Psychotherapie in der Frauenheilkunde

 
 
Hogrefe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. September 2014
  • |
  • VIII, 125 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8409-2441-5 (ISBN)
 
Psychotherapeuten sind in ihrer Arbeit immer wieder mit Fragen und Problemen der Frauengesundheit konfrontiert: Zentrale Lebensthemen wie Kinderwunsch, Mutterschaft oder das Älterwerden sind häufig auch Fokus in der Psychotherapie. Zudem kann sich die Symptomatik von psychischen Störungen auch zyklusabhängig manifestieren und sich im Zusammenhang mit Phasen der hormonellen Umstellung, z.B. in der Schwangerschaft, nach der Geburt, in den Wechseljahren, verschieden entwickeln. Der Band schlägt eine Brücke zwischen Psychologie und Gynäkologie. Er informiert über das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei verschiedenen psychischen Störungen im Bereich der Frauenheilkunde.
Der Band stellt das aktuelle Wissen zur Symptomatik, Ätiologie, Diagnostik und psychotherapeutischen Behandlung von Patientinnen mit einem prämenstruellen Syndrom, mit Fruchtbarkeitsstörungen, Schwangerschaftskomplikationen und dem klimakterischen Syndrom dar. Es werden wichtige Basisinformationen zur medizinischen Behandlung der beschriebenen Störungsbilder vermittelt, z.B. zur gynäkologischen Anamnese, zur assistierten Reproduktion und zum frauenärztlichen Vorgehen bei Schwangerschaftskomplikationen und in der Menopause. Vertieft wird anschließend das psychotherapeutische Vorgehen für den jeweiligen Problembereich aufgezeigt. Die psychotherapeutischen Behandlungsmethoden und die einzelnen Techniken werden konkret dargestellt, damit diese effizient im Praxisalltag umgesetzt werden können.
1. Auflage 2014
  • Deutsch
  • Göttingen
  • |
  • Deutschland
  • 1,60 MB
978-3-8409-2441-5 (9783840924415)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Psychotherapie in der Frauenheilkunde [Seite 1]
1.1 - Inhaltsverzeichnis [Seite 7]
1.2 - Einleitung [Seite 11]
2 - 1Prämenstruelles Syndrom (PMS) und prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) [Seite 12]
2.1 - 1.1Beschreibung des PMS und der PMDS [Seite 12]
2.2 - 1.2Störungstheorien und Modelle zum PMS und zur PMDS [Seite 18]
2.3 - 1.3Diagnostik und Indikation [Seite 22]
2.4 - 1.4Behandlung des PMS/der PMDS [Seite 27]
2.5 - 1.5Effektivität [Seite 35]
3 - 2Ungewollte Kinderlosigkeit [Seite 35]
3.1 - 2.1Beschreibung [Seite 35]
3.2 - 2.2Störungstheorien und Modelle [Seite 43]
3.3 - 2.3Diagnostik und Indikation bei unerfülltem Kinderwunsch [Seite 48]
3.4 - 2.4Indikation der Kinderwunschbehandlung [Seite 50]
3.5 - 2.5Therapie bei ungewollter Kinderlosigkeit [Seite 51]
3.6 - 2.6Effektivität [Seite 60]
4 - 3Psychische Störungen in der Peripartalzeit [Seite 61]
4.1 - 3.1Beschreibung psychischer Störungen in der Peri­partalzeit [Seite 61]
4.2 - 3.2Störungsmodell für psychische Störungen in der Peripartalzeit [Seite 69]
4.3 - 3.3Diagnostik und Indikation bei psychischen Störungen in der Peripartalzeit [Seite 75]
4.4 - 3.4Behandlung psychischer Störungen in der Peripartalzeit [Seite 78]
4.5 - 3.5Wirksamkeit [Seite 87]
5 - 4Das klimakterische Syndrom [Seite 88]
5.1 - 4.1Beschreibung [Seite 88]
5.2 - 4.2Störungstheorien und Modelle [Seite 93]
5.3 - 4.3Diagnostik und Behandlungsindikation des klimakterischen Syndroms [Seite 97]
5.4 - 4.4Behandlung des klimakterischen Syndroms [Seite 100]
5.5 - 4.5Effektivität [Seite 108]
6 - 5 Weiterfu¨hrende Literatur [Seite 109]
7 - 6Literatur [Seite 110]
8 - 7Anhang [Seite 123]
9 - Karten [Seite 136]
2 Ungewollte Kinderlosigkeit (S. 25-26)

2.1 Beschreibung

Mit den vielseitigen Möglichkeiten einer erfolgreichen Antikonzeption hat sich die Familienplanung grundlegend verändert. Ihr unterliegen heute in der Regel eine bewusste Entscheidung und eine aktive Handlung - das Absetzen der Verhütungsmaßnahmen und der damit verbundene Wunsch, schwanger zu werden.

Das Nichteintreten einer Schwangerschaft in den folgenden Monaten ist für viele Paare zunehmend belastend: Der auf die fruchtbaren Tage hin geplante Geschlechtsverkehr verändert die partnerschaftliche Sexualität auf motivationaler, häufig aber auch auf Verhaltensebene. Der Fokus liegt weniger auf der Intimität als auf dem möglichen Resultat des Geschlechtsverkehrs, welches sich erst nach einer Phase des Wartens abzeichnet. Die wiederholten Enttäuschungen beim Beginn der Menstruation, ein zunehmender Zeitdruck, den sich viele Paare machen ("Schon wieder ein Monat vergangen"), die schmerzhafte Erfahrung, dass andere Paare schwanger und Eltern werden und das Angesprochen werden auf die Kinderfrage durch das Umfeld beeinflussen das Paar häufig bereits über einen längeren Zeitraum hinweg, bevor es sich zu einer Abklärung der ungewollten Kinderlosigkeit entschließt. Die erlebten Enttäuschungen haben intrapersonell und paarbezogen vielseitige Auswirkungen auf emotionaler, kognitiver und Verhaltensebene und sie beeinflussen im Sinne einer Einengung oft auch die Zufriedenheit in Lebensbereichen, die nicht direkt mit dem Kinderwunsch assoziiert sind. Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, mit der Familienplanung zu lange gewartet zu haben, aufgrund des jetzigen oder vergangenen Lebensstils nicht schwanger zu werden oder über einen defizitären Körper zu verfügen, implizieren eine Kontrollierbarkeit des Kinderwunsches. Trauer, depressive Stimmung, Wut, Neid und Gereiztheit sind häufige affektive Reaktionen und tragen neben der Schwierigkeit, sich mit den Themen von befreundeten Eltern auseinanderzusetzen, zu einem sozialen Rückzug und einer zunehmenden Isolierung des Paares bei.

Die Reaktion auf die Diagnose einer körperlichen Beeinträchtigung, welche die Erfüllung des Kinderwunsches erschwert, wird oftmals verglichen mit dem Diagnoseschock auf eine schwere Erkrankung. Wenn die Ursache vorwiegend auf einen Partner zurückzuführen ist, kann eine ungelöste Auseinandersetzung mit der Schuldfrage paardynamisch komplexe Auswirkungen haben.

Reproduktionsmedizinische Maßnahmen bieten eine Möglichkeit, sich nach einer oftmals längeren Phase der Verunsicherung wieder aktiv für eine Problemlösung zu engagieren. Gleichzeitig stellt die Behandlung selbst eine Belastung für den Körper dar - für die Frau deutlich größer als für den Mann. Die Wahrscheinlichkeit, über diesen Weg den Kinderwunsch erfüllen zu können, liegt bei einer Frau unter 35 Jahren je nach Ursache und Behandlungsmöglichkeit kumulativ über vier Behandlungszyklen bei 50 bis 80 %. Das bedeutet einerseits, dass viele Paare auch jetzt gefordert sind, mit Wartezeiten, Hoffen und Enttäuschung umzugehen, bis eine Schwangerschaft eintritt. Andererseits aber auch, dass jedes vierte bis fünfte Paar kinderlos bleiben wird - bei höherem Alter der Frau noch mehr.

Dateiformat: PDF
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie zum Lesen die kostenlose Software Adobe Reader, Adobe Digital Editions oder einen anderen PDF-Viewer Ihrer Wahl (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie die kostenlose App Adobe Digital Editions oder eine andere Lese-App für E-Books (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nur bedingt: Kindle)

Das Dateiformat PDF zeigt auf jeder Hardware eine Buchseite stets identisch an. Daher ist eine PDF auch für ein komplexes Layout geeignet, wie es bei Lehr- und Fachbüchern verwendet wird (Bilder, Tabellen, Spalten, Fußnoten). Bei kleinen Displays von E-Readern oder Smartphones sind PDF leider eher nervig, weil zu viel Scrollen notwendig ist. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

16,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
PDF mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen