Perry Rhodan 3074: Der imaginäre Imperator

Perry Rhodan-Zyklus 'Mythos'
 
 
Perry Rhodan digital (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Juli 2020
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8453-6074-4 (ISBN)
 
Mehr als 3000 Jahre in der Zukunft: Längst verstehen sich die Menschen als Terraner, die ihre Erde und das Sonnensystem hinter sich gelassen haben. In der Unendlichkeit des Alls treffen sie auf Außerirdische aller Art. Ihre Nachkommen haben Tausende Welten besiedelt, zahlreiche Raumschiffe fliegen bis zu den entlegensten Sternen. Perry Rhodan ist der Mensch, der von Anfang an mit den Erdbewohnern ins All vorgestoßen ist. Nun steht er vor seiner vielleicht größten Herausforderung: Er wurde vorwärts durch die Zeit katapultiert und findet sich in einem Umfeld, das nicht nur Terra vergessen zu haben scheint, sondern in dem eine sogenannte Datensintflut fast alle historischen Dokumente entwertet hat. Nachdem er in der fernen Galaxis Ancaisin einen Weg fand, die sogenannte Zerozone zu betreten und womöglich eine Fährte Terras zu finden, begibt sich sein Raumschiff RAS TSCHUBAI ohne ihn auf den weiten Rückweg in die Milchstraße. Mit sich nimmt die Besatzung die Erkenntnis, dass die Cairaner, die sich als Herrscher der Heimatgalaxis aufspielen, nichts anderes sind als Flüchtlinge vor einer weitaus schrecklicheren Gefahr: den Phersunen und ihrer Schutzmacht, der 'Kandidatin Phaatom'. In der Milchstraße spielt sich derweil eine entsetzliche Tragödie ab: Bei dem Versuch, Atlans Enkelin zu befreien, wird der Mausbiber Gucky ermordet. Davon allerdings ahnen die Arkoniden, die für Atlan die Stellung halten, nichts. Sie starten eine Erkundungsmission - und ihnen begegnet DER IMAGINÄRE IMPERATOR ...
  • Deutsch
  • 5,91 MB
978-3-8453-6074-4 (9783845360744)

Aus dem Pranaat: Der Pra über die geleugneten Welten

Du fragst: ob Naat existiert hat?

Ja. Denn es wird geleugnet.

Du fragst: ob Arkon existiert hat?

Ja. Denn es wird geleugnet.

Du fragst: ob Terraluna existiert hat?

Ja. Denn es wird geleugnet.

Geleugnet wird nur, was ist. Vergessen sollen wir, was wir sind.

Aber alle, die verloren haben, gehen auf die Suche.

Und finden, wenn sie ihre Vergangenheit suchen, sich selbst.

 

 

1.

Arkonidische Zurückhaltung

18. Juni 2046 NGZ

 

»Nicht angreifen!«, befahl Markul agh Fermi ruhig. »Wir bleiben weiterhin in Sonnennähe! Sie wissen, dass wir da sind und sollen merken, dass wir nicht die Aggressoren sind.«

Mava da Valgathan, die Kommandantin der TARTS, bestätigte seine Anweisung mit einem Handzeichen.

Einer Sonne in nächster Nähe zur Bleisphäre, dachte der Oberbefehlshaber der arkonidischen Einheiten, die dieses kosmische Phänomen beobachteten, das aus dem Arkonsystem geworden war. Eine von weit über 100.000 Sonnen, von denen keine einzige Arkon gleichkommt.

Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete agh Fermi das Ortungsholo. Vor zehn Sekunden waren fast 200 Ladhonenraumer und 21 Schiffe der Naats bei der Bleisphäre eingetroffen, eiförmige Einheiten mit einem Ringwulst um die dickste Stelle.

Die Schiffe der Ladhonen, Doppelkeile, die am breiteren Heck miteinander verbunden waren, eskortierten die eiförmigen Schiffe der Naats offensichtlich. Diese setzten den Flug unbeeindruckt fort.

20 Naatraumer waren 1500-Meter-Schiffe der KUTTBAYAR-Klasse, das zuletzt erschienene allerdings erregte die Aufmerksamkeit nicht nur der Kommandantin. Der De-Keon'athor Markul agh Fermi, der sich als aktueller Oberbefehlshaber der arkonidischen Einheiten an Bord befand, beugte sich interessiert vor.

Dieses Schiff war eine kleinere Einheit, ein 1000-Meter-Raumer der BUCHANDHA-Klasse. Ungewöhnlich an ihm war, dass es mit zahlreichen Aufbauten versehen war, über deren Sinn und Zweck agh Fermi ohne weitere Informationen nicht einmal Mutmaßungen anstellen konnte.

Kaum war der Raumer im Normalraum materialisiert, schickte er eine Vielzahl an Funksprüchen hinaus.

»Wir haben mittlerweile den Hyperfunkcode entschlüsselt, den die Naats im Kontakt mit den Ladhonen nutzen«, meldete die Kommandantin. »Das Schiff hat sich als die BAILNOOD identifiziert.«

Markul agh Fermi warf einen kurzen Blick auf seinen Multikom. Die Namen der Schiffsklassen musste er nicht abrufen, Buchanda und Kuttbayar waren die Bezeichnungen für den vierten und fünften Planeten des Naatsystems, des Zentrums der Naat-Föderation. Deren Hauptwelt war Naatsdraan, der siebente der 23 Planeten des Systems.

BAILNOOD sagte ihm allerdings nichts.

Die Positronik half ihm weiter. Bailnood war im 16. Jahrhundert NGZ ein Naat-Monitor gewesen, ein Regierungsmitglied der Naat-Föderation.

»Sieh an, sieh an«, murmelte er leise. »Unsere ehemaligen treuen Soldaten und Arbeitskräfte entwickeln so etwas wie ein Geschichtsbewusstsein.«

Mava da Valgathan räusperte sich leise. »Wir haben sie schon vor langer Zeit aus unseren Diensten entlassen.«

»Entlassen müssen.«

Die Kommandantin fuhr sich mit einer Hand durch das weißgraue Haar, das sie kurz geschnitten trug. »Nachdem wir mehrere Revolten der Naats blutig niedergeschlagen und weitere Proteste unterdrückt hatten«, vermerkte sie mit einem Anflug von Trotz, der ihr eigentlich nicht zustand.

»Was sonst? Uns blieb keine andere Möglichkeit.« Der De-Keon'athor ging nicht weiter auf den Einwand ein. »Stell eine Hyperfunk-Verbindung mit dem Thantur-Baron her. Falls wir angreifen sollen, möchte ich den Befehl dafür von höchster Stelle erhalten.«

Die Kommandantin gab die Anweisung weiter.

Markul agh Fermi lächelte unmerklich. Er duldete diese Wortgefechte nicht nur, er genoss sie. Sie hielt ihn für einen ausgesprochenen Hardliner, der bedauerte, dass man die drei Meter großen, fülligen Wesen mit den kurzen Säulenbeinen, den langen Armen und dem großen, haarlosen Kugelkopf vor gut 3000 Jahren in die Freiheit hatte entlassen müssen, und er berichtigte ihre Auffassung nicht. Es bereitete ihm zu großes Vergnügen, sie immer wieder herauszufordern und in Diskussionen zu verwickeln.

Irgendwann würde sie ihn durchschauen, doch er hoffte, dass das noch eine Weile auf sich warten ließe.

Absichern musste er sich in so einer angespannten Situation aber tatsächlich. Die allgemeine Lage im näheren Umfeld der Bleisphäre spitzte sich fortlaufend zu. Das System war immer noch unzugänglich. Optisch erschien es wie ein abgrundtiefes, aber undurchdringliches silbrig-bleigraues Wabern. Das insgesamt diskusförmige Phänomen umschloss das komplette Arkonsystem bis zu den äußersten Planetenbahnen. Der Diskus durchmaß demzufolge etwa 35 Milliarden Kilometer, war aber mit 137 Millionen Kilometern Dicke relativ flach. Die Oortsche Wolke des Systems blieb außen vor.

Auf einigen Stationen am Rand der Bleisphäre lebten ein paar Tausend Galaktiker, darunter nicht wenige, für die das System eine beinahe religiöse Bedeutung hatte, auch wenn sie andere Begriffe benutzten, um ihre Auffassung von der Sphäre zu beschreiben. Für sie war dieses unmessbare, unerforschliche System der Beweis dafür, dass es Dinge gab, die den Verstand und seine begrifflichen Möglichkeiten weit überstiegen. Sie bezeichneten das System als Transzendente Signatur, wollten damit ausdrücken, dass die Transzendenz diesen Ort transrational signiert hatte. Sich selbst sahen sie als Signaturbewahrer oder Signaten.

Ohr VII, das siebente und neueste Habitat der Signaten, schien ein perfekter Ausdruck dieser Auffassung zu sein. Es wirkte mit seiner transparenten Hülle und den edelsteinartigen, hellroten Verstrebungen geradezu überirdisch.

Lehrmeister, spiritueller Führer und Sprecher der Signaten war der Terraner Olem Osborg, über den nur wenig bekannt war. Er nannte sich Oberster Signatur-Interpret und wurde als faszinierender Typ beschrieben, als ein Menschenfänger erster Güte. Markul agh Fermi ging jedoch davon aus, dass bei ihm schon eine Legendenbildung eingesetzt hatte. Wahrscheinlich kochte selbst Osborg wie alle anderen nur mit Wasser.

Der unsterbliche Mascant Atlan war zwar schon zu den Signaten vorgedrungen, Olem Osborg aber nicht persönlich begegnet. Er hatte es hauptsächlich mit dem Signaturstreiter Laetitio Goshin zu tun bekommen, der bei einem sogenannten Aufblitzen kurze Blicke in die Zukunft werfen konnte.

Markul agh Fermi schaute kurz auf die Messdaten der Bleisphäre, die permanent auf Holos eingespielt wurden. Sie lieferten überwiegend chaotische und widersprüchliche Werte. Manchmal zeigten sie nichts an, als wäre das System gar nicht vorhanden oder ortungstransparent. Manchmal hatte der Arkonide den Eindruck, die Bleisphäre würde sich von der Realität abwenden.

Allerdings wechselten sich diese wirklichkeitsabgewandten und chaotisch messbaren Phasen ab. Dafür gab es keine exakten und verlässlichen Vorhersagen. Die Wissenschaftler vor Ort hatten dafür den Ausdruck Realitätsgezeiten geprägt. Da in der Phase der De-Realisierung oder Realitätsabwendung im Umfeld der Bleisphäre der Halbraum verzerrt war, verboten sich während dieses Zeitraums Linearflüge. Transitionen verliefen dagegen komplikationsfrei. Doch auch während der Realisationsphasen waren Raumschiffe bei dem Versuch, die Bleisphäre im Hypersprung zu durchqueren, schon deformiert worden oder völlig verschwunden.

Markul agh Fermi teilte keineswegs die Überzeugung Atlans, dass das Arkonsystem in seiner neuen Form das Erbe mindestens der Arkoniden, vielleicht aber auch aller galaktischen Völker war. Und dass dieses verwandelte, de-realisierte, unkalkulierbare System eines Tages eine entscheidende Rolle in der Geschichte der Milchstraße spielen könnte.

Er misstraute dem, was geschah, weil er es nicht einordnen konnte. Und damit war er beileibe nicht der Einzige.

Die 50.000 in Thantur-Lok stationierten EPPRIK-Raumer des Ewigen Imperiums hatten sich an die Peripherie des Kugelsternhaufens zurückgezogen. Und sie wurden immer weniger.

Natürlich hatten die Vereinigten Baronien angefragt, warum und wohin die Einheiten abgezogen wurden. Sie hatten aber keine Antwort erhalten.

Misstraute Tormanac da Hozarius dem Geschehen ebenfalls? Und welche Rolle spielte er selbst dabei, der Herrscher des Ewigen Imperiums?

Der amtierende Oberbefehlshaber der Baronien konzentrierte sich wieder auf all diese neuen Schiffe, die soeben eingetroffen waren.

200 Ladhonenraumer waren eine beträchtliche Streitmacht, gegen die die TARTS ohne Unterstützung nicht das Geringste ausrichten konnte, auch wenn sie sich als arkonidisches Ultraschlachtschiff der GAUMAROL-Klasse mit einem Kugeldurchmesser von 1800 Metern und ihrer Gesamthöhe von 2200 Metern vor keinem einzelnen Gegner verstecken musste.

Was geht also vor im Ewigen Imperium?, fragte sich agh Fermi.

Seit geraumer Zeit, seit dem 31. Mai, stellten die Ladhonen ihre Flotte und die der Naats strategisch um. Sie schützten nun überwiegend die insgesamt sechs akonischen Etappenhöfe, die von den Cairanern requiriert und von den Ladhonen zur Bleisphäre transportiert und dort positioniert worden waren. Je einen hatten sie ober- und unterhalb der diskusförmigen Bleisphäre postiert, während die vier...

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