Der Ruf Allahs

Ein Begleitbuch durch den heiligen Monat Ramadan
 
 
Sheema-Medien (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. März 2021
  • |
  • 216 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-948177-98-0 (ISBN)
 
Ein Begleitbuch mit Reflexionen, Übungen und Gebete für jeden Tag des Ramadan.

Allah beschreibt diesen Monat als den Monat, in dem der Koran offenbart wurde. Er zeigt uns damit, dass uns das Fasten hilft, die Führung und Leitung des Korans tiefer zu erfahren.
In der Erfahrung unserer Schwäche durch das Fasten, im Erleben unserer Abhängigkeit von allen Gaben Allahs, erfahren wir Seine Liebe,
Seine Nähe und Fürsorge für uns.
Die Worte des Korans treffen alle Suchenden genau dort, wo sie sich auf ihrer spirituellen Reise befinden.
Dieses Begleitbuch zum heiligen Monat Ramadan soll allen auf dem Weg zu Allah, allen aufrichtig Suchenden, allen aus Liebe Fastenden eine Inspiration und Stütze sein.

"Dieses kleine Buch schöpft einen Tropfen aus dem einen reichen Ozean des Islam - ohne Unterscheidung oder Trennung."
  • Deutsch
  • 4,12 MB
978-3-948177-98-0 (9783948177980)
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10. RAMADANTAG


ADAB


BENEHMEN


"Und du Muhammad verfügst wahrlich über großartige Tugendeigenschaften." (68:4)

So beschreibt Allah Seinen geliebten Propheten im Koran.

Unser größter Lehrer sprach: "Ich wurde gesandt, um den guten Charakter (der Menschen) zu vervollkommnen."29

?usn al-`a?laq, guten Charakter zu entwickeln, ist eine der wesentlichen Aufgaben des Propheten gegenüber seinen Mitmenschen und all den folgenden Generationen gewesen.

Als Aisha, die Mutter der Gläubigen, nach dem Charakter des Propheten gefragt wurde, sprach sie: "Der Charakter des Gesandten Allahs war der Koran."30

Der Prophet lebte uns vor, wie wir die Gebote des Koran in unserem Leben integrieren können. In seiner sanften Güte zeigte er uns den Weg, wie wir unsere Schwächen, unsere negativen Charakteristika verwandeln können und den Weg zu Gottes Liebe finden können.

Er zeigte uns, lebte es uns vor, wie wir mit Gottesvertrauen, mit Güte, mit Kreativität, mit Großzügigkeit, mit Aneignung von Wissen, mit Selbstbeherrschung, mit Achtung und Zuhören gegenüber unseren Mitmenschen und der ganzen Schöpfung eine innerliche Ganzheit entwickeln und eine friedliche Einheit in der Gesellschaft formen können.

Er hatte kein Interesse an Macht, Ruhm oder Geld, sondern sein Leben war und ist ein Vorbild für uns, wie wir hier auf Erden Allahs Gefallen und Liebe erfahren können.

Der Prophet Muhammad lehrt uns die Manieren und die Charaktereigenschaften, die uns zu unserem wahren Wesen führen und uns auf dem Weg zu Allah führen. Er lehrt uns, wie wir innere Reinigung und äußere Ergebung vereinen können.

Er sagte beispielsweise: "Zwei Eigenschaften, die sich mit einem Gläubigen nicht kombinieren lassen, sind Geiz und schlechte Manieren, su' al-huluq."31

Al-Amin, der Vertrauenswürdige , lehrte uns die Wichtigkeit von Aufrichtigkeit: "Die Schlimmsten unter den Menschen sind die Zweigesichtigen, ?ul waghayn. Sie kommen zu einigen Menschen mit einem Gesicht und zu anderen mit dem anderen Gesicht."32

Seine Lehren waren alltagsbezogen, denn im täglichen Leben übt man die Transformation des Charakters. So zeigte er uns Anstand gegenüber dem Essen, wie im Hadith übermittelt von Umar Ibn Abi Salama:

"Als kleiner Junge stand ich unter der Vormundschaft des Propheten . Ich saß einmal in seinem Schoß. Beim Essen griff ich völlig gedankenlos mit der Hand hin und her in die Schüsseln. Da sagte der Gesandte Allahs zu mir: 'Oh, mein Junge! Sag zuerst: 'Im Namen Allahs', nimm dann beim Essen nur die rechte Hand und greif immer nur in die Schüssel, die dir am nächsten ist!'"33

Allah sagt im Koran: "Und esst und trinkt, aber seid nicht verschwenderisch. Er (Allah) liebt ja die Maßlosen nicht." (7:31)

Der Prophet erklärte uns wie: "Vom Essen genügt dem Menschen das, was ihn aufrechterhält. Wenn er unbedingt mehr essen will, so muss er den Umfang in drei Portionen teilen: ein Drittel fürs Essen, ein Drittel fürs Trinken und ein Drittel für das Atmen."34

Er sagte auch: "Esst zusammen und nicht getrennt, denn der Segen besteht darin, zusammen zu sein."35

Al-Mustafa, der Auserkorene , lehrte uns immer wieder, wie wir Gottesbewusstsein erreichen können und welche die äußeren Regeln dafür sind, sodass unsere Liebe zu Allah und zum Propheten Ausdruck in unserem Leben findet:

Allah sagt: "Wenn ihr mit einem Gruß begrüßt werdet, dann grüßt mit einem noch schöneren Gruß oder erwidert ihn." (4:86)

Der Prophet erklärt uns die tiefe Bedeutung des Grußes: "Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, ihr werdet nicht eher ins Paradies eingehen können, bis ihr gläubig werdet, und ihr werdet nicht gläubig, bis ihr euch liebt. Soll ich euch auf etwas hinweisen, das euch einander lieben lässt, wenn ihr es tut? Breitet den Gruß des Friedens unter euch aus."

Den Friedensgruß unter den Menschen zu verbreiten, baut Liebe und Vertrauen unter den Menschen auf.

Er zeigte auch Regeln auf wie: "Der Reitende grüßt den Gehenden, der Gehende den Sitzenden und die kleinere Gruppe die größere."36

Dem Propheten lagen stets die Verfeinerung, die Achtsamkeit, die Würde und die Stärkung unseres Gottesbewusstseins am Herzen.

Der Koran sagt uns: "[.] die in Zeiten der Fülle und in Zeiten der Härte spenden, die ihren Zorn im Zaune halten und die ihren Mitmenschen vergeben." (3:134)

Allahs Gesandter sagte: "Stärke zeigt sich nicht im geschicktem Ringen."

Sie sagten: "Allahs Gesandter, wer ist dann stark?"

Er sagte: "Wer seinen Zorn kontrolliert, wenn er in einem Wutanfall ist."37

Der Prophet sagte auch: "Fasten ist ein Schild; wenn einer von euch fastet, sollte er sich weder unanständig noch dumm verhalten. Wenn jemand mit ihm streitet oder ihn schikaniert, so soll er sagen: 'Ich faste, ich faste.'"38

Er erklärt uns, dass Fasten ein Schild ist, weil wir in diesem Zustand erinnert werden, dass unsere Liebe zu Allah stärker ist als unser Trieb, auf Negatives mit Gleichem zu antworten.

Er zeigte uns, wie wesentlich es im Islam ist, die Empfindungen unserer Mitmenschen zu achten, Herzen nicht zu kränken, uns gegenseitig zu stärken, füreinander da zu sein und unsere innewohnende gottgegebene Großzügigkeit zu leben, denn sie ist Ausdruck unseres Vertrauens und unserer Hingabe an Allah.

"Wo immer Freundlichkeit, rifq, zu finden ist, trägt es zu seiner Schönheit bei und wo immer sie fehlt, trägt es zu seiner Hässlichkeit bei", sprach der Prophet .39

Zu lernen, einem Sprecher zuzuhören und ihn nicht zu unterbrechen, bis er ausredet, ehrt den anderen und lehrt uns gleichzeitig würdevolle Selbstbeherrschung. Unser geliebter Prophet sagte einem seiner Gefährten am Tage der Abschiedswallfahrt: "Sag den Menschen, sie sollen zuhören."40

Einen Menschen von seinem Platz zu verweisen, um sich selbst zu setzen oder seinen Platz einzunehmen, nur, weil er kurz was holen musste, zu all dem gab uns unser geliebter Prophet Anweisungen: "Ein Mensch darf keinen anderen Menschen von seinem Platz erheben, um sich an seinen Platz zu setzen, sondern macht füreinander Platz und macht eine größere Runde."41

"Wenn sich jemand von seinem Sitz erhebt und kommt zu ihm zurück, so hat er noch mehr Anspruch darauf."42

Mitgefühl und Güte zu zeigen, sich Zeit für andere zu nehmen, ist, hier auf Erden das Paradies zu erfahren, denn Allahs Gesandter sagte uns: "Wer einen Kranken besucht, weilt im Paradies und genießt seine Früchte, solange er beim Kranken ist."43

Wir alle begehen Fehler, und sich nicht an den Schwächen und Fehlern anderer schadenfroh zu erfreuen und sie auszuplaudern, weil man dadurch vielleicht für einen Moment besser dasteht, ist die Haltung eines gläubigen Menschen. Der Gesandte Allahs sagte: "Jener, der (die Fehler anderer in dieser Welt verbirgt), dem wird Allah seine Fehler am Tag der Auferstehung verbergen."44

Welch große Verantwortung wir innehaben, wenn wir andere Menschen leiten oder in einem Betrieb für sie verantwortlich sind, erklärt uns der Gesandte Allahs mit folgenden Worten: "Jeder Mensch, dem Allah die Autorität gegeben hat, andere Menschen zu leiten, und der sich nicht ehrlich um sie kümmert, wird niemals den Geruch des Paradieses spüren."45

Mögen wir nie seine Worte vergessen, dass wir alle verbunden sind: "Die Gläubigen sind wie ein Körper, wenn der Kopf schmerzt, schmerzt der ganze Körper vor Fieber und Schlaflosigkeit."46

All diese Anweisungen kann man zusammenfassen unter dem Begriff adab.

Adab ist ein Benehmen. Es ist eine Haltung der tiefen inneren Verneigung vor Allah, die ihren äußeren Ausdruck im Bemühen findet, Respekt vor sich selbst und der Schöpfung zu zeigen. Es ist eine Weise, in seinen Handlungen und seinem Verhalten mit Gott zu sein. Die Liebe und Dankbarkeit zu Allah in den Alltag zu bringen, in den Umgang mit anderen und mit sich selbst.

Natürlich hat Adab auch Grenzen: Unsere Überlieferung sagt, wir sollen die Verfehlungen anderer zudecken, wenn kein Schaden für die Gemeinschaft daraus erwächst, wir sollen vertraulich ermahnen, doch wir müssen Fehler und Irrtümer bekannt machen, wenn die Gefahr besteht, dass sie andere ansteckt beziehungsweise in die Irre führt.

MÖGE DER GELIEBTE ALLAHS STETS ALS LEITSTERN IN UNSEREN HERZEN LEBEN.
MÖGEN WIR VOR ALLEM IN DIESEM GESEGNETEN MONAT UNSER ADAB, BENEHMEN, NIE VERGESSEN.

ÜBUNG FÜR DEN TAG


Lese dir dieses Bittgebet für den heutigen Tag durch, wenn möglich zwei- bis dreimal, inshallah:

Waggahtu waghiya li-ladi fa?ara s-samawati wa l-'ar?a, ?anifan wa ma ana min al-musrikina. Inna ?alati wa nusuki, wa ma?yaya wa mamati li-llahi rabbi l-'alamina, la sarika lahu. Wa bi dalika umirtu wa ana min al-muslimina. Allahumma anta l-maliku la ilaha illa anta.

Anta rabbi wa ana 'abduka/amatuka, dhalamtu nafsi wa'taraftu bi danbi. Fagfir li dunubi gami`an, innahu la yagfiru d-dunuba illa anta. Wahdini li-a?sani l-ahlaqi, la yahdi li a?saniha illa anta. Wa?rif 'anni sayyi'aha, la ya?rifu 'anni sayyi'aha illa anta. Labbayka wa sa'dayka, wa-l-hayru kulluhu bi yadayka, wa s-sarru laysa...

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