Keine Küsse für den Boss!

JULIA Bd. 9
 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 3. April 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-709-5 (ISBN)
 
Danielles Herz klopft wild, als der Aufzug stecken bleibt - und sie plötzlich allein mit Mr. Carlisle ist, ihrem charmanten Boss, den sie bisher nur aus der Ferne anhimmeln durfte. Aber jetzt knistert es zwischen ihnen aufregend, und Alex' sinnliche Lippen locken zum Dahinschmelzen. Doch sie darf der Versuchung nicht nachgeben. Schließlich ist es tabu, den Chef zu küssen, oder? Vielleicht nur ein einziger Kuss, den keiner sieht? Falsch gedacht: Denn die Überwachungskamera hat alles gefilmt! Und mit einem Mal steckt Danielle in unglaublichen Schwierigkeiten.

1. KAPITEL

"Sie können das bis um drei für mich erledigen? Super!"

Beim Klang der tiefen, männlichen Stimme erstarrte Dani.

"Gern", erwiderte die Sekretärin atemlos, die das Gewünschte sicher spätestens um zwei fertig haben würde - Dani hätte es genauso gemacht, wenn er denn sie gefragt hätte.

Wieder einmal drehte Alex Carlisle seine Runden durch das Großraumbüro und bezauberte seine Angestellten, sodass sie noch mehr und noch besser arbeiteten.

Auch Dani war es unmöglich, ihn nicht anzustarren. Denn Alex sah so gut aus, dass sie ihn schon die ganze Woche lang beobachten musste. Manchmal verließ er sein luxuriöses, riesiges Büro im obersten Stock des Gebäudes, um sich mit den einfachen Angestellten zu unterhalten - die dann alle noch schneller auf ihren Tastaturen tippten, um die Arbeit für ihn fertig zu bekommen. Ja, der Geschäftsführer des Finanzunternehmens bekam alles, was er wollte, und zwar immer. Und wenn die Gerüchte stimmten, die Dani gehört hatte, dann waren Frauen ein ganz beträchtlicher Teil davon: bildschöne, erfolgreiche High-Society-Frauen. Offenbar vergnügte Alex sich gern. Und seine gesamten Mitarbeiterinnen wünschten sich bestimmt, er würde sich einmal mit ihnen vergnügen.

Das konnte Dani nur allzu gut verstehen, obwohl sie es niemals zugegeben hätte: Auch sie war hin und weg von ihm. Sie blickte auf die Uhr und stellte fest, dass sie in wenigen Minuten zum Mittagessen gehen würde. Normalerweise sah sie selten auf die Uhr, weil ihre Arbeit ihr großen Spaß machte. Doch seit einiger Zeit hatte sie noch eine andere wichtige Aufgabe. Außerdem war jetzt Alex da - und Dani schrecklich nervös und unruhig.

Sie konnte sich seiner übermächtigen Anziehungskraft nicht entziehen und blickte erneut zu ihm hinüber. Du bist wirklich albern, schimpfte sie mit sich selbst und kam sich vor wie ein verliebter Teenager. Nicht einmal in ihrer Jugend hatte Dani so für jemanden geschwärmt. Schon beim Klang seiner Stimme begann ihr Herz, wie verrückt zu schlagen.

Jetzt konzentriere dich, ermahnte sie sich innerlich.

Die ganze Aufregung war ohnehin umsonst, denn Dani wusste, dass Alex sich zwar gern und oft innerhalb seiner gesellschaftlichen Kreise vergnügte, sich aber niemals mit Mitarbeiterinnen einließ. Jetzt beobachtete sie, wie er sich mit ihrem direkten Vorgesetzten unterhielt. Der große, durchtrainierte Alex hatte sich das Jackett ausgezogen und die Ärmel seines hellblauen Hemds hochgekrempelt. Sein Anblick erinnerte an eine Werbeanzeige für exklusive Businessmode. Dann drehte er sich plötzlich um - und ertappte Dani dabei, wie sie ihn beobachtete. Sein Blick begegnete ihrem und hielt ihn fest.

Plötzlich nahm sie nur noch Alex' Gesicht wahr. Auch die laute Geschäftigkeit des großen Büros hörte Dani nur noch als entferntes, leises Summen. Eben noch ganz kribbelig vor Unruhe, war sie jetzt ganz ruhig und ließ sich von seinem intensiven Blick wärmen. Grün war Danis Lieblingsfarbe. Und Alex Carlisles Augen waren sehr grün.

Er machte einen kleinen Schritt in ihre Richtung, doch im selben Moment rief jemand seinen Namen. Alex wandte sich um, und plötzlich war alles vorbei: die Stille, die Wärme, die Ruhe.

Was ist eigentlich mit mir los? fragte Dani sich entgeistert. Einen Moment lang hatte sie sich weder rühren noch ein Wort herausbringen können! Das war doch wirklich zu albern. Zum Glück war Alex nicht zu ihr gekommen. Denn als er sie angesehen hatte, war ihr Kopf vollkommen leer gewesen. Sie hätte keinen einzigen vernünftigen Satz formulieren können. Wie schafften es die anderen Mitarbeiterinnen bloß, irgendetwas auf die Reihe zu bekommen, wenn er in der Nähe war?

Eigentlich waren es noch zwei Minuten bis zu ihrer Mittagspause, doch Dani war an diesem Tag wie immer früh ins Büro gekommen und hatte bereits zugesagt, heute länger zu bleiben. Ein schlechtes Gewissen erübrigte sich also, wenn sie jetzt schon ihren Arbeitsplatz verließ. Sie brauchte dringend frische Luft.

Dani ging in Richtung Fahrstuhl. Sie war klein, sodass sie nicht besonders auffiel, und außerdem war sie hier die einzige Mitarbeiterin einer Zeitarbeitsfirma. Normalerweise nahm sie immer die Treppe, aber jetzt stand Alex dort in der Nähe. Und sosehr sie sich auch von ihm angezogen fühlte - eine innere Stimme sagte ihr ziemlich deutlich, dass sie sich besser von ihm fernhalten sollte. Diese Stimme war fast genauso laut wie diejenige, der zufolge sie kleine, enge Räume meiden sollte. Ich werde das schon schaffen, dachte Dani. Ganz bestimmt.

Doch als sie vor dem Fahrstuhl stand und den Knopf drückte, waren ihre Nerven zum Zerreißen gespannt. Beim Warten zählte sie leise bis zehn und versuchte, sich zu beruhigen. Es war doch nur ein Fahrstuhl! Jeden Tag fuhren Millionen von Menschen damit hinauf und hinunter, ohne irgendwelche Zwischenfälle und ohne darin stecken zu bleiben.

Trotz aller Vernunft machte sich bei Dani das beklemmende Gefühl breit, das sie immer unter einer dieser riesigen, viel zu heißen Trockenhauben beim Friseur bekam, unter denen sie sich immer wie gefangen fühlte. Mit aller Macht unterdrückte sie ihre Angst und konzentrierte sich darauf, einen Plan zu schmieden. Wenn sie unterwegs essen würde, hätte sie Zeit, in die Bücherei zu gehen und sich die Foren im Internet anzusehen. Die Suche war das Allerwichtigste.

Als der Fahrstuhl kam, nahm Dani all ihre Kraft zusammen, stieg hinein und schloss die Augen, als die Türen sich schlossen. Sei nicht albern, ermahnte sie sich, es ist ja gleich wieder vorbei.

Aber dann vernahm sie plötzlich eine innere Stimme, die sie vor einer sich nähernden Gefahr warnte. Dani öffnete die Augen und sah, wie die Fahrstuhltüren wieder aufgingen. Jemand hatte einen Arm hineingeschoben, damit sie offen blieben.

"Ich bin gleich wieder da. Bitte schick Lorenzo die Gästeliste per E-Mail. Und stellen sicher, dass die Catering-Mitarbeiter diesmal wissen, wie viele Vegetarier es sind, damit wir diesmal niemanden vor den Kopf stoßen."

In dieser Zeit hätte der Fahrstuhl schon nach unten und wieder nach oben fahren können. Endlich stieg der Mann ein und entschuldigte sich lächelnd.

Meinte er das ernst? Oder war das nur eine anerzogene Höflichkeit, die darüber hinwegtäuschte, dass seine Zeit mehr wert war als die anderer Menschen? Dani hatte nur eine Stunde Pause, die noch dazu unbezahlt war. Wie schnell all diese Gedanken doch vergessen waren, als die Türen des Fahrstuhls schließlich zugingen.

Angstvoll presste sie sich mit dem Rücken gegen die Wand. Würde diese Panik denn nie aufhören?

Der Mann betrachtete sie unverhohlen und eindringlich. Dani hielt den Blick starr auf die Türen gerichtet, die immer näher zu kommen schienen. Zum Glück waren die Aufzüge in diesem Gebäude unglaublich schnell - wenn sie denn endlich losfuhren. Schon jetzt hatte sie das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.

Als der Mann den Knopf betätigte, setzte sich der Fahrstuhl endlich in Bewegung.

Vor Anspannung biss Dani die Zähne zusammen.

Plötzlich war eine Art metallisches Ächzen zu hören, dass immer lauter wurde. Der Fahrstuhl stoppte, fuhr dann wieder einen halben Meter und hielt erneut an. Dani spürte, wie sich ihr der Magen zusammenzog.

Eine Sekunde lang herrschte absolute Stille.

"Bestimmt geht es gleich weiter", versuchte ihr Mitfahrer sie zu beruhigen.

"Ja, bestimmt", erwiderte Dani gespielt gelassen, warf ihm einen kurzen Blick zu und sah dann schnell wieder zu den Fahrstuhltüren, als sie bemerkte, dass er lächelte. Denn sein Lächeln tat ihrem Blutdruck nicht gut. Und noch schlechter war es für sie, in kleinen, engen Räumen eingesperrt zu sein. Als ihr übel wurde, fing sie an, tief einzuatmen. Ich kann meine Angst überwinden, redete sie sich ein.

"Ehrlich, es dauert bestimmt nicht lange."

Dani begann, am ganzen Körper heftig zu zittern, und ihr Herz schlug immer schneller.

"Mit diesen Fahrstühlen gibt es nie Probleme!"

"Wahrscheinlich haben sie den Aufzug verwirrt, als Sie so lange den Arm zwischen die Türen gehalten haben", erwiderte sie aufgebracht und vergaß einen kurzen Moment lang ihre Panik.

"Es handelt sich um eine Maschine, und die kann man nicht verwirren, im Gegensatz zu Menschen."

Zum Beispiel mich, dachte Dani, die völlig neben sich stand, keinen klaren Gedanken fassen konnte und von einer plötzlichen Übelkeit erfasst wurde.

"Sie sind neu hier", stellte der Mann fest.

Unendlich erleichtert über die Ablenkung, erwiderte Dani mit halb erstickter Stimme: "Ja." Endlich wagte sie es, ihn anzusehen.

Seine tiefgrünen Augen drückten Besorgnis aus. Er kam einige Schritte auf sie zu und sagte: "Ich heiße ."

"Ich weiß, wer Sie sind", schnitt Dani ihm das Wort ab. Für ein Gespräch konnte sie momentan nicht klar genug denken.

"Tatsächlich? Dann haben Sie mir etwas voraus. Ich habe nämlich keine Ahnung, wer ich bin", erwiderte er und stand plötzlich direkt vor ihr.

Sein leicht bitterer Tonfall überraschte Dani und ließ sie wieder einen Moment lang ihre Angst vergessen. "Sie sind Alex, und S.Sie sind mit dem Fahrstuhl stecken geblieben."

Ob ihnen schon der...

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