Die Ewigkeit in jedem Kuss

Roman
 
 
dotbooks Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Mai 2020
  • |
  • 202 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96655-034-5 (ISBN)
 
Über die Kraft von Vergebung und das Glück von neuen Anfängen: Der Liebesroman »Die Ewigkeit in jedem Kuss« von Gabriel Barylli als eBook bei dotbooks. »Ich saß da und wusste mit einem Mal, dass es sie gibt, die ewige Liebe. Nicht außerhalb von mir. Sondern in mir, seit Anbeginn aller Zeiten.« Es beginnt als der düsterste Tag ihres Lebens und klingt mit dem sanften Strahlen einer neuen Hoffnung aus ... Heute ist der Tag, an dem Christine von ihrem Mann geschieden wird. Den Glauben an die Liebe hat sie längst verloren - bis sie während dem Prozess den Blick des Gerichtsschreibers auffängt. Er scheint bis auf den Grund ihrer Seele zu schauen: Noch nie hat Christine sich so verletzlich gefühlt - und so geborgen. Als sie sich später in einem nahen Park wiederbegegnen, über ihnen die zarten Blüten eines Apfelbaums, wagt Christine das für sie Unvorstellbare ... Gabriel Baryllis träumerischer Roman entfaltet den Zauber eines ganz persönlichen Liebesgedichts: eine Liebeserklärung an das Leben selbst - und an die Hoffnung! Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der poetische Liebesroman »Die Ewigkeit in jedem Kuss« von Bestseller-Autor Gabriel Barylli - auch bekannt unter dem Titel »Wo beginnt der Himmel«. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.
  • Deutsch
  • 1,66 MB
978-3-96655-034-5 (9783966550345)
Gabriel Barylli wurde 1957 als Sohn eines Wiener Philharmonikers und einer Sängerin geboren. Nach seiner Ausbildung am Wiener Reinhardt-Seminar folgten Engagements am Burgtheater und in Berlin sowie Salzburg. Neben seinen zahlreichen Rollen für Film und Fernsehen schrieb Gabriel Barylli Theaterstücke sowie Romane, die regelmäßig die Bestsellerlisten eroberten. Seinen gefeierten Debütroman »Als wir liebten«, auch bekannt unter dem Titel »Butterbrot«, verfilmte er erfolgreich selbst. Er ist der meistgespielte deutschsprachige Theaterautor der Gegenwart. Der Autor im Internet: www.gabrielbarylli.com/ Bei dotbooks veröffentlicht Gabriel Barylli seine Romane: »Die Bar am Ende der Welt« »Als wir liebten« »Die Ewigkeit in jedem Kuss«

Kapitel 1


Ich denke immer noch an diese eigenartige Begegnung, die ich an einem Nachmittag der vergangenen Woche hatte. Ich war in eine Straße eingebogen, die etwas abseits der großen Verkehrswege lag, die die Stadt durchzogen. Ein Termin war ausgefallen, und ich hatte unverhofft einige Stunden für mich. Warum setze ich mich nicht einfach in dieses etwas altmodische Kaffeehaus, dachte ich, als ich an einem etwas altmodischen Kaffeehaus vorbeifuhr. So, als hätte das Kaffeehaus auf mich gewartet, bot es mir einen Parkplatz direkt vor seiner Eingangstüre an. Am Abend war ich mit meiner Frau verabredet. Isabell wollte mit mir ins Kino und danach spanisch essen. Ich freute mich auf diesen kleinen Luxus mit ihr und beschloss, mich bis dahin in diesem Café etwas zu entspannen. Ich steckte die Wagenschlüssel in meine Hosentasche und trat ein.

Der Raum lag in einer anderen Zeit. Der Fußboden war mit langen, breiten Holzdielen ausgelegt, die von einer Wand zur anderen liefen. Man sah ihm an, dass viele Generationen über ihn gelaufen waren, viele Ruhesuchende oder das Gespräch erwartende Gäste ihn betreten hatten. Er glänzte wie ein alter Ledermantel, der vom vielen Reisen glatt geworden war und schimmernd.

Direkt gegenüber der Eingangstüre stand eine riesige Espressomaschine. An ihren Hebeln war schon unzählige Male starker, schwarzer, das Innerste in Lebendigkeit versetzender Kaffee gezogen worden, und schon ihr Anblick versetzte mich in Vorfreude.

An den Wänden waren kleine Sitznischen, in denen jeweils ein Tisch von einer Sitzbank eingerahmt wurde. Ein oder zwei Holzstühle ohne Armlehnen ergänzten die Sitzbänke, die mit rotem Samt bezogen waren. Kleine, halbrunde Messingknöpfe blitzten an den Stellen, an denen die Polsterung mit dem Holzrahmen der Sitzbank abschloss. Die Messingknöpfe waren von unzähligen Besuchern so poliert, dass sie im Sonnenlicht, das durch die Fensterfront hereinfiel, strahlten.

Diese Fenster lagen links und rechts von der Eingangstüre. Jeweils vier Fenster ließen das warme Licht dieses Nachmittages über die Tischplatten aus Marmor fallen, über den schimmernden Holzboden, über den roten Samt, das Nussbraun der Holzstühle und das chrom- und elfenbeinfarbene Plastikgehäuse der Espressomaschine.

Die Wände waren in einem feinen gelben Pastellton gehalten, der mich ein wenig an den Strand von Rimini erinnerte. Überhaupt war es sehr bemerkenswert, dass ich das Gefühl hatte, in diesem Raum nicht nur in einer anderen Zeit, sondern auch in einem anderen Land zu sein. Dieses Kaffeehaus hatte nichts mit der Beliebigkeit zu tun, die sich in der Stadt immer mehr durchgesetzt hatte. Es schien mir wie ein Reservat an Ruhe und Gelassenheit. Italienische Pointen tanzten auf einem Wiener Parkett, das sich mit Alt-Berliner und französischen Details schmückte.

Eines dieser französischen Details waren die feinen, fast durchsichtigen Vorhänge vor den Fenstern. Quer über das untere Drittel der Fenster zog sich eine Messingstange, an der ein zweiteiliger, cremefarbener Vorhang befestigt war. Nun, ich bin kein Dekorateur, darum weiß ich nicht, ob man zu einem Vorhang, den man an zwei Stangen schieben kann, Vorhang sagen darf. An der Basis der Fenster befand sich nämlich eine zweite Messingstange, und zwischen ihr und der oberen waren die Stoffbahnen gerafft aufgespannt.

Ich erinnerte mich an ein kleines Café in der Rue de St. Jacques, das ähnliche Gardinen hatte, als ich mich entschieden hatte, den letzten Tisch am Fenster ganz rechts zu nehmen. Ich setzte mich auf die rote Samtbank, schob ein wenig den Stoff beiseite, um durch die so vergrößerte Spalte zwischen den beiden Vorhangteilen auf die Straße blicken zu können, und bestellte einen Espresso und ein Mineralwasser. Ein freundlicher Kellner hatte meine Bestellung entgegengenommen und schon bald serviert. Er mochte um die dreißig sein und diese Arbeit im »Café Astral« wohl nur als Teilzeitbeschäftigung ansehen. Diese Vermutung bestätigte sich, als ich beobachtete, wie er sich nach dem Servieren meines Kaffees wieder auf den Platz neben der Espressomaschine zurückzog und in einem Studienbuch über klassische Architektur zu lesen begann.

»Café Astral« - was für ein eigenwilliger Name, dachte ich und betrachtete die spiegelverkehrte Schrift, die auf dem Fenster zu meiner Linken in rotgoldenen Buchstaben zu lesen war. Der Kaffee war ausgezeichnet und das Café fast leer. Eine junge Frau saß in einer der Wandlogen und telefonierte leise. Von Zeit zu Zeit lachte sie und führte dann ihr Gespräch fort, in dem es offenbar darum ging, einer Freundin Ratschläge für das Leben zu geben.

Wie lange war es mir schon verwehrt gewesen, einen derartigen Moment der Muße zu empfinden. Das Immobilienbüro, dem ich als Leiter vorstand, war wohl die krasseste Gegenwelt zu diesem »Café Astral«. Nach einigen Momenten des Ausruhens aber war ich schon derart weit fortgezaubert von meinem Alltag, dass ich beschloss, zumindest einmal im Monat hier einen Ruhepunkt zu finden. Irgendwie musste sich so eine Lücke in meinem Kalender einplanen lassen. Eine Lücke, wie sie mir heute geschenkt worden war.

Ich nahm eben wieder einen Schluck von meinem Espresso, als ich einen Mann über die Straße kommen sah. Er machte einen konzentrierten, wachen, aber auch seltsam einsamen Eindruck auf mich. Nein - das ist falsch! Einsam ist das falsche Wort. Er wirkte wie jemand, dem Einsamkeit nicht fremd war - der aber in eine Bewegung geraten war. Die stille, konzentrierte Aura, die ihn umgab, war in Bewegung geraten und wie von einer Frage entzündet. Ich war fasziniert von der Art, wie er über die Straße ging und unmittelbar vor dem Café stehen blieb. Ein Gedanke hatte ihn gezwungen stillzustehen. Man konnte verfolgen, wie er mitten in seiner Absicht, das »Café Astral« zu betreten, durch das Auftauchen eines für ihn bedeutsamen Gedankens gebremst wurde. Er hielt inne und lauschte in sich hinein. Er nickte und legte den Kopf daraufhin leicht zur Seite. Wie um besser zu hören, was ihm eine leise, innere Stimme zuraunte, neigte er den Kopf in totaler Hingabe. Dann nickte er wieder und atmete tief durch. Er blickte sich um und trat dann mit schnellem Schritt in das Café. Als er in der Mitte des Raumes vor der Espressomaschine angekommen war, lächelte er dem Kellner wie einem alten Bekannten zu und wollte dann direkt auf den Tisch zugehen, an dem ich saß. Er bemerkte mich erst nach zwei Schritten und hielt erstaunt inne. Es schien mir so, als wäre dieser Raum seine Wohnung und - wie jeden Tag gewohnt - wolle er sich auf seinen Lieblingsplatz setzen, der plötzlich okkupiert war.

Ich beschloss, ihn aus seiner Irritation zu erlösen, und fragte: »Verzeihen Sie - sitze ich auf Ihrem Platz?!«

»Ja ... - ja, das tun Sie«, sagte er und trat an meinen Tisch heran. »Aber ... das wird schon seinen Sinn haben. Darf ich mich setzen?« Er blieb höflich stehen und wartete, bis ich ihm mit klassischer Geste den mir gegenüberliegenden Platz auf der roten Samtbank angeboten hatte. Die Tische an den Fenstern waren so angelegt, dass ein rechteckiger Marmortisch mit einer Schmalseite genau vor dem Fenster stand und an den Breitseiten zwei Samtbänke einander so gegenüberstanden, dass sich entspannte Gespräche ergeben konnten. Solch eine Situation schien vom Zufall herbeigeführt worden zu sein.

»Ich glaube nicht an den Zufall, wissen Sie«, sagte mein Tischnachbar, nachdem er sich gesetzt hatte. »Nein, ich glaube vielmehr, dass es zu erforschen gilt, warum das, was wir den Zufall nennen, uns gerade an diesem Tag und in dieser Stunde in unserem Leben zufällt.«

»Sie haben völlig Recht«, antwortete ich und lächelte mein Gegenüber an.

»Sehen Sie, allein, dass Sie verstehen, worauf ich anspiele, kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass unsere Begegnung hier und heute einem weitreichenderen Plan innewohnt, als wir im Moment erkennen dürfen. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass jede Begegnung mit jedem Menschen in unserem Leben eine Bedeutung hat. Der eine ist vielleicht nur für einen kurzen Streit verantwortlich, ein anderer für ein Lächeln, das uns daran erinnert, das Leben mit spielerischer Grazie anzunehmen - meinen Sie nicht auch?«

Er sah mich mit wachen, klaren Augen an. Sein Blick kam aus einer Zeit, die mit den Abläufen unseres Alltags wenig zu tun zu haben schien. Ich gebe zu, dass es sehr erstaunlich war, innerhalb weniger Sekunden mit einem Fremden auf einer Ebene eines Gespräches anzukommen, die ansonsten das Ergebnis längerer Bekanntschaft ist. Ich war aber von der konzentrierten Selbstverständlichkeit meines Tischnachbarn so eingenommen, dass ich keinen weiteren Gedanken an konventionelle Abläufe der Höflichkeit verschwenden wollte.

»Ich stimme Ihnen voll und ganz zu«, sagte ich. »Lassen Sie uns also unsere Begegnung unter den Aspekt der erstaunten Herausforderung stellen. Für Sie ist es offenbar eine Herausforderung, einen Fremden in Ihrem Reich zu begegnen - und für mich ist es ein Abenteuer, Sie an diesem Tisch zu erleben, den ich eigentlich zur Raststätte des Schweigens in meinem hektischen Tag machen wollte. Schauen wir doch, was dabei herauskommt.«

»Warum haben Sie so einen hektischen Tag?«

»Weil ...« Ich atmete tief durch und überlegte, wie ehrlich ich mich antworten hören wollte. »Weil ich in einem Netzwerk eingesponnen bin, dessen Sinn es ist, Geschäfte zu machen. Diese Geschäfte, denen ich anfangs hinterhergelaufen bin, haben in den letzten Jahren angefangen, hinter mir herzulaufen, bis es dazu gekommen ist, dass ich mich als Verfolgter fühlte.«

»Ich verstehe«, sagte mein Gegenüber. »Jeden Tag beobachte ich die Menschen auf ihrer Suche nach dem Glück und dem Frieden und der Liebe - und jeden Tag...

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