Brave - Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit

Roman
 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Februar 2019
  • |
  • 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-23250-4 (ISBN)
 
Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit

Zwar konnte sich Ivy aus der Gewalt des dunklen Fae-Prinzen befreien, doch sie hat sich verändert: Etwas Dunkles und Gefährliches scheint in ihr zu wohnen und die Beziehung zu Ren, dem Mann, den sie liebt, zu zerstören. Ren wiederum würde alles tun, um Ivy von ihrem dunklen Fluch zu befreien. Doch Ivy ist klar, dass sie Ren verlassen muss - zumindest für kurze Zeit -, um sich den Fae ein für alle Mal zu stellen. Denn nur wenn sie den dunklen Prinzen und seine Königin besiegen kann, hat sie eine Chance, ihr Leben zu retten. Und ihre Liebe zu Ren ...

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 1,69 MB
978-3-641-23250-4 (9783641232504)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Jennifer L. Armentrout hat sich in den USA bereits einen Namen gemacht: Immer wieder stürmt sie mit ihren Romanen - fantastische, realistische und romantische Geschichten für Erwachsene und Jugendliche - die Bestsellerlisten. Ihre Zeit verbringt sie mit Schreiben, Sport und Zombie-Filmen. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Hunden in West Virginia.

1

Das Zimmer war so dunkel, dass ich nichts als einen schwachen Silberstreifen Mondlicht zwischen den dicken Vorhängen erkennen konnte. Die Luft roch abgestanden. Aber ich wusste, dass ich nicht allein war.

Ich war hier nie allein.

Angestrengt spähte ich in die Dunkelheit. Der kühle Halsring aus Metall schnitt mir in die Haut. Ich befahl meinem Herzen, langsamer zu schlagen, aber das Hämmern wurde stärker, bis meine Brust zu zerspringen drohte.

Ich bekomme keine Luft.

Ich bekomme keine Luft in diesem .

Etwas näherte sich dem Bett.

Ich sah nichts, aber ich spürte den leisen Luftzug. Mir schlug das Herz bis zum Hals, und jeder Muskel in meinem Körper spannte sich an. Da! Ein Schatten verschluckte den dünnen Streifen Mondlicht.

Er war hier.

O Gott, er war hier, und es gab kein Entkommen. Ich konnte nichts tun. Dies war meine Zukunft, mein Schicksal.

Mein dicker Bauch schmerzte, als ich mich aufsetzte und gegen das Kopfteil des Bettes lehnte. Als plötzlich an der Kette gerissen wurde, fiel ich auf die Seite. Ich hielt mich am Bett fest, aber es nützte nichts. Ich schrie auf, aber der Schrei verlor sich schnell in den Schatten des Zimmers. Ich wurde weggezerrt, aus dem Bett, hin zu ihm. Zu .

Ich riss die Augen auf, warf mich zur Seite und wäre um ein Haar aus dem Bett gefallen. Im letzten Moment fing ich mich und schnappte nach Luft - frischer Luft, deren Duft mich schwach an einen Herbst im Norden erinnerte.

Fahrig strich ich mir meine Locken aus dem Gesicht und suchte das Zimmer ab, bis ich das Fenster sah. Die Vorhänge waren zurückgezogen, genau so, wie ich sie vor dem Schlafengehen hinterlassen hatte. Mondlicht strömte herein und ergoss sich über das kleine Sofa und den Sitzbereich. Die Umgebung und der Geruch waren vertraut.

Süße Erleichterung durchströmte meine Adern. Trotzdem musste ich mich vergewissern, dass das, was ich gerade erlebt hatte, wirklich ein Albtraum gewesen war und nicht die Realität. Eine Realität, in der der Prinz mich noch immer gefangen hielt. Jener Prinz, der mich unbedingt schwängern wollte, um das Baby aus dieser Verbindung dazu zu benutzen, alle Tore zur Anderwelt aufzureißen.

Langsam legte ich mir eine Hand auf den Bauch.

Definitiv nicht dick.

Definitiv nicht schwanger.

Also bedeutete das, dass ich mich definitiv nicht mit dem Prinzen in jenem Haus befand.

Erneut fuhr ich mir mit zittriger Hand durch meine roten Locken. Es war nur ein Traum gewesen - ein dummer Albtraum. Ich sollte mich daran gewöhnen. Irgendwann würde ich nicht mehr voller Panik erwachen.

Ich musste damit aufhören.

Mein Magen krampfte sich zusammen, als ich tief einatmete. Hunger. Ich hatte Hunger, aber ich schob das Gefühl erfolgreich beiseite. Bisher hatte ich die brennende Leere in meinen Eingeweiden immer gut ignorieren können.

Nachdem ich unsicher den Atem wieder ausgestoßen hatte, ließ ich die Hände aufs Bett fallen und schluckte. Ich war hellwach. Genau wie in der vorigen Nacht . und in der Nacht davor.

Hinter mir bewegte sich etwas, dann erklang eine tiefe, verschlafene Stimme: »Ivy?«

Mein Rücken versteifte sich. Ich sah mich nicht um, während ich die Beine aus der Decke freistrampelte. Hitze kroch mir in die Wangen. »Tut mir leid. Ich wollte dich nicht wecken.«

»Du musst dich nicht entschuldigen.« Der Schlaf verschwand aus seiner Stimme, das Bett bewegte sich abermals, und ich wusste, ohne hinzuschauen, dass Ren sich aufsetzte. »Ist alles in Ordnung?«

»Ja.« Ich räusperte mich. Er hatte mich das schon eine Million Mal gefragt. Ist alles in Ordnung? Dicht gefolgt von: Geht es dir gut? »Ja. Ich bin bloß . aufgewacht.«

Ein Moment verstrich. »Ich dachte, ich hätte dich schreien gehört.«

Verdammt.

Mir wurde noch heißer im Gesicht. »Ich . ich glaube nicht, dass ich das war.«

Er reagierte nicht sofort. »Hattest du einen Albtraum?«, fragte er dann.

Ich war mir sicher, dass er die Antwort bereits kannte. Deshalb hätte es mir leichtfallen sollen, es zuzugeben. Außerdem war ein Albtraum nichts Aufsehenerregendes. Himmel, gerade Ren würde verstehen, dass ich an den Folgen einer posttraumatischen Belastungsstörung litt - der Beilage zu einem Hauptgericht namens Momentan verkorkste Angelegenheiten. Vor allem, da auch er eine kleine Auszeit mit dem Prinzen und seiner Schar dunkler Fae verbracht hatte.

Aber aus irgendeinem Grund konnte ich ihm gegenüber nicht eingestehen, dass ich an Albträumen litt, dass ich manchmal, wenn ich aufwachte, dachte, ich sei immer noch in diesem Haus, an ein Bett gekettet.

Ren hielt mich für mutig, und ich war mutig. Aber in Augenblicken wie diesen fühlte ich mich . fühlte ich mich überhaupt nicht sehr mutig.

»Ich habe nur geschlafen«, flüsterte ich und stieß einen flachen Atemzug aus. »Und das solltest du auch tun. Du hast morgen einiges zu erledigen.«

Ren wollte von unserer Bleibe aus, die ich im Stillen das Hotel zum guten Fae nannte, losziehen und seinen Beitrag dazu leisten, den sehr speziellen Kristall aufzuspüren. Ursprünglich hatte dieser Kristall den guten Fae gehört - den Fae des Sommerhofes. Der Orden hatte ihnen diesen abgenommen, und dann hatte Val ihn dem Orden gestohlen, und jetzt hatte der Prinz ihn. Ohne den Kristall konnten wir den Prinzen nicht wieder in die Anderwelt verbannen.

»Ivy. Süßes.« Rens Stimme war sanft, als er mir eine Hand auf den Arm legte. »Rede mit mir.«

Seine Berührung mache mich kribbelig. »Ich rede doch mit dir.« Ich löste mich von ihm und schlüpfte aus dem Bett. Sobald meine Füße den Boden berührten, setzte ich mich in Bewegung. Die bohrende Leere in meinem Bauch wuchs. »Ich glaube, ich gehe trainieren.«

»Um drei Uhr morgens?« Er klang ungläubig, und ich konnte ihm keinen Vorwurf daraus machen. Es schien tatsächlich seltsam zu sein, mitten in der Nacht trainieren zu gehen.

»Ja. Ich bin rastlos.« Es kam nicht infrage, mich jetzt wieder neben Ren hinzulegen, während mein Bauch sich so anfühlte, wie er sich anfühlte, und meine Gedanken dort waren, wo sie waren.

Fayes Worte aus der Nacht, in der sie mir bei meiner Flucht vor dem Prinzen geholfen hatte, nutzten die Gunst der Stunde, um mir durch den Kopf zu schwirren. Und wenn du das immer weiter tust, wirst du süchtig. Wahrscheinlich bist du es bereits.

Ren wusste, dass ich mich von Menschen genährt hatte, wusste Bescheid über die Tatsache, dass ich vielleicht jemanden damit getötet hatte, aber er machte mir keine Vorwürfe. Er glaubte sogar, dass ich ihm nichts tun würde. Dass ich diesem Teil von mir, der während meiner Gefangenschaft erweckt worden war, nicht nachgeben würde - dem Teil von mir, der Fae war und der jetzt wusste, wie ich mich nähren konnte und wie ich mich anschließend fühlte.

Wie einfach es war.

Ren vertraute mir, aber ich tat das nicht.

Ich konnte es mir im Augenblick nicht leisten, irgendetwas zu glauben, denn ich würde es mir nie, niemals verzeihen, wenn ich Ren wehtat, so wie ich anderen wehgetan hatte. Mein Mund wurde trocken, und ich öffnete und schloss meine Hände.

»Ivy?«

Als mir klar wurde, dass ich mich in meinen Gedanken verheddert hatte, blinzelte ich schnell und konzentrierte mich. »Hast du den Fitnessbereich gesehen, den sie hier im Keller haben? Der motiviert sogar mich, aufs Laufband zu steigen.«

Natürlich hatte er ihn gesehen.

So, wie Ren in Form war, musste er dort täglich ein- und ausgehen.

»Wie wär's, wenn du wieder ins Bett kämst, statt um drei Uhr morgens zum Training zu gehen?«, fragte er. »Wir könnten uns Serien ansehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du ein paar Episoden von The Walking Dead versäumt hast.«

Ich hatte eine Menge Episoden meiner Lieblings-Zombie-Serie versäumt. Was sehr nervig war, denn wann immer ich Tink sah, bestand die große Gefahr, dass er alles spoilerte. Mit Supernatural war es das Gleiche.

Eine bittersüße Sehnsucht traf mich wie ein Schlag in den Magen und verscheuchte vorübergehend die Schatten, die in mir lauerten. Ich wollte am liebsten Kopf voraus ins Bett zurückspringen, mich an Ren kuscheln, in seinen Armen einschlafen und dabei zuhören, wie Rick Grimes sich wieder in den »Riktator« verwandelte, den wir alle kannten und liebten. Das wäre normal gewesen, und ich wünschte mir Normalität weiß Gott schon so lange und so sehr.

Genau deshalb hatte ich mich am College eingeschrieben, obwohl ich bereits einen Beruf hatte. Na ja, einen Beruf im Orden gehabt hatte. Wer wusste schon, wie es jetzt aussah? Aber ich wollte so gerne wissen, wie es war, aufzuwachen und zur Uni zu gehen oder zur Arbeit, ohne Angst haben zu müssen, bei der Arbeit zu sterben oder festzustellen, dass meine Kollegen getötet worden waren.

Normalität bedeutete, in Restaurants und ins Kino zu gehen. Zu Hause zu bleiben und Serien-Marathons zu veranstalten, ohne mir Sorgen wegen des möglicherweise bevorstehenden Endes der Welt zu machen.

Normalität bedeutete, dass sich die beste Freundin nicht am Ende als verräterisches Miststück entpuppt und aufgrund ihrer Taten und Entscheidungen stirbt.

Normalität wurde so sehr unterschätzt.

Die Nachttischlampe ging ohne Vorwarnung an. Das Licht flutete den Raum und fiel auf mich. Ein seltsamer Instinkt erwachte brüllend zum Leben. Ich wusste nicht warum, aber ich wollte in diesem Moment nicht gesehen werden. Ich wich vor dem Licht zurück, aber sobald mein Blick auf Rens blattgrüne...

»Fantasy mit berauschender Wirkung - nichts macht den Leser schwindeliger als Jennifer L. Armentrouts unfassbar brilliantes Schreibkönnen.«

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