Das Buch ohne Gnade

Roman
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. Juni 2011
  • |
  • 429 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0438-8 (ISBN)
 
Ein Hotel irgendwo in der Wüste. Etwas Großes steht bevor: Abgehalfterte Barkeeper, schizophrene Musiker und eine Handvoll Zombies machen sich auf den Weg zu dem Rock-Festival, das unter dem Motto "Zurück von den Toten" steht.

Die Teilnehmer sollen längst verstorbene Stars imitieren. Keiner von ihnen ahnt, dass sie dem Tod näher sind, als ihnen lieb ist. Denn ein weiterer Gast steht auf der Liste: ein wahnsinniger Killer namens Bourbon Kid.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 1,63 MB
978-3-8387-0438-8 (9783838704388)
383870438X (383870438X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"ZWANZIG (S. 153-154)

Das letzte Mal, dass Sanchez die Hosen voll und sich in Sicherheit gebracht hatte, während Elvis als Retter auf den Plan trat, war in einer Kirche gewesen, wo er ein Schulkind als Schutzschild benutzt hatte, während sein Freund die Bösen mit einer Waffe, die aussah wie eine Gitarre, niederschoss. Das war vor genau zehn Jahren gewesen. Diesmal benutzte der King einfach nur seine Fäuste. Innerhalb von neunzig Sekunden lagen die bulligen Sicherheitswachmänner ausgestreckt auf dem Fliesenboden der Herrentoilette, bewusstlos und blutüberströmt. Er hatte Sanchez abermals gerettet.

Mit einer Kombination aus Geschwindigkeit, Geschick und brutaler Kraft hatte der King die beiden Sicherheitsmänner Sandy und Tyrone entwaffnet und zusammengeschlagen. Sanchez war die meiste Zeit des Kampfs mit geschlossenen Augen in der Kabine geblieben, hatte sich jedoch eine übertriebene Version der Ereignisse zurechtgelegt, die er zum Besten geben würde, wenn er wieder ins Tapioca zurückgekehrt wäre. Wichtig war, dass Elvis den Job erledigt hatte, und das mit Stil. Als der Kampfeslärm sich endlich legte, öffnete Sanchez erst ein Auge, dann das andere. Elvis stand draußen vor der Kabine und wandte ihm den Rücken zu.

Die Sicherheitswachmänner lagen in einer Pfütze aus Blut auf dem Boden, das immer noch aus Kabine zwei heraussickerte. Es war schwierig zu erkennen, ob etwas von dem Blut, das ihre schwarzen Anzüge tränkte, ihr eigenes war. Der Kopf des ihm am nächsten liegenden Wachmanns ruhte leicht verdreht auf den Bodenfliesen gepresst, und aus seiner Nase rann Blut. Den Kopf des anderen Wachmanns konnte Sanchez von dort aus, wo er kauerte, nicht sehen. »Komm schon, Sanchez! Hilf mir mal, die beiden wegzuschaffen, okay?«, brüllte Elvis ihn an. Er hatte begonnen, den einen Sicherheitsmann zur dritten Kabine zu zerren, aber es war klar, dass er Hilfe brauchte, wenn er diese Sache schnell hinter sich bringen wollte, ehe jemand anderes die Toilette betrat.

»Wow. Du hast sie tatsächlich beide geschafft?«, sagte Sanchez überflüssigerweise und vergaß, den Ausdruck von Überraschung in seiner Stimme zu unterdrücken. »Was zur Hölle hast du erwartet?« »Na ja – also weißt du … Sie waren bewaffnet.« Elvis ließ den ersten bewusstlosen Wachmann vor Sanchez’ Füßen auf den Boden der Toilettenkabine fallen und bedachte dann den memmenhaftesten Barbesitzer Santa Mondegas mit einem missbilligenden Blick.

»Ja, und du und ich sind beide in einer Minute bewaffnet, Sanchez. Wir haben jetzt zwei Pistolen. Ich hoffe bloß, dass wir sie nicht benutzen müssen, denn mein Instinkt sagt mir, dass du damit nicht mal deinen eigenen Arsch treffen würdest.« Er hielt kurz inne, dann fügte er hinzu: »Und der ist weiß Gott ein ausreichend großes Ziel.« Sanchez ignorierte die Bemerkung. Stattdessen packte er den Mann, den Elvis fallen gelassen hatte, unter den Achselhöhlen und zog seinen Körper in die Ecke der Kabine neben die Kloschüssel, wo er ihn so gut es ging in eine aufrechte Haltung brachte.

Allmählich beherrschte er das aus dem Effeff. »Äh – nun, meinst du nicht, es wäre besser, wenn du beide Pistolen hast?«, fragte er. Elvis war vermutlich mit seiner schwächeren Hand ein besserer Schütze, als Sanchez es mit seiner stärkeren rechten Hand je sein würde. Und außerdem hatte er genügend Mut, um jemanden ohne lange zu fackeln niederzuschießen. Sanchez würde wahrscheinlich zurückschrecken, wenn er in eine Situation geriet, in der er gezwungen wäre, mit einer Waffe auf jemanden zu feuern. Elvis wartete mit seiner Antwort. Er kam rückwärts in die Kabine und zog den zweiten Wachmann hinter sich her.

»Keine Chance«, sagte er und ließ den Bewusstlosen auf den Boden sacken. »Für jeden eine. Falls wir getrennt werden und du auf dich alleine gestellt bist, dann brauchst du vielleicht ein Schießeisen, und wenn auch nur aus Schau.« Die beiden Männer bugsierten den zweiten Wächter in die Ecke auf der anderen Seite der Kloschüssel, seinem Kollegen gegenüber. Als sie das geschafft hatten, betrachtete Sanchez die beiden bewusstlosen Wachmänner und hatte eine einmalige Idee. Ihm war klar geworden, dass er und Elvis sicherlich sehr schnell auffallen würden, falls jemand nach ihnen Ausschau hielt. Er trug sein grellrotes Hawaiihemd, während der King mit einem hell leuchtenden goldenen Jackett und einer großen Sonnenbrille mit goldenem Gestell ausstaffiert war."

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