linda war mit ihrer Figur zufrieden. Sie trieb gerne Sport und ernährte sich meist gesund. Ihre Arme und Beine waren lang und schlank, die Brüste klein und der Hintern fest. Ihre kastanienbraunen Haare fielen glatt herab und bedeckten ihre Brüste wie ein Vorhang. Die blaugrünen Augen blickten immer ein wenig spöttisch unter den kräftigen Brauen hervor und dieser Blick gepaart mit ihrem spitzbübischen Lächeln hatte schon so manchen Mann in seinen Bann gezogen. Kritisch hingegen beäugte sie ihre Ohren, die leicht abstanden und ihr zu groß schienen, und sie bedauerte zutiefst, keine Locken zu haben.

An Holger liebte sie dessen weizenblondes, immer verstrubbeltes Haar, seine dazu im Kontrast stehenden haselnussbraunen Augen und seine athletische Statur. Augenblicklich verliebt hatte Linda sich aber in Holgers jungenhafte Art, sein lautes unbeschwertes Lachen, seine albernen Scherze und seine ungestüme Lebensfreude. Voller Wärme dachte sie jetzt an ihn, während sie aufgeregt und noch immer nackt den Stapel an Papierkram auf der Flurkommode nach ihrem Smartphone durchsuchte. Endlich fand sie es in einem Kleiderhaufen auf dem Sofa. Nun kam der heikle Moment, Holger die Botschaft zu überbringen. Würde er sich freuen, jetzt schon Vater zu werden? Oder wäre er genauso überrumpelt wie sie?

Hi Holy,...

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