Der privatrechtliche Diskurs der Moderne

 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im Juni 2014
  • |
  • X, 204 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-153641-0 (ISBN)
 
Die begrifflichen und systematischen Grundlagen unseres heutigen Verständnisses von Privatrecht wurden um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert geschaffen. Doch welche ideengeschichtliche Entwicklung steckt dahinter? Und wie wirkt sich diese Entwicklung auf bis heute wiederkehrende Grundprobleme der Privatrechtstheorie aus, etwa auf die Fragen nach dem Verhältnis zwischen Privatrecht und öffentlichem Recht oder nach der Unumgänglichkeit materialer Wertungskorrekturen eines formalen Verständnisses von Privatautonomie? Marietta Auer zeigt, dass die Entwicklung des modernen Privatrechts durch die bekannte Transformationslegende vom angeblich "liberalen" Privatrechtsmodell des 19. Jahrhunderts hin zu einem zunehmend "sozialen" Privatrechtsverständnis nur unzureichend beschrieben ist. Statt dieser "Meistererzählung" des 20. Jahrhunderts entwirft die Autorin eine soziologisch informierte Ideengeschichte des modernen Privatrechts. Die Abhandlung fordert damit einen Blickwechsel: Gefragt wird nicht nach der Begründbarkeit, sondern nach den Voraussetzungen sozialer Wirksamkeit eines als normative Einheit auf der Grundlage von Privatautonomie konstruierten Privatrechts. Welcher Problemzumutung, welchem gesellschaftlichen Rechtfertigungsbedarf begegnet das Rechtsdenken durch diese Konstruktion? Wie ist die faktische Kraft des Normativen zu erklären, die das "liberale" Privatrechtsmodell bis in die Gegenwart hinein wirksam gegen Kritik immunisiert? Der Schlüssel zu einer Antwort liegt in der Ideengeschichte der Moderne seit der Wende zur Neuzeit. Das Werk wurde als eines der 'Juristischen Bücher des Jahres' 2015 ausgewählt. "Die Arbeit bildet das Ergebnis eines wirklichen intellektuellen Abenteuers und bietet damit ein Vorbild für jeden jungen Wissenschaftler." (NJW 41/2015, 3015)
 
Die begrifflichen und systematischen Grundlagen unseres heutigen Verständnisses von Privatrecht wurden um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert geschaffen. Doch welche ideengeschichtliche Entwicklung steckt dahinter? Und wie wirkt sich diese Entwicklung auf bis heute wiederkehrende Grundprobleme der Privatrechtstheorie aus, etwa auf die Fragen nach dem Verhältnis zwischen Privatrecht und öffentlichem Recht oder nach der Unumgänglichkeit materialer Wertungskorrekturen eines formalen Verständnisses von Privatautonomie? Marietta Auer zeigt, dass die Entwicklung des modernen Privatrechts durch die bekannte Transformationslegende vom angeblich "liberalen" Privatrechtsmodell des 19. Jahrhunderts hin zu einem zunehmend "sozialen" Privatrechtsverständnis nur unzureichend beschrieben ist. Statt dieser "Meistererzählung" des 20. Jahrhunderts entwirft die Autorin eine soziologisch informierte Ideengeschichte des modernen Privatrechts. Die Abhandlung fordert damit einen Blickwechsel: Gefragt wird nicht nach der Begründbarkeit, sondern nach den Voraussetzungen sozialer Wirksamkeit eines als normative Einheit auf der Grundlage von Privatautonomie konstruierten Privatrechts. Welcher Problemzumutung, welchem gesellschaftlichen Rechtfertigungsbedarf begegnet das Rechtsdenken durch diese Konstruktion? Wie ist die faktische Kraft des Normativen zu erklären, die das "liberale" Privatrechtsmodell bis in die Gegenwart hinein wirksam gegen Kritik immunisiert? Der Schlüssel zu einer Antwort liegt in der Ideengeschichte der Moderne seit der Wende zur Neuzeit.Das Werk wurde als eines der 'Juristischen Bücher des Jahres' 2015 ausgewählt. "Die Arbeit bildet das Ergebnis eines wirklichen intellektuellen Abenteuers und bietet damit ein Vorbild für jeden jungen Wissenschaftler." (NJW 41/2015, 3015)
  • Habilitationsschrift
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 2,68 MB
978-3-16-153641-0 (9783161536410)
10.1628/978-3-16-153641-0
weitere Ausgaben werden ermittelt
Geboren 1972; Studium der Rechtswissenschaft, Philosophie und Soziologie in Munchen und Harvard; 2003 Promotion; 2012 Habilitation in Munchen; seit 2013 o. Professorin fur Burgerliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universitat Giessen.
  • Cover
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Einführung
  • Erster Teil: Privatrecht, Diskurs, Moderne
  • § 1 Die erste Moderne: Die Wende zum Subjekt
  • I. Die Entdeckung der Person
  • II. Von der Pflicht zum subjektiven Recht
  • III. Die Trennung von Staat und Gesellschaft
  • IV. Die Integration des modernen Privatrechtssystems
  • § 2 Die zweite Moderne I: Reflexivität als Dekonstruktion
  • I. Dezentrierung des Subjekts
  • II. Dekonstruktion des subjektiven Rechts
  • III. Einbruch des Öffentlichen in das Privatrecht
  • § 3 Die zweite Moderne II: Reflexivität als negative Dialektik
  • I. Immanente Selbstgefährdung
  • II. Immanente Gegenmoderne
  • Zusammenfassung
  • Zweiter Teil: Das Eigentum der Moderne
  • § 4 Integration des modernen Eigentumsbegriffs: Dinglichkeit und Freiheit
  • I. Das Problem der Dinglichkeit
  • II. "Enger" und "weiter" Eigentumsbegriff
  • III. Geistiges Eigentum und Persönlichkeitsrecht
  • IV. Kern-Peripherie-Struktur und institutionelle Absicherung
  • § 5 Dekonstruktion des Eigentums: Bündeltheorie und Sozialbindung
  • I. Eigentum als "Rechtebündel"
  • II. Beispiel: Das Recht am Gewerbebetrieb
  • III. Einbruch des öffentlichen Rechts und Sozialbindung
  • IV. Beispiel: Nassauskiesung
  • § 6 Dialektik des Eigentums: Selbstlimitierung und Paternalismus
  • I. "Tragödie der Allmende" und Dialektik der Propertisierung
  • II. Geistiges Eigentum: Überprotektion und Gemeinfreiheit
  • III. Paternalismus, Rekollektivierung und Gegenmoderne
  • Zusammenfassung
  • Ausblick: Strukturüberlegungen zu einem künftigen Privatrecht
  • Literatur
  • Sachverzeichnis
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