Mord in der Berghütte

Ein Alpenkrimi
 
 
Midnight (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Dezember 2017
  • |
  • 254 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-95819-138-9 (ISBN)
 

Ein neuer Fall für Inspektorin Tina Gründlich Als der erste Schnee in den Bergen des Salzburger Landes fällt, wird der Einsiedler Bruder Johannes tot in seiner Hütte gefunden. Inspektorin Tina Gründlich und ihre Partnerin Bärbel übernehmen den Fall und beginnen sofort mit den Ermittlungen. Die einzige Spur der Kommissarinnen scheint ein zahmer Waldkauz zu sein, der bei Johannes lebte und diesen während des Angriffs verteidigte …

Von Walter Bachmeier sind bei Midnight erschienen: Mord in der Schickeria (Ein-Tina-Gründlich-Krimi 1) Mord an der Salzach (Ein-Tina-Gründlich-Krimi 2) Mord in der Alpenvilla (Ein-Tina-Gründlich-Krimi 3) Mord im Pinzgau (Ein-Tina-Gründlich-Krimi 4) Mord in der Berghütte (Ein-Tina-Gründlich-Krimi 5)

Affären, Alpen, Apfelstrudel (Chefinspektor Egger Fall 1) Berge, Brotzeit, Bauernherbst (Chefinspektor Egger Fall 2) Koppeln, Kühe, Kaseralm (Chefinspektor Egger Fall 3)

  • Deutsch
  • Deutschland
  • 3,11 MB
978-3-95819-138-9 (9783958191389)
395819138X (395819138X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Walter Bachmeier, geboren 1957 in Karlsruhe, wuchs in Münchsmünster in der Hallertau auf. Nach seiner Ausbildung zum Koch begann er unter dem Pseudonym zu schreiben. Sein erstes Werk war ein Kochbuch, das sehr erfolgreich verkauft wurde. Dies gab ihm den Ansporn, seinen Beruf aufzugeben und weiter zu schreiben. Im Laufe der Jahre entstanden so mehrere Erzählungen, Kinderbücher und Artikel in verschiedenen Tageszeitungen. Seit etwa 2012 widmet er sich voll und ganz der Literatur. Immer wieder finden in seinen Büchern auch Erlebnisse aus seinem Leben Platz.

Kapitel 2


Tina und Bärbel saßen in ihrem Büro, als der Anruf kam. Tina nahm ihn entgegen: »Major Gründlich?«

»Bruder Johannes wurde tot in seiner Hütte aufgefunden. Fahren Sie bitte sofort dorthin. Die Kollegen von der Spurensicherung und die Gerichtsmedizin sind bereits vor Ort«, wurde ihr gesagt. Natürlich wusste Tina, wer Bruder Johannes war. Schließlich hatte sie ihn bereits ein paarmal mit den Kindern besucht. Auch seine Lebensweise war ihr bekannt.

Während der Fahrt fragte Bärbel: »Wos moanst? Wea konn den oarma Menschn umbrocht hom? Dea hot doch neamand nix doa?«

»I woaß aa nit. Mia wean sehng, wos de SpuSi findt«, antwortete Tina darauf.

Bald waren sie an der Talstation der Seilbahn angekommen. Von der Mittelstation ging es nur noch zu Fuß weiter. Tina bedauerte die Kollegen, die ihre gesamte Ausrüstung von dort weiter zur Hütte hochtragen mussten.

Nach etwa anderthalb Stunden Fußmarsch waren auch sie an der Hütte angelangt. Neben ihr stand ein Mann mit einem großen Sack, in dem etwas schrie und zappelte. »Was ist das?«, fragte Tina und zeigte auf den Sack.

»Das ist der Waldkauz von Bruder Johannes. Wir mussten ihn einfangen und in den Sack sperren. Er hat keinen von uns in die Hütte gelassen«, erklärte einer der Männer in weißem Overall.

»Hmm«, machte Bärbel. »Also so eine Art Wachkauz?«

»So könnte man sagen«, antwortete der Kollege und grinste dabei.

Tina wandte sich dem Gerichtsmediziner zu. »Was haben wir bis jetzt, Herr Doktor Ortner? Was können Sie mir sagen?«

»Noch nicht viel. Nur dass der Mann mit einem Kreuz erschlagen wurde. Die SpuSi hat es schon eingepackt. Ein schweres Ding. Schmiedeeisen würde ich sagen.«

»Wie lange ist das her?«

»Ich kann das erst genau sagen, wenn die Obduktion abgeschlossen ist. Aber ich denke, dass er so acht bis zehn Stunden tot ist.«

»Also vermutlich letzte Nacht?«

»Könnte man sagen«, gab ihr der Gerichtsmediziner Otto recht.

»Wo ist die Leiche jetzt?«

Otto zeigte in die Hütte. »Er liegt noch da drin. Wir haben nichts verändert.«

Tina ging hinein, und Bärbel folgte ihr. Tina sog die Luft durch die Nase und roch den süßlichen Duft des Todes. In der Hütte war es wohlig warm, vermutlich kam das vom Kamin, in dem noch Glut zu sehen war. Das Blut, das in die festgestampfte Erde eingesickert war, tat ein Übriges. Ein Schwarm Fliegen stob hoch, als sie sich der Leiche näherte. Sie ging davor in die Hocke und betrachtete den Toten eine Weile.

Schad um ihn. Er war so ein freundlicher Mensch. Ich weiß nicht mal, wer er war. Man hört so viel, aber stimmen tut davon wohl nichts, dachte sie.

Unvermittelt richtete sie sich auf und ging wieder nach draußen. Sie wandte sich an Leutnant Riegler, den Leiter der Spurensicherung, und fragte ihn: »Haben Sie etwas gefunden, das uns erklärt, wer der Mann eigentlich war? Einen Ausweis oder Ähnliches?«

Riegler nickte und antwortete: »Ja, haben wir. Einen Ausweis. Er lag in einer Kiste mit persönlichen Gegenständen. Die war wohl vorher abgeschlossen, aber der Täter hat sie vermutlich aufgebrochen. Das Vorhängeschloss ist jedenfalls zerstört.«

»Und wer ist er nun?«

Riegler lachte kurz auf, ehe er antwortete: »Der bescheidene Bruder Johannes, der hier ein armseliges Leben geführt hat, ist einer der reichsten Männer im Land!«

»Entschuldigen Sie, aber das verstehe ich jetzt nicht?«, fragte Bärbel nach.

»Sagt Ihnen der Name Graugans etwas?«

»Graugans? Die Supermarktkette?«

»Genau die! Die gehört unserem >armen< Bruder Johannes. Sein wirklicher Name war Johann Grau. Deswegen wohl der Name Graugans.«

»Aber warum macht der das? Warum lebt er hier als Einsiedler, wenn er sich doch ein Leben in Luxus leisten könnte?«

»Das herauszufinden ist Ihre Sache, Frau Gründlich«, antwortete Riegler.

»Haben Sie sonst noch etwas Relevantes in der Truhe gefunden?«

»Bisher nicht. Vermutlich hat der Täter das, was er suchte, mitgenommen. Aber wir suchen weiter. Eventuell gibt es ein Geheimfach darin. Wir nehmen die Kiste ohnehin mit.«

»Was machen wir mit der Eule?«

»Die übergeben wir erst einmal der Greifvogelstation in Rauris. Die wissen am ehesten, wie man mit ihr umgeht.«

»Könnten Sie die Eule untersuchen lassen, ob sich an ihren Füßen oder am Schnabel DNA befindet? Wenn sie Sie schon angegriffen hat, könnte es ja auch sein, dass sie den Täter angegangen ist.«

»Ich glaub, das machen wir dann besser in Rauris. Von uns langt keiner das Vieh an.«

Tina nickte zustimmend. »Gut, die Berichte dann zu mir«, ordnete sie an und winkte Bärbel zu, die bei dem Mann mit dem Sack stand, in dem sich die Eule befand. Sie unterhielt sich angeregt mit ihm. »Kommst du?«, rief ihr Tina zu. Bärbel sah kurz zu ihr herüber, nickte und sagte noch etwas. Dann kam sie zu Tina.

»Wos is?«, fragte sie.

»Mia foahrn iatz wieda ins Büro. Mia miassn rausfinna, worum der Mo a so glebt hot. Irgendwos stimmt do nit.«

Als sie wieder im Büro waren, machten sich beide sofort an die Arbeit. Bärbel war die Erste, die fündig wurde.

»I hob do wos!«, rief sie zu Tina herüber.

»Und wos?«

»De Gründungsgschicht vo dera Firma.«

»Les vur«, forderte Tina sie auf.

»Wurtwörtli?«

»Naa, sog ma des Wichtigste. Des longt nacha scho.«

»Oiso de Firma gibt's seit fünfadreissg Joahr. Dea Johann Grau hot a Einzelhandlsgeschäft vo seim Vadda in Soizbuag übanumma. Aus dem hot ea nacha noch und noch den Konzern aufbaut. Mittlaweil gibt's zwoahundatzwanzg Filialen in ganz Europa. De Familie hoit oanafuchzg Prozent Anteile. Oiso de Mehrheit. Davo ghern dem Johann sechsazwanzg Prozent, und da Rest ghert da Familie. Des sand sei Frau, vier Buam und oa Madl. Oa Bua - und iatz pass auf - dea hot goa koan Anteil. Dea is a Pfarra in Indien wurn. Oiso mehra so a Pater, a Missionar.«

»Aba a Anteil wead eahm woih ghern?«

»Des steht do nit. Aba wenn mer des logisch bedenga, dann miassats a so sei.«

»Wo is da Firmensitz?«

»In Soizbuag natürli.«

»So natürli ist des aa wieda nit«, antwortete Tina.

»I hob do no wos«, sagte Bärbel.

»Und wos?«

»Do geht's um de Firmenleitung. Des kanntat intressant füa uns sei.«

»Iatz red scho. Wos host?«

»Do steht, dass der Johann Grau vur ocht Joahr sein Sitz ois Vorstandsvorsitzender aufgem hot und sei Dochta iatz de Firma leit.«

»Steht do aa worum?«

»Jo anscheinend hots do irgendwöche Schwierigkeitn gem. Dea Johann Grau hot quasi üba Nocht sein Postn aufgem und seina Dochta übaschriem.«

»Aba da Grund? Gibt's do an Grund dafüa?«

»Do steht bloß, dass de Firma in Schwedn an Haufn Gschäfta zuagsperrt hot, wei sa se nimma rentiert hom. Do sand auf oan Schlog üba zwoatausend Ongstöde auf da Stroß gstandn.«

»I glaub, mia miassn amoi mit seina Familie redn.«

»A mit dem Buam in Indien?«

»Ja, ruaf eahm on. Frog, wos ea woaß. Wann ea zu dera Beerdigung vo seim Vadda kummt, soy ea gleich zu uns kemma. Mia hättn do a poar Frong an eahm.«

»Wead des nit z'teier? Bis in Indien onruafn?«

Tina überging die Antwort. »Oiso, pack mers!«, sagte sie und nahm ihre Tasche. Sie ging noch hinüber zu ihrem Vorgesetzten, Herrn Hallermeier, um sich abzumelden und Bescheid zu geben, wo sie erreichbar war.

In Salzburg fuhren sie direkt zur Zentrale der Firma. Im Erdgeschoss befand sich die Rezeption, in der ein junger Mann saß. Er bemerkte Tina zunächst nicht, da er am Computer beschäftigt war. Tina räusperte sich laut und vernehmlich. Der junge Mann sah auf und blickte sie freundlich an. »Was kann ich für Sie tun?«, fragte er höflich.

»Wir möchten zur Geschäftsleitung«, antwortete Tina.

»Wen darf ich melden?«

»Polizeimajor Gründlich und Frau Kommissär Kürzinger.«

»Einen Moment bitte«, sagte er und nahm das Telefon.

Während er vermutlich mit der Geschäftsleitung telefonierte, sah sich Tina um. An der Wand neben der Eingangstür hingen Porträts. Sie zeigten offenbar die Inhaber und die Leitung der Firma. Tina staunte. Da hing auch ein Foto von Bruder Johannes. Allerdings hätte sie ihn so nicht erkannt. Nur die Aufschrift unter dem Bild zeigte, dass er es war. Dort stand: JOHANN GRAU, FIRMENGRÜNDER. Weiter nichts.

»Sie dürfen zur Geschäftsleitung«, unterbrach der junge Mann ihren Gedankengang.

»Wohin müssen wir gehen?«, fragte Bärbel.

»Nehmen Sie den Aufzug. Oberstes Stockwerk«, erklärte er.

Sie fuhren gemeinsam nach oben. Dort erwartete sie bereits eine junge Dame, die aussah wie eine Sekretärin. Sie stellte sich gleich vor: »Guten Tag, ich bin Eveline Grau. Man sagte mir, Sie möchten mich sprechen?«

Tina war verblüfft. Sie hätte nicht gedacht, dass dieses - nun ja - Mädchen hier die Geschäftsleitung innehatte. Dafür wirkte sie viel zu jung und unerfahren.

Eveline erriet offenbar ihre Gedanken. »Ich glaube, ich muss Ihnen etwas erklären. Sie denken vermutlich, ich wäre zu jung für die Leitung eines so großen Unternehmens? Habe ich recht?«, fragte sie süffisant lächelnd.

»Nun, ja, ich meine, nein. Eigentlich dachte ich, Sie wären älter.«

»Sie gehören also auch...

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