Das Wiener Studentenheim

 
 
Michael Wagner Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. November 2021
  • |
  • 116 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7107-6786-9 (ISBN)
 
Wien ist mit rund 200.000 Studierenden eine der größten Universitätsstädte im deutschsprachigen Raum. Die Anfänge studentischen Wohnens in Wien gehen mit der Gründung der Universität Wien bis ins Jahr 1365 zurück. Für gerade einmal ca. 10% der Studierenden ist derzeit ein Platz in Studentenheimen vorhanden. Aus diesem Grund entstanden in den letzten Jahren bzw. entstehen in Wien immer mehr Angebote im studentischen (temporären) Wohnen.
Auch haben sich die Anforderungen der Bewohnerinnen und Bewohner an einen Heimplatz über die Jahre verändert. Dieser ist für die meisten von ihnen für einige Jahre ihr unmittelbarer Lebensbereich. Das soziale Umfeld, die Lage im städtischen Raum, die Nähe zu Bildungseinrichtungen, die Qualität der Unterbringung und natürlich die daraus resultierenden Kosten sind zentrale Fragen, die sich Studierende und auch deren Eltern stellen.
Eine Antwort auf diese Fragen ist das entwickelte "Raummodul" für "Das Wiener Studentenheim", welches sich auf Grund von Umfragen unter den Studierenden ergeben hat. Natürlich ist das Bauen und Betreiben von Studentenwohnheimen auch mit Kosten verbunden. Wie können sich daher die Gesamtkosten eines Projektes zusammensetzen, welche Themen sind im Betrieb zu beachten und sind die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Einrichtungen mit der gebotenen Qualität zufrieden?
Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Akademikerhilfe, der WGA ZT GmbH und der TU Wien / Forschungsbereich Baugeschichte und Bauforschung, hat sich dieser Thematik angenommen, das gegenständliche Werk erarbeitet und herausgegeben. Es richtet sich sowohl an eine Fach- als auch allgemein kultur- und wissenschaftsinteressierte LeserInnenschaft.
mit zahlr. Abbildungen
  • Deutsch
  • Österreich
  • 7,48 MB
978-3-7107-6786-9 (9783710767869)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Herausgeber: Akademikerhilfe Studentenunterstützungsverein AH
Die Akademikerhilfe ist ein gemeinnütziger Verein, dem rund 40 Personen des öffentlichen und kirchlichen Lebens sowie der Wirtschaft angehören. Von diesen Vereinsmitgliedern bilden derzeit 19 den ehrenamtlichen Vorstand, der die Verantwortung in rechtlichen und finanziellen Belangen übernimmt. Die operative Ebene des Vereins leitet Generalsekretär MMag. Bernhard Tschrepitsch, unterstützt von seinen Mitarbeiter*innen.

2 Entwicklungen und Tendenzen im Studentenheimbau


2.1 Studentenheime in Wien - die derzeitigen Rahmenbedingugen


2.1.1 Anstieg der Studierendenzahlen und Nachfrage nach studentischem Wohnen in Wien


Wien ist für Studierende eine höchst attraktive Stadt, was zum einen an den zahlreichen Studienangeboten liegt, andererseits aber auch an der hohen Lebensqualität sowie den im internationalen Vergleich niedrigen Studiengebühren.

Mit neun Universitäten, sechs Privatuniversitäten, fünf Fachhochschulen, drei pädagogischen Hochschulen und fünf postgradualen Studienmöglichkeiten ist Wien der Standort mit den meisten Studierenden in Österreich. Zusätzlich zu den Universitäten und Akademien gibt hier auch fünf Fachhochschulen: Die Fachhochschule des bfi Wien, die Fachhochschule Technikum Wien, die Fachhochschule Campus Wien, die Fachhochschule der WKW und die Lauder Business School.1

Besonders viele Studierende zählt die Universität Wien, deren Hauptgebäude in der Innenstadt an der Ringstraße gelegen ist. Zahlreiche Institute dieser 1365 gegründeten Universität befinden sich im näheren Umfeld des Hauptgebäudes. Der zweitgrößte Universitätsstandort ist der 2013 eröffnete Campus der WU Wien im 2. Wiener Gemeindebezirk in unmittelbarer Nähe des Praters. Weiters sind auch die Technische Universität (TU) Wien, die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), die Medizinische Universität Wien sowie zahlreiche andere Hochschulen wie beispielsweise die Akademie der Bildenden Künste Wien, die Universität für angewandte Kunst Wien und die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ausschlaggebend dafür, dass diese Stadt für Studierende aus dem In- und Ausland attraktiv ist: Im Sommersemester 2019 studierten hier 55% der internationalen Studierenden in Österreich, der Anteil internationaler Studierender an den Universitäten in Wien betrug 22%. Viele Inskribierte stammen aus den EU-Staaten Süd- und Osteuropas.2 Den größten Anteil machen jedoch Studierende aus Deutschland aus: Rund 14.000 Deutsche studieren in Wien alleine an öffentlichen Universitäten.3

Abb. 1: Hochschulstandorte und Studierende nach politischem Bezirk 4

Im Wintersemester 2019/20 lag die Zahl der in Wien immatrikulierten Studierenden bei rund 190.000, wobei diese Zahl in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen ist.5 Seit den 1970er Jahren hat sich die Zahl der Studierenden in Österreich aufgrund der Reformen, die eine Öffnung und Demokratisierung der Universitäten mit sich brachten, mehr als verfünffacht. Immer mehr SchülerInnen konnten maturieren, zusätzlich stieg die Zahl der ausländischen Studierenden stark an.6 7 Seit 2014 ist jedoch ein leichtes Sinken der MaturantInnenzahlen zu beobachten, erst 2021/22 soll laut Universitätsbericht 2020 bzw. Hochschulprognose der Statistik Austria die Zahl von 2014 wieder erreicht werden.8 Für die Zeit danach wird sogar ein Steigen der MaturantInnenzahlen bis zum Schuljahr 2034/35 vorausgesehen - die Zahl der Personen im Maturaalter soll zwar weiterhin abnehmen, jedoch werden sich mehr junge Menschen für Ausbildungen mit Matura entscheiden, sodass der Anteil der MaturantInnen von etwa 43% in einem durchschnittlichen Altersjahrgang (Stand 2015) auf etwa 51% im Jahr 2035 steigen wird.9 Die Hochschulprognose der Statistik Austria sieht insgesamt einen deutlichen Anstieg der Studierendenzahlen bis zum Jahr 2035 voraus.10

Einer der Gründe für den jüngst stattgefundenen Rückgang der Studierendenzahlen an den öffentlichen Universitäten - besonders stark an der WU Wien - ist, dass für bestimmte Studienrichtungen Zugangsbeschränkungen eingeführt wurden. Die Zahl Studienplätze an den Fachhochschulen und privaten Universitäten ist in den letzten Jahren gestiegen, was auch dazu beigetragen haben dürfte, dass die Studierendenzahlen an den öffentlichen Universitäten gesunken sind.11

Eine Evaluierung des IHS (Institut für Höhere Studien) kam zum Ergebnis, dass es zwar seit Einführung der Studienbeschränkungen weniger Dropouts und eine höhere Prüfungsaktivität gibt, aber auch, dass in Studienrichtungen mit selektivem Aufnahmeverfahren wie Medizin oder Veterinärmedizin die Zahl der Studierenden aus nicht-akademischem Elternhaus gesunken ist.12 Auch seitens der ÖH (Österreichische Hochschüler_innenschaft) wird kritisiert, dass die neuen Zugangsbeschränkungen die soziale Durchmischung der Studierenden verringert. Die Aufnahmetests seien mit Kosten verbunden, auch Vorbereitungskurse seien oft teuer, womit für sozial Schwächere der Hochschulzugang erschwert werde.13

Was die Bevölkerungsentwicklung insgesamt betrifft, so kam es in den letzten Jahren in Städten wie Wien oder Berlin zu einem Anstieg der Einwohnerzahl, der zu einem enormen Druck auf den preisgünstigen Wohnungsmarkt geführt hat. Finanziell schwächere Studierende haben Schwierigkeiten, reguläre Mieten bezahlen zu können. Deshalb schätzen zahlreiche Immobilienexperten, dass der Markt für studentisches Wohnen in den nächsten Jahren kontinuierlich wachsen wird.14 Insbesonders die kostengünstigeren Heime von gemeinnützigen Betreibern leisten einen Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarktes.

2.1.2 Wohnformen und -präferenzen der Studierenden


Was die finanzielle Lage der Studierenden betrifft, so ist diese höchst unterschiedlich. Während einige über ein sehr hohes Budget verfügen, müssen andere äußerst knapp kalkulieren. Viele Studierende wohnen daher bei ihren Eltern, um sich die hohen Kosten für die Miete zu ersparen. Dies ist dann gut möglich, wenn sich dieses nicht allzu weit vom Studienort befindet und einen geeigneten Arbeitsbereich bietet. Oft wohnen Studierende auch deshalb weiterhin daheim, weil sie hier viel mehr Platz und Komfort vorfinden als in anderen Wohnformen und sie die elterliche Betreuung weiterhin genießen können. Wohngemeinschaften sind oftmals eine Alternative zum Wohnen im Studentenheim, aber auch hier fallen oft hohe Kosten an, nicht nur für die geteilte Miete, sondern es kommen auch noch die Betriebskosten, Kosten für den Internetanschluss etc. hinzu. Oftmals gibt es hier Probleme mit den Mitbewohnern, mit notwendigen Reparaturarbeiten etc. Für jene Studierende, die zu weit weg wohnen, soll jedoch ebenfalls ein leistbares und angenehmes studentisches Wohnen möglich sein, das auch den Erfordernissen der heutigen Zeit entspricht und die entsprechenden Annehmlichkeiten bietet. Studentenheime gemeinnütziger Anbieter sind daher ein wesentlicher Faktor für die Bereitstellung leistbaren Wohnraums für Studierende. Hier sind die Kosten überschaubar und fix, meist ist das Zimmer schon vollständig möbliert und die Reinigung ebenfalls inkludiert.

Vergleich der Wohnform Studierender in Österreich 2009, 2011, 2015 und 2019

1 Inkl. Haushalt anderer erwachsener Verwandter.

Angaben von 2009 und 2011 ohne Studierende an Privatuniversitäten.

Abb.2: Bericht - Materialien zur sozialen Lage der Studierenden 202015

In Studentenwohnheimen sind Einzelzimmer immer stärker gefragt, Doppel- und Mehrbettzimmer gibt es daher immer seltener. Gleichzeitig möchten Studierende aber auch nicht auf Geselligkeit verzichten, weshalb die Gemeinschaftsräume eine zentrale Rolle spielen. Auch die Serviceleistungen rund um das Wohnen sind ein wesentliches Kriterium für die Auswahl eines Studentenheimes, und Highspeed-Internetanschlüsse sind für Studierende in der heutigen Zeit sehr wichtig, um effizient arbeiten bzw. diese auch für die Unterhaltung wie z.B. für das Streaming von Filmen oder Musik nutzen zu können. Wichtig ist allerdings auch vielen Studierenden die Lage des Studentenwohnheimes, das zwar nahe der Bildungsstätte sein soll, aber auch nicht weit von Erholungsmöglichkeiten im Grünen.

2.1.3 Novellierung des Studentenheimgesetzes 2019


Mit 1. September 2019 trat eine Novellierung des Studentenheimgesetzes (StudHG) in Kraft. Sie wurde vom damaligen Wissenschaftsminister Heinz Faßmann gemeinsam mit der Vorsitzenden der ÖH-Bundesvertretung Hannah Lutz und dem Generalsekretär der Akademikerhilfe, Bernhard Trschepitsch, der Öffentlichkeit vorgestellt. Da das bis dahin geltende Studentenheimgesetz aus dem Jahr 1986 stammte und nicht mehr den Erfordernissen der Zeit entsprach, vor allem, weil immer mehr private Investoren auf den Markt drängten, war eine Überarbeitung notwendig geworden. Das novellierte Gesetz bietet den Studierenden nun mehr Rechtssicherheit und Vergabetransparenz und sieht für Studierende sowohl in gemeinnützig als auch in nicht-gemeinnützig betriebenen Heimen vor, dass es für sie neben einem Mindestschutz auch flexiblere Vertragsdauern und keine überhöhten Kautionen mehr gibt.16 Studentenheime, sei es gemeinnützig oder gewerblich betriebene, unterstehen nun dem StudHG (Studentenheimgesetz). Bis zur Novellierung war es oft der Fall gewesen, dass sich Studentenheimbetreiber nicht an das StudHG halten mussten, wenn sie sich...

Dateiformat: ePUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat ePUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

19,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen