Du sagst Chaos, ich hör Hochzeitsglocken

Roman
 
 
dotbooks Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 28. April 2021
  • |
  • 539 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96655-433-6 (ISBN)
 
Traumhochzeit mit kleinen Hindernissen: Die romantische Komödie »Du sagst Chaos, ich hör' Hochzeitsglocken« von Zoë Barnes als eBook bei dotbooks. Volle Deckung, die Verwandtschaft naht ... Gemma und Roy sind schon so viele Jahre glücklich miteinander - da würde doch ein kleiner, feiner Verlobungsring an Gemmas Finger nicht stören? Als Roy tatsächlich vor ihr niederkniet, sagt sie sofort ja! Und natürlich wissen die beiden genau, wie sie sich den schönsten Tag ihres Lebens vorstellen: ein kurzer Besuch auf dem Standesamt und dann ein entspanntes Fest mit ihren besten Freunden. Klingt super, oder? Aber dann reißen ihre Familien die Hochzeitsvorbereitungen an sich ... und zwischen meterlangen Gästelisten und einer Sturmflut aus rosa-rüschigen Brautjungfernkleidern drohen Gemma und Roy langsam, aber sicher den Verstand zu verlieren! »Rasant und äußerst unterhaltsam - ein Roman über den Stress, den jede Hochzeit mit sich bringen kann!« Publishing News Jetzt als eBook kaufen und genießen: der turbulente Liebesroman »Du sagst Chaos, ich hör' Hochzeitsglocken« von Zoë Barnes. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.
  • Deutsch
  • 1,88 MB
978-3-96655-433-6 (9783966554336)
Zoë Barnes ist ein Pseudonym der britischen Bestsellerautorin Susan Morgan (1957-2009). Sie wuchs in der Nähe von Liverpool auf und lebte danach lange in der Grafschaft Gloucestershire - genauer gesagt im beschaulichen Cheltenham, wo auch viele ihrer romantischen Komödien spielen. Lange vor Helen Fielding und deren »Bridget Jones« war Susan Morgan eine Wegbereiterin der herrlich britischen, humorvollen Unterhaltungsromane. Sie war außerdem als Übersetzerin erfolgreich und stand in ihrer Freizeit als Mezzosopranistin auf der Bühne. Bei dotbooks erschienen die folgenden Romane von Zoë Barnes: »Auf der Spur der Liebe«, »Du sagst Chaos, ich hör' Hochzeit«, »Wer in den Seilen hängt, kann endlich richtig schaukeln«, »Das Glück spielt die erste Geige, aber ich bin die Dirigentin«, »Lieber voll verliebt als wunschlos glücklich«, »Alte Liebe rostet nicht, aber neue Liebe glänzt«, »Die Braut, die sich was traut« und »Die Insel des geheimen Glücks«.

Prolog


Wie alles begann .

Peng!

Der Lederball schoß über den patschnassen Rasen und sprang nur ein einziges Mal auf, bevor er Gemma Greene wie eine Bleikugel vor die Füße klatschte.

»Los, Gemma, los!« schrie jemand von der Seitenlinie.

Gemma konnte nicht erkennen, wer es war; sie sah ja kaum den Ball durch den Regen, der ihr wie ein Wasserfall das Gesicht herunterlief. Irgendwo außen am rechten Flügel sprang Ruth auf und ab und fuchtelte mit den Armen, aber sie war zu weit weg für einen Paß, und eine riesige Mittelfeldspielerin galoppierte wie ein wildgewordener Ackergaul voll auf Gemma zu. Also schüttelte sich Gemma das triefende Haar aus dem Gesicht, schlug wie mit einem Schöpflöffel den Ball mit aller Wucht aus der Pfütze heraus und rannte ihm in Richtung des gegnerischen Tores hinterher.

Es war ein verregneter Mittwochnachmittag im Dezember, in ihrem Slip klebte eiskalter Schlamm, und Gemma hatte nicht mehr so viel Spaß gehabt, seit sie das Turboprogramm an ihrer Wäscheschleuder entdeckt hatte. Das Wohltätigkeitsmatch hatte sich zu einem alljährlichen Ereignis entwickelt: Die Elf der gegenwärtigen Studentinnen der Glevum-Uni trat gegen die der Ehemaligen, die »Old Girls«, an. Zwar fühlten Gemma und Ruth sich mittlerweile eher alt und weniger als Mädchen, aber was machte das schon? Wenn Bev Yates sich noch mit siebenunddreißig in Fußballshorts zwängen konnte, dann konnten sie es mit fünfundzwanzig allemal.

Außerdem ging es schließlich nicht nur um Fußball; man traf Schulfreundinnen wieder, die man ein ganzes Jahr nicht gesehen hatte, tauschte den neuesten Klatsch aus, nahm Komplimente entgegen und vergaß für ein paar Stunden, daß man sich eigentlich wie eine verantwortungsbewußte Erwachsene benehmen sollte.

Das einzige Problem bestand darin, daß mit jedem Jahr, das verging, im Umkleideraum der Old Girls immer weniger bekannte Gesichter anzutreffen waren. Dieses Jahr waren es gerade noch drei: Ruth, Tammy und Gemma - und die sahen sich sowieso jeden Sonntag beim Spiel der Sandford Tigers. Andie lebte jetzt in Beirut; Caroline hatte vor sechs Monaten Drillinge bekommen; Jo moderierte im belgischen Fernsehen eine Talkshow, und Miriam ließ sich zur Rabbinerin ausbilden . Und jetzt hatte sogar Ruth - die selbständige und ach so unkonventionelle Ruth - angekündigt, daß sie und Ally »sich unters Ehejoch beugen« wollten. Unglaublich! Auf einmal schien es, als würde die ganze Welt heiraten. Alle außer Gemma jedenfalls - denn so blöd war Gemma nicht.

Nur noch zehn Meter bis zum Strafraum. Gemma spürte, wie das Blut in ihren Adern pulsierte. Schnelle Drehung nach links, rechts antäuschen, über den Ball springen, Paß zu Bev und wieder zurück - und laufen!

»Auf meinen Kopf, auf meinen Kopf!« brüllte Tammy. Aber die kleine, giftige Verteidigerin brachte sie mit einem blitzschnellen Foul zu Fall, als der Schiedsrichter gerade nicht hinschaute, und Gemma drang, wieder auf sich allein gestellt, in den Strafraum vor. Sie war ganz kurz davor, das Tor ihres Lebens zu schießen.

»Paß auf, Gem . Oh, verdammt!« Zuerst verstand sie nicht, was Bev ihr zurief. Dann sah sie den Fußballschuh auf sich zukommen. Er steckte am Ende eines kurzen, schlammverkrusteten, skrupellosen Beins und war auf dem besten Weg, in der nächsten Sekunde ihren Kopf zu treffen. Ein unbewußter Überlebenstrieb brachte sie dazu, ihm auszuweichen, und einen Augenblick später landete sie mit der Nase voraus im Schlamm.

Ein Pfiff ertönte. Gemma überschlug sich und prustete wie ein gestrandeter Wal. Ruth patschte durchs Mittelfeld auf sie zu und zog sie hoch. »Super, Gem!«

»Was!« Gemma nieste sich Schlamm auf den Ärmel. »Super? Was meinst du mit super?«

»Phantastische Schwalbe.« Ruth grinste. »Oscarreif.« Sie steckte sich eine Strähne aschblonden Haars hinters Ohr, und Gemma fragte sich, wie Ruth Hargreaves es nur immer schaffte, als einzige Spielerin bis zum Schlußpfiff blütenweiße Shorts zu behalten. »Bev möchte, daß du selbst den Elfmeter schießt.«

Und kurz danach stand es eins zu null für die Glevum Old Girls.

Tammy Winters hinkte durch den Umkleideraum und hielt sich einen blutbefleckten Gazebausch ans Knie. »Metzger«, zischte sie zwischen zusammengebissenen Zähnen. »Die reinsten Metzger sind das - und was hat der Schiri eigentlich gedacht, wozu er da ist? Hat er seinen Blindenhund daheimgelassen oder was?«

Gemma und Ruth nickten mitfühlend, und Gemma riskierte einen vorsichtigen Blick auf Tammys Kriegsverletzung. »Bäääh.«

»Trotzdem«, sagte Ruth, während sie sich aus ihrem Trikot schälte und es in den Wäschekorb warf. »Gewonnen haben wir. Und das ist schließlich die Sache wert.«

»Ein paar Stiche, und du bist wieder in Ordnung«, fügte Gemma aufmunternd hinzu.

»Vielen Dank!« Tammy verzog das Gesicht. »Also wißt ihr, ich denk ernsthaft darüber nach, was weniger Gefährliches zu machen. Wildwasser-Rafting oder so was.«

»Das sagst du jedes Jahr«, erklärte Gemma. »Wie wir alle. Und jedes Jahr machen wir wieder mit.«

»Also diesmal mein ich's ernst«, beteuerte Tammy, als sie sich behutsam auf eine der Bänke sinken ließ und das Gummi aus ihrem dünnen braunen Pferdeschwanz zog. »Hat vielleicht jemand ein bißchen Jod?«

»Macht euch bloß keine Sorgen um Tammy«, sagte Ruth, drehte die Dusche auf und trat unter den Strahl. »Sie liebt den Fußball viel zu sehr, als daß sie aufhören würde.«

Gemma war sich da nicht so sicher. Während das warme Wasser Schlamm, Gras und Sand abspülte, fragte sie sich, wer wohl nächstes Jahr den 93er Jahrgang vertreten würde. Nur noch Gemma und Ruth? Oder womöglich nur noch Gemma? Sie spürte einen Stich von Wehmut, so kurz, daß sie nicht einmal genau wußte, ob da tatsächlich etwas gewesen war.

»Aber recht hat sie schon«, meinte Ruth, streckte einen Arm aus und tastete nach der Seife. »Die Kids sind wirklich Metzger, solche Blutgrätschen hab ich noch nie gesehen. Dabei studiert ihre Mittelstürmerin Theologie!«

»Haben wir eigentlich je solche Schweinereien gemacht?« fragte sich Gemma laut und seifte sich die Arme ein. »Ich kann mich nicht erinnern.«

Ruth streckte den Kopf heraus, warf ihr nasses Haar zurück und blinzelte. »Nur mit den Jungs, Gem, nur mit den Jungs«, lachte sie anzüglich. »Erinnerst du dich noch an die Rugbymannschaft, die wir in Aberystwyth getroffen haben? Mensch, waren das Kaliber.«

»Du wirst ja wohl kaum noch mit fremden Männern rummachen, oder?« hänselte Gemma sie. »Wo du doch jetzt bald eine verheiratete alte Dame bist. Schätze, Ally läßt dich nicht mal mehr für die Tigers spielen, damit dich nicht irgendein geiler Bock in deinen Shorts zu sehen bekommt.«

Ruth schnaubte verächtlich. »Wenn ich Fußball spielen will, dann spiel ich auch Fußball! Außerdem ist Ally keiner von der eifersüchtigen Sorte.«

Gemma tippte sich an den Nasenflügel. »Das sagst du jetzt, aber was ist, wenn er sich nach der Hochzeit plötzlich verändert?«

Ruth brach in Lachen aus. »Ally? Kannst du dir wirklich vorstellen, daß Ally versuchen wird, mich an den Herd zu ketten?«

Gemma versuchte es. Leicht war es nicht. Ally war schon in Ordnung. »Na ja .«

»Blödsinn. Ich würde ihn nie heiraten, wenn er nicht allen meinen hohen Ansprüchen gerecht würde!« Ruth kam aus der Dusche und begann sich abzutrocknen. »Dein Rory dagegen .«

»Was ist mit ihm?«

»Schnapp ihn dir lieber gleich, sonst endest du noch als alte Jungfer.«

»Ich nicht!«

». mit diesen knielangen Nylon-Pumphosen, die Omas so gerne tragen .«

»Ja«, rief Tammy vom anderen Ende des Raums, »und mit falschen Zähnen und Perücke!«

»Halt die Klappe!« winselte Gemma, der vor Lachen fast die Luft wegblieb.

»Stimmt aber!« fuhr Ruth beharrlich fort. »Ich sag dir, falls Ally den Praxistest nicht besteht, tausch ich ihn gegen Rory ein.«

»Das wirst du nicht!« schnappte Gemma, plötzlich sehr besorgt um den Mann, mit dem sie Tisch und Bett teilte. Und sie richtete den Duschkopf auf Ruth, die mit einem Aufschrei zurücksprang, auf der Seife ausrutschte und auf dem Hintern in einer Pfütze landete.

»Na, na, Kinder«, brummte in ihrer charakteristischen Turnlehrerinnenstimme Bev Yates, deren beträchtlicher Körperumfang den Türrahmen ausfüllte. »Jetzt beruhigt euch doch mal.« Sie drehte die Dusche ab und warf Gemma ein Handtuch zu.

»An-spra-che, An-spra-che« skandierten Stimmen zur Begleitung stampfender Füße. Bev hob die Hände, und wie durch Zauberei ebbte der Lärm ab.

»Ich hab euch nur eins zu sagen«, meinte Bev, während sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht breitmachte. »Glevum Uni null, Glevum Old Girls eins!«

Pfiffe und Gekreische hallten von den Wänden wider, als Gemma von Bev die winzigste und armseligste Trophäe in die Hand gedrückt bekam, die sie je gesehen hatte. »Spielerin des Tages«, sagte Bev strahlend und klopfte ihr auf die Schultern, daß ihr fast die Trophäe in den Abfluß gefallen wäre. »Trinken wir alle auf das nächste Jahr!«

Jemand öffnete eine Flasche. Dann noch eine. Dann ein paar Sixpacks und eine Kiste. Dann sprangen sie alle zusammen ins Bad und sangen »The Good Ship Venus«. Es war wunderbar. Und gleichzeitig war es auf eine seltsame Weise tieftraurig. Noch während sie auf nächstes Jahr trank, fragte sich Gemma, ob es überhaupt ein nächstes Jahr für sie alle geben würde. Sie hatte das merkwürdige Gefühl, daß das Leben all der anderen unaufhaltsam weiter schritt und sie dabei auf der Strecke blieb. Und sie war sich ganz und gar nicht sicher, ob ihr das...

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