Historical Saison Band 74

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. Juli 2020
  • |
  • 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-4966-8 (ISBN)
 
DIE ROTEN LIPPEN DER REBELLIN von LOUISE ALLEN Sie ist wunderschön - und aufreizend rebellisch. Nathaniel, Earl of Leybourne ahnt: Es wird nicht einfach, die temperamentvolle Gabrielle nach London zu bringen, wie ihre Tante es ihm befohlen hat. Zumal er nur einen Gedanken hat, seit er in Portugal angekommen ist: diese verführerisch roten Lippen zu küssen ... ADLIGES HERZ IN GEFAHR von CATHERINE TINLEY Nie wieder wird sie zulassen, dass ein Mann so viel Macht über ihr Herz hat. Das hat Lady Olivia sich damals geschworen, als Jem sie verließ. Jetzt ist er zurück - und Olivia wild entschlossen, sich ihre Gefühle nicht anmerken zu lassen. Denn der gutaussehende Lieutenant weckt noch immer eine gefährliche Sehnsucht in ihr ...
Louise Allen lebt mit ihrem Mann - für sie das perfekte Vorbild für einen romantischen Helden - in einem Cottage im englischen Norfolk. Sie hat Geografie und Archäologie studiert, was ihr beim Schreiben ihrer historischen Liebesromane durchaus nützlich ist.

1. KAPITEL

Anfang Oktober 1815, im Tal des Flusses Douro, Portugal

Alles sah noch so aus, wie er es in Erinnerung hatte, und doch irgendwie anders. Es war fast wie in einem Traum. Der Douro schien breit und harmlos zu sein, aber stromaufwärts lauerten lebensgefährliche Schluchten. Der Himmel strahlte blau und war mit kleinen Wolken gesprenkelt. An beiden Ufern stiegen verschachtelte Reihen uralter Weinbau-Terrassen nach oben. Die Ernte war vorüber, die Trauben gepflückt, und die Blätter an den Weinstöcken begannen sich allmählich herbstlich rot und golden zu verfärben.

Kein Kanonendonner war zu hören, keine Schüsse knallten mehr, und in dem braunen Wasser trieben nicht mehr die Opfer von Gefechten. Im Gebüsch am Ufer sang ein Vogel sein reines Lied, und die sengende Sommerhitze war inzwischen erträglich.

Die Ruhe wirkte beunruhigend, ja beinahe bedrohlich. So war es oft gewesen, kurz bevor der Feind zuschlug. Wenn man abgelenkt und entspannt war, eingelullt von einem Augenblick des Friedens und angesichts all der Schönheit ringsumher. Gray rüttelte sich innerlich wach. Er war nicht mehr Colonel Nathaniel Graystone, der Krieg war endlich vorbei. Vor knapp vier Monaten war Bonaparte endgültig auf den blutigen Schlachtfeldern in Belgien geschlagen worden.

Portugal war frei von Invasoren. Es gab keine Hinterhalte mehr, keine Scharfschützen hinter den Felsen. Gray musste keine Kavallerietruppe in eine Hölle aus Schüssen, Rauch und Blut führen. Er war nur noch der Earl of Leybourne und Zivilist, und er war gekommen, um einen unangenehmen Auftrag auszuführen. Als Titelträger und Familienoberhaupt fühlte er sich dazu verpflichtet.

Die beiden Männer, die das Rabelo lenkten, riefen etwas auf Portugiesisch, als das Segel zu flattern begann. Gray verstand alles, ohne überlegen zu müssen. Er duckte sich zwischen die leeren Fässer, als der Ausleger herumschwang, dann warf er dem Mann am Bug ein Seil zu.

Es war eigentlich unter seiner neuen Würde, in einem Frachtboot anzureisen, doch der Landweg wäre sehr umständlich gewesen und hätte viel länger gedauert. Auch nach zwanzig Monaten verhielt er sich noch immer nicht so, wie es sich für einen Angehörigen des Hochadels gehörte. Jedenfalls nicht nach Meinung seiner Patin, Lady Orford.

Sie und sein Pflichtgefühl waren der Grund für sein Dilemma. Als er nun bis zu den Knöcheln im Bilgewasser stand, sah er sich einer Situation ausgesetzt, für deren Lösung er Diplomat oder Kidnapper hätte sein müssen. Was er beides nicht war.

Der Steuermann rief etwas und wies mit dem Kopf zum Ufer. Dort standen Bäume, durch deren Laub Gray rote Dächer und die weiß gekalkten Mauern eines flachen, geräumigen Gebäudes erkennen konnte. Er sah Gärten und dann einen Bootssteg.

"É aquele Quinta do Falcão?", rief er.

"Sim, senhor."

Nun konnte er das ganze Haus sehen, das sich im Herzen der Quinta - des Weingutes - befand. Er fand es sehr hübsch, und seine Laune besserte sich ein wenig. Es zeugte von Wohlstand, sah bezaubernd und sehr gepflegt aus. Er war angenehm überrascht, denn er hatte eine gewisse Verwahrlosung erwartet. Seine Patin war außer sich gewesen.

Das Boot näherte sich der Anlegestelle. Durch ein paar dicht stehende Bäume konnte Gray einen kurzen Blick auf einige Grabsteine werfen, zwischen denen eine Frau sich gerade von den Knien erhob. Ihre roten Röcke setzten sich sehr schön vom Grün der Bäume ab. Er fand, alles sähe aus wie ein romantisches Gemälde.

Das Boot legte an. Der vordere Mann trat mit dem Seil auf den Steg und machte es an einem Pfahl fest. Dann gab er Gray ein Zeichen, sein Gepäck aus dem Boot zu werfen. Drei Taschen landeten auf dem Steg, dann verließ Gray selbst das Rabelo, bevor der Bootsmann das Seil wieder löste, in das Boot zurück sprang und es zurück in den Fluss steuerte.

Gray winkte und die beiden Bootsleute winkten breit grinsend zurück. Ihr habt guten Grund, euch zu freuen, dachte er. Bei dieser Bezahlung. Doch Geld war nicht das Problem - es ging um Schnelligkeit.

"Quem é você?"

Die Frau vom Friedhof wollte wissen, wer er war. Sie sah sehr malerisch aus: granatrote Röcke über weichen, schwarzen Stiefeletten, eine weite weiße Bluse unter einer engen schwarzen Weste. Sie stemmte die Hände in die Seiten, und ihre Miene hieß ihn ebenso wenig willkommen wie ihre Worte.

"Guten Morgen", sagte Gray auf Englisch, während er sich nach seinem Gepäck bückte. Er richtete sich auf und musterte sie, ohne ihre Frage zu beantworten. Unter seinem Blick errötete sie und kniff sichtlich verärgert die großen braunen Augen zusammen.

"Dies ist der private Landesteg der Quinta do Falcão." Sie sprach nun akzentfreies Englisch. Trotz ihrer Tracht und der dunklen Haare war sie offenbar die Herrin des Anwesens.

"Ausgezeichnet, dann bin ich am Ziel. Es wäre ziemlich unangenehm gewesen, wenn man mich in zehn Meilen Entfernung abgesetzt hätte." Gray legte sich den Gurt einer Tasche über die Schulter und ergriff dann die Riemen der anderen. "Miss Frost, wie ich annehme?"

Sie kniff wieder die Augen zusammen. "Ich frage noch einmal, Sir, wer sind Sie?"

"Ich bin Leybourne. Ein Brief sollte Sie eigentlich über mein Eintreffen informiert haben. Ihre Tante Henriette, Lady Orford, hat ihn vor mindestens einem Monat geschrieben."

Eine dunkle Locke löste sich aus den Kämmen in ihrer Frisur und fiel ihr auf die Wange. Miss Frost strich sie zurück, ohne ihren feindseligen Blick von seinem Gesicht abzuwenden. "Dann ist er vermutlich im Feuer gelandet, wie die meisten anderen auch. Und Sie sind dann wohl ihr Patensohn, Lord Leybourne. Sie müssten also wissen, wie sie ist."

"Ja." Gray hielt sein Temperament im Zaum wie früher, wenn er hirnrissige Befehle von vorgesetzten Offizieren bekam, und äußerte keine Meinung über die Witwe. Sie war eine hochfahrende und taktlose alte Schrulle, das stimmte, doch sie hatte zweifellos recht in ihrer Ansicht darüber, was mit ihrer Nichte geschehen sollte.

"Und Sie erwarten, dass Sie hierbleiben können?" Miss Frost schaute mit aufeinandergepressten Lippen dem schnell entschwindenden Boot hinterher. Es waren keine anderen Boote in Sichtweite, und das nächstgelegene Dorf lag mehrere Meilen entfernt.

Wahrscheinlich waren die Absichten von Patin Orford berechtigt, aber er begann sich zu fragen, ob es so einfach sein würde wie gedacht, diese kratzbürstige junge Frau zu verheiraten. Miss Frost sah zwar ganz reizend aus, aber von ihrer Zunge träufelte Essig, nicht Honig. "Wenn es Ihnen keine Umstände macht. Ich glaube nicht, dass es hier in der Nähe eine andere Unterkunft gibt."

"Sie können im Männerhaus übernachten." Miss Frost drehte sich auf dem Absatz um und ging zu den Gebäuden, ohne sich zu vergewissern, dass er ihr hinterherkam. "Es steht leer zu dieser Jahreszeit", warf sie ihm mit verächtlicher Stimme über die Schulter hinweg zu. "Wir nutzen es für Besucher und Geschäftspartner. So kurz nach der Ernte ist niemand da."

Zu seiner Verwunderung war er eher belustigt als verärgert, als er ihr folgte. Ihr Auftritt war beeindruckend und ihre Rückseite sah appetitlich aus. Außerdem empfand er Sympathie für jeden, der die Befehle seiner Patin ins Feuer warf. Andererseits war das hier offensichtlich nicht der Ort, an dem eine alleinstehende junge Frau aus angesehener Familie leben sollte.

Ein untersetzter, dunkelhäutiger Mann in einer weiten Hose, mit roter Schärpe um den umfangreichen Bauch, eilte ihnen aus dem Haus entgegen. "Senhora Gabrielle?"

"Dieser Gentleman ist der Earl of Leybourne, Baltasar", sagte sie auf Englisch. "Er wird heute im Casa dos Cavalheiros übernachten und mit mir zu Abend essen. Bis dahin schicke bitte einen der Männer hinüber, damit er alles hat, was er braucht. Morgen früh wird er die Kutsche benötigen, um zurück nach Porto zu fahren."

"Ich danke Ihnen." Gray stellte sich neben sie und setzte sein Gepäck auf der Stufe vor dem Eingang ab. "Allerdings fürchte ich, dass unsere Angelegenheit mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als nur eine Nacht, Miss Frost."

"Unsere Angelegenheit?" Sie zog die Augenbrauen hoch. Grey bewunderte den eleganten Schwung ihrer Brauen und die Länge der Wimpern, als sie ihn nun direkt ansah. Eigentlich bewunderte er alles an ihr, wenn er ehrlich war. Gut, sie hatte den Charme einer wütenden Hornisse, doch ihr Zorn zauberte einen rosigen Hauch auf ihre Wangen. Ihr Teint war leicht olivfarben. Offensichtlich hatten ihre Vorfahren sich irgendwann in der Vergangenheit mit dem einheimischen Landadel vermählt. Dann fiel ihm wieder ein, dass er sie von hier fortbringen musste. Er würde die Stiche dieser Hornisse auf dem ganzen Weg nach England ertragen müssen. Das machte sie etwas weniger anziehend.

"Ich versichere Ihnen, dass ich nicht aus eigenem Antrieb nach Portugal zurückgekehrt bin, Miss Frost." Er bemühte sich um einen freundlichen Tonfall, aber das schien sie nur noch wütender zu machen.

"Wollen Sie damit sagen, dass Sie den langen Weg hierher nur als Botenjunge für meine liebe Tante zurückgelegt haben? Ich hatte keine Ahnung, dass man so einfach über einen Earl verfügen kann. Ich nehme an, dass es nicht lange dauern wird. Ich werde sowieso alles ablehnen, was sie will. Aber fühlen Sie sich bitte wie zu Hause, Lord Leybourne." Sie machte eine...

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