Die drei ???, und das Gespensterschloss (drei Fragezeichen)

Die drei Fragezeichen
 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. April 2011
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-12916-6 (ISBN)
 
Alfred Hitfield hat zur Klärung unwahrscheinlicher Ereignisse Helfer bekommen: Die drei ???, hinter denen sich die jungen Detektive Justus, Peter und Bob verbergen. Wer könnte ein Interesse daran haben, den Spuk im Schloß zu veranstalten? Wer möchte unbedingt Besucher vom Schloß fern halten? Zusammen mit seinen Freunden versucht Justus, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Werden sie es schaffen, sich als jüngste Detektei ihre Sporen zu verdienen? Wird es ihnen gelingen, das Geheimnis des Gespensterschlosses aufzuklären?
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 1,69 MB
978-3-440-12916-6 (9783440129166)
3440129160 (3440129160)
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Besuch mit Hintergedanken


Am nächsten Morgen warteten Peter und Justus schon lange vor Ankunft des Rolls-Royce am großen eisernen Tor zum »Gebrauchtwarencenter T. Jonas«. Sie trugen beide ihre Sonntagsanzüge, weiße Hemden und Krawatten, die Haare klebten ordentlich am Kopf, und die Gesichter glühten unter der Sonnenbräune. Die Hände waren so unbarmherzig mit der Nagelbürste geschrubbt worden, dass auch sie vor Sauberkeit leuchteten.

Als aber das große Auto endlich kam, überstrahlte sein Glanz alles. Es war ein Rolls-Royce älteren Baujahrs mit riesigen runden Scheinwerfern und einer ungewöhnlich lang gestreckten Kühlerhaube. Die Karosserie war eckig und kastenförmig. Doch alle Zierleisten und sogar die Stoßstangen waren vergoldet und blinkten wie Geschmeide. Der hochglänzende schwarze Lack spiegelte buchstäblich.

»Na so was«, sagte Peter ehrfürchtig, als der Wagen auf sie zurollte. »Der sieht ja aus, als wenn er einem hundert Jahre alten Multimillionär gehörte.«

»Der Rolls-Royce ist der teuerste Serienwagen der Welt«, erklärte Justus. »Das Modell hier wurde ursprünglich für einen reichen arabischen Scheich mit besonderem Hang zum Luxus gebaut. Jetzt setzt ihn die Firma hauptsächlich als Werbemittel ein.«

Der Wagen hielt, und der Fahrer schwang sich hinter dem Lenkrad hervor. Er war ein schlanker, aber muskulöser Mann, fast zwei Meter groß, mit langem, gutmütigem Gesicht. Er nahm die Dienstmütze ab und wandte sich an Justus. »Mr Jonas?«, fragte er. »Ich bin der Chauffeur, Morton.«

»Hm - guten Tag, Mr Morton«, sagte Justus. »Aber nennen Sie mich ruhig Justus.«

»Bitte, junger Herr -« Morton sah ganz betrübt drein. »Sie müssen mich einfach Morton nennen, das gehört sich so. Und es gehört sich auch, dass ich meine Dienstherrschaft anrede, wie es dem guten Ton entspricht. Sie sind ja nun meine Herrschaft, und ich möchte die Form wahren.«

»Na ja, dann eben Morton«, sagte Justus. »Wenn es sich so gehört.«

»Besten Dank, junger Herr. Der Wagen und ich stehen für dreißig Tage zu Ihren Diensten.«

»Dreißig Tage und Nächte«, sagte Justus. »So hieß es in den Wettbewerbsbedingungen.«

»Sehr wohl, junger Herr.« Morton öffnete die Tür zu den Rücksitzen. »Darf ich bitten?«

»Danke schön«, sagte Justus, als er mit Peter einstieg. »Aber Sie sollten uns nicht die Tür aufmachen. Dafür sind wir noch nicht alt genug.«

»Wenn Sie gestatten«, erwiderte Morton, »so würde ich es vorziehen, meinen Dienst in der gewohnten Weise zu versehen. Sonst komme ich möglicherweise aus der Übung.«

»Das leuchtet ein.« Justus dachte darüber nach, als Morton seinen Platz hinter dem Lenkrad einnahm. »Aber wir müssen vielleicht mal ganz rasch ein- oder aussteigen, Morton. Dann können wir nicht auf Sie warten. Könnten wir nicht zwischendurch allein ein- und aussteigen, und Sie helfen uns nur am Beginn und Ende jeder Fahrt?«

»Sehr wohl, junger Herr.« Im Rückspiegel konnten sie den wohlerzogenen Fahrer lächeln sehen. »Ein ausgezeichneter Vorschlag.«

»Und wir sind sicherlich auch nicht so würdevoll wie die Herrschaften, die Sie sonst fahren«, vertraute Justus ihm an. »Wir haben manchmal etwas ausgefallene Ziele . Hier, das erklärt es vielleicht besser.«

Er reichte Morton eine der Empfehlungskarten, die der Fahrer ernsthaft studierte. »Ich verstehe, junger Herr«, sagte er dann.

»Ich bin von diesem Einsatz sehr angetan. Es ist doch eine Abwechslung, einmal junge, abenteuerlustige Leute zu fahren. Die Insassen waren in letzter Zeit meist recht bejahrt und vorsichtig. Und unser erstes Ziel, bitte?«

Peter und Justus hatten bereits begonnen, den Fahrer ungemein sympathisch zu finden.

»Wir möchten zum Universum-Studio in Hollywood, zu Albert Hitfield«, sagte Justus. »Ich - hm - ich hatte ihn gestern angerufen.«

»Sehr wohl, die Herren.« Im nächsten Augenblick brauste der Luxuswagen die Landstraße entlang, die über die Berge nach Hollywood führte. Morton sagte über die Schulter: »Ich mache darauf aufmerksam, dass der Wagen mit Telefon und Erfrischungsfach ausgestattet ist. Beides steht zu Ihrer Verfügung.«

»Danke sehr«, sagte Justus. Er benahm sich bereits so würdevoll, wie es dem Insassen eines solchen Gefährts wohl anstand. Er öffnete ein Einbaufach und nahm einen Telefonapparat heraus - vergoldet wie die Zierleisten am Wagen. Es gab keine Wählscheibe, man musste nur auf einen Knopf drücken.

»Funktelefon«, erklärte Justus seinem Freund. »Man drückt auf den Knopf und nennt dem Amt die gewünschte Nummer. Ich glaube aber, wir brauchen es jetzt noch nicht.« Mit leisem Bedauern stellte Justus den Apparat wieder an seinen Platz und lehnte sich in die Lederpolster zurück.

 

Die Fahrt verlief angenehm, aber ereignislos. Bald kamen sie durch die Geschäftsstraßen von Hollywood. Als sie sich ihrem Ziel näherten, begann Peter unbehaglich auf seinem Sitz umherzurutschen.

»Just«, sagte er, »hast du eigentlich eine Idee, wie wir in das Studio hineinkommen sollen? Du weißt doch, dass alle Studios hinter Mauern liegen und dass die Eingänge bewacht werden, damit Leute wie wir draußen bleiben. Wir schaffen es sicher nie!«

»Ich habe meinen Plan«, sagte Justus. »Hoffen wir, dass er funktioniert. Anscheinend sind wir da.«

Sie fuhren an einer hohen Betonmauer vorbei, die sich zwei Häuserblocks entlangzog. Auf einem Schild über der Mauer stand »Universum-Studio«. Die Mauer diente nur einem Zweck: Eindringlinge fernzuhalten - wie Peter gesagt hatte.

In der Mitte war ein hohes Eisentor, es stand offen. Ein Mann in Uniform saß in einem Glashäuschen neben dem Eingang. Morton lenkte den Wagen in die Einfahrt, und der Wachtposten sprang auf. »He! Augenblick mal!«, schrie er. »Wo wollen Sie hin?«

»Wir möchten zu Mr Albert Hitfield.«

»Haben Sie einen Durchlassschein?«, wollte der Posten wissen.

»Wir hatten nicht angenommen, dass wir einen Durchlassschein brauchen würden«, gab Morton zur Antwort. »Der junge Herr hatte Mr Hitfield angerufen.«

Das war völlig richtig - auch wenn Mr Hitfield nicht zu sprechen gewesen war.

»Oh.« Der Mann kratzte sich unschlüssig am Kopf. Justus kurbelte sein Fenster herunter und lehnte sich hinaus.

»Guter Mann«, sagte er, und Peter war starr vor Staunen, denn Justus sprach so gepflegt und gewählt, wie er es bei ihm noch niemals gehört hatte - sicher hatte Justus heimlich geübt.

»Guter Mann, was hemmt unseren Fortgang?«

»Au Backe«, flüsterte Peter vor sich hin. Er wusste, dass Justus schon als Kind in Theateraufführungen mitgewirkt hatte und ein begabter Imitator war, aber in dieser Rolle hatte Peter seinen Freund noch nicht erlebt.

Justus hatte die Backen aufgeblasen und die Lippen vorgestülpt - eine zweite Ausgabe von Albert Hitfield! Ein ziemlich dreister Albert Hitfield zwar, aber unverkennbar ähnlich.

»Oh - ich muss wissen, wer Mr Hitfield aufsucht«, sagte der Wachtposten nervös.

»Lassen Sie es gut sein.« Justus streifte ihn nochmals mit einem überlegenen Blick. »Ich werde wohl besser daran tun, meinen Onkel anzurufen.«

Er nahm das goldene Telefon hervor, drückte auf den Knopf und nannte eine Nummer. Es war die Nummer vom »Gebrauchtwarencenter T. Jonas«: Justus rief tatsächlich seinen Onkel an.

Der Posten musterte nochmals das erstaunliche Gefährt und Justus Jonas, der an einem goldenen Apparat telefonierte. »Bitte sehr, fahren Sie nur durch«, sagte er beflissen. »Ich werde Bescheid geben, dass Sie da sind.«

»Danke sehr«, sagte Justus. »Nur zu, Morton.«

Der Wagen fuhr weiter. Justus lehnte sich zurück, als sie in eine schmale Straße einbogen, rechts und links von Palmen auf grünem Rasen gesäumt. Dahinter standen dicht gedrängt Dutzende hübscher kleiner Bungalows. In der Ferne sah man die Kuppeldächer der großen Studios, wo Filme und Fernsehspiele gedreht wurden. Kostümierte Schauspieler strömten in eines der Gebäude.

Obwohl der Wagen jetzt auf dem Studiogelände war, konnte sich Peter nicht vorstellen, wie sein Freund bis zu Albert Hitfield vordringen wollte. Doch es blieb ihm wenig Zeit zum Grübeln, denn Morton bremste bereits vor einer großen Villa. Wie in vielen Studios hatte auch hier jeder Produzent ein eigenes Haus, wo er ungestört arbeiten konnte. Auf einem schön gemalten Schild stand: ALBERT HITFIELD.

»Warten Sie hier, Morton«, sagte Justus, als der Fahrer die Tür öffnete. »Ich weiß noch nicht, wie lange es dauern wird.«

»Sehr wohl, die Herrschaften.«

Just ging voraus, eine Stufe hinauf und durch eine Glastür in den Empfangsraum mit Klimaanlage. Eine blonde junge Dame hinter einem Schreibtisch legte gerade den Telefonhörer auf.

Peter fiel es schwer, in dieser Dame Henrietta Larson wiederzuerkennen, aber als sie den Mund auftat, wusste er, wen er vor sich hatte.

»Aha!« Henrietta stemmte die Hände in die Hüften und musterte Justus Jonas. »Ihr wagt es, hier zu erscheinen! Mr Hitfields Neffen zu spielen! Na, wir werden ja sehen, wie lange die Studiopolizei braucht, euch an die Luft zu setzen.«

Peter fühlte all seinen Mut schwinden, als sie wieder zum Telefon griff.

»Warten Sie!«, sagte Justus.

»Warten - worauf denn?«, fragte Henrietta Larson zornig. »Du schleichst dich hier ein und...

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