Die verborgene Königin

Roman
 
Alma Alexander (Autor)
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 16. September 2011 | 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0529-3 (ISBN)
 
Der Rote Dynan, König von Roisinan, ist in der Schlacht gefallen. Sein Bastardsohn Sif hat das Heer zum Sieg geführt und beansprucht nun die Krone für sich - und er wird niemanden neben sich dulden. Anghara, die rechtmäßige Erbin des Throns, ist fast noch ein Kind. Nun muss sie bei Nacht und Nebel fliehen und alles zurücklassen, was sie bisher gekannt hat. Ein wehrloses Mädchen auf der Flucht, umgeben von Fremden, verfolgt von den Schergen eines Königs, dessen Grausamkeit keine Grenzen kennt. Doch Anghara ist ein großes Schicksal bestimmt, denn sie besitzt eine wundersame Gabe, welche die Welt von Grund auf verändern wird.
Luebbe Digital Ebook
1. Aufl. 2011.
Edda Petri
Deutsch
0,63 MB
978-3-8387-0529-3 (9783838705293)
3838705297 (3838705297)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"13 (S. 179-180)

Das einzige Gerücht, das an Angharas Ohren drang, als sie durch den Halas Han auf dem Weg zum Fluss gegangen war, war, dass Cascin nicht länger existierte. Ihre beiden Visionen, der Fall von Bresse und das Verschonen von Cascin, waren gleich lebendig gewesen. Eine hatte sich fast genauso ereignet, wie sie es im Geiste gesehen hatte. Es gab keinen Grund, der anderen zu misstrauen. Cascin stand wohl und war sicher. Sie blieb kurz stehen und warf einen sehnsüchtigen Blick die Straße hinauf, die über die Brücke beim Halas Han zu dem Haus führte, wo sie - wie es ihr jetzt erschien - die goldenen Tage der Kindheit verbracht hatte. Selbst wenn Cascin wie immer sein würde, konnte Anghara unmöglich dorthin gehen. Sif wusste alles.

Er wusste auch alles über Cascin. Es war keine Zufluchtsstätte mehr - außerdem, was noch schlimmer war, konnte Sif sich entschließen, es ebenso zu zerstören wie Schloss Bresse. Und allein aus dem Grund, dass es für sie eine sichere Zuflucht gewesen war. Nein, Morgan hatte recht gehabt. Ihre einzige Chance war das Heiligtum Nuals, zumindest für ein oder zwei weitere Jahre. Es gab wenig, was ein kleines vierzehnjähriges Mädchen gegen einen gekrönten König mit loyalen Armeen ausrichten konnte. Doch Nual war ein kleiner Gott. In fast jedem Dorf gab es Tempel für Kerun, und die meisten Menschen konnten einen Turm für Avanna innerhalb eines Tagesritts von ihrem Heim finden. Nuals Heiligtümer waren selten und weit verstreut, aber immer auf oder in der Nähe von Wasser.

Anghara kannte nur drei. Eines auf den Mabin Inseln, südlich der Grenze nach Tath, zu weit, um in Frage zu kommen, obwohl es nicht in einem technisch gesehen feindlichen Gebiet stand. Das zweite war in Shaymir, nahe der Quelle des Flusses Shay, der den Großen See speiste. Das wäre eine gute Wahl, wenn Anghara nach Süden geflohen wäre, was aber bedeutet hätte, dass sie fast im Schatten Miraneis hätte kriechen müssen, um den Brandar Pass zu erreichen, der zweifellos auch streng bewacht wurde. Als Alternativen blieben nur der Weg nach Osten und dann die weiten öden Ebenen Shaymirs oder sich durchs Gebirge zu kämpfen. Ohne Freunde oder Ausrüstung waren diese Abenteuer von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Da blieb nur das dritte Heiligtum auf einem Kap hinter dem Hafen Calabra. Vom Halas Han war es wie die anderen ein weiter Weg bis dahin, aber er hatte den klaren Vorteil, dass man dorthin gelangte, wenn man sich nur an den Fluss Tanassa hielt. Anghara musste Boote auf dem Fluss nehmen und sich möglichst unauffällig verhalten. Im Morgengrauen ihres zweiten Tages im Han ging sie an Bord eines Schiffs. Sie hatte keine Ahnung, dass Kieran, der spät am vorigen Abend eingetroffen war, in einem Raum in einem anderen Flügel schlief, fast so nahe, dass er sie hören würde, wenn sie seinen Namen riefe.

Feor war bereits auf dem Fluss und würde am nächsten Tag im Han eintreffen. Morgan hatte sie mit einem hübschen Sümmchen fortgeschickt, von dem sie eine gewisse Weile leben konnte, und ihr auch etliche Flöten mitgegeben. Anghara hatte gelernt, sie einigermaßen zu spielen. Nie würde sie so gut wie Keda sein, aber die Flöten zusammen mit der Segnung einer guten klaren Sopranstimme konnten ihr helfen, gelegentlich eine Mahlzeit oder ein Nachtlager zu verdienen, bis sie das Heiligtum erreichte. Ja, in der Tat war sie eine herumvagabundierende Königin. Es würde keineswegs unziemlich sein, wenn sie für ihr Abendessen sang. Aber in den ersten Tagen nach Bresse war ihr nicht nach Singen zumute, und der Schiffer beim Halas Han schien mit ihrer Münze zufrieden zu sein."

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