Abbildung von: Das (Un-)Glück der Arbeitszeitfreiheit - Springer Gabler

Das (Un-)Glück der Arbeitszeitfreiheit

Eine ökonomisch-psychologische Analyse und Bewertung
Maike Andresen(Autor*in)
Springer Gabler (Verlag)
Erschienen am 25. Juli 2009
XI, 315 Seiten
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978-3-8349-9487-5 (ISBN)
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Maike Andresen analysiert und beurteilt das Arbeits(zeit)verhalten hochqualifizierter Angestellter im Rahmen des Arbeitszeitmodells der Arbeitszeitfreiheit. Sie legt dabei ökonomische und psychologische Modelle, Theorien und Erkenntnisse zugrunde. Ergebnis ist ein positives Votum für die Arbeitszeitfreiheit und die Darstellung verschiedener Handlungsempfehlungen für die Umsetzung in die Praxis.
PD Dr. Maike Andresen ist Privatdozentin an der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Darstellung des Arbeitszeitmodells der Arbeitszeitfreiheit; Erfahrungen in der Praxis mit dem Arbeitszeitverhalten hochqualifizierter Angestellter im Rahmen der Arbeitszeitfreiheit; Ökonomisch-psychologische Analyse und Bewertung der Arbeitszeitfreiheit; Handlungsempfehlungen
8 Glücksökonomische Betrachtung des Modells der 'Arbeitszeitfreiheit' (S. 163-164)

8.1 Definition des Glücks

Die Einführung von begrenzter Rationalität sowie die Verhaltensökonomie haben neue Forschungspfade eröffnet. Die Glücksökonomie stellt eine neue Richtung dar und zeigt gleichzeitig die Grenzen der bereits beschriebenen Theorien auf. Sie beruht auf vergleichsweise breiteren Nutzen- und Wohlfahrtsbegriffen, welche voneinander abhängige Nutzenfunktionen, Prozessnutzen sowie die Wechselwirkung rationaler und irrationaler Einflüsse zur Bestimmung wirtschaftlichen Verhaltens einschließen. Die Glücksökonomie untersucht, wie Lebensumstände, Persönlichkeit, Genetik und persönliche Wahlentscheidungen das Wohlergehen beeinflussen.

Dazu wird auf Theorien und Techniken der Soziologie, Demographie und Sozialpsychologie zurückgegriffen. In der Philosophie wird das Glück als die zentrale Zielgröße des Lebens angesehen. In der Psychologie erfolgt eine Thematisierung des Glücks insbesondere in der Emotionspsychologie und der Gesundheitspsychologie. Erst in der jüngeren Vergangenheit wurde die psychologische Forschung mit den Wirtschaftswissenschaften verknüpft. Im vorliegenden Kapitel gilt es zu prüfen, ob man zu anderen Schlüssen als in der rein ökonomischen Betrachtung der Arbeitszeitfreiheit kommt, wenn man das größtmögliche Glück der Akteure anstrebt. Glück wird in der Glücksforschung vielfach austauschbar mit den Begriffen Lebenszufriedenheit, das im Kontext der Sozialwissenschaften und der Medizin entwickelt wurde, und Wohlergehen, als originär psychologisches Konzept, genutzt.718 Eine Abgrenzung der verwandten Konzepte erweist sich, so Veenhoven, als schwierig.

Von dem Begriff der Wohlfahrt abgegrenzt werden kann das Glück oder Wohlergehen in der Weise, dass Wohlfahrt die von den Individuen zugeschriebene Bewertung des Einkommens bzw. des Beitrags zu seinem Wohlergehen aus den Gütern und Leistungen, die sie mit Geld kaufen können, bezeichnet. Neben den materiellen Ressourcen basiert das Wohlergehen auf weiteren Faktoren wie Gesundheit, die Beziehung zu Freunden und zur Familie, die Qualität der Arbeit und anderes mehr. Im folgenden wird eine psychologisch basierte Begriffsdefinition des Glücks vorgenommen.

->, Subjektives Wohlergehen

In der Psychologie dient das subjektive Wohlergehen als der bedeutendste Index für Glück. Wie der Begriff "subjektiv" verdeutlicht, beschreibt das subjektive Wohlergehen die individuelle Wahrnehmung jedes Einzelnen über sein Wohlergehen sowie die eigene bewertende Reaktion auf sein Leben (subjektives Glückskonzept) und ist weniger ein objektives Konzept eines tatsächlichen Wohlergehens jenseits des Bewusstseins der in Frage stehenden Person.

Menschen bewerten Bedingungen unterschiedlich in Abhängigkeit von ihren Erwartungen, bisherigen Erfahrungen sowie Werten und Zielen (wie beispielsweise hartes Arbeiten) und unterscheiden sich in der Folge in ihrem subjektiven Wohlergehen. Das subjektive Wohlergehen kann zusammenfassend darstellen, ob diese Standards in ihrem Leben erfüllt werden, da die eigene Beurteilung ihres Wohlergehens ihre Werte reflektiert. Auf diese Weise kann das subjektive Wohlergehen widerspiegeln, mit welchem Erfolg die zahlreichen Werte, denen Menschen nachgehen, umgesetzt wurden.722 Glück ist damit kein Zustand des einfachen Fröhlichseins.

Das wissenschaftliche Konzept des subjektiven Wohlergehens umfasst eine affektive und eine kognitiv-evaluative Komponente. Die affektive Komponente beinhaltet zum einen positive und zum anderen negative Stimmungen und Emotionen wie Freude oder Niedergeschlagenheit. ,Die kognitive Bewertung bezieht sich auf die rationalen oder intellektuellen Aspekte des subjektiven Wohlergehens725 und bringt zum Ausdruck, inwieweit eine Person denkt, dass die verschiedenen Aspekte des eigenen Lebens, das heißt Familie, Beruf, Ausbildung und andere mehr, der geplanten, erwarteten oder idealen Situation entsprechen und folglich als zufriedenstellend bewertet werden.

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