Ich wünsche mir 'nen (Weihnachts-) Mann

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Oktober 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
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978-3-86349-026-3 (ISBN)
 
Weihnachten naht mit Riesenschritten, doch auf Jesses Ranch geht es alles andere als besinnlich zu: Neben ihren beiden lebhaften Töchtern halten sie auch die neugeborenen Fohlen ganz schön auf Trab. Mitten im größten Chaos bietet ihr ein attraktiver Fremder namens Gage seine Hilfe an. Jesses Leben wird durch seine tatkräftige Unterstützung plötzlich ganz anders: einfacher - und sehr viel glücklicher! Trotzdem gibt sich die hübsche Jesse aus Vorsicht abweisend, denn sie wird das Gefühl nicht los, dass Gage ein dunkles Geheimnis in sich trägt ...
  • Deutsch
  • 0,55 MB
978-3-86349-026-3 (9783863490263)
3863490266 (3863490266)

1. KAPITEL

Wenn Jess Cummings nicht ganz schnell handelte, würde das Fohlen nicht überleben.

Die Schmerzensschreie des jungen Tiers und das viele Blut auf dem honigfarbenen Fell rührten Jess zu Tränen. Doch sie musste stark bleiben - um Honeys und auch ihrer kleinen Töchter willen, aber vor allem wegen Dwayne, dem die Farm und die Tiere so viel bedeutet hatten.

Verzweifelt versuchte Jess, das Fohlen von dem Stacheldraht zu befreien, in dem es sich verfangen hatte. Währenddessen stand die Mutterstute nervös wiehernd auf der anderen Seite des Gatters. Jess merkte gar nicht, wie die Stacheln des Drahts sich durch ihre Handschuhe bohrten, und auch den eisigen Dezemberwind nahm sie kaum wahr.

"Ganz ruhig, Honey", sagte sie mit besänftigender Stimme, doch Honey trat aus und wand sich verzweifelt, sodass es sich immer mehr in dem Stacheldraht verhedderte. Sie müsste unbedingt Hilfe holen, aber dummerweise hatte sie ihr Handy nicht dabei.

In zwei Tagen war Weihnachten, und dieser Tag war für Jess ohnehin schwer zu ertragen. Warum musste das ausgerechnet jetzt passieren?

Wie oft hatte sie sich bei den Versammlungen der Farmer darüber beschwert, dass am Südrand ihrer Farm ständig Müll abgeladen wurde? Wie oft hatte sie den Sheriff darauf hingewiesen, dass da verrosteter Maschendraht und leere Dosen herumlagen, die für die Tiere gefährlich werden konnten?

Während sie fieberhaft das Fohlen zu befreien versuchte, redete sie beruhigend auf das Tier ein, das inzwischen so entkräftet war, dass es den Kopf auf die Seite gelegt hatte.

Plötzlich hörte sie hinter sich das Brummen eines Motors, und als sie sich umdrehte, sah sie einen Jeep über den holprigen Feldweg kommen. Sie kannte jedes Fahrzeug im näheren Umkreis, aber dieses gehörte nicht dazu. Vielleicht ein Gast, der seine Angehörigen zu Weihnachten besuchte? Egal. Hauptsache, er konnte ihr helfen.

Mit ausgebreiteten Armen stellte sie sich auf den Feldweg. Der Fahrer erfasste offenbar sofort den Ernst der Lage und trat scharf auf die Bremse. Mit ein paar Schritten war er bei ihr.

"Geben Sie mir das", sagte der große, schlanke Mann, Typ Cowboy, sprang aus dem Wagen und nahm ihr die Drahtschere aus der Hand. "Ich schneide den Draht auf, und Sie versuchen, das Fohlen ruhig zu halten."

Mit geschickten Handgriffen schnitt der Fremde den Draht auf, ohne darauf zu achten, dass er sich die Hände blutig stach.

"Haben Sie schon den Tierarzt gerufen?", fragte er.

"Nein, ich habe leider kein Handy dabei."

"Hier, halten Sie mal", sagte er und reichte ihr die Drahtschere. "Rufen Sie auch immer Doc Matthews?"

"Ja, aber ." Jess kam nicht mehr dazu, die Frage zu stellen, woher der Mann den örtlichen Tierarzt kannte. Das würde sie später nachholen, wenn Honey versorgt war.

"Doc kommt gleich", sagte der Mann Sekunden später und steckte das Handy in seine Jeanstasche. "Wenn ich mir das Tier so ansehe . er sollte sich besser beeilen."

Das Fohlen lag kraftlos auf der Seite und blutete aus mehreren Wunden. Vorsichtig entfernte Jess einen Rest Draht aus seinem rechten Vorderfuß. "Ich kann Ihnen gar nicht genug danken."

"Das hätte doch jeder getan."

"Schon, aber wenn Sie nicht vorbeigekommen wären ."

Der Mann nickte mit düsterer Miene, dann ging er zu seinem Jeep und holte eine Satteldecke, die er behutsam über dem Fohlen ausbreitete. "Ziemlich kalt hier draußen. Ich würde ihn gern in den Stall zurückbringen, aber solange der Arzt ihn nicht untersucht hat ."

"Der Meinung bin ich auch", sagte Jess. "Es ist sicher besser, wenn ich hier auf Doc warte. Aber Sie können ruhig weiterfahren. Sicher sind Sie ja irgendwohin unterwegs."

Er brummte nur undeutlich etwas vor sich hin und schlug seinen Jackenkragen hoch. "Ist Ihnen nicht auch kalt?", fragte er.

"Nein", log sie.

Schweigend hockten sie neben dem verwundeten Fohlen, Jess am Kopf, der Fremde an der Seite.

"Gage ist mein Name", sagte er nach einer Weile. "Gage Moore."

"Jess Cummings." Sie streckte ihm ihre behandschuhte Hand hin, zog sie jedoch sofort wieder zurück, denn auf dem Handrücken des Mannes klaffte eine hässliche Schnittwunde. "Sie brauchen selbst einen Arzt."

Er zuckte die Achseln. "Hab schon Schlimmeres erlebt."

Der Schatten, der über sein Gesicht ging, zeigte ihr, dass er nicht nur von körperlichen Schmerzen redete.

"Trotzdem. Kommen Sie nachher mit zu mir nach Hause, damit ich die Wunde versorgen kann."

Wieder zuckte er die Achseln.

In dem Moment kam Doc Matthews angefahren. "Schon wieder der Kleine", sagte der freundliche alte Veterinär kopfschüttelnd mit Blick auf das Fohlen. "Seit du auf der Welt bist, hältst du uns ganz schön auf Trab, Honey."

Die schwarze Arzttasche neben sich, kniete der Tierarzt neben Honey nieder. Es stimmte, das Fohlen hatte in seinem jungen Leben schon ziemlich viel Unfug angestellt. Es fing damit an, dass es eine Steißgeburt war und seiner Mutter Buttercup höllische Schmerzen bereitet hatte. Kaum konnte es laufen, galoppierte es direkt in ein Hornissennest, und einmal biss es einen geschlossenen Futtersack auf und fraß so viel, dass es eine Bauchkolik bekam.

"Wird er wieder gesund?", fragte Jess ängstlich. "Du weißt ja, wie die Mädels an ihm hängen."

"Mach dir keine Sorgen", sagte Doc. "Der kleine Kerl ist zäher, als er aussieht. Ich gebe ihm jetzt eine Schmerzspritze, und dann bringen wir ihn und seine Mutter erst mal in den Stall. Hier draußen ist es zu kalt, um ihn zu behandeln. Nachdem die Wunden versorgt sind, bekommt er ein Antibiotikum, und dann ist er bald wieder auf den Beinen."

Vor Erleichterung kamen Jess die Tränen. Schnell wischte sie sich über die Augen, denn sie wollte ihre Gefühle nicht zeigen.

"Wie bist du denn überhaupt bis hier heraus gekommen?", fragte Doc, nachdem er die beiden Tiere mit Hilfe von Gage in seinen Pferdeanhänger verfrachtet hatte. Er blickte sich suchend um. Weder sah er Jess' Jeep, noch Smoky Joe, das Pferd, das sie seit ihrem sechzehnten Lebensjahr ritt.

Erst jetzt merkte Jess, dass sie in der ganzen Aufregung vergessen hatte, den Hengst anzubinden. Inzwischen war er sicher zum Stall zurückgelaufen. "Sieht aus, als hätte Smoky Joe mich sitzen lassen", sagte sie und lächelte schief. "Wahrscheinlich hatte er genug von der Kälte und vor allem von Honeys ständigen Dramen."

Doc lachte. "Wenn du mich fragst, er ist der Cleverste von der ganzen Bande." Gemeinsam gingen sie zu seinem Pick-up.

"Soll ich nicht lieber hinten bei Honey sitzen?"

"Nicht nötig, nach der Spritze wird er sich erst mal beruhigen. Wahrscheinlich träumt er schon wieder von seinem nächsten Abenteuer."

"Soll ich . zu dir nach Hause zurückfahren?", fragte Gage, zu Doc gewandt.

"Nein, Martha wollte zwar, dass du bis nach den Ferien bei uns bleibst, aber ich glaube, Jess braucht dich im Moment mehr."

"Macht es dir etwas aus, mir zu erzählen, wovon ihr gerade geredet habt?", fragte Jess, als sie neben Doc im Wagen saß. Sie hatte die Handschuhe ausgezogen und hielt ihre steif gefrorenen Hände vor die heiße Lüftung.

"Was meinst du denn?"

"Tu nicht so unschuldig. Du weißt genau, was ich meine. Hast du mit meinem Vater zusammen schon wieder einen Plan ausgeheckt, wie ihr mich unter die Haube bringen könnt?"

"Nein, du kannst ganz beruhigt sein. Glaub mir, wir haben unsere Lektion gelernt, nachdem Pete Clayton uns erzählt hat, dass du ihn mit gezogenem Revolver aus deinem Haus vertrieben hast."

"Er hat versucht, mich zu küssen."

"Kannst du es ihm verdenken?", fragte Doc lachend. "Wenn ich nicht so alt wäre, dass ich dein Großvater sein könnte, würde ich es vielleicht selbst mal probieren."

Mit zusammengepressten Lippen schüttelte Jess den Kopf. "Dwayne ist doch gerade erst gestorben ."

"Vor knapp einem Jahr, ich weiß. Wir alle wissen das, Jess. Aber du bist eine schöne junge Frau mit zwei äußerst lebhaften kleinen Mädchen. Dwayne würde nicht wollen, dass du das alles allein bewältigen musst."

"Du übertreibst wie immer. Meine Mädels und ich kommen sehr gut zurecht. Ich habe nicht das geringste Interesse an einem neuen Mann - vor allem nicht an einem der Cowboys, mit denen du und mein Vater immer ankommt."

"Habe schon verstanden", erwiderte Doc, als er auf den Kiesweg einbog, der zum Haus führte. "Deshalb ist Gage ja auch nur hergekommen, um dir bei der Farmarbeit zu helfen."

"Wie bitte?" Mit offenem Mund starrte Jess ihn an.

"Beruhige dich. Wir machen uns eben Sorgen um dich. Du kannst diese ganze Arbeit nicht allein schaffen. Wir haben alle zusammengelegt und Gage für die ersten paar Monate seinen Lohn gezahlt."

Doc hob die Hand, bevor sie protestieren konnte.

"Gage ist ein feiner Kerl, glaub mir. Ich kenne seine Familie schon seit ewigen Zeiten. Und vor allem kann er zupacken. Er wird dir viel von deiner Last abnehmen."

...

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