Die Diskussion über den Büchernachdruck in Deutschland um 1700 bis 1815

 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im August 2018
  • |
  • XVII, 582 Seiten
 
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978-3-16-156156-6 (ISBN)
 
Ulrike Andersch unternimmt eine umfassende Analyse der im 18. Jahrhundert geführten Diskussion über die Frage, ob der Büchernachdruck ohne Zustimmung des Erstverlegers oder Autors rechtmäßig sei. In deren Rahmen gelang es den Zeitgenossen allmählich, eine Theorie eines geistigen Eigentums zu entwickeln. Dafür untersucht die Autorin knapp 500 juristische, philosophische, kameralistische und literarische Quellen und berücksichtigt nicht nur rechtshistorische Fragen, sondern auch buchhandels-, wirtschafts-, sozial-, mentalitäts- und literaturgeschichtliche Aspekte. Hierdurch gelingt es ihr, eine weitere Entwicklungsstufe auf dem Weg zum modernen Urheberrecht herauszuarbeiten, welche bisher bestehende Schwierigkeiten einer befriedigenden Einordnung zahlreicher zeitgenössischer Quellen beseitigt. Damit entwirft sie ein überzeugendes Gesamtbild der Urheberrechtsgeschichte im 18. Jahrhundert.
 
Ulrike Andersch unternimmt eine umfassende Analyse der im 18. Jahrhundert geführten Diskussion über die Frage, ob der Büchernachdruck ohne Zustimmung des Erstverlegers oder Autors rechtmäßig sei. In deren Rahmen gelang es den Zeitgenossen allmählich, eine Theorie eines geistigen Eigentums zu entwickeln. Dafür untersucht die Autorin knapp 500 juristische, philosophische, kameralistische und literarische Quellen und berücksichtigt nicht nur rechtshistorische Fragen, sondern auch buchhandels-, wirtschafts-, sozial-, mentalitäts- und literaturgeschichtliche Aspekte. Hierdurch gelingt es ihr, eine weitere Entwicklungsstufe auf dem Weg zum modernen Urheberrecht herauszuarbeiten, welche bisher bestehende Schwierigkeiten einer befriedigenden Einordnung zahlreicher zeitgenössischer Quellen beseitigt. Damit entwirft sie ein überzeugendes Gesamtbild der Urheberrechtsgeschichte im 18. Jahrhundert.
  • Dissertationsschrift
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 4,50 MB
978-3-16-156156-6 (9783161561566)
10.1628/978-3-16-156156-6
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  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsübersicht
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • Erster Teil: Nachdruck und Verlegerschutz bis ca. 1780
  • Kapitel 1: Nachdruck und Verlegerschutz bis zum 18. Jahrhundert
  • I. Buchwesen und Nachdruck im Mittelalter
  • II. Örtliche Nachdruckverbote
  • III. Druckprivilegien
  • 1. Rechtsnatur und Rechtsgrundlage
  • 2. Antragsteller
  • 3. Inhalt der Druckprivilegien
  • 4. Voraussetzungen der Privilegienerteilung
  • 5. Für die Privilegienerteilung und -verwaltung zuständige Behörden
  • 6. Der Zusammenhang zwischen Druckprivilegien und Zensur
  • 7. Der Geltungsbereich der Druckprivilegien
  • 8. Funktionen des Druckprivilegs
  • 9. Urheberrechtlicher Regelungsgehalt von Druckprivilegien?
  • 10. Schwächen des Privilegiensystems
  • IV. Die Theorie des Verlagseigentums
  • 1. Der Begriff des Verlagseigentums
  • 2. Kritik
  • 3. Quellenbefund
  • a. Ahasver Fritsch (1675)
  • b. Verlagsverträge des 17. Jahrhunderts
  • c. Gewohnheitsrecht
  • d. Lokale Regelungen
  • e. Responsen juristischer Fakultäten
  • 4. Fazit
  • V. Die Anfänge der naturrechtlichen Begründung der Unrechtmäßigkeit des Nachdrucks
  • Kapitel 2: Die Fortführung der Diskussion in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
  • I. Die Beurteilung des Druckprivilegs in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
  • II. Die strafrechtliche Begründung der Unrechtmäßigkeit des Nachdrucks
  • 1. Der Nachdruck als »furtum usus«
  • 2. Der Nachdruck als »plagium literarium«
  • III. Die Fortführung der Verlagseigentumslehre
  • IV. Die Argumentation der Nachdruckbefürworter
  • 1. Das Responsum der Jenaer Juristenfakultät von 1722
  • a. Mangelnde gesetzliche Regelung
  • b. Schutz durch Privilegien
  • c. Moralische Verwerflichkeit des Nachdrucks
  • d. Unentgeltlichkeit der Autorentätigkeit und mangelndes Eigentum am Werk
  • e. Förderung des Gemeinwohls durch den Nachdruck
  • f. Freies Handwerk und freier Markt
  • g. Eigennützigkeit der Nachdruckgegner
  • 2. Die Auffassung von Friedrich Ehrenreich Behmer (1744)
  • a. Die Umkehr der Metapher vom Erntedieb
  • b. Kein Nachdruckverbot nach römischem Recht
  • c. Gegenseitigkeit des Nachdrucks
  • 3. Fazit
  • Kapitel 3: Die Theorie des derivativen Verlegereigentums in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts
  • I. Autoren und Quellen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert
  • 1. Justus Henning Böhmer
  • 2. Nicolaus Hieronymus Gundling
  • 3. Johann Abraham Birnbaum
  • 4. Johann Rudolf Thurneysen
  • 5. Weitere Schriften in den 1730er und 1740er Jahren
  • II. Pluralismus der Argumente
  • 1. Preissteigernde Wirkung des Büchernachdrucks
  • 2. Kein Rechtsschutz für Autoren
  • 3. Metaphern und Vergleiche
  • 4. Erlaubte Fälle des Büchernachdrucks
  • 5. Sukzessive Ausweitung des Rechtsschutzes
  • III. Die Theorie des »derivativen Verlegereigentums«
  • 1. Ansicht der Forschungsliteratur
  • 2. Quellenbefund: »derivatives Verlegereigentum«
  • 3. John Locke und die Diskussion in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts
  • Kapitel 4: Buchhandel und literarisches Leben im 18. Jahrhundert
  • I. Die Unterbrechung der Nachdruckdiskussion zwischen ca 1745 und ca. 1770
  • II. Der deutsche Buchhandel um die Jahrhundertmitte
  • 1. Veränderungen im Buchhandel bis ca. 1760
  • 2. Die Diskussion über eine Reform des Buchhandels bis ca. 1760
  • III. Reformen im Buchhandel ab ca. 1760
  • 1. Der endgültige Abschied der norddeutschen Buchhändler von der Frankfurter Buchmesse
  • 2. Preiserhöhungen und Einführung des Nettohandels
  • IV. Auswirkungen der Reformen
  • 1. Hochkonjunktur des Büchernachdrucks und zeitweilige Trennung von Reichsbuchhandel und norddeutschem Buchhandel
  • a. Österreich
  • b. Baden
  • 2. Buchhändlerische Initiativen gegen den Nachdruck am Beispiel Kursachsens
  • a. Die Gründung einer Buchhandelsgesellschaft (1764/1765)
  • b. Einflussnahme auf die kursächsische Gesetzgebung
  • V. Veränderungen im literarischen Leben
  • 1. Lesewut und Bücherflut
  • 2. Die Emanzipation der Schriftsteller
  • Kapitel 5: Die Wiederaufnahme der Diskussion über den Büchernachdruck in den 1770er Jahren
  • I. Die Diskussion über den Büchernachdruck in den Jahren 1773 und 1774
  • 1. Klopstocks Subskriptionsaufruf zur »Deutschen Gelehrtenrepublik«
  • 2. Reaktionen auf Klopstocks Projekt
  • 3. Die Verteidigung des Büchernachdrucks
  • a. Johann Albert Heinrich Reimarus
  • b. Christian Heinrich Wilcke
  • c. Fazit
  • 4. Die Verurteilung des Büchernachdrucks
  • a. Gotthold Ephraim Lessing
  • b. Gegen den »gerechtfertigten Nachdrucker«
  • c. Philipp Erasmus Reich
  • 5. Fazit
  • II. Bestandsaufnahme des geltenden Rechts im Jahre 1774
  • 1. Johann Stephan Pütters Abhandlung über den Büchernachdruck
  • 2. Die Rezeption von Pütters Abhandlung
  • III. Das erneute Abflauen der Nachdruckdebatte nach 1774
  • 1. Die Diskreditierung der Selbstverlagsprojektes
  • 2. Das veränderte Verhältnis zwischen Autoren und Buchhandel
  • 3. Der gemeinsame Kampf von Autoren und Verlegern gegen den Nachdruck
  • 4. Die Autorität der Pütterschen Schrift
  • IV. Reichsständische Politik zum Büchernachdruck in den 1770er Jahren
  • 1. Der sog. Hanauer Bücherumschlag
  • 2. Reichsständische Nachdruckverbote und Gegenseitigkeitsvereinbarungen in Norddeutschland
  • a. Preußen und Kursachsen (1776)
  • b. Hannover (1778)
  • c. Braunschweig (1778)
  • d. Fazit
  • V. Gedanken zum Eigentum der Autoren aus Frankreich (1777/1778)
  • 1. Die Abhandlung von Simon Nicolas Henri Linguet
  • 2. Rezeption
  • Zweiter Teil: Die Nachdruckdiskussion um 1800 (ca. 1780 bis ca. 1815)
  • Kapitel 6: Der Diskurs über Druckprivilegien
  • I. Der Diskurs über Druckprivilegien als Teil der Nachdruckdiskussion
  • II. Druckprivilegien als Rechtsquelle
  • III. Druckprivilegien als Rechtsschutzerleichterung
  • IV. Das Aufkommen privilegienkritischer Tendenzen
  • 1. Nachdruckgegner
  • 2. Nachdruckbefürworter
  • 3. Fazit
  • Kapitel 7: Die Diskussion einer Reform des Buchhandels als Teil der Nachdruckdiskussion
  • I. Der Büchernachdruck und die Diskussion über die Reform des Buchhandels bis ca. 1790
  • 1. Preissenkungen
  • 2. Änderung der Handelsbräuche und Vergeltungsnachdruck
  • 3. Die Aufteilung des Buchmarktes in territorial begrenzte Absatzgebiete
  • 4. Der erneute Vorschlag einer »Buchhändlerconföderation«
  • 5. Der Vorschlag einer Neuorganisation von Buchdruck und Buchhandel
  • 6. Gewinnbeteiligung statt Autorenhonorar
  • 7. Die Einführung eines »Censurkollegiums«
  • 8. Der Vorschlag eines befristeten gesetzlichen Schutzes
  • 9. Praktische Umsetzung der vorgeschlagenen Reformmaßnahmen
  • II. Die Diskussion über die Reform des Buchhandels ab ca. 1790
  • 1. Ursachen des Verfalls des Buchhandels
  • 2. Reformvorschläge des Buchhandels um ca. 1800
  • Kapitel 8: Das Nachdruckproblem in der Belletristik
  • I. Satire
  • 1. Christoph Martin Wieland
  • 2. Siegmund Balthasar Ohlentorp
  • II. Prosa
  • 1. Parabeln, Briefe, fiktive Gespräche, Reisebeschreibungen
  • 2. »Emmerich« und »Siegfried«
  • a. »Siegfried von Lindenberg«
  • b. »Emmerich«
  • III. Lyrik
  • IV. Lustspiel
  • Kapitel 9: Die Fortführung der Theorie des »derivativen Verlegereigentums«
  • I. Der »Pluralismus der Argumente«
  • II. Die strafrechtliche Einordnung des Büchernachdrucks
  • 1. Nachdruckgegner
  • 2. Nachdruckbefürworter
  • III. Die Theorie des derivativen Verlegereigentums
  • 1. Keine Fortführung der Theorie des Verlagseigentums
  • 2. Der Beitrag Johann Georg Heinrich Feders (1780)
  • 3. Das »derivative Verlegereigentum« in staatsrechtlichen Abhandlungen
  • 4. Das »derivative Verlegereigentum« in der Gesetzgebung
  • a. Sachsen (1781, 1798)
  • b. Österreich (1775, 1781)
  • 5. Die Bemühungen um ein umfassendes Nachdruckverbot in den österreichischen Erblanden im Jahre 1785
  • 6. Das »derivative Verlegereigentum« in Stellungnahmen von Verlegern bis ca. 1800
  • a. Christian Gottlob Täubel (1785)
  • b. Rudolph Zacharias Becker (1789, 1791, 1792)
  • c. Promemoria der associierten Buchhändler (1790)
  • d. Der Rechtsstreit um die Werke Wielands zwischen der Weidmannschen Buchhandlung und Göschen
  • (1) Publizistische Einflussnahme durch Gräff (1794)
  • (2) Juristische Auseinandersetzung
  • 7. Der Bedeutungsverlust der Theorie des »derivativen Verlegereigentums«
  • Kapitel 10: Sacheigentum und geistiges Eigentum in der Diskussion bis ca. 1815
  • I. Die Anfänge der Theorie des geistigen Eigentums in der Diskussion der Jahre 1781 bis 1784
  • 1. Die Schriften der Jahre 1781 bis 1783
  • 2. Martin Ehlers (1784)
  • a. »Ueber die Unzulässigkeit des Büchernachdrucks«
  • b. Die Rezeption von Ehlers? Abhandlung
  • 3. Johann Jakob Cella (1784)
  • II. Die Weiterentwicklung der Theorie des geistigen Eigentums in der Diskussion bis 1815
  • 1. Äußerungen von Schriftstellern um 1790
  • a. Ganz und Kayser
  • b. Müller und Wieland
  • 2. Johann Gottlieb Fichte (1793)
  • 3. Geistiges Eigentum und Büchernachdruck in Naturrechtslehrbüchern
  • III. Kritik an der Theorie des geistigen Eigentums durch Nachdruckgegner
  • 1. Kritik an der Konstruktion von Eigentumsrechten an Schriftwerken
  • 2. Kritik an der naturrechtlichen Begründung des »geistigen Eigentums«
  • Kapitel 11: Die Theorie des zulässigen Nachdrucks
  • I. Autoren
  • 1. Christian Sigmund Krause (1783, 1790, 1817)
  • 2. Georg Friedrich Lamprecht (1784)
  • 3. Johann August Schlettwein (1784-1787)
  • 4. Johann Albert Heinrich Reimarus (1791, 1792)
  • 5. Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr von Knigge (1792)
  • 6. Johann Georg Heinzmann (1795)
  • 7. Joseph Carl Schmid (1813)
  • 8. Weitere Nachdruckbefürworter
  • II. Argumente
  • 1. Privilegien und Gesetze
  • 2. Historische Argumente
  • 3. Ökonomische Argumente
  • 4. Aufklärung und Gegenaufklärung
  • 5. Eigentum
  • 6. Widersprüche
  • 7. Fazit
  • III. Das Abflauen der Diskussion über den Büchernachdruck ab ca. 1795
  • Kapitel 12: Büchernachdruck und staatliche Rechtsnormen ab ca. 1790
  • I. Bemühungen um ein reichsweites Nachdruckverbot anlässlich der Wahlkapitulation 1790
  • II. Partikulare Gesetzgebung zum Büchernachdruck bis 1815
  • 1. Preußen (1794)
  • 2. Linksrheinische Gebiete
  • 3. Baden (1806, 1810)
  • 4. Österreich (1812, 1814)
  • 5. Sachsen (1812)
  • 6. Bayern (1813)
  • 7. Holstein-Oldenburg (1814)
  • 8. Nassau (1814)
  • 9. Württemberg (1815)
  • III. Bemühungen um ein Nachdruckverbot anlässlich des Wiener Kongresses 1815
  • Zusammenfassung
  • Quellenverzeichnis
  • Literaturverzeichnis
  • Personenregister
  • Sachregister
DNB DDC Sachgruppen
Dewey Decimal Classfication (DDC)

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