Royal Hearts. Wie ich mich in den Prinzen von England verliebte

 
 
Ravensburger (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. April 2018
  • |
  • 352 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-473-47896-5 (ISBN)
 
Als die junge Amerikanerin Evie zum Studium nach Oxford zieht, lernt sie Prinz Edmund kennen. Obwohl es sofort heftig zwischen ihnen knistert, hat ihre Liebe keine Zukunft. Denn Edmunds Eltern haben eine standesgemäße Partnerin für ihn ausgesucht.
weitere Ausgaben werden ermittelt
Emily Albright wurde in Salt Lake City, USA, geboren und zog als Kind häufig mit ihrer Familie um. Doch eigentlich lebte sie in der Welt der Bücher und dachte sich eigene Geschichten, Schauplätze und Figuren aus. Später studierte sie an der Universität von Oregon Journalismus und Kommunikationswissenschaften und verwirklichte schließlich ihren Traum, selbst Geschichten zu schreiben. Inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern im Nordwesten der USA.

1

Meine schöne neue Welt

Die Hand auf dem Türknopf, schloss ich die Augen und hielt die Luft an. Ich schaffe das. Vorsichtig drückte ich die Tür auf. Bitte sei schön. Ich öffnete die Augen einen Spalt. Und dann ganz, mit einem erleichterten Stoßseufzer. Es ist perfekt!

Oxford, ich komme! Dieses Jahr wird der Hammer.

Ich warf meine Schlüsselkarte auf den Schreibtisch, stellte meine Taschen auf den Boden und drehte mich um mich selbst. Neben dem minimalistischen Arbeitsplatz stand ein Doppelbett. An der Wand gegenüber ein Kleiderschrank bis zur Decke. Die Ecke dazwischen wurde von großen Fenstern eingenommen, der Platz unter den Fenstern von einem schwarzen, L-förmigen Sofa.

Der große Koffer, der meiner Mutter gehört hatte, stand an der Wand. Ich war so aufgeregt gewesen, als ich ihn aufgegeben hatte. Gott sei Dank ist er angekommen.

Mit einem kleinen Sprung warf ich mich auf das unbezogene Bett und seufzte. Ich habe es geschafft. Ich bin hier. Genau dort, wo Mom es sich immer gewünscht hatte. Erste Mission erfüllt . endlich. Es hatte ja auch nur drei Jahre gedauert.

Wo ist der zweite Brief? Ich fuhr hoch und sah mich um.

Nichts.

Ich hatte keine Ahnung, wie mich die nächsten Briefe überhaupt erreichen sollten.

Jedes Jahr an meinem Geburtstag bekam ich einen Brief von Mom. Das war Tradition. Dad weckte mich in aller Frühe und überreichte mir einen Umschlag. Meine Hände zitterten dann vor Aufregung - auf diesen Brief hatte ich sehnlichst gewartet, seit ich den letzten geöffnet hatte.

Wir lasen ihn gemeinsam und gemeinsam erinnerten wir uns.

An meinem siebzehnten Geburtstag änderte sich das.

Doch, Dad brachte mir wieder einen Geburtstagsbrief. Aber ein paar Tage später kam ein zweiter, mit Poststempel aus London. Ab da begann mein Abenteuer mit Mom. Sie schickte mich auf eine Suche. Eine Suche, von der Dad keine Ahnung hatte.

Ich hatte erwartet, hier den nächsten Brief vorzufinden, der mich in meiner neuen Welt willkommen hieß.

Vielleicht kommt er wieder mit der Post?

Mit einem enttäuschten Seufzer hievte ich eine Tasche aufs Bett und zog den Reißverschluss auf. Ich holte den Kulturbeutel heraus und ging damit ins Bad. Anders als in den Staaten hatte hier jedes Mädchen sein eigenes Zimmer und man brauchte sich nicht mit einer Mitbewohnerin herumzuschlagen, die schnarchte oder was weiß ich für Sachen im Bett veranstaltete.

Aber am besten war, ich hatte ein Zimmer mit eigenem Klo ergattert.

Ich stellte den Beutel ans Waschbecken und ging zu meiner Tasche zurück. Meine Kleider passten in den Schrank, allerdings nur knapp. Ich breitete meine türkisblaue Decke über das Bett aus und wäre, müde wie ich war, am liebsten daruntergekrochen. Stattdessen packte ich weiter aus und griff nach dem Stapel Fotos, die ich aufhängen wollte.

Über dem Bett befestigte ich mit Klebestickern mein Lieblingsbild von Dad und mir, aufgenommen bei meiner Schulabschlussfeier. Ich in Talar und Barett, Dad im Anzug. Er hatte mir den Arm um die Schulter gelegt und lächelte stolz und wir hielten jeder eine rosafarbene Pfingstrose in der Hand zum Andenken an Mom - Pfingstrosen waren ihre Lieblingsblumen.

Gott, wie ich sie vermisse.

Dann ein Bild von Abby und mir auf einer Pyjama-Party. Wir waren fünfzehn und hatten frisch lackierte Fingernägel und einen perfekten roten Schmollmund. In die Blusen hatten wir uns große Luftballons gestopft. Beim Gedanken daran musste ich lachen. Wie albern wir gewesen waren.

»Ach Abs, wer bringt mich jetzt dazu, Neues auszuprobieren?«, fragte ich mein leeres Zimmer.

Beim Betrachten der Bilder brannten mir Tränen in den Augen. Da war ich erst einen Tag weg und vermisste mein Zuhause schon so sehr, dass es wehtat. Der Stapel Bilder wurde kleiner und schon bald bedeckte eine bunte Auswahl der Gesichter meiner Liebsten die Wand. Ich trat einen Schritt zurück und begutachtete mein Werk zufrieden. Dann fiel mein Blick auf das Regalbrett über dem Bett.

Der ideale Platz für meine Schätze.

Ich holte die Plüschkatze aus der Tasche, die Mom mir geschenkt hatte, und stellte sie darauf. Sie hieß Pinky und hatte mich die ersten sieben Jahre meines Lebens auf Schritt und Tritt begleitet. Neben Pinky kamen meine Bücher - ich liebte alles von Jane Austen, L. M. Montgomery und Louisa May Alcott.

Ich lächelte. Mein kleines Zimmer fühlte sich schon viel mehr nach Zuhause an.

»Jetzt noch einen Platz für die Briefe.«

Ich zog den Stapel aus der Tasche, setzte mich auf das Bett und strich mit der Hand darüber. Behutsam nestelte ich an dem cremefarbenen Band, das ihn zusammenhielt. Ich stellte mir vor, dass Mom das dicke Papier gewählt hatte, weil sie wusste, dass die Briefe überdauern mussten.

Obenauf lag der erste Aufgaben-Brief. Ich öffnete ihn und überflog die Seite bis zu den letzten Absätzen.

Und deshalb, meine liebe Evie, schicke ich dich auf eine Abenteuerreise, die dein Leben verändern wird. Ich habe seit Jahren ein Geheimnis, von dem nicht einmal dein Vater etwas weiß. Es ist Zeit, dass du erfährst, wer ich war und wer du in Wirklichkeit bist. Deshalb habe ich mir eine Reihe von Aufgaben ausgedacht, die du erledigen musst. Du sollst verstehen, warum ich den Weg gewählt habe, den ich gegangen bin. Und deine Wahlmöglichkeiten kennen, bevor auch du dich entscheiden musst. Hab Geduld mit mir, es wird sich am Ende gelohnt haben, das verspreche ich dir.

Erste Aufgabe: Schließe die Highschool ab und bewirb dich bei meiner Alma Mater in Oxford. Dort erwartet dich der nächste Brief.

Wie soll das gehen?

Ich seufzte noch einmal und faltete den Brief zusammen, verschnürte das Bündel wieder und verstaute es in der Schreibtischschublade.

Ich ging hinüber zu dem großen Koffer und klappte ihn auf. Auf den Büchern, Schuhen und Tüten mit Knabberzeug, die ich von zu Hause mitgenommen hatte, lag ein in einen Kissenbezug eingewickeltes Bild. Es zeigte meine Eltern am Tag ihres Abschlusses in Oxford und war mein Lieblingsbild von ihnen. Die beiden sahen so jung und glücklich aus.

Ich nahm es aus dem Koffer und zog den Kopfkissenbezug ein wenig zurück. Abrupt hielt ich inne. Hinter dem Rahmen lugte die Ecke eines einfachen weißen Briefumschlags hervor.

Gefunden!

Hastig zog ich das Bild aus seiner schützenden Hülle, legte es auf den Schreibtisch und betrachtete den Brief.

Was hatte Mom als Nächstes für mich vorgesehen? Und warum war ich plötzlich so aufgeregt?

»Hi, du bist bestimmt die Neue«, hörte ich eine muntere Stimme in der offenen Tür.

Ich hob den Kopf und sah ein Mädchen mit langen blonden Haaren, die aussah, als käme sie gerade von einem Ausritt auf ihrem Landgut.

»Ich bin Suzy Rees«, sagte das Mädchen und lächelte.

»Evangeline Gray.« Ich warf den Brief auf den Schreibtisch und stand auf, um sie zu begrüßen.

Als Erstes fiel mir ihre Größe auf. Oder, genauer gesagt, ihre mangelnde Größe. Sie war richtig klein. Wobei ich mich mit meinen eins zweiundsiebzig schon ziemlich groß fand. Sie dagegen wirkte wie gerade mal eins fünfzig.

»Evangeline.« Sie sprach jede Silbe einzeln aus. »Ziemlich langer Name. Gibt's dafür auch eine Abkürzung?«

»Die meisten nennen mich Evie.« Aus den Augenwinkeln sah ich den verwuschelten rotblonden Pferdeschwanz auf meiner Schulter und beneidete Suzy um ihre perfekt gekämmten goldenen Haare. »Wohnst du auch hier auf diesem Flur?«

»Ja, nur ein paar Türen weiter. Deine Nachbarin ist Caroline.« Suzy zeigte auf die Wand hinter dem Schrank. »Sie ist toll, du wirst sie lieben. Im Moment hat sie ein Date, aber du lernst sie bestimmt bald kennen.«

»Wunderbar.« Ich lächelte und Suzy setzte sich auf das Sofa.

Sie musterte mich kurz und hob eine Augenbraue. »Du musst unbedingt noch den Rest der Gang treffen.«

»Gang?«

Ihre Mundwinkel gingen nach oben. »Meine Freunde. Also zum Beispiel Caroline.« Sie zeigte hinter sich. »Und dann noch Marissa, Preston und Edmund. Sie sind prima, du wirst sie mögen.«

»Hoffentlich lerne ich sie bald kennen.«

»Das wirst du.« Suzy grinste. »Ich sollte wahrscheinlich fertig auspacken, aber ich sterbe vor Hunger. Lust auf was zu essen?«

»Gerne.« Ich schnappte mir meinen Pulli und folgte ihr nach draußen. Bevor ich die Tür schloss, warf ich einen letzten Blick auf den ungeöffneten Brief und biss mir auf die Lippe.

»Du bist also Erstsemester?«, fragte Suzy, während wir den Korridor entlanggingen.

Ich zog meine Nase kraus. »Ja und nein. Ich habe schon ein Jahr in Seattle studiert, aber Oxford hat meine Scheine von dort nicht anerkannt. Deshalb technisch gesehen ja, ich bin im ersten Semester.«

»Warum bist du nach...

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