Tik-Tak von Oz - Die Oz-Bücher Band 8

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. November 2018
  • |
  • 220 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7481-3541-8 (ISBN)
 
Im 8. Band der Oz-Reihe - Tik-Tak von Oz - strandet die schiffbrüchige Betsy Bobbin mit ihrem Maultier Hank im Rosenkönigreich.
Dort trifft sie auf Zottel, der auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder ist. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, um Zottels Bruder aus den Händen des grausamen Gnomenkönigs zu befreien. Bald gesellen sich noch weitere Mitkämpfer zu ihnen, und sie kommen ihrem Ziel langsam näher. Doch die Reise birgt viele Gefahren, denn der Gnomenkönig ist bösartig und listenreich ...
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,72 MB
978-3-7481-3541-8 (9783748135418)
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Kapitel 1.


Anns Armee.


DAS werde ich nicht tun!", schrie Ann; "Ich werde nicht den Boden fegen. Es ist unter meiner Würde."

"Jemand muß ihn fegen", antwortete Anns jüngere Schwester Salye; "Sonst werden wir bald im Staub waten. Und du bist die Älteste und das Oberhaupt der Familie."

"Ich bin die Königin von Oogaboo", sagte Ann stolz. "Aber", fügte sie seufzend hinzu, "mein Königreich ist das kleinste und ärmste im ganzen Land von Oz."

Das war leider wahr. Weit abgelegen in den Bergen, in einer entfernten Ecke des schönen Märchenlandes von Oz, liegt ein kleines Tal, das Oogaboo genannt wird, und in diesem Tal wohnten ein paar Leute, die für gewöhnlich glücklich und zufrieden waren und nie über den Bergpaß zu den dichter besiedelten Teile des Landes wandern wollten. Sie wußten, daß ganz Oz, einschließlich ihres eigenen Territoriums, von einer schönen Prinzessin namens Ozma regiert wurde, die in der herrlichen Smaragdstadt lebte; doch die einfachen Leute von Oogaboo besuchten Ozma niemals. Sie hatten eine eigene königliche Familie - nicht wirklich, um über sie zu herrschen, sondern einfach aus Stolz. Ozma erlaubte den verschiedenen Teilen ihres Landes, ihre Könige und Königinnen und Kaiser und dergleichen zu haben, aber alle wurden von der schönen jungen Königin der Smaragdstadt beherrscht.

Der König von Oogaboo war ein Mann namens Jol Jemkiph Sofort, der viele Jahre lang die ganze Plackerei bei der Entscheidung von Streitigkeiten übernommen und seinen Leuten gesagt hatte, wann sie Kohl pflanzen und Sauergemüse einlegen sollten. Aber die Frau des Königs hatte eine scharfe Zunge und wenig Respekt für den König, ihren Ehemann. Deshalb schlich König Jol sich eines Nachts über den Paß in das Land von Oz und verschwand sang und klanglos aus Oogaboo. Die Königin wartete einige Jahre darauf, daß er zurückkehrte, und machte sich dann auf die Suche nach ihm. Sie ließ ihre älteste Tochter, Ann Sofort, in dieser Zeit als Königin auftreten.

Nun hatte Ann nicht vergessen, wann ihr Geburtstag sein würde, denn das bedeutete ein Fest und Feiern und Tanzen, aber sie hatte ganz vergessen, wie alt sie an ihrem Geburtstag werden würde. In einem Land, in dem die Menschen ewig leben, ist dies aber kein Grund, sich zu schämen. Daher können wir mit Recht sagen, daß Königin Ann von Oogaboo alt genug war, um kochen zu können - und dabei belassen wir es.

Aber sie kochte nicht oder tat mehr von der Hausarbeit, als sie nur unbedingt mußte. Sie war eine ehrgeizige Person und ärgerte sich ständig über die Tatsache, daß ihr Königreich so winzig war und ihre Leute so dumm und ängstlich waren. Oft fragte sie sich, was aus ihrem Vater und ihrer Mutter geworden war, die jenseits des Passes, im wunderbaren Land von Oz, waren; und die Tatsache, daß sie nicht nach Oogaboo zurückkehrten, ließ Ann vermuten, daß sie einen besseren Ort zum Leben gefunden hatten. Als daher Salye sich weigerte, den Boden des Wohnzimmers im Palast zu kehren, und Ann ihn auch nicht fegte, sagte sie zu ihrer Schwester:

"Ich gehe weg. Dieses absurde Königreich von Oogaboo ermüdet mich."

"Geh, wenn du willst", antwortete Salye; "Aber du bist sehr dumm, diesen Ort zu verlassen."

"Warum?", fragte Ann.

"Weil du im Land von Oz, welches Ozmas Land ist, ein Niemand sein wirst, während du hier eine Königin bist."

"Oh, ja! Königin über achtzehn Männer, siebenundzwanzig Frauen und vierundvierzig Kinder!", erwiderte Ann bitter.

"Nun, im großen Land von Oz gibt es sicher mehr Leute", lachte Salye. "Warum stellst du nicht eine Armee zusammen, eroberst es und wirst Königin von ganz Oz?", fragte sie in einem Versuch, Ann zu necken und sie damit zu ärgern. Dann schnitt sie ihrer Schwester eine Fratze und ging in den Hinterhof, um in der Hängematte zu schaukeln.

Ihre höhnischen Worte hatten jedoch Königin Ann auf eine Idee gebracht. Sie erinnerte sich daran, daß es hieß, Oz sei ein friedliches Land und Ozma ein einfaches Mädchen, das mit Sanftmut gegenüber allen regierte und daß ihr gehorcht wurde, weil ihr Volk sie liebte. Sogar in Oogaboo erzählte man sich, daß Ozmas einzige Armee aus 27 feinen Offizieren bestand, die schöne Uniformen, aber keine Waffen trugen, weil es niemanden gab, gegen den man kämpfen mußte. Es hatte neben den Offizieren einst einen einfachen Soldaten gegeben, aber Ozma hatte ihn zum Generalhauptmann gemacht und ihm seine Waffe weggenommen, weil sie befürchtete, daß sie jemanden verletzen könnte.

Je mehr Ann über die Sache nachdachte, desto mehr war sie davon überzeugt, daß es leicht sein würde, das Land von Oz zu erobern und sich als Herrscherin anstelle von Ozma einzusetzen, wenn sie nur eine Armee dazu hätte. Danach konnte sie in die Welt hinausgehen und andere Länder erobern, und dann könnte sie vielleicht einen Weg zum Mond finden und diesen erobern. Sie hatte einen kriegerischen Geist, der Herausforderungen dem Müßiggang vorzog.

Es hing alles von einer Armee ab, entschied Ann. Sie zählte gedanklich sorgfältig alle Männer ihres Königreichs. Ja, es gab genau achtzehn, und das war es auch schon. Das würde keine sehr große Armee machen, aber indem sie Ozmas unbewaffnete Offiziere überraschten, könnten ihre Männer sie leicht unterwerfen. "Sanfte Leute haben immer Angst vor denen, die toben", sagte sich Ann. "Ich möchte kein Blut vergießen, denn das würde meine Nerven zu sehr strapazieren und ich könnte in Ohnmacht fallen; aber gewiß würden die Leute von Oz, wenn wir drohen und unsere Waffen aufblitzen lassen, vor mir auf die Knie fallen und sich ergeben."

Dieses Argument, das sie sich mehr als einmal wiederholte, brachte die Königin von Oogaboo schließlich zu dem Entschluß, das kühne Unterfangen zu unternehmen.

"Was auch immer passiert", überlegte sie, "kann mich nicht unglücklicher machen, als wenn ich in diesem elenden Tal eingeschlossen bleibe und Böden fege und mit meiner Schwester Salye streite; also werde ich alles wagen und gewinnen, was ich kann."

Am selben Tag begann sie, ihre Armee zusammenzustellen.

Der erste Mann, zu dem sie ging, war Jo Apfel, so genannt, weil er einen Apfelgarten hatte.

"Jo", sagte Ann, "ich werde die Welt erobern, und ich möchte, daß du meiner Armee beitrittst."

"Bittet mich nicht, so etwas Dummes zu tun, Euer Majestät, denn ich muß höflich ablehnen", sagte Jo Apfel.

"Ich habe nicht die Absicht, dich zu fragen. Ich werde es dir als Königin von Oogaboo befehlen", sagte Ann.

"In diesem Fall muß ich wohl gehorchen", bemerkte der Mann mit trauriger Stimme. "Aber ich bitte Euch, daran zu denken, daß ich ein sehr wichtiger Bürger bin und deshalb ein Amt von hohem Rang innehaben sollte."

"Du sollst ein General sein", versprach Ann.

"Mit goldenen Schulterklappen und einem Schwert?", fragte er.

"Natürlich", sagte die Königin.

Dann ging sie zum nächsten Mann, der Jo Semmel hieß, weil er einen Obstgarten besaß, in dem Vollkornsemmeln und Weizensemmeln in großer Vielfalt heiß und kalt auf den Bäumen wuchsen.

"Jo", sagte Ann, "ich werde die Welt erobern, und ich befehle dir, meiner Armee beizutreten."

"Unmöglich!", rief er aus. "Die Semmelernte muß eingeholt werden."

"Laß deine Frau und deine Kinder sie pflücken", sagte Ann.

"Aber ich bin ein Mann von großer Wichtigkeit, Euer Majestät", protestierte er.

"Deshalb sollst du einer meiner Generäle sein und einen goldverbrämten Dreispitz haben und deinen Schnurrbart an den Enden hochrollen und ein langes Schwert tragen", versprach sie.

Also stimmte er zu, obwohl es sehr gegen seinen Willen war, und die Königin ging weiter zum nächsten Häuschen. Hier wohnte Jo Hörnchen, so genannt, weil die Bäume in seinem Obstgarten ausgezeichnete Eishörnchen als Früchte trugen.

"Jo", sagte Ann, "ich werde die Welt erobern, und du mußt meiner Armee beitreten."

"Entschuldigt mich bitte", sagte Jo Hörnchen. "Ich bin ein schlechter Kämpfer. Meine gute Frau hat mich vor Jahren unterworfen, weil sie besser kämpfen kann als ich. Nehmt sie, Euer Majestät, statt meiner, und ich werde Euch für den Gefallen segnen."

"Dies muß eine Armee von Männern sein - wilde, grimmige Krieger", erklärte Ann, und sah dabei streng auf den sanften kleinen Mann.

"Und Ihr werdet meine Frau hier in Oogaboo zurücklassen?", fragte er.

"Ja, und dich zum General...

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