Heißes Rendezvous mit dem Boss

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 28. Mai 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-713-2 (ISBN)
 
Schon lange wünscht sich Sophy, einmal Nein sagen zu können - aber wie soll ihr das bei einem derart attraktiven Mann gelingen? Charmant und unwiderstehlich sexy empfängt sie der reiche Weingutbesitzer Lorenzo Hall. Eigentlich wollte sie nur halbtags für seine Charity-Stiftung arbeiten. Da allerdings lässt er seinen Blick derart erregend über ihren Körper gleiten, dass sie prompt Ja dazu sagt, ihm ganztags zur Verfügung zu stehen. Ein Fehler mit unabsehbaren Folgen, denn ihr mächtiger Boss kann tatsächlich aufregend sexy sein, was er ihr bei einem heißen Rendezvous beweist .

1. KAPITEL

Zeit mochte für manche Menschen ein dehnbarer Begriff sein. Für Sophy Braithwaite war das nicht der Fall.

Langsam, dann immer ungeduldiger tippte sie mit den Zehenspitzen auf den Fußboden.

Die Frau am Empfang hatte sie die Treppe hinauf zum Büro geschickt, und aufgrund des Schilds an der Tür wusste Sophy, dass sie hier richtig war. Und jetzt wartete sie.

Kurz ließ sie den Blick über die Bilder italienischer Landschaften gleiten, die sicher Cara ausgesucht hatte. Dann betrachtete sie wieder das Ungetüm von einem Schreibtisch, auf dem sich Papiere zu gefährlich hohen Stapeln türmten, die jeden Moment umzufallen drohten. Cara hatte also mit ihrer Aussage nicht übertrieben, sie hätte ein Chaos hinterlassen.

Der überstürzte Abschied hatte Cara sehr leidgetan, doch da ihr Baby sechs Wochen zu früh auf die Welt gekommen war, hatte sie keine andere Wahl gehabt. Noch immer lag das süße kleine Ding im Krankenhaus, und die junge Mutter war übernächtigt und voller Angst. In ihrem Zustand sollte sie sich wirklich nicht auch noch Sorgen wegen ihrer Teilzeitstelle für eine wohltätige Stiftung machen.

Sophys Ungeduld und Ärger nahmen zu. Wo steckte er denn jetzt - der berühmt-berüchtigte Lorenzo Hall, neuer Star der Weinbranche, Liebling aller Charity-Ladys und der Geschäftsführer von diesem Chaos?

"Lorenzo hat momentan so viel zu tun, weil Alex und Dani nicht da sind." Cara hatte sehr besorgt geklungen, als sie bei Sophys Schwester Victoria angerufen und diese den Hörer an sie weitergereicht hatte. "Es wäre einfach toll, wenn du einspringen würdest, damit er sich zumindest wegen des Whistle Funds keine Sorgen mehr machen muss." Doch eigentlich war Sophy jetzt hier, damit Cara sich keine Sorgen mehr machte.

Plötzlich wurde ihr klar, dass sie mit dem Fuß im Takt eines rhythmischen Geräuschs tippte, das aus einiger Entfernung zu hören war. Es wurde schneller, hörte auf und begann dann von Neuem. Sophy schüttelte den Kopf. Während sie erneut das Chaos betrachtete, das sich vor ihr ausbreitete, wünschte sie sehnlichst, einfach mal Nein sagen zu können. Doch das war ihr einfach nicht möglich, wie alle nur zu gut wussten: Obwohl sie erst vor einem knappen Monat nach Neuseeland zurückgekehrt war, hatte ihre Familie sie schon mit Aufgaben geradezu überhäuft. Und Sophy hatte sich das gefallen lassen. Dabei hatte sie eigentlich beschlossen, sich zumindest etwas Zeit für ihre eigene Arbeit vorzubehalten.

Sie sagte zu allem Ja und bestätigte damit stillschweigend die Annahme, sie hätte ohnehin nichts Besseres zu tun - zumindest nichts so Wichtiges wie die Aufgaben, die an sie herangetragen wurden.

Doch das stimmte nicht.

Sophy half ihrer Familie zwar nur zu gern, aber es gab noch etwas anderes, das sie sehr gern tat. Als sie an ihre eigentliche Berufung dachte, schlug ihr Herz schneller. Denn sie wünschte sich so sehr, genau das unter Beweis zu stellen. Dafür allerdings brauchte sie Zeit.

Und deshalb hatte Sophy wirklich keine Lust, herumzustehen und auf irgendjemanden zu warten - erst recht nicht auf jemanden, der offenbar nicht einmal in der Lage war, sich eine Aushilfskraft zu organisieren. Cara hatte Sophy vom Krankenhaus aus angerufen und gebeten, einzuspringen. Sie sah auf die Uhr, über deren Anblick sie sich jedes Mal freute: Es war eine wunderschöne, alte kleine Uhr, die Sophy auf einem Flohmarkt in London aufgestöbert und beim Uhrmacher hatte reparieren lassen. Sie funktionierte ausgezeichnet und ging ganz sicher nicht vor.

Als von draußen erneut das rhythmische Geräusch ertönte, wurden in Sophy Erinnerungen aus ihrer Schulzeit wach. Sie ging zum Fenster, blickte in den Hof hinter dem Weinlager - und atmete tief ein. Ja, tatsächlich, jemand spielte dort Basketball.

Es war Lorenzo Hall - er musste es einfach sein -, der sich da draußen vergnügte. Wäre er nicht allein gewesen, hätte Sophy noch Verständnis dafür gehabt, weil er vielleicht ein Spiel nicht vorzeitig abbrechen wollte. Aber er spielte ganz allein, während sie darauf wartete, dass ein fest vereinbarter Termin endlich begann.

Sophy verließ das Büro und lief die Treppe hinunter. Als die Empfangssekretärin ihr entgegenkam, fragte sie diese betont höflich: "Glauben Sie, Mr Hall wird bald kommen?"

"Ist er denn nicht in seinem Büro?", entgegnete die Frau ein wenig beunruhigt.

Sophy bedachte die Frau mit einem kühlen Blick, denn eigentlich sollte eine Empfangssekretärin wissen, wo sich ihr Chef aufhielt. "Nein", erwiderte sie dann.

"Aber ich habe ihn vorhin noch dort gesehen", sagte die Frau stirnrunzelnd. "Sehen Sie doch mal im dritten Stock nach, oder hinten im Hof." Und damit war sie auch schon wieder weitergeeilt.

Während Sophy nach unten in den Empfangsbereich ging, wurde sie immer aufgebrachter. Lorenzo Hall mochte es zwar in kürzester Zeit zu erstaunlichem Erfolg in der Weinbranche gebracht haben, aber sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie ihm das gelungen war. Er schaffte es ja nicht einmal, einen bereits zwei Tage zuvor vereinbarten Termin einzuhalten!

Bevor sie nach draußen ging, blieb Sophy kurz stehen, straffte sich und zog dann die schwere Tür auf.

Schon vom Büro aus hatte sie gesehen, wer ihr da gegenüberstehen würde. Auf Lorenzo Halls Wirkung aus nächster Nähe war sie allerdings nicht vorbereitet. Es verschlug ihr einfach die Sprache.

Er hatte ihr den Rücken zugewandt, und zwar einen ziemlich breiten Rücken, der sehr sonnengebräunt war. Kein Wunder, denn offenbar verbrachte er viel Zeit draußen - und zwar ohne Hemd.

Dass ihr plötzlich sehr heiß wurde, lag sicher nur daran, dass Sophy so aufgebracht war.

Den Ball in den Händen, beugte Lorenzo ein wenig die Knie, als er auf den Basketballkorb am anderen Ende des asphaltierten Platzes zielte.

Sophy wartete genau den Moment ab, in dem sein Körper sich straffte. "Lorenzo Hall?", rief sie dann.

Als er wie zu erwarten den Korb verfehlte, breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus, das jedoch schnell wieder verschwand.

Obwohl Lorenzo Hall etwa drei Meter von ihr entfernt war, spürte sie die sengende Hitze, die von ihm auszugehen schien. Er wandte den Kopf, ließ - mit den dunkelsten Augen, die sie je gesehen hatte - einen durchdringenden Blick über sie gleiten und wandte sich dann wieder dem Basketballkorb zu.

Mehr als diesen flüchtigen Blick hielt er also nicht für nötig? Sophy war es nicht gewohnt, so schnell abgefertigt zu werden. Mochte sie auch als Einzige der Familie keine beeindruckende Karriere als Juristin vorzuweisen haben, so gab es doch zumindest an ihrer Erscheinung nie etwas zu beanstanden: Sie sah immer makellos aus. Nach außen stets präsentabel zu sein, das war ihr seit frühester Kindheit eingebleut worden. Und Sophy wusste, dass sie in ihrem zartblauen Leinenrock und der sorgfältig gebügelten weißen Bluse mehr als präsentabel aussah. Ihr Lippenstift war dezent, ihr Gesicht gepudert, sodass es nicht glänzte, und ihre Frisur - unfreiwillig stets dieselbe - saß mit Sicherheit so perfekt wie immer.

Lorenzo musste sich kaum bewegen, um den Ball zurückzubekommen. Als er ihn zwischen den kräftigen Händen hielt, wandte er sich um und sah Sophy erneut an, noch durchdringender als beim ersten Mal. Dann drehte er sich um, visierte den Korb an und versenkte den Ball mit einem gut gezielten Wurf darin.

Sophy wäre am liebsten gegangen, doch sie war so aufgebracht, dass sie sich nicht rühren konnte. Lorenzo war also sein kleines Match mit sich selbst wichtiger als der vereinbarte Termin mit ihr. Bisher hatte sie nur Positives über seine wohltätige Stiftung gehört - und Gerüchte über seine Vergangenheit und seinen kometenhaften Aufstieg. Die Leute fanden es großartig, dass jemand mit seinem Hintergrund so erfolgreich Karriere hatte machen können.

"Wird unser Termin in absehbarer Zeit stattfinden?", fragte Sophy. Nein, sie würde ihm nicht vorschlagen, zu einem anderen Zeitpunkt wiederzukommen, obwohl ihr die versöhnlichen Worte schon auf der Zunge lagen.

Als der Ball wieder auf ihn zusprang, fing Lorenzo ihn auf, warf ihn zur Seite und kam auf sie zu. Über dem Bund seiner tief sitzenden Jeans sah Sophy einen schmalen Streifen hervorblitzen. Unwillkürlich fragte sie sich, ob er wohl Boxershorts oder einen Slip trug. Sie konnte einfach nicht wegsehen.

Lorenzos Oberkörper war geradezu perfekt: sonnengebräunt und durchtrainiert. Er bewegte sich geschmeidig wie ein Tiger und Sophy war wie hypnotisiert.

Er hat wirklich einen tollen Körper, dachte sie und ließ unwillkürlich den Blick nach unten gleiten .

Mit zwei schnellen Schritten stand Lorenzo plötzlich direkt vor ihr - viel zu nah. Überrascht blickte sie auf. Er sah sie mit zusammengekniffenen Augen an und hatte offenbar bemerkt, wie eingehend sie ihn betrachtete.

Sophy erwiderte seinen Blick, fest entschlossen, sich ihre Verlegenheit nicht anmerken zu lassen. Doch als Lorenzo nun ihre Aufmerksamkeit hatte, ließ er den Blick ganz langsam über ihren Körper gleiten. Sie konnte ihn spüren, an ihrem Hals, der nackten Haut, die in ihrem Ausschnitt zu sehen war, auf ihren Brüsten .

Aufgebracht kämpfte Sophy gegen die Röte an, die ihr ins...

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