Das Lichterketten-Massaker ... und andere Weihnachtskatastrophen

 
 
Gütersloher Verlagshaus
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. September 2011
  • |
  • 176 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06569-0 (ISBN)
 
Das Anti-Weihnachtsbuch - damit das Fest der Feste doch noch schön wird

- Ein alternatives satirisches Weihnachtsbuch

- Für alle, die Weihnachten »unbeschadet« überstehen wollen

- Das ultimative Geschenk für alle Weihnachtshasser

Man merkt, dass Weihnachten naht, wenn rechtschaffene Bürger sich für adventliche Illuminations-Orgien verschulden, aus dem Radio klebriger X-Mas-Pop anstelle frommer Lieder tropft, Geschenkewahn, Kalorienterror und White-Christmas-Paranoia vorherrschen. Ist dagegen ein Kraut gewachsen?

Wir empfehlen die satirischen Glossen von Stefan Albus, in denen er skurrile Phänomene der Advents- und Weihnachtszeit pointiert aufs Korn nimmt. Kopfschüttelnd fragt er sich, warum in Nikolausstiefeln immer noch Nüsse stecken, die spätestens seit Erfindung der Schokolade kein Kind mehr freiwillig isst. Oder wie viele Reklameprospekte man braucht, um eine Bibel aufzuwiegen. Und warum das Schönste aller Feste ausgerechnet in der fiesesten Jahreszeit liegt. Albus recherchiert, beobachtet und wertet - extrem subjektiv, aber nicht verletzend. Sein Ziel: Menschen, die die Adventszeit unbeschadet überstehen und das Fest der Feste vielleicht doch noch genießen können.

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MEHR LICHT (S. 72-73)

Über das Licht der Welt, den Lichterketten-Wahn und Weihnachten unter Palmen.


Ich solle ihn mir jetzt bloß nicht nicht in Badehose vorstellen, meinte Rainer. Ich legte den Hörer zur Seite und sah nach draußen. Kein Problem, wirklich nicht: Irgendwie war der zweite Advent herangerauscht, der Wald vor meinem Fenster sah inzwischen aus, als hätte jemand den Schnee-Nachschub für Nordost-Norwegen hier verloren; laut Radio war es zudem seit Tagen etliche Grade kälter als in Grönland – gestatten: der kälteste Dezemberanfang seit Erfindung der Wettervorhersage. Damit dürfte klar sein: Badehosen wären jetzt etwas für Leute, die auch an einer Überdosis Schlaftabletten Spaß hätten.

Obwohl: Für Rainer wär’s schon Okay – er lebte seit ein paar Jahren in Südafrika. Das bedeutet: 28 Grad im Schatten, wenn hier Winter ist. Caipirinha statt Glühwein. Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, das schönste christliche Fest ausgerechnet in die finsterste Jahreszeit zu legen? Gab es mal einen südafrikanischen Papst? Obwohl: Finstere Jahreszeit … Sicher: Schalten Sie mal mitten im Dezember in Ostfriesland – gefühlte 500 km entfernt vom nächsten Au-ßenposten der Zivilisation – Ihre Scheinwerfer ab. Bei bewölktem Himmel und mitten in der Nacht – sagen wir also: gegen 16:30 Uhr.

Ähnlich finster wird es sonst nur in Horrorfilmen, kurz bevor dem Helden irgendetwas ins Gesicht springt. Also: dunkler Dezember – kann man so sagen! Das Problem: So ist es nicht überall. Zum Beispiel hier: Ein auf den ersten Blick harmloses Reihenhäuschen in einem ehemaligen Bergarbeiterstädtchen im Ruhrgebiet, nicht weit entfernt von der A43. Eins wie zehntausend, so unauffällig wie ein Glühwürmchen bei Tag: grauer Putz, Mini-Vorgarten, Vordach, Treppchen zum Eingang – mit Fußabtreter. Erst wenn irgendjemand im Innern dieses Objektes das Hereinbrechen der dezemberlichen Dämmerung zum Anlass nimmt, einen vermutlich armdicken Hebel umzulegen, verwandelt sich die Szenerie drumherum in eine Art Leistungsschau der Hochenergiephysik.

Und jede Wette: Irgendwo auf der Welt muss es genau in diesem Moment noch dunkler werden (außer in Ostfriesland vielleicht): So viele Photonen kann es im Universum nicht geben! Ein innenbeleuchteter Aufblas-Schneemann mit Möhrennase und Zylinder herrscht dann über einen Kosmos aus Leucht-Bambis, Neon-Nikoläusen und Lichterketten, die durch kahle Hecken mäandern, die Konturen des Bauwerks nachzeichnen und sich zu stilisierten Leucht-Tannenbäumchen winden; das erwähnte Vordach ist gekrönt von einem leuchtenden Schlitten samt dazugehörigen Zug-Elchen, dazu blinken bunte Lichtvorhänge und -netze, vor denen unschuldige Passanten zuweilen hypnotisiert stehenbleiben.

Wenn Ostfriesland im Dezember der finsterste Ort der Welt ist, ist das hier ohne Zweifel der hellste: Es soll bereits Leute gegeben haben, die sich nach einer unverhofften Begegnung mit dieser X-Mas-Supernova im Himmel wähnten; einige haben bis heute nicht in ihr normales Leben zurückgefunden – sie fristen als Dauergäste der vielen Sonnenstudios der Umgebung ein trauriges, entbehrungsreiches Leben.

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