Ich will dich - jetzt!

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. Januar 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5512-6 (ISBN)
 
Die Boutiquebesitzerin Sophie und der Farmer Gary werden als Geschworene an ein Gericht berufen. Noch nie hat Gary so heftig auf eine Frau reagiert wie auf Sophie. Als sie zusammen im Fahrstuhl stecken bleiben will er sie verführen. Doch Sophie möchte seine Liebe auskosten - sie nimmt ihn mit nach Hause ...
  • Deutsch
  • 1,71 MB
978-3-7337-5512-6 (9783733755126)
373375512X (373375512X)

2. KAPITEL

Ihr Haar war überwältigend.

Es fiel ihr weit über die Schultern, eine dichte Mähne aus silbrig-goldenen Locken. Sie hatte es mit ein paar Spangen zurückgesteckt und damit den Blick auf ihr feingeschnittenes Gesicht und ihren schlanken Hals freigegeben. Aber dieses Haar! Er hatte den dringenden Wunsch, es anzufassen, seine Finger darin zu vergraben und die seidige Fülle zu spüren.

Man hatte sie in einem kleinen Gerichtssaal Platz nehmen lassen, jeder auf einem eigenen Stuhl. Nun hatte er überhaupt keinen Vorwand, sie in irgendeiner Form zu berühren. Nicht dass er während der Videovorführung einen wirklichen Grund für eine Berührung gehabt hätte. Obwohl die Bänke sehr voll gewesen waren, hätte er ihr ohne weiteres ein wenig mehr Platz lassen können.

Aber schließlich musste man jede Chance nutzen, um einen öden Vormittag im Geschworenendienst so angenehm wie möglich zu gestalten.

Mehr war es nicht, nur eine Möglichkeit, sich die Zeit zu vertreiben. Es war eine Freude, sie anzusehen, und amüsant, mit ihr zu plaudern. Wenn er jetzt noch einen Weg fand, wie er es anstellen konnte, nicht als Geschworener berufen zu werden, war sein Glück vollkommen.

Eine Richterin, zwei Rechtsanwälte und einige andere Personen liefen vorne im Gerichtssaal herum und gaben sich alle Mühe, wichtig auszusehen. Gary und die Frau neben ihm tranken schweigend ihren Kaffee. Eine gewisse Schläfrigkeit machte sich breit. Gary brachte es nicht über sich, etwas zu ihr zu sagen. Sicher war sie genauso besorgt wie er, ob sie würden bleiben müssen.

Trotz des geringen Abstandes zur vorderen Stuhlreihe schaffte sie es, elegant die Beine übereinanderzuschlagen. Sie waren lang und schlank, und obwohl ihr Rock bis unter die Knie reichte, waren ihre Beine ein atemberaubender Anblick.

Das waren natürlich alles bloße Phantasievorstellungen. Er war nicht nach Cambridge gefahren, um sich eine Frau zu suchen. Besonders diese Frau wäre ohnehin die falsche für ihn. Sie wusste ja nicht einmal, dass Middlesex County sich weiter als bis zur Stadtgrenze von Cambridge erstreckte.

Ihr Kostüm war für seinen Geschmack zu streng. Aber es war der Situation immerhin angemessener als seine Garderobe. Außerdem gefiel ihm die taubenblaue Farbe. Sie passte gut zu ihren hellblauen Augen.

Die Richterin, eine grauhaarige Frau in schwarzer Robe, blickte streng auf die Ansammlung von vierundzwanzig potenziellen Geschworenen. "Wir beginnen nun mit dem Auswahlverfahren", erklärte sie ernst. "Die Anwälte werden nun sechs von Ihnen als Geschworene für diesen Prozess auswählen, zuzüglich einer Person als Ersatz. Der Prozess wird höchstens drei Tage dauern. Die Anwälte in diesem Fall, Mr. Harrison und Mr. Laudrey, werden Sie einer Befragung unterziehen, um zu entscheiden, wer von Ihnen in der Jury sitzen wird. Ihnen sind mehrere begründete und drei unbegründete Ablehnungen gestattet. Sie müssen ihre Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Falls Sie die Unwahrheit sagen, können Sie wegen Meineides belangt werden. Hat noch jemand eine Frage, bevor wir anfangen?"

Ja, dachte Gary, wie stelle ich es an, dass ich abgelehnt werde?

Die Richterin wandte sich an einen Mann in einem tadellosen grauen Anzug. Gary hielt ihn für einen der Anwälte, weil er einen beeindruckenden Aktenkoffer und einen Stapel Papiere auf einen Tisch gelegt hatte.

Er zog seine Manschetten herunter, streckte den Rücken und schenkte den Geschworenen ein charmantes Lächeln. "Lassen Sie mich ein wenig von diesem Prozess erzählen. Es ist ein Zivilprozess und betrifft einen Vertragsbruch zwischen einem Mann und einer Frau. Um genauer zu sein, der Mann hat ein Eheversprechen nicht eingelöst, und die Frau hat ihn auf Schadenersatz wegen erlittener finanzieller Verluste und seelischer Schmerzen verklagt. Lassen Sie mich zunächst einmal fragen, ob jemand der Anwesenden glaubt, aus irgendeinem Grund in diesem Prozess nicht objektiv sein zu können?"

Angestrengt dachte Gary über eine mögliche Begründung nach. Die Frau neben ihm fuhr angelegentlich mit einem rosa lackierten Fingernagel über den Rand ihres Kaffeebechers.

Wenn sie sich nicht selbst disqualifizierte, würde er es auch nicht tun.

Verschiedene Personen erhoben sich. Ein Gerichtsdiener führte sie zum Richtertisch, wo sie mit gedämpften Stimmen mit der Richterin und den Anwälten sprachen. Dann wurde einer nach dem anderen aus dem Saal geleitet.

"Ich frage mich, wie das Zauberwort lautet", flüsterte Gary.

Die Frau lächelte ihn an. "Euer Ehren, ich bin wegen Mordes an einem Richter vorbestraft."

Gary nickte. "Das würde genügen."

Der Anwalt im grauen Anzug wandte sich an die verbliebenen Kandidaten. "Wir werden Sie nun einzeln befragen. Ich würde gern mit dem ersten Geschworenen von Liste fünf beginnen. Würden Sie bitte vortreten?"

"Das bin ich", stöhnte die Frau, reichte Gary ihren Becher und schlüpfte an ihm vorbei auf das Ende der Stuhlreihe zu. Er sog den Duft ihres Parfüms ein. Es roch wie die wilden Blumen, die auf dem brachliegenden Feld im Osten seiner Farm wuchsen.

Sie ging zum Zeugenstand, setzte sich und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. Ihr Mund war verlockend, die Unterlippe etwas voller als die Oberlippe.

"Wie ist Ihr Name?", fragte der Anwalt.

"Sophie Wallace", antwortete sie.

Einen solchen Namen hatte Gary nicht erwartet, obwohl er nicht viel darüber nachgedacht hatte. Warum sollte sie nicht so heißen?

"Wo wohnen Sie, Miss Wallace?"

"In Cambridge."

"Wie alt sind Sie?"

"Dreißig."

"Sie erscheinen mir ein wenig nervös, Miss Wallace. Dafür gibt es keinen Grund."

"Ich bin nicht nervös. Es ist nur . ich weiß nicht . es ist ungewohnt, so im Rampenlicht zu stehen." Sie blinzelte. Gary hatte das Gefühl, als suche ihr Blick ihn in der Menge.

Er lächelte ihr zu. Für einen kurzen Moment erwiderte sie das Lächeln.

"Sind Sie berufstätig, Miss Wallace?"

"Ich habe ein Geschäft namens Simply Divine. Wir verkaufen Kunsthandwerk und handgefertigte Kleidungsstücke."

"Sind Sie verheiratet, Miss Wallace?"

"Nein", antwortete sie. Garys Lächeln vertiefte sich. Ihr Familienstand sollte ihm eigentlich gleichgültig sein, aber die Tatsache, dass sie nicht verheiratet war, erlaubte ihm, sich weiter seinen Phantasievorstellungen über ihre Lippen, ihre Beine und ihr Haar hinzugeben.

"Ist Ihnen je der Laufpass gegeben worden?"

"Wie bitte?", fragte sie pikiert.

"Hat Ihnen je ein Mann das Herz gebrochen?"

"Das ist eine sehr persönliche Frage!" Sie blickte wie um Unterstützung bittend zu der Richterin.

"Ich fürchte, das ist für den Prozess relevant, Miss Wallace", teilte die Richterin ihr mit. "Allen Geschworenen werden ähnliche Fragen gestellt."

Sophie Wallace ließ sich in ihren Sitz sinken und dachte über eine Antwort nach. Wieder blickte sie Gary an. Er zuckte mitfühlend mit den Schultern, war aber bei weitem mehr an der Antwort interessiert, als es sich gehörte.

"Nun", sagte sie schließlich, "ich bin sicher, das ist schwer zu glauben, aber es hat tatsächlich ein paar Männer gegeben, die es verabsäumt haben, sich mir zu Füßen zu werfen."

In den Reihen der Geschworenen wurde verhaltenes Lachen laut. Der Anwalt runzelte die Stirn. "Miss Wallace, dies ist eine ernstzunehmendes Verfahren."

"Und das war eine ernstzunehmende Antwort. Glauben Sie denn, dass eine alleinstehende Frau in Amerika das Alter von dreißig Jahren erreichen kann, ohne dass sie zumindest von einem Mann sitzengelassen wird? Nonnen vielleicht, aber nicht der Rest von uns."

"Miss Wallace ."

"Lassen Sie uns den Tatsachen ins Auge blicken. Wir sprechen über amerikanische Männer. Wie viele normale, vitale Männer in diesem Land stellen die Gefühle einer Frau über ihre eigenen? Warum glauben Sie, sind Frauen stärker als Männer? Weil wir gelernt haben, die Behandlung, die wir durch alle diese Kerle da draußen erfahren, zu überleben."

Die Frauen unter den Geschworenen applaudierten. Die Richterin schlug mit ihrem Hammer auf den Tisch. "Miss Wallace, bitte keine Volksreden!"

"Euer Ehren, Sie verstehen doch, was ich meine, nicht wahr?"

Die Richterin kämpfte mit einem Lächeln und verlor. Sie wandte kurz das Gesicht ab, und als sie den Kopf zurückdrehte, war ihre Miene wieder ernst. "Mr. Harrison, haben Sie noch weitere Fragen an die Geschworene?"

Der Anwalt musterte Sophie aufmerksam. Sie hielt seinem Blick stand. Er seufzte. "Ich akzeptiere."

Die Richterin sah zu dem anderen Anwalt hinüber, dessen Anzug ebenso teuer aussah wie der von Mr. Harrison. Er grinste. "Keine Einwände."

"Gut", sagte die Richterin zu Sophie. "Sie dürfen den Zeugenstand verlassen."

Sichtlich erleichtert verließ Sophie ihren Platz. Ein Gerichtsdiener fing sie auf dem Weg zu ihrem Stuhl jedoch ab, nahm sie beim Arm und führte sie zur Geschworenenbank.

Sie erstarrte. "Einen Moment! Soll das etwa heißen, dass ich in der Jury bin?"

"Ja, Miss Wallace", erklärte die Richterin. "Nehmen Sie bitte Platz."

"Aber was ist mit meinem Geschäft?"

Die Richterin blickte fragend zu ihr hinunter. "Was soll damit sein?"

"Wenn ich an diesem Prozess teilnehmen muss ."

"Da gibt es kein Wenn und Aber, Miss...

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