Die drei ??? und der Automarder (drei Fragezeichen)

 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. September 2013
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-14183-0 (ISBN)
 
Absicht oder Täuschung? Zersplitterte Autofenster und eine gestohlene Goldmünze sind die einzige Spur eines Vandalen, der in Rocky Beach sein Unwesen treibt. Ratlos tappt die Polizei im Dunkeln, während die drei ??? eine Falle stellen. Sie müssen nur aufpassen, dass sie nicht selbst darin gefangen werden, denn der Gegner ist gefährlich. Es ist, als ob jemand ihre Gedanken lesen kann!?
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 1,29 MB
978-3-440-14183-0 (9783440141830)
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Die unsichtbare Kraft


»Es ist denkbar«, trug Justus sachkundig vor, »dass Glas Ermüdungserscheinungen aufweist und ohne äußere Einwirkung zerspringt, aber höchst unwahrscheinlich wäre es, wenn das viermal in kurzen Abständen an ein und demselben Fahrzeug auftreten würde.«

Paul Jacobs starrte den Ersten Detektiv fassungslos an.

»Justus meint damit«, erklärte Peter grinsend, »dass sich Glas ebenso abnutzt wie jedes andere Material, aber dass so was nicht hintereinander weg viermal am gleichen Auto vorkommt.«

»Besten Dank«, sagte Paul. »Redet er immer so?«

»Daran gewöhnst du dich noch.« Bob lachte. »Abgesehen davon ist er nur ein ganz normales, gewöhnliches Genie.«

»Wenn ihr drei mit dem Blödeln fertig seid«, sagte der Erste Detektiv kühl, »können wir uns vielleicht mit dem Fall befassen. Ich würde befürworten, dass uns Paul einen zeitlich geordneten Überblick gibt.«

»Er meint« - Peter zwinkerte Paul zu - »du sollst alles von Anfang an erzählen.«

Der große Junge mit der Stupsnase lächelte, dann begann er zu berichten. Er hatte also einen Freund in einem ruhigen Wohnviertel der Stadt, in der Valerio Street 142. Paul besuchte seinen Freund oft abends nach dem Essen und für die Fahrt benutzte er den Kastenwagen seines Vaters. Er parkte dann immer auf der gleichen Straßenseite vor dem Haus. Viermal im Lauf von knapp zwei Monaten war das Seitenfenster beim Fahrersitz zertrümmert gewesen, wenn er aus dem Haus des Freundes kam. Paul hatte keine Ahnung, wer den Schaden verursacht hatte, er wusste nur, dass es niemand von seinen Freunden war - auch wenn sein Vater hier eine vorgefasste Meinung zu haben schien.

»Ist es immer der gleiche Wochentag?«, fragte Bob.

Paul überlegte kurz. »Ich glaube nicht, aber genau kann ich mich nicht erinnern. Das letzte Mal ist es am vergangenen Mittwoch passiert.«

Justus hatte einen Gedanken. »Waren auch an anderen Autos in der Nähe Scheiben zu Bruch gegangen?«

»Nicht dass ich wüsste«, sagte Paul. »Wenigstens habe ich nichts davon gesehen oder gehört, dass irgendwelche Schäden an anderen abgestellten Autos aufgetreten sind - aber extra informiert habe ich mich nicht.«

»Justus«, meinte Peter bedächtig, »warum ist dir das wichtig, ob vielleicht noch andere Autoscheiben kaputtgegangen sind?«

»Wenn das nur bei Paul der Fall war«, erklärte Justus, »dann ist etwas mit dem Wagen nicht in Ordnung oder es geht irgendwem darum, vorsätzlich diesen Wagen zu beschädigen. Wenn aber noch andere Autoscheiben zerbrochen wurden, dann erstreckt sich das Phänomen nicht nur auf ein bestimmtes Fahrzeug. Warum fragst du, Peter?«

»Na ja«, antwortete Peter, »am Auto meines Vaters war in der letzten Woche abends auch mal eine Scheibe kaputt und er konnte sich ebenso wenig vorstellen, wie das passiert war!«

Peter berichtete, der Wagen sei auf der Straße vor dem Haus abgestellt gewesen und sein Vater habe entdeckt, dass das Fenster an der Fahrerseite zersprungen war. Mr Shaw hatte niemand in der Nähe gesehen und offenbar war auch kein Gegenstand durch die Scheibe geworfen worden.

»Mein Vater meint, das waren irgendwelche Rowdys. Junge Burschen, die durch die Gegend stromern und sich einen Spaß daraus machen, Autoscheiben einzuschlagen.«

»Immer geben die Erwachsenen der Jugend die Schuld.« Justus seufzte. Dann kam er eifrig zur Sache. »Aber Peters Mitteilung deutet darauf hin, dass das, was hier vorgeht, weitere Kreise zieht und nicht nur Pauls Wagen betrifft. Was wir jetzt tun müssen .«

Urplötzlich wurde Justus' rundes Gesicht kalkweiß. »Schnell, Jungs!«, rief er. »Es geht um Sekunden!«

Die drei anderen starrten den Ersten Detektiv verdutzt an. Dann hörten sie es ebenfalls - Tante Mathildas Stimme, die aus der Ferne herüberschallte. »Zeit zum Arbeiten, ihr Faulenzer! Ich weiß, dass ihr irgendwo auf dem Gelände seid. Kommt raus, ihr Nichtsnutze!«

»Paul ist zu groß für Tunnel II«, stellte Justus fest. »Los, zum Dicken Bauch! Auf geht's!«

Die vier Jungen flitzten aus der Werkstatt und an dem hohen Berg aus Gerümpel vorbei, der sich daneben auftürmte. Vor einer mächtigen Tür aus massivem Eichenholz samt Rahmen, die gegen einen Stapel großer Granitblöcke lehnte, hielten sie an. Peter wühlte in einem Blechtopf mit Kleinmaterial und förderte einen großen rostigen Schlüssel zutage, womit sich die Tür öffnen ließ. Gleich dahinter stand ein riesiger alter Dampfkessel aus Eisenblech. Die vier Jungen bückten sich, zwängten sich durch den Innenraum des Kessels und gelangten dann an eine weitere Tür in der Wand einer Metallkonstruktion. Peter öffnete auch diese Tür und die Jungen traten in einen vollgestopften, aber behaglichen Raum, der als Büro eingerichtet war.

»Hallo!« Paul sah sich staunend um. »Wo sind wir denn hier?«

»In unserer Zentrale«, erklärte Peter stolz. »Es ist ein alter Campinganhänger, den Justus' Onkel vor Jahren erstanden hat. Wir haben ihn von allen Seiten mit Schrott und Trödel umbaut und nun ist er völlig unauffindbar und allen anderen längst aus dem Gedächtnis entschwunden. Sogar Tante Mathilda hat uns noch nie hier aufgespürt!«

»Ist ja einsame Spitze«, fand Paul begeistert. Voll Bewunderung betrachtete er den Schreibtisch, den Aktenschrank, das Telefon mit Lautsprecher und Anrufbeantworter, das Radio, die Gegensprechanlage und die Walkie-Talkies.

»Alles ist recht zweckdienlich«, räumte Justus ein. »Also, was ich sagen wollte, als Tante Mathilda dazwischenfunkte: Wir müssen nun herausfinden, wie eine Autofensterscheibe zu Bruch gehen kann, ohne dass beim Fahrzeug eine Ursache oder ein Verursacher zu beobachten ist und ohne dass irgendwelche Spuren einer Einwirkung zurückbleiben!«

»Ultraschallwellen!«, meldete sich Bob. »Oder auch gewöhnlicher Schall. Bestimmte Töne können ja Glas zerspringen lassen.«

»Na klar!«, rief Peter. »Eine Opernsängerin hat das mal vorgemacht.«

»Oder ein Düsenjet, der die Schallmauer durchbricht«, ergänzte Paul. »Bei einem solchen Knall könnte Glas auch splittern.«

»Ja, kannst du dich erinnern, ob ein Düsenflugzeug das Haus deines Freundes überflog, kurz ehe du die Scheibe klirren hörtest?«, wandte sich Justus an Paul.

Der große Junge schüttelte den Kopf. »Nein. Ein Flugzeug war nicht zu hören.«

»Gibt es in der Nähe des Hauses, wo dein Freund wohnt, irgendwelche Fabriken, Radiosender oder Fernsehsender?«, fragte Justus weiter. »Irgendwelche Maschinen oder Betriebseinrichtungen, wo es mal eine Panne geben könnte, sodass Ultraschallwellen freigesetzt werden?«

»Nein«, entgegnete Paul. »Es gibt in der Gegend nur Wohnhäuser.«

Peter fragte: »Wie wäre es mit einem Erdbeben?«

»Hast du was gespürt?«, erkundigte sich Bob bei Paul.

»Nein«, sagte Paul, »das müsste dann ein recht schwaches Beben gewesen sein. Ich kann mich aber entsinnen, dass Erdbeben, von denen ich nichts gespürt habe, Gegenstände aus Regalen herabfallen ließen.«

Justus schüttelte den Kopf. »Autoscheiben sind dafür viel zu robust.«

»Und eine Windbö?«, schlug Bob vor. »Oder ein Tornado? Hier in der Gegend soll es ja begrenzte örtliche Wirbelwinde geben, das habe ich gelesen.«

»Dann hätte Paul Gegenstände sehen müssen, die durch die Luft gewirbelt wurden«, schloss Justus auch diese Möglichkeit aus.

»Ja, und .«, brachte Peter zögernd vor, »Strahlen? Todesstrahlen?«

»Wie in >Krieg der Sterne<«, sagte Paul. »Ein Hitzestrahl oder ein enormer punktueller Druck!«

»Von einem anderen Planeten«, ergänzte Bob.

»Ein Raumschiff!«

»Ein unsichtbarer Außerirdischer!«

»Oder . ein Geist.«

»Ein Poltergeist!«

Justus hob die Hand, um zu schlichten. »Macht euch bloß nicht verrückt! Es mag hier eine unsichtbare Kraft am Werk sein, aber sehr wahrscheinlich gibt es eine simple, auf der Hand liegende Erklärung, die uns nur bisher nicht eingefallen ist. Das eigentliche Problem ist, dass wir einfach nicht genug wissen. Ich schlage vor, dass wir unverzüglich zwei Wege beschreiten, um über die zerbrochenen Scheiben alles, das uns zugänglich ist, in Erfahrung zu bringen.«

»Und wie denkst du dir das, Justus?«, fragte Paul neugierig.

»Erstens werden wir die Ausgangssituation nachstellen, indem wir einen Wagen an der betreffenden Straße parken und beobachten, ob irgendwer eine Scheibe zerbricht. Und dann .«

»Aber ihr wisst doch«, unterbrach Paul, »mein Vater lässt mich den Firmenwagen jetzt nicht mehr fahren.«

Justus lächelte. »Ich denke, wir können uns als Köder etwas weit Besseres beschaffen als euren Kastenwagen.«

»Und was ist der zweite Weg, Justus?«, wollte Bob wissen.

»Wir starten mal wieder unsere Telefonlawine!«

Paul begriff natürlich nicht. »Was für eine Lawine?«

»Eine Telefonlawine«, erklärte Peter. »Das ist eine von Justus' Erfindungen, womit wir Scharen von Jungen und Mädchen dazu bringen, nach etwas Bestimmtem Ausschau zu halten oder einen Ort zu beobachten. Jeder von uns ruft fünf Freunde an und bittet die, in unserem Sinne mitzuwirken, und dann ruft jeder von denen wiederum fünf Leute an, und so fort.«

»Alles klar«, entgegnete Paul....

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