Die Straße nach Oz - Die Oz-Bücher Band 5

 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. November 2018
  • |
  • 188 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7481-3527-2 (ISBN)
 
Im 5. Band der Oz-Reihe - Die Straße nach Oz - verirrt sich Dorothy in einem plötzlichen Straßengewirr und muß zuerst den Weg nach Oz finden, um von dort wieder nach Hause zu gelangen.
Seit ein Landstreicher Dorothy nach dem Weg in die nächste Stadt gefragt hat, geht plötzlich alles schief: Zuerst findet sie ihren Heimweg nicht mehr, dann gerät sie zwischen die Fronten zweier verfeindeter Städte und landet am Ende gar im Suppentopf grausamer Kannibalen. Zum Glück ist sie nicht allein, dennoch müssen sie und ihre Gefährten viele Gefahren durchstehen, bis sie endlich das Land von Oz erreichen. Und erst dort erfährt sie, weshalb sie sich anfangs verirrt hat ...

Empfohlenes Alter: 5 bis 10 Jahre. Große Schrift, auch für Leseanfänger geeignet.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,51 MB
978-3-7481-3527-2 (9783748135272)
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Kapitel 1.


Die Straße nach Butterfield.


BITTE, Kleines", sagte der Zottige Mann, "kannst du mir sagen, wie ich nach Butterfield komme?" Dorothy musterte ihn. Ja, er war wahrlich zottig, aber da war ein Augenzwinkern, das ihn freundlich erscheinen ließ.

"Oh ja", antwortete sie. "Ich kann es Ihnen sagen. Aber es ist überhaupt nicht diese Straße."

"Nicht?"

"Sie müssen die zehn Morgen große Weidefläche überqueren, dem Weg bis zur Landstraße folgen, nach Norden bis zu den fünf Abzweigungen gehen und dann - lassen Sie mich überlegen -"

"Gewiß, Kleines, aber ich muß wissen, wie man nach Butterfield kommt", sagte der Zottige Mann.

"Sie müssen die Abzweigung neben dem Weidenstumpf nehmen, glaube ich, oder vielleicht auch die bei den Erdhörnchenlöchern, oder vielleicht -"

"Ist es nicht gleich, welche ich nehme?"

"Natürlich nicht, Zottiger Mann. Sie müssen den richtigen Weg nehmen, um nach Butterfield zu kommen."

"Und ist das der bei dem Erdhörnchenstumpf oder -"

"Du liebe Güte!", rief Dorothy. "Ich werde Ihnen den Weg zeigen müssen, so dumm wie Sie sind. Warten Sie eine Minute, bis ich ins Haus gelaufen bin und meinen Sonnenhut geholt habe."

Der Zottige Mann wartete. Er hatte einen Haferstrohhalm im Mund, den er langsam kaute, als ob er gut schmecke, aber das tat er nicht. Es gab einen Apfelbaum neben dem Haus, und einige Äpfel waren zu Boden gefallen. Der Zottige Mann dachte, sie würden besser schmecken als der Haferstrohhalm, also ging er hinüber, um sich welche zu holen. Ein kleiner schwarzer Hund mit blitzenden braunen Augen rannte aus dem Farmhaus und rannte wütend auf den Zottigen Mann los, der bereits drei Äpfel in einer der großen, weiten Taschen seines zottigen Mantels verstaut hatte. Der kleine Hund bellte und versuchte, nach dem Bein des Zottigen Mannes zu schnappen; der aber packte den Hund am Genick und steckte ihn zusammen mit den Äpfeln in seine große Tasche. Er klaubte danach noch mehr Äpfel auf, denn es lagen viele auf dem Boden; und jeder, den er in seine Tasche warf, traf den kleinen Hund irgendwo auf dem Kopf oder Rücken und ließ ihn knurren. Der Name des kleinen Hundes war Toto, und er bedauerte es sehr, daß er in die Tasche des Zottigen Mannes gesteckt worden war.

Ziemlich bald kam Dorothy mit ihrem Sonnenhut aus dem Haus und rief:

"Kommen Sie, Zottiger Man, wenn Sie wollen, daß ich Ihnen den Weg nach Butterfield zeige."

Sie kletterte über den Zaun auf die zehn Morgen große Weidefläche, und er folgte ihr, wobei er langsam ging und über die kleinen Erdhügel auf der Weide stolperte, als würde er an etwas anderes denken und sie nicht bemerken.

"Meine Güte, Sie sind aber ungeschickt!", sagte das kleine Mädchen. "Tun Ihnen die Füße weh?"

"Nein, mein Kind, es ist mein Schnurrbart, der bei diesem warmen Wetter sehr leicht ermüdet", sagte er. "Ich wünschte, es würde schneien, du nicht?"

"Natürlich nicht, Zottiger Mann", antwortete Dorothy und warf ihm einen strengen Blick zu. "Wenn es im August schneite, würde es den Mais und den Hafer und den Weizen verderben; und dann würde Onkel Henry keine Getreide haben, und das würde ihn arm machen, und -"

"Keine Sorge", sagte der Zottige Mann. "Es wird nicht schneien, schätze ich. Ist das der Weg?"

"Ja", antwortete Dorothy, die über einen anderen Zaun kletterte; "ich werde Sie bis zur Landstraße begleiten."

"Dankeschön, Kleine, du bist sehr nett für dein Alter", sagte er.

"Es kennt nicht jeder die Straße nach Butterfield", bemerkte Dorothy, als sie den Weg entlangstolperte. "Aber ich bin viele Male mit Onkel Henry dorthin gefahren, und deswegen glaube ich, daß ich sie mit verbundenen Augen finden könnte."

"Tu das besser nicht", sagte der Zottige Mann ernst; "sonst könntest du einen Fehler machen."

"Das werde ich schon nicht", antwortete sie lachend. "Hier ist die Landstraße. Jetzt ist es die zweite - nein, die dritte Abbiegung nach links - oder ist es die vierte? Mal sehen. Die erste ist bei der Ulme, und die zweite ist bei den Erdhörnchenlöchern, und dann -"

"Dann was?", fragte er und steckte die Hände in seine Manteltaschen. Toto schnappte nach einem Finger und biß hinein. Der Zottige Mann nahm schnell seine Hand aus der Tasche und sagte: "Oh!"

Dorothy bemerkte es nicht. Sie beschattete mit ihrem Arm die Augen vor der Sonne und schaute besorgt die Straße hinunter.

"Kommen Sie", befahl sie. "Es ist nur ein Stück weiter, also kann ich es Ihnen auch zeigen."

Nach einer Weile kamen sie an die Stelle, wo sich fünf Straßen in verschiedene Richtungen verzweigten. Dorothy zeigte auf eine und sagte:

"Das ist sie, Zottiger Mann."

"Ich bin dir sehr zu Dank verpflichtet, Kleines", sagte er und beschritt eine andere Straße.

"Nicht diese!", rief sie; "Sie gehen in die falsche Richtung."

Er blieb stehen.

"Ich dachte, du hättest gesagt, daß der andere Weg nach Butterfield führt", sagte er und fuhr verwirrt mit seinen Fingern über seinen zottigen Schnurrbart.

"So ist es."

"Aber ich will nicht nach Butterfield gehen, mein Kind."

"Nicht?"

"Natürlich nicht. Ich wollte, daß du mir die Straße zeigst, damit ich nicht versehentlich dorthin gehen würde."

"Oh! Wohin wollen Sie denn gehen?"

"Ich bin nicht besonders wählerisch."

Diese Antwort erstaunte das kleine Mädchen; und es war auch etwas verärgert, weil es dachte, daß es sich ganz umsonst bemüht hatte.

"Es gibt hier ziemlich viele Straßen", bemerkte der Zottige Mann und drehte sich langsam um sich selbst, wie eine menschliche Windmühle. "Mir scheint, daß man von diesem Ort aus beinahe überall hingehen kann."

Dorothy drehte sich ebenfalls um und schnappte überrascht nach Luft. Es gab in der Tat viele Straßen; mehr als sie jemals zuvor gesehen hatte. Sie versuchte, sie zu zählen, obwohl sie eigentlich wußte, daß es fünf geben sollte, aber als sie siebzehn gezählt hatte, wurde sie verwirrt und hielt inne, denn die Straßen waren so zahlreich wie die Speichen eines Rades und liefen von der Stelle aus, an der sie standen, in jede Richtung. Wenn sie also weiterzählte, würde sie wahrscheinlich einige Straßen zweimal zählen.

"Du liebe Güte!", rief sie aus. "Hier gab es eigentlich nur fünf Straßen, mit der Landstraße und allem. Und jetzt - nun, wo ist die Landstraße, Zottiger Mann?"

"Kann ich nicht sagen, Kleines", antwortete er und setzte sich auf den Boden, als wäre er müde vom Stehen. "War sie nicht vor einer Minute noch hier?"

"Das dachte ich jedenfalls", antwortete sie äußerst verwirrt. "Und ich sah auch die Erdhörnchenlöcher und den Baumstumpf; aber sie sind jetzt nicht hier. Diese Straßen sind merkwürdig - und wie viele es von ihnen gibt! Wo sie wohl alle hingehen?"

"Straßen", bemerkte der Zottige Mann, "gehen nirgendwohin. Sie bleiben an einem Ort, damit die Leute auf ihnen gehen können."

Er steckte seine Hand in seine Seitentasche und zog einen Apfel heraus - schnell, bevor Toto ihn wieder beißen konnte. Der kleine Hund bekam diesmal seinen Kopf heraus und machte so laut "Wuff-wuff!", daß Dorothy zurückschrak.

"O, Toto!", rief sie; "Wo kommst du denn her?"

"Ich habe ihn mitgebracht", sagte der Zottige Mann.

"Wozu?", fragte sie.

"Damit er diese Äpfel in meiner Tasche bewacht, so daß niemand sie stehlen kann."

Mit einer Hand hielt der Zottige Mann den Apfel, den er zu essen begann, während er mit der anderen Hand Toto aus der Tasche zog und ihn auf den Boden setzte. Na-türlich sprang Toto sofort zu dem Kind und bellte freudig über seine Befreiung aus der dunklen Tasche. Als Dorothy liebevoll seinen Kopf tätschelte, setzte er sich vor sie hin, wobei seine rote Zunge an einer Seite seines Maules her-vorhing, und blickte ihr mit seinen glänzenden braunen Augen ins Gesicht, als ob er sie fragte, was sie als nächstes tun sollten.

Dorothy wußte es nicht. Sie sah sich besorgt nach einem vertrauten Merkmal um, aber alles sah fremd aus. Zwischen den Abzweigungen der vielen Straßen lagen grüne Wiesen und ein paar Sträucher und Bäume, aber sie konnte nirgends das Farmhaus sehen, aus dem sie gerade gekommen war,...

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