Der Gerichtshof der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) als Verfassungsgericht

Zu den Verpflichtungen der Staaten aus den Urteilen des ECOWAS-Gerichtshofs
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2017
  • |
  • 297 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-154695-2 (ISBN)
 
Der Gerichtshof der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), der ursprünglich zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten wirtschaftlicher Natur errichtet wurde, ist seit 2005 auch für Verstöße gegen Menschenrechte zuständig. Noch vor dem Afrikanischen Menschenrechtsgerichtshof, der seine Tätigkeit 2006 aufnahm, war er damit als gerichtliche Instanz für die effektive Durchsetzung der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker zuständig - und dies sogar ohne vorherige Erschöpfung des Rechtswegs. Dieser Menschenrechtsauftrag führte zu einem Zuständigkeitskonflikt zwischen dem ECOWAS-Gerichtshof auf der einen und den Verfassungsgerichten der Mitgliedstaaten auf der anderen Seite. Wie lässt sich der Konflikt lösen? Wie kann die Supranationalität des ECOWAS-Gerichtshofs völkerrechtlich eingeordnet werden? Wie sollte das Verhältnis zwischen dem Gerichtshof und den mitgliedstaatlichen Verfassungsgerichten ausgestaltet werden? Kangnikoé Bado untersucht diese Fragen und schlägt Lösungen zur Behebung des Spannungsverhältnisses zwischen den Gerichten beider Ebenen vor.
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • 4,40 MB
978-3-16-154695-2 (9783161546952)
3161546954 (3161546954)
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • Cover
  • Vorwort
  • Abstract
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Einleitung
  • Kapitel 1: Fragestellung und Aufbau der Untersuchung
  • A. Der ECOWAS-Gerichtshof als internationales Gericht
  • B. Die Zuständigkeiten des Gerichtshofs
  • C. Insbesondere: die menschenrechtliche Zuständigkeit des Gerichtshofs seit Inkrafttreten des Zusatzprotokolls von 2005
  • D. Untersuchungsanlass: Der Fall Ameganvi u. a. gegen Togo
  • I. Entscheidung des togoischen Verfassungsgerichts
  • II. Feststellungsurteil des ECOWAS-Gerichtshofs
  • III. Auslegung des Feststellungsurteils durch den ECOWAS-Gerichtshof
  • E. Bindungswirkung der Entscheidungen des ECOWAS-Gerichtshofs
  • I. Vertragliche Grundlagen
  • II. Teleologische Auslegung
  • III. Problem der innerstaatlichen Umsetzung
  • F. Eingrenzung der Fragestellung und Aufbau
  • Kapitel 2: Entscheidungswirkung der innerstaatlichen Verfassungsgerichte
  • A. Der Ausgangsfall im innerstaatlichen Recht
  • B. Die Rechtskraft der Entscheidungen innerstaatlicher Verfassungsgerichte
  • I. Die formelle Rechtskraft
  • 1. Die innerprozessuale Bindung des Verfassungsgerichts
  • a. Die prinzipielle Unwiderruflichkeit der Entscheidung
  • b. Abweichungsverbot
  • c. Möglichkeit der Berichtigung materieller Fehler
  • d. Wiederaufnahme wegen groben Justizirrtums
  • e. Abgrenzung zu künftigen Streitfällen
  • 2. Die Unanfechtbarkeit der Entscheidung
  • a. Das Prinzip der Unanfechtbarkeit
  • b. Rechtfertigung der Unanfechtbarkeit
  • c. Rechtsschutzbedürfnis als Ausnahme
  • II. Die materielle Rechtskraft
  • 1. Gegenstand der materiellen Rechtskraft
  • 2. Elemente der materiellen Rechtskraft
  • a. Umfang der Rechtskraft
  • b. Grenzen der Rechtskraft
  • 3. Konsequenzen der materiellen Rechtskraft
  • a. Materielle Rechtskraft als Prozesshindernis
  • b. Zulässigkeit beim Vorliegen neuer Klagegründe
  • C. Die Bindungswirkung der Entscheidung
  • I. Erga-omnes-Wirkung
  • II. Inter-omnes-Wirkung
  • 1. Tatbestandwirkung der Entscheidung
  • 2. Die Gestaltungswirkung der Entscheidung
  • D. Würdigung und Kritik der Entscheidung im Ausgangsfall
  • I. Vorfrage bezüglich des Streitgegenstands
  • II. Das Verbot des imperativen Mandats und der Verzichtserklärung
  • Kapitel 3: Supranationale Überwindung innerstaatlicher Rechtskraft
  • A. Der Ausgangsfall vor dem ECOWAS-Gerichtshof
  • B. Rolle des ECOWAS-Gerichtshofs als Verfassungsgericht
  • I. Ausprägungen der verfassungsgerichtlichen Rolle des ECOWAS-Gerichtshofs
  • 1. Status des ECOWAS-Gerichtshofs, insbesondere seine Unabhängigkeit
  • 2. Ausschließliche und Letztentscheidungskompetenz
  • II. Souveränitätsbedingte Einwände
  • C. Individualbeschwerdeverfahren vor dem ECOWAS-Gerichtshof
  • I. Zulässigkeit der Individualbeschwerde vor dem ECOWAS-Gerichtshof
  • II. Beschwerdegegenstand und Beschwerdeberechtigte
  • 1. Beschwerdeberechtigte
  • 2. Beschwerdegegenstand (Verletzung der Primärpflicht vgl. Art. 1 EMRK)
  • D. Entscheidungsformen des ECOWAS-Gerichtshofs
  • I. Feststellungsurteil
  • II. Leistungsurteil (Entschädigung)
  • 1. Maßstäbe des Leistungsurteils
  • 2. Vollstreckungsverfahren
  • III. Interpretative Urteile
  • IV. Kein Kassationsgericht
  • V. Revisionsverfahren (de lege ferenda)
  • E. Rechtskraftwirkung nach Art. 15 des Änderungsvertrages
  • I. Auslegungsregel des Art. 31 WVK
  • 1. Wortlautauslegung
  • 2. Systematische Auslegung
  • 3. Historische Auslegung
  • 4. Teleologische Auslegung
  • 5. Effektivitätsgrundsatz und evolutive/dynamische Auslegung
  • II. Rechtskraftwirkung bei anderen regionalen Menschenrechtsgerichtshöfen
  • 1. Ostafrikanischer Gerichtshof
  • 2. SADAC-Tribunal
  • 3. EGMR
  • 4. Interamerikanischer Gerichtshof
  • F. Ausprägungen der Rechtskraft von ECOWAS-Gerichtsurteilen
  • I. Formelle Rechtskraft
  • II. Materielle Rechtskraft
  • 1. Umfang der Rechtskraft
  • 2. Objektive Grenze der Rechtskraft
  • 3. Subjektive Grenze der Rechtskraft
  • a. Inter-partes-Rechtskraftwirkung
  • b. Praktische erga-omnes-Rechtskraftwirkung
  • 4. Zeitliche Grenze der Rechtskraft
  • III. Rechtsfolgen der Rechtskraft für den verurteilten Vertragsstaat
  • 1. Beendigungspflicht
  • 2. Wiedergutmachungspflicht
  • a. Anordnung der Wiederaufnahme des Ausgangsverfahrens im Urteilstenor
  • b. Rechtfertigung der Anordnung der Wiederaufnahme
  • 3. Präventive Vorkehrungspflicht
  • G. Rechtfertigung der Überwindung der Rechtskraft: Lückenschließungsfunktion
  • I. Zugangshindernisse für Individualbeschwerden nach innerstaatlichem Recht
  • 1. Unzulässigkeit der innerstaatlichen Menschenrechtsbeschwerde
  • 2. Strenge Zulässigkeitsvoraussetzungen der Menschenrechtsbeschwerde
  • 3. Der ECOWAS-Gerichtshof als Garant des effektiven Menschenrechtsschutzes
  • II. Mögliche Befangenheit des mitgliedstaatlichen Verfassungsgerichts
  • 1. Tatbestandsmerkmale der Befangenheitsrüge
  • 2. Befangenheit der Richter als Verletzung der positiven Verpflichtung des Mitgliedstaates
  • III. Voraussehbare Probleme durch die ECOWAS-Rechtsprechung
  • 1. Infragestellung der Rechtssicherheit
  • 2. Überforderung des Gerichtshofs und Lösungsvorschläge
  • a. Grundsatzurteile und Piloturteile als mögliche Lösung
  • b. Lösung aus der Perspektive nationaler Rechtsordnung
  • 3. Dialog zwischen beiden Ebenen
  • Kapitel 4: Die Rezeption der Rechtskraft durch die nationale Rechtsordnung
  • A. Vorfrage: Geltungskraft des Völkerrechts und der ECOWAS-Gerichtsurteile
  • I. Geltungskraft des Völkerrechts in frankophonen Mitgliedstaaten
  • 1. Rangfrage
  • 2. Reziprozitätsprinzip
  • II. Geltungskraft in anglophonen Mitgliedstaaten
  • III. Verfassungskonvergenzprinzip
  • B. Innerstaatliche Konkretisierung der Rechtskraft
  • I. Innerstaatliche prozessrechtliche Bindungswirkung
  • 1. Wiederaufnahme des Ausgangsverfahrens
  • a. Voraussetzungen der Wiederaufnahme
  • b. Rechtfertigung der Wiederaufnahmepflicht
  • 2. Feststellungsurteil des ECOWAS-Gerichtshofs als Vollstreckungsverbot
  • 3. Fallübergreifende Wirkung
  • 4. ECOWAS-Gerichtsentscheidung als Grundlage einer QPC
  • II. Wirkung für alle staatlichen Gewalten
  • 1. Mittelbare Rechtskraftwirkung für alle Staatsorgane
  • 2. Besondere Bindung des Verfassungsgerichts
  • a. Verfassungsgericht als Staatsorgan
  • b. Vorbildfunktion des innerstaatlichen Verfassungsgerichts
  • c. Möglichkeit eines menschenrechtswidrigen Urteils
  • C. Konsequenzen der Missachtung von ECOWAS-Gerichtsurteilen
  • I. Staatshaftung wegen Verletzung der Umsetzungspflicht
  • 1. Eröffnung einer neuen Beschwerdemöglichkeit wegen Verletzung der Umsetzungspflicht
  • 2. Durchsetzung des allgemeinen Staatshaftungsrechts
  • a. Anwendbarkeit der allgemeinen Regeln des Völkergewohnheitsrechts
  • b. Sanktionsmechanismen in der ECOWAS-Rechtsordnung
  • II. Überwachung und Umsetzung der Entscheidungen des ECOWAS-Gerichtshofs
  • 1. Überwachung der Umsetzung
  • 2. Stand der Umsetzung nach der bisherigen Praxis des ECOWAS-Gerichtshofs
  • Kapitel 5: Ergebnis und Schlussbemerkung
  • A. Kritik an der Selbstbeschränkung der Entscheidungsbefugnis des ECOWAS-Gerichtshofs in der Rechtssache Ameganvi u. a. gegen Togo
  • I. Kritik der begrenzten Ermächtigung
  • 1. Rechtsgrundlage der begrenzten Ermächtigung
  • 2. Die implizierte Ermächtigung
  • 3. Die Rechtsfortbildung internationaler Gerichte
  • II. Kritik aus verfahrensrechtlicher Perspektive
  • 1. Streitgegenstand und Streitpartei vor innerstaatlichem und ECOWAS-Gerichtshof
  • 2. Konfusion in der Wahrnehmung der Gerichtshoheit
  • 3. Konfusion bezüglich des anwendbaren Rechts
  • III. Marge nationale d'appréciation als mögliche Grenze der Ermächtigungsbefugnis?
  • 1. Der Begriff der marge nationale d'appréciation
  • 2. Würdigung des Rückgriffs auf das staatliche Ermessen
  • a. Verfahrensgarantie als Grundlage anderer Menschenrechte
  • b. Inexistenz einer Kollision mit staatlichem Interesse
  • c. Verfahrensgarantie als Ergebnispflicht
  • B. Schlussbemerkung
  • Literaturverzeichnis
  • Internetquellen
  • Sachregister

Dateiformat: PDF
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