Emotionsbasierte Kunsttherapie

Methoden zur Förderung emotionaler Kompetenzen
 
 
Hogrefe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. November 2014
  • |
  • 348 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8409-2396-8 (ISBN)
 
Probleme bei der Emotionswahrnehmung und bei der Emotionsregulation spielen bei zahlreichen Störungen eine Rolle. Eine gering ausgeprägte emotionale Kompetenz beeinflusst u.a. die Kommunikations-, Beziehungs-, Konflikt- und Empathiefähigkeit. Störungen der Emotionsregulation können die Stressverarbeitung, Selbstwirksamkeitserfahrungen und die seelische Gesundheit beeinträchtigen. Entsprechend wird die Arbeit mit Emotionen in zahlreichen Therapieansätzen in den Fokus gerückt.
Das Buch diskutiert zunächst die theoretischen und kunsttherapeutischen Grundlagen der Arbeit mit Emotionen. Ausführlich wird dann eine Vielzahl von kunsttherapeutischen Methoden zur emotionsbasierten Wahrnehmungsförderung, Ausdrucks- und Kreativitätsförderung sowie zur Förderung von Kommunikationskompetenzen beschrieben. Die Kunst ist der Stimulus für emotionales Erleben. Die Methoden sind nach verschiedenen Themenfeldern übersichtlich geordnet und werden nach einem einheitlichen Schema dargestellt, so dass Therapeuten schnell die geeignete Methode auswählen und in der klinischen Praxis problemlos umsetzen können. Im letzten Teil des Buches wird ein Trainingsprogramm zur Förderung emotionaler Kompetenzen durch Kunst (FeKK) vorgestellt. Die Durchführung der 12 Module wird anwenderorientiert beschrieben. Das dazu notwendige Material liegt auf der beiliegenden CD-ROM zum Ausdrucken bereit. Kunsttherapeuten finden in diesem Band zahlreiche Anregungen zur Förderung emotionaler Kompetenz mittels Kunst.
1. Auflage 2015
  • Deutsch
  • Göttingen
  • |
  • Deutschland
  • 14,19 MB
978-3-8409-2396-8 (9783840923968)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Emotionsbasierte Kunsttherapie [Seite 1]
1.1 - Geleitwort [Seite 7]
1.2 - Inhaltsverzeichnis [Seite 9]
2 - Einleitung [Seite 13]
3 - 1Emotionen - Allgemeine theoretische Grundlagen [Seite 19]
3.1 - 1.1Emotionen und Psychologie [Seite 19]
3.2 - 1.2Emotionen und Psychotherapie [Seite 28]
3.3 - 1.3Emotionen und Neuropsychotherapie [Seite 34]
3.4 - 1.4Emotionen und Programme zur Förderung und zum Training emotionaler Kompetenzen [Seite 36]
4 - 2Emotionen - Kunsttherapeutische theoretische Grundlagen [Seite 43]
4.1 - 2.1Emotionen und Kunsttherapie [Seite 43]
4.2 - 2.2Trainingsprogramm: Förderung emotionaler Kompetenzen durch Kunst [Seite 53]
5 - 3Emotionsbasierte Wahrnehmungsförderung [Seite 64]
6 - 4Emotionsbasierte Ausdrucks- und Kreativitätsförderung [Seite 78]
6.1 - 4.1Methoden Bilder (zweidimensional): Flächiges Gestalten [Seite 85]
6.2 - 4.2Methoden Plastiken/Skulpturen (dreidimensional): Räumliches Gestalten [Seite 125]
6.3 - 4.3Methoden Szenisches Spiel [Seite 139]
6.4 - 4.4Methoden weiterer künstlerisch-kreativer Ansätze [Seite 148]
7 - 5Emotionsbasierte Förderung von Kommunika­tionskompetenz [Seite 173]
7.1 - 5.1Methoden Themenfeld "Biografie" [Seite 177]
7.2 - 5.2Methoden Themenfeld "Selbstbild" [Seite 188]
7.3 - 5.3Methoden Themenfeld "Persönliche Entwicklung" [Seite 213]
7.4 - 5.4Methoden Themenfeld "Beziehungsgestaltung" [Seite 220]
7.5 - 5.5Methoden Themenfeld "Lebenssinn und Spiritualität" [Seite 226]
7.6 - 5.6Methoden Themenfeld "Kreative Weltaneignung" [Seite 235]
8 - 6Hinweise für die Durchführung emotionsbasierter Kunsttherapie [Seite 244]
8.1 - 6.1Therapeutische Rahmengestaltung [Seite 244]
8.2 - 6.2Therapeutische Beziehungsgestaltung [Seite 245]
8.3 - 6.3Therapeutische Gesprächsgestaltung [Seite 247]
9 - 7Vorbereitung des Trainingsprogrammes FeKK [Seite 253]
9.1 - 7.1Rollenverständnis des Trainers [Seite 253]
9.2 - 7.2Räumlichkeiten [Seite 254]
9.3 - 7.3Vorbesprechung zur Einstimmung des/der Klienten [Seite 254]
10 - 8Materialien des Trainingsprogrammes FeKK [Seite 255]
10.1 - 8.1Material für die Hand des Trainers [Seite 255]
10.2 - 8.2Material für die Hand des Klienten [Seite 257]
11 - 9Die Phasen des Trainingsprogrammes FeKK [Seite 259]
11.1 - 9.1Eröffnungsphase [Seite 259]
11.2 - 9.2Entspannungsphase [Seite 259]
11.3 - 9.3Kernphase [Seite 259]
11.4 - 9.4Abschiedsphase und Hausaufgabenstellung [Seite 267]
12 - 10Kurzüberblick über das Trainingsprogramm FeKK [Seite 268]
13 - 11Die zwölf Module des Trainingsprogrammes FeKK [Seite 275]
13.1 - 11.1Modul 1 - Thema "Baum" [Seite 276]
13.2 - 11.2Modul 2 - Thema "Haus" [Seite 277]
13.3 - 11.3Modul 3 - Thema "Weg" [Seite 278]
13.4 - 11.4Modul 4 - Thema "Familie" [Seite 279]
13.5 - 11.5Modul 5 - Thema "Tiere" (Fische) [Seite 280]
13.6 - 11.6Modul 6 - Thema "In der Natur" (Draußen) [Seite 282]
13.7 - 11.7Modul 7 - Thema "Bewegung" (Körper) [Seite 283]
13.8 - 11.8Modul 8 - Thema "Fliegen" (Überblick) [Seite 284]
13.9 - 11.9Modul 9 - Thema "Spiritualität" [Seite 285]
13.10 - 11.10Modul 10 - Thema "Hausinneres" (Zimmer) [Seite 286]
13.11 - 11.11Modul 11 - Thema "Muster" [Seite 287]
13.12 - 11.12Modul 12 - Thema "Mandala" [Seite 288]
14 - 12Erfassung von Veränderungen im Verlauf des Trainingsprogrammes FeKK [Seite 289]
15 - Literatur [Seite 295]
16 - Übersicht über die Materialien auf der CD-ROM [Seite 309]
17 - Verzeichnis der Methoden [Seite 311]
18 - Sachregister [Seite 320]
19 - Gemälde fu?r das FeKK-Trainingsprogramm [Seite 327]
20 - CD-ROM [Seite 351]
1 Emotionen - Allgemeine theoretische Grundlagen (S. 17-18)

Das erste Kapitel beschäftigt sich zunächst mit den theoretischen Grundlagen in Bezug auf Emotionen. Eine Gegenstandsbeschreibung von Emotionen liefert z. B. die Emotionspsychologie, die Theorien erörtert, Systeme erklärt und Anwendungsfelder beschreibt. Die im weiteren Verlauf zu fokussierenden Methoden emotionsbasierter Kunsttherapie erfordern nicht nur die Betrachtung von Konzepten, Strategien, Zielen sowie Anwendungsbereichen der Psychotherapie von Emotionen, sondern andererseits auch die Analyse von Trainingsansätzen zur Emotionalen Kompetenz.

1.1 Emotionen und Psychologie

Emotionen zu erklären ist nicht leicht, es scheint einfacher, wenn verwandte Begriffe aus dem Umfeld gegeneinander abgegrenzt und erläutert werden (vgl. Otto, Euler & Mandl, 2000, S. 11). Affekt, Empfindung, Erlebnistönung, Gefühl, Gefühlszustand, Gefühlseinstellung, Gemütsbewegung, Stimmung sind in ihrer Bedeutung verwandt, jeder Begriff hat spezifische Ausdrucksformen.

In der zugrunde liegenden Literatur existiert keine exakte Definition, es wird mehr oder minder das Fehlen einer Arbeitsdefinition beklagt (vgl. Meyer, Schützwohl & Reisenzein, 1997, S. 22 f.; Otto, Euler & Mandl, 2000, S. 11 ff.; Ulich & Mayring, 1992). Die Umschreibungen sind vielfältig: Es geht u. a. um die "Vorkommnisse von Emotionen", um "Merkmale", "Qualität und Intensität", "Objektgerichtetheit", "Erlebensaspekt", "Verhaltensaspekt" (vgl. Meyer, Schützwohl & Reisenzein, 1997) und mehr. Nach Ulich und Mayring (1992) sind .
(.) Emotionen . leib-seelische Zuständlichkeiten einer Person, an denen sich (.) je nach Betrachtungsebene verschiedene Aspekte oder Komponenten unterscheiden lassen: eine subjektive Erlebniskomponente, eine neuro-physiologische Erregungskomponente, eine kognitive Bewertungskomponente und eine interpersonale Ausdrucks- und Mitteilungskomponente. (S. 35)

Angelehnt an ausgewählte Arbeitsdefinitionen von Emotion (vgl. Otto, Euler & Mandl, 2000) könnte man vereinfacht definieren, dass .
. innerhalb eines komplexen Interaktionsgefüges, in das subjektive und objektive Faktoren einfließen, in dem affektive Erfahrungen und kognitive Prozesse eine Rolle spielen und Anpassungen an erregungsauslösende Bedingungen geschehen, Emotionen in einem Individuum erwachsen, die zu Reaktionen und Handlungen führen. Dieses emotionale Geschehen findet innerhalb einer zeitlichen Begrenzung statt, ist mehr oder weniger bewusst und wird begleitet durch Handlungen und/oder körperliche Ereignisse. (S. 14 ff.)

1.1.1 Theoretische Ansätze

Ausgewählte theoretische Ansätze und einzelne Aspekte werden nachfolgend übersichtsartig behandelt (vgl. Otto, Euler & Mandl, 2000, S. 45-188):
-- Evolutionstheoretische Ansätze: Euler (2000, S. 45 ff.) führt innerhalb der Darstellung der evolutionstheoretischen Ansätze u. a. Paul Ekman an, der mit der neuro-kulturellen Theorie des mimischen Ausdrucks von Emotionen Basisemotionen (Freude, Ärger, Traurigkeit, Ekel, Furcht, Überraschung) kulturuniversal bestimmte. Bis heute ist dieser Ansatz vielbeachtet und durch viele Veröffentlichungen vertieft worden, trotz vieler methodischer Einwände.
-- Psychoanalytische und entwicklungspsychologische Ansätze: Sigmund Freuds dominierende Begriffe der Psychoanalyse sind der Trieb, das Unbewusste und der Konflikt. Emotionen spielen nur insofern eine Rolle, dass der psychotherapeutische Ansatz "das Sprechen über Gefühle als eine Methode sozialer Hilfe professionalisiert hat" (Kruse, 2000, S. 64). Die Konzeptionen der "Traumatherapie" oder "Kathartischen Theorie" erörtern das Phänomen der Hysterie, an dessen Entstehung Emotionen wie Schreck, Ekel und Angst beteiligt sind (vgl. ebd., S. 65). Die "Traumdeutung" (1900/1989) beschreibt dagegen neben Triebregungen Affekte. Angst ist eine jener Triebfedern, die auch eine biologische Notwendigkeit zum Überleben darstellt (vgl. Kruse, 2000, S. 66). Die empirische Säuglings- und Emotionsforschung knüpft an Freud an (ebd., S. 68 f., führt hier die Forscher Spitz und Stern an), belegt aber neben der phylogenetischen eine entwicklungsbedingte und auf Anregungsmustern, Prägungen und Lernerfahrungen beruhende Formierung von Emotionen. Die Bindungstheorie von Bowlby fügt eine weitere Objektbeziehungstheorie hinzu. Gefühle wie Kummer, Trauer, Furcht, Ärger und Freude bestimmen die Bindungsentwicklung mit (ebd., S. 69) und zielen auf die emotionale Beziehung zu einer Bindungsperson ab.
-- Kognitionstheoretische Ansätze: Kognitive Prozesse begleiten Wahrnehmung, Erinnerung, Imagination, Sprechen und Denken und gehen Emotionen voraus, verlaufen parallel oder treten in Folge von Emotionen auf. Sowohl Emotionen sind Ergebnis kognitiver Bewertung, als auch kognitive Bewertungen Folgen von Emotionen. Im Zusammenspiel von Kognition, Emotion und Motivation wird laut Mandl und Reiserer (2000, S. 100) menschliches Verhalten "realitätsnah" erfahrbar.
-- Attributionstheoretische Ansätze: Viele Emotionen hängen von Bewertungen und Interpretationen ab. Die Einschätzungen werden zudem beeinflusst von der Gestimmtheit und z. B. dem physiologischen Erregungsmuster. Der Prozess der Entstehung einer Emotion entspricht einem sequenziellen kognitiven Interpretationsprozess, "in dem zunehmend komplexere Kognitionen (Einschätzungen) zunehmend komplexere Emotionen bestimmen" (Meyer, Schützwohl & Reisenzein, 1997, S. 169 f. zitieren Weiner, 1986).

Zusammenfassend geht Weiner also davon aus, dass unser Fühlen von unserem Denken (speziell den Bewertungen und kausalen Zuschreibungen eines Ereignisses) abhängt. Und er nimmt weiterhin an, dass sich unsere Gefühle auf unser Handeln auswirken. Diese Sequenz von Denken - Fühlen - Handeln ist jedoch nicht einseitig gerichtet; vielmehr kann jede einzelne der drei Komponenten die jeweils anderen beeinflussen. (Weiner, S. 172; vgl. Abb. 1)
-- Neuropsychologischer Ansatz: Die Neuropsychologie der Emotionen ist ein relativer junger Ansatz, der innerhalb der bisherigen Theorien der Emotionspsychologie nicht in einem Atemzug mit genannt wird, ihm kommt eine Sonderberücksichtigung zu (vgl. Brandstätter & Otto, 2009. Die Herausgeber widmen ihm ein eigenes Kapitel neben der Neurochemie und der physiologischen Emotionsspezifität unter "Physiologie und neurochemische Grundlagen").

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